24. Februar 2022

Nein sagen zu Aufträgen

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Heute beginne ich mal mit einer Frage: Was meinst du? Warum ist es so wichtig, dass du eine große Vision von deinem eigenen Weg hast? Warum ist es sinnvoll, ein klares Bild von der Person zu haben, die du werden möchtest?

Deine Vision ist wie ein Kompass. Sie gibt Richtung vor und hilft dir, für dich passende Entscheidungen zu treffen. Und im richtigen Moment auch mal »Nein« zu sagen. Zum Beispiel bei Auftragsanfragen. Denn neben den offensichtlichen Fragen, die damit einher kommen … ist das Honorar angemessen? Interessiert mich das Thema? Kann ich das zeitlich und inhaltlich leisten? … gibt es auch eine Frage, die nachhaltig deine langfristige Zufriedenheit mitbestimmt. Die Frage: Passt dieser Auftrag zu meiner Vision?

Vielleicht geht es dir ja wie mir. Ich interessiere mich für viele Dinge, probiere gern Neues aus und mag es, mich in neue Themenfelder einzuarbeiten. Das ist grundsätzlich eine wirklich gute Sache. Allerdings sorgt es auch dafür, dass ich manchmal zu Dingen ja sage, die gar nicht so gut zu mir passen. Und die mich von meinem Weg abbringen.

In den letzten Wochen habe ich zum Beispiel einige interessante Auftragsanfragen bekommen. Über die habe ich mich gefreut, denn es fühlt sich gut an, wenn ein Unternehmen, dessen Arbeit ich schätze, mit mir zusammen arbeiten möchte … oder ich ein Projekt angeboten bekomme, das spannend und interessant klingt.

Doch nur weil es spannend und interessant klingt, heißt das nicht automatisch, dass ich diesen Auftrag auch annehmen sollte. Deshalb möchte ich heute einmal den Fokus darauf legen, welche Kriterien du nutzen kannst, um zu entscheiden, ob ein Auftrag zu dir passt oder nicht.
 

Deine Vision ist das A und O

Stellen wir uns mal vor, du hast gerade eine Auftragsanfrage vor dir liegen. Die erste und wichtigste Frage, die ich mir in einem solchen Moment stelle, ist: Bringt mich dieses Projekt meiner Vision einen Schritt näher? Dabei sind mehrere Varianten möglich:
 

Variante #1: Finanzielle Freiheit

Der Auftrag kann dich auf deinem Weg unterstützen, weil er dir über eine überdurchschnittlich gute Bezahlung für eine bestimmte Zeit eine finanzielle Freiheit generiert, die indirekt mehr Raum für deine Vision schafft … einfach weil du freier Entscheidungen treffen kannst, nicht jeden Job annehmen musst und mehr Zeit für deine eigenen Projekte hast. Bei dieser Variante kann auch ein Auftrag, der mit deiner Vision wenig Überschneidungen hat, deine Vision unterstützen.

Wichtig ist hier das Wort überdurchschnittlich. Das Ganze funktioniert nur, wenn du sehr gut bezahlst wirst. Außerdem solltest du überlegen, ob du diesen Auftrag später dann auch in deinem Web-Portfolio zeigen solltest oder ob dieser dein Profil zu stark verwässert. Niemand zwingt dich, alles zu zeigen.
 

Variante #1: Ein Schritt in die richtige Richtung

Oder aber das Projekt bringt dich deiner Vision direkt einen Schritt näher, weil es thematisch zu deiner Vision passt. Ist es ein möglicher nächster Schritt für dich? Hier sind wir, ich schließe mich da mit ein, schnell zu ungeduldig. Anstatt des ersten Schritts ist es leicht, gleich den 10. Schritt gehen zu wollen. Doch das schafft schnell Frustration. Respektiere deinen Weg. Überprüfe deshalb, ob dieser sich gegebenenfalls auch klein anfühlende Schritt vielleicht doch in die richtige Richtung geht.
 

Ohne Vision wird es schnell schwammig

Für beide Varianten brauchst du deine Vision. Nur mit einer Vision kannst du die in Variante #1 entstehende finanzielle Freiheit für dich auch nutzen. Und nur mit einer Vision kannst du entscheiden, ob dieser Auftrag zu deinem Weg passt.

Die Visionsentwicklung ist ein wichtiger Baustein im Positionierungsprozess. In einer Positionierung erforschst du einerseits deine Träume, Stärken und deine Expertise. Hier darfst du ganz groß träumen. Und dir erlauben, Wünsche und Ziele zu formulieren. Parallel analysierst du deine möglichen Märkte und machst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Denn auch das ist wichtig, damit deine Positionierung kein Luftschloss bleibt. Am Ende entwickelst du mit diesem geballten Wissen dann eine passgenaue Strategie, wo du kurz-, mittel- und langfristig hinkommen möchtest. In der Portfolio-Akademie, dem von mir entwickelten Onlineprogramm für Designer*innen und Illustrierende, widmen wir uns die Hälfte der zeit, also über sechs Wochen lang, deiner Positionierung. Wenn du dich dafür interessierst, trag dich gern in die Warteliste der Portfolio-Akademie ein. Die nächste Portfolio-Akademie startet Anfang Mai.
 

Wie nein sagen?

Nehmen wir also man an, du hast dich entschieden, dass dieser potenzielle Auftrag nicht zu dir passt und du ihn absagen wirst. Vielleicht wirst du jetzt merken, dass »Nein sagen« und Aufträge absagen für viele kreative Unternehmer*innen oft gar nicht so einfach ist. Häufig grätschen Ängste und Blockaden hinein und schwuppdiwupp hat man zu etwas »Ja« gesagt, was man eigentlich gar nicht wollte. Lass uns deshalb noch einmal einen Blick darauf werfen, warum das Aufträge absagen oft so schwer fällt und wie du dich selbst dabei unterstützen kannst.

Die Angst, dass dann nichts mehr kommt
Eine weit verbreitete Angst ist, dass nach einem »Nein« keine weitere Aufträge kommen. Einerseits, weil ein »Nein« die Kund*innen-Beziehung kaputt macht und dieses potenzielle Unternehmen sich danach nie wieder meldet. Oder dass du es gegebenenfalls in ein paar Wochen bereust – weil nichts anderes kam. Natürlich kann das passieren. Hier hilft es allerdings, dir bewusst zu machen, dass du mit der Absage auf einmal Zeit hast, ganz aktiv und bewusst Akquise zu machen, um für dich passendere Aufträge zu generieren.

Finanzielle Sorgen
Der größte Hemmschuh für Absagen ist sicherlich der finanzielle Druck, der entsteht, wenn du zu wenig verdienst. Rechnungen wollen bezahlt werden und mit finanziellem Druck ist es schwer, einen Auftrag abzulehnen. Allerdings erzeugen oftmals genau diese nicht gut zu dir passenden Aufträge genau diesen Teufelskreislauf aus wenig passenden Aufträgen und finanziellem Druck. Weil du keine Zeit hast, dich aktiv um passendere und besser bezahlte Aufträge zu kümmern.

Ich habe gemerkt, dass es sich für mich toll anfühlt, Aufträge bewusst abzusagen. Weil ich mich in diesem Moment selbstbestimmt für meinen Weg entscheide. Deshalb wird es mit jedem Mal leichter. Deshalb mach dir vor einer Entscheidung bewusst, was du für dich gewinnst, wenn du Nein sagst: Du gewinnst Zeit, aktiv dein Leben und dein kreatives Unternehmen zu gestalten. Gleichzeitig ist es auch hilfreich, anzuerkennen, dass jeder deiner Aufträge deine Richtung vorgibt. Insbesondere wenn du bei deiner Portfolio-Erstellung deine Vision nicht vor Augen hast, sondern einfach alles in deinen Portfolios zeigst. Dann gestaltet der nächste Auftrag den nächsten mit ... und drei Jahre später fragst du dich auf einmal: »Wie zur Hölle bin ich hier angekommen?«.
 

Und wie geht es dir damit?

Deshalb heute die Frage an dich: Nach welchen Kriterien suchst du aus? Was sind die größten Bremsen für dich beim »Nein sagen«? Und was brauchst du, um dich frei und nachhaltig für oder gegen einen Auftrag entscheiden zu können. Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren auf dem Blog oder auf Instagram. Damit wünsche ich dir eine schöne Woche und wir sehen uns am nächste Donnerstag. Alles Liebe, Franziska
 

Darf ich dich um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf.

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Franziska Walther, Sehenistgold®
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