27. Oktober 2022

Zwei einfache Wege raus aus der kreativen Blockade


 

Kreative Blockaden – jeder kennst sie, jeder hat sie ab und an. Heute stelle ich dir Wege vor, wie du diese auflösen kannst.

Diese Woche bin ich noch in Deutschland auf Kurzurlaub bei Freund*innen und meiner Familie. Deshalb gibt es heute eine Folge aus dem Archiv, genaugenommen aus dem Jahr 2021, die noch nicht als Podcast erschienen ist. In dieser geht es um Blockaden und warum es so wichtig und gleichzeitig so schwierig ist, die eigenen Widerstände zu erkennen und diese aufzulösen. Lass uns mal eintauchen in die Welt der Bremsen und Blockaden und am Ende die Frage beantworten, wie wieder Schwung reinkommt in dein Tun.

 

Was blockiert dich

Wahrscheinlich kennen alle kreativen Unternehmer*innen kreative Blockaden. Die Angst vorm weißen Blatt. Das lähmende Gefühl vor dem nächsten Schritt, der Grusel vor dem Anfangen. Oder davor, am Ende mit einem Pinselstrich wieder alles kaputt zu machen. Auch wenn es bestimmt nicht das ist, was du gern hörst: Blockaden gehören zum kreativen Prozess dazu.
 

Welche Funktion übernehmen Blockaden?

Steckt man erst einmal drin, geht kein Schritt nach vorn und auch keiner zurück. Und schnell fühlt man sich in diesen Momenten allein und hilflos.

Und es ist auch leicht – vor allem wenn man erst einmal drinsteckt – zu übersehen, dass Blockaden eine Funktion haben. Unser Unterbewusstsein macht zwar nicht immer das, was wir wollen, aber grundsätzlich ist es uns stetig wohlgesonnen. Es will uns beschützen und vor negativen Gefühlen bewahren.

Dazu benutzt es eine in sich paradoxe Strategie: es versucht, unbekannte unangenehme Gefühle zu vermeiden, indem es einen zweiten, zwar unangenehmen, aber eben bekannten Zustand herstellt: die Blockade. Diese fühlt sich zwar auch schmerzhaft an, aber der Schmerz unserer Blockade ist uns wohlbekannt und in ihrer Vertrautheit schafft sie auf eine absurde Weise Sicherheit.

Das mag erst einmal ziemlich schräg klingen. Aber dieses Wissen erlaubt eine neue Perspektive auf deine Blockaden. Wenn sie doch nur ein Mechanismus deines Unterbewusstseins ist, dich vor unangenehmen, weil unbekannten Erfahrungen zu schützen, so ist die Blockade auch gleichzeitig aich ein guter Indikator dafür, dass du gerade etwas Neues wagst und dich aus deiner Komfortzone heraus bewegst.

Denn ohne das Neue gebe es keinen Grund für dein Unterbewusstsein, die Blockade auf den Plan zu rufen. Deshalb sind Blockaden der Lackmus-Test für deinen Mut und neue Wege. Bist du blockiert, dann weißt du, dass du gleichzeitig gerade versichst, in Richtung Rand deiner Komfortzone zu laufen.
 

Blockaden in der Positionierung

Blockaden sind auch im Positionierungsprozess etwas ganz Normales. Beim Positionieren trittst du ja eine Reise nach innen an. Hier erforschst du, was dir wichtig ist, warum du überhaupt kreativ tätig bist und was du in der Welt mit deiner kreativen Arbeit bewirken möchtest. Um dann darauf aufbauend dein Angebot, dazu passende Märkte und Kund*innen zu definieren und eine wirksame Akquisestrategie zu entwickeln, um genau diese Personen anzusprechen.

Auf dieser Reise treffen wir üblicherweise unsere Dämonen: Und das sind unsere Blockaden und negative Glaubenssätze, die uns hindern wollen, diese neuen Ufer zu erforschen. Alles soll so bleiben, wie es ist – das ist das Ziel der Blockaden. Sie sind dazu da, dass wir still stehen und die Luft anhalten. Sie sind die Gruselgeschichte, die wir uns selbst erzählen, um uns fröstelnd unter der Bettdecke zu verstecken und für immer dort zu bleiben.

Gerade wenn du dich neu positionieren möchtest, ist es notwendig, diese sabotierenden Stimmen sichtbar zu machen – denn dann kannst du sie wahrnehmen, anerkennen und dann schlussendlich auch auflösen. Bleiben sie im Unsichtbaren, wirken sie weiter, ohne dass du davon etwas mitbekommst. Im Dunkeln haben die Blockaden unglaublich viel Macht. Hier sitzen sie am Steuer und du sitzt hinten im Bus. Indem du sie sehen kannst, wirst du handlungsfähig und du entscheidest, in welchen Momenten du das Steuer wieder übernehmen möchtest.
 

Wie kannst du deine Blockaden identifizieren?

Jetzt fragst du dich bestimmt, wie das geht: Blockaden auflösen. Der erste Schritt dorthin ist, die eigenen Blockaden zu erkennen und diese dann im zweiten Schritt mit Geduld und Wohlwollen umzubauen und aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wie geht das?

Dazu möchte ich dir eine Schreibübung vorschlagen:

Beschreibe dich in einem Satz als die Person, die du werden möchtest, zum Beispiel: »Ich bin ein*e erfolgreiche*r, begabte*r [z.B. Illustrator*in/Designer*in/Autor*in] und [beschreibe hier deine Ziele]

Schreibe diesen Satz mehrere Male hintereinander für mindestens fünf Minuten (und benutze einen Timer!!). Beobachte dabei, welche Gedanken beim Schreiben auf die Bühne treten. Welche Gefühle löst das Schreiben in dir aus? Was sagen die Stimmen im Kopf? Insbesondere die gemeinen, die fiesen Stimmen, die immer dann kommen, wenn du mutig bist. Notiere das, was du hörst.

Das, was du hier aufschreibst, sind deine Blockaden. Nimm dir auch einmal die Zeit, noch einen Schritt weiterzugehen und zu überlegen, welche Handlungen diese Gedanken versuchen zu verhindern und wovor sie dich beschützen wollen. Sagt die Stimme zum Beispiel: »Oh man, nimm dich nicht so wichtig. Was denkst du eigentlich von dir? Du machst dich total lächerlich,« dann weißt du jetzt, dass dein Unterbewusstsein versucht, dich zu überreden, deine eigenen Ziele zu ignorieren ... damit du nicht enttäuscht bist, falls es nicht klappt. Es versucht dich auch zu überreden, unsichtbar und klein zu bleiben, damit du sicher bist ... unter deiner Bettdecke.
 

Üben hilft

Hast du auf diese Weise deine negativen Glaubenssätze identifiziert, geht es darum, sie Schritt für Schritt umzubauen. Hier ist Geduld gefragt. Denn dein Unterbewusstsein übt schon dein ganzes Leben lang, dich auf diese Weise zu beschützen. Es wird etwas Zeit brauchen, Vertrauen in neue Strategien zu entwickeln.

Häufig haben wir Jahre damit verbracht, unsere sabotierenden Stimmen zu trainieren. Es hilft, das Umschreiben der Glaubenssätze als sportliches Training für das Gehirn zu betrachten. Anstatt es sich »auf dem Sofa gemütlich zu machen« (die alten blockierenden stau-verstopften Autobahnen im Gehirn zu benutzen), entscheidest du dich sozusagen jetzt, vorher noch 5 Minuten Gehirn-Yoga einzubauen (deine neuen Glaubenssätze zu üben), weil du weißt, dass das gut für dich ist.
 

Wie löst du Blockaden auf?

Hier gibt es nicht den einen richtigen Weg. Aber es gibt eine Heransgehensweise, die jedem Menschen hilft, die Blockaden aufzulösen. Egal, welche Methode du dich für dich wählst, gehe kleine Schritte und erlaube dir, deine Grenzen langsam zuverschieben. Stress und Widerstand machen Blockaden nur größer. Druck erzeugt Gegendruck. Sei freundlich zu dir und zu deinem Unterbewusstsein.

Und ich hab dir hier mal zwei mögliche Methoden mitgebracht, die du benutzen kannst, um deine Blockaden umzubauen.
 

Methode #1: Mache eine Gedanken-Zeitreise.

Frage dich, in welcher realen Situation du diese Glaubenssätze und Blockade-Mechanismen gelernt hast. Besuche dich gedanklich in dieser Situation, indem du als die heutige erwachsene Person in diese Szene trittst und dein Vergangenheits-Ich besuchst. Frage dich, was dein vergangenes Ich hören muss, um sich beschützt zu fühlen in dieser Szene. Wie kannst du dir selbst helfen? Nimm dich in den Arm, stell dich schützend vor dich oder werde zum Kung-Fu-Panda ... erinnere dich, es ist deine Zeitreise und hier hast du alle Fähigkeiten, die du brauchst, um dich zu beschützen: Feuer speien, Karatekid-Moves oder auch zum Lavamonster werden.
 

Methode #2: Schreibe deine negativen Glaubenssätze um.

Alternativ kannst du auch ein Set von neuen Glaubenssätzen schreiben, die sich für dich unterstützend anfühlen. Nutze dazu deine Mitschriften aus der Schreibübung und formuliere ein Gegenteil von dem, was du aufgeschrieben hast. Dein neuer Glaubenssatz darf sich ruhig ein Mü unkonfortabel anfühlen, sollte aber hauptsächlich positive Gefühle in dir auslösen. Schreibe deine neue Glaubenssätze auf Post-Its und klebe sie an Stellen, die du jeden Tag besuchst, zum Beispiel an deinen Spiegel im Bad. Gern kannst du sie auch mantramäßig laut aussprechen. Das mag sich im ersten Moment albern anfühlen. Aber du wirst sehen, dass sich mit etwas Übung deine Gefühle dadurch verändern werden. Das ist ein bisschen so wie mit dem Lächeln und dem Fröhlichsein. Deinem Gehirn ist es vom Prinzip egal, ob du lachst, weil du fröhlich bist oder du fröhlich bist, weil du lachst. Ist eins von beiden sozusagen aktiviert, kommt das andere mit. Mit Glaubenssatz-Mantren funktioniert das ähnlich. Wenn du sie dir nur oft genug sagst, wird dein Unterbewusstsein beginnen, dir zu glauben.
 

Welcher Blockade widmest du jetzt Aufmerksamkeit?

Deshalb jetzt mal die Frage an dich: Mit welchen Blockaden ärgerst du dich oft rum? Und hast du schon Wege gefunden, damit besser umzugehen und die Blockaden aufzulösen? Was hilft dir hier am besten? Teile deine Erfahrungen gern unter dem Podcast, hier direkt unter dem Blogartikel oder auf Instagram.

Und damit wünsche ich dir alles Liebe.
Wir hören und sehen uns wieder nächste Woche, bis dahin, Franziska

 

Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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Franziska Walther, Sehenistgold®
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