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9. November 2023

#87 | Mit diesen Copywriting-Fehlern vergraulst du deine Kund*innen! *mit Sarah Aßmann

Kategorie:

Erreiche die Kund*innen, die deine Arbeit auch brauchen – mit Copywriting für Illustrator*innen und Designer*innen

 

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Bereitet dir der Text auf deiner About-Seite Kopfzerbrechen? Oder zweifelst du immer mal wieder, wenn du deine Akquise-Emails verfasst? Dann ist diese Podcast-Folge für dich. Erfahre, wie du wirkungsvolle Texte schreibst, durch die deine Kund*innen verstehen, warum sie deine Arbeit brauchen.

Du erfährst:

  • was Copywriting für Illustrator*innen und Designer*innen ist
  • an welchen Stellen du Copywriting für dich in deiner Akquise nutzen kannst
  • welche Fehler du beim Schreiben dringend vermeiden solltest
  • einen Geheimtipp für gute Texte
  • warum dein persönlicher Schreibstil auch in Zeiten von ChatGPT relevant bleibt
  • und so viel mehr.

 
Herzlich Willkommen zu dieser neuen Episode des Portfolio-Podcasts: zur Folge #87. Wir gehen optimistisch auf die 100 zu. Whoop whoop! Ich freu mich sehr, dass du da bist.

Der Titel der heutigen Podcast-Folge verrät es ja schon: Heute erfährst du, wie du wirksame Texte schreibst – damit du mit deiner Akquise und deiner Website und all den Sachen, mit denen du textbasiert nach Außen kommunizierst, noch bessere Ergebnisse erzielst. Und dazu ist heute Sarah Aßmann zu Gast. Sarah ist Copywriterin und sie teilt mir dir Tipps und Tricks und eröffnet vielleicht auch eine neue Perspektive auf das Schreiben – denn das Schreiben deiner Texte unterstützt dich zum Beispiel auch beim Positionieren.

Wenn du beim Zuhören Lust bekommst, so richtig an deiner Postionierung und deinen Texten zu arbeiten und diese mehr nach dir klingen zu lassen, dann habe ich am Ende der Podcast-Folge noch eine 0,00 Euro-Ressource für dich im Gepäck. Den Link dazu findest du auch jetzt sofort in den Shownotes.

Deshalb. Lass uns mal keine Zeit verlieren und mit Kopfsprung ins Thema einsteigen. Let’s go und viel Spaß!
 

[Transkript des Interviews mit Sarah von Thewordandonly]

Sarah Aßmann, thewordandonly: www.thewordandonly.de
thewordandonly auf Instagram: @thewordandonly

- - -

Franziska
Hey Sarah, herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Wie schön, dass du heute hier bist.

Sarah
Ich freue mich riesig, dass ich da sein darf.

Franziska
Wie schön. Du bist ja Copywriterin und unterstützt unter dem Namen Thewordandonly auch kreative Selbstständige dabei, mit ihren Texten wirkungsvolle Botschaften in die Welt zu bringen und in der Welt zu platzieren. Kannst du uns mal erzählen, was genau eine Copywriterin macht?

Sarah
Ja, sehr gerne. Also Copywriting oder Copywriter*innen sind auch Texter*innen, hauptsächlich Werbetexter*innen. Den Begriff mag ich nicht so, weil ich da schnell diesen schleimigen Typ vor Augen habe, der dir was andrehen will.

Aber im Copywriting geht es schon darum, mit Texten zu verkaufen, also die Menschen durch die Texte zu bewegen und bestenfalls auch zum Kauf zu bewegen.

Das heißt, wir schreiben oder bringen anderen Leuten bei, Texte zu schreiben, die den Wert – sei es von der Dienstleistung, vom Produkt oder dem Angebot – so widerspiegeln, dass bei den Leser*innen ankommt: Okay, das hat einen Wert und ich sehe auch, welcher Mehrwert da für mich rausspringt. Und im Idealfall sorgt der Text dafür, dass ich es auch kaufen möchte.

Franziska
Copywriting ist ja auch so ein Buzz-Word in den letzten Jahren geworden. Stimmt mein Gefühl mit deinem überein? Siehst du das auch so?

Sarah
Ja, doch, auf jeden Fall. Es gab sehr viele »Ausbildungen«, die aus dem Boden geschossen sind oder auch ganz viele Copywriter*innen, die plötzlich da waren und sich so genannt haben, weil das plötzlich ein lukrativer Beruf zu sein schien. Ja, da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Der Begriff wurde schon durch den Dreck gezogen, dass viele Menschen vorsichtig geworden sind.

Deshalb ist es auch sinnvoll, zu fragen: Ist das wirklich jetzt ein*e professionelle*r Texter*in? Oder ist das hier jetzt einfach nur ein Titel, der benutzt wird? Weil: der Begriff ist nicht geschützt – Illustrator darf sich ja auch jeder nennen. Und da muss man eben immer ein bisschen aufpassen und hinterfragen.

Franziska
Das ist ein guter Übergang zur Frage: Wie bist du denn Copywriterin geworden?

Sarah
Ich selbst bin auch über Umwege dazu gekommen. Ich habe mich direkt nach dem Abitur in das Abenteuer Selbstständigkeit gestürzt, tatsächlich auch ganz klassisch im kreativen Bereich. Nicht ganz klassisch wie als Illustratorin oder Ähnliches, aber als Content-Creator. Dabei habe ich Projekte für Unternehmen umgesetzt und das hat auch sehr viel Spaß gemacht.

Aber einerseits gab es dann auch immer die Frage nach passenden Texten, weil ein Bild allein ist zwar aussagekräftig, aber man braucht doch immer, egal ob auf Instagram in einer Caption oder auf der Webseite, einen Text dazu.

Und andererseits habe ich auch selber gemerkt – worüber ich tatsächlich Kunden und Kundinnen gewinnen, ist über meine Texte.

Dabei habe ich gemerkt: okay, da steckt wirklich mehr dahinter! Und ich habe mich dann mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt. Tatsächlich bin ich dann auch in eine Agentur gegangen, wo ich noch einmal von der Pike auf gelernt habe, wie dieses Copywriting funktioniert. Wobei man aber auch sagen muss, dass es auch viel Learning by doing ist – wie wahrscheinlich überall im kreativen Bereich.

Du malst auch nicht deinen ersten Picasso mit der ersten Zeichnung und wirst immer besser durchs Tun. Und so war es auch bei mir. Und als mich dann tatsächlich ein Kunde abwerben wollte, habe ich noch mal gesagt: Hey, jetzt starte ich in die Selbstständigkeit. Also kurz zusammengefasst: ich bin über Umwege dazu gekommen.

Franziska
Das heißt, du bist Solo-Selbständige und betreust kreative Menschen. Was sind denn so typische Aufgaben, die du für deine kreativen Menschen, die du betreust, übernimmst?

Sarah
Ganz unterschiedliche Aufgaben. Einerseits biete ich an, Texte zu schreiben, also zum Beispiel für Webseiten, wo ich dann eben die Angebotsseiten oder die Texte für die Über-mich-Seite schreibe. Das ist auch total spannend und super schön an dem Beruf. Ich lerne die Leute viel intensiver kennen. Weil: Ich möchte ja auch die Persönlichkeit, durch die sich die Menschen aus der Masse abheben, auch durch die Texte wiedergeben.

Aber ich schreibe auch Texte im Bereich Newsletter zum Beispiel. Also wenn wirklich E-Mail-Marketing betrieben wird. Hier schreibe ich regelmäßig auch Newsletter-Texte. Oder – du kennst das ja zum Beispiel auch – beim Launchen, also wenn man jetzt ein Produkt oder ein Angebot oder eine Dienstleistung verkaufen möchte und in die Verkaufspreise geht – dann gibt es meistens eine Email-Sequenz – die verfasse ich zum Beispiel auch.

Und dann geht es auch in die Beratung, ins Consulting: Einerseits gebe ich zum Beispiel auch Feedback auf Texte, wo man eben schauen kann, welches Verbesserungspotential da ist. Aber auch im Bereich Mentoring, wo meine Kund*innen sagen: okay, ich möchte langfristig selbst wirkungsvolle Texte schreiben. Dann biete ich das auch in Form von Mentoring an, so dass meine Kund*innen das Copywriting an den Texten noch mal gemeinsam mit mir lernen.

Franziska
Den Portfolio-Podcast hören hauptsächlich Illustrator*innen und Designer*innen. Was glaubst du denn? Wie schätzt du das ein? Wie können denn Illustrator*innen und Designer*innen Copywriting für sich nutzen? Du hast es gerade eigentlich schon gesagt, zum Beispiel auf der About-Seite. Das ist so eine typische Baustelle, auf der ganz viele Kreative struggeln. Gibt es noch ein paar andere Sachen, die dir sofort einfallen, wo du merkst: Ja, da können Illustrator*innen und Designer*innen Copywriting für sich wirkungsvoll benutzen.

Sarah
Auf jeden Fall beim Wert kommunizieren. Weil ich selber ja auch aus dem kreativen Bereich komme, weiß ich, dass oftmals der Wert der Arbeit nicht so anerkannt wird – also der Wert der Arbeit und des Gedankenguts, das in der Arbeit drin steckt.

Im Bereich Design und Illustration ist die Arbeit ja nachher nicht nur das Bild, sondern auch der ganze Prozess. Und ich denke, hier ist es auch wichtig, gerade auf der Webseite, aber auch in kleineren Formaten wie Posts oder ähnlichem, diesen Wert deutlich zu machen, zu erklären, was da wirklich alles dahintersteckt und eben auch aufzuzeigen, was die Kund*innen dann nachher auch tatsächlich davon haben. Zu zeigen, dass das Ergebnis der Arbeit eben zum Beispiel nicht die Vektorgrafiken ist, die ich mir irgendwo auf einer Plattform runtergeladen habe, sondern dass es wirklich ein einzigartiges Logo ist, das eben langfristig Bestand hat, das vielleicht auch wirklich eine eingetragene Marke werden kann – was ja bei ersterem nicht der Fall wäre.

Also eben noch einmal ganz klar zu betonen, was für ein Wert in der eigenen Arbeit drin steckt. Und ich denke, wenn man das auch selber in Textform liest, dann wird es leichter, das selbst zu erkennen. Und das ist gut fürs Selbstbewusstsein, denn mit diesem Bewusstsein tritt man dann ganz anders und selbstsicherer an die Kund*innen heran.

Beim Copywriting geht es eben nicht nur um den Text, also das Endergebnis, sondern auch um den ganzen Prozess dahinter, mit dem man sich noch einmal intensiv mit dem Wert der eigenen Arbeit auseinandersetzt und erkennt, was man eigentlich da wirklich tatsächlich alles in seine Arbeit einfließen lässt.

Das hilft, sich selbst neu zu erkennen und zu sehen, was man auch alles schon geschafft und geleistet hat. Das ist auch etwas, was bei meinen Kund*innen schön zu sehen ist. Da verändert sich ganz viel durch den Prozess, bevor es überhaupt an die Öffentlichkeit geht und da dann die Wirkung entfaltet.

Franziska
Ich kann mir das total gut vorstellen. Wenn man etwas textlich formulieren muss, muss man ja auf einmal so konkret werden. Und ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass so ein Prozess und vielleicht auch das Pingpong und auch du als Gegenüber, die unterstützt, total helfen kann, den Mehrwert der eigenen Arbeit besser zu erkennen. Weil es nicht nur darum geht, alles in einen Text zu verpacken, sondern der Prozess auch unterstützend ist, um den Mehrwert überhaupt zu erkennen.

Sarah
Auf jeden Fall. Das merkt man einfach durch die Fragen, die man sich im Prozess stellt. Dann merkt man plötzlich: Ach so, ich mach mir ja auch noch darum Gedanken oder ich mache auch noch dieses und jenes. Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, dass das auch in meine Arbeit eigentlich so mehr oder weniger kostenlos integriert ist. Und ja, dadurch wird dann durch den Textprozess deutlich, wie viel Arbeit und Wert da eben auch dahinter steht.

Franziska
Ich habe auf deiner Webseite gelesen, dass wirkungsvolle Texte nicht erst bei dem persönlichen Schreibstil anfangen. Wo beginnen sie denn also? Wo beginnen wirkungsvolle Texte?

Sarah
Für mich beginnen wirkungsvolle Texte tatsächlich einmal bei einem selbst und bei der Zielgruppe – einer Sachen, die oft vergessen werden. Es ist wirklich ganz wichtig zu verstehen, was die Zielgruppe hören möchte und muss, damit die Texte und deren Inhalte auch ankommen. Dazu muss erstmal ein Verständnis für die Zielgruppe da sein.

Also, was will die Zielgruppe denn lesen? Sie wollen halt nicht unbedingt lesen, was das Angebot bzw. die Dienstleistung alles umfasst, sondern sie wollen eigentlich wissen, was das Endergebnis ist. Und das sollte man eben so kommunizieren im Text, so dass auch von vornherein klar wird: okay, ich bekomme hier jetzt nicht nur eine Illustration, sondern ich bekomme hier ein Alleinstellungsmerkmal in Form eines Logos oder ähnliches. Dadurch wird auch wieder klar, dass eben wirklich ein Mehrwert auch ankommt.

Und das fängt dabei an, wenn man sich wirklich in die Zielgruppe hineinversetzt und überlegt, was wollen sie eigentlich wirklich? Weil bei mir wollen die Kund*innen auch nicht unbedingt nur Texte, sondern sie wollen vielleicht gesehen werden. oder? Welcher Mehrwert tatsächlich bei der Zielgruppe ankommt, das gilt es herauszufinden.

Andererseits finde ich, sollte man auch bei sich selbst ansetzen, weil: es ist halt die eine Sache zu wissen, wer die Zielgruppe ist und was sie vielleicht hören und lesen möchte. Aber es ist noch mal eine andere Sache, auch sich selbst darüber klar zu werden: Wie möchte ich denn eigentlich wahrgenommen werden? Möchte ich mich verstellen, um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen, weil die vielleicht besonders gut bezahlt? Oder möchte ich mir selbst treu bleiben? Und ja, damit grenzt man da vielleicht auch ein paar Leute oder bestimmte Zielgruppen aus. Aber dafür habe ich das gute Gefühl, dass ich hinter meinen Texten stehen kann und dass ich das bin. Dass dieser Text mich gut repräsentiert.

Und das ist das, worum es geht, worum man sich erst mal klar werden möchte, weil dadurch die Tonalität und das Grundgerüst für den weiteren Text vorgegeben werden, schon bevor man anfängt zu schreiben.

Franziska
In der Illustration ist Stil ja immer so ein Dauerthema. Alle Illustrator*innen beschäftigen sich mit ihrem Stil. Sie denken darüber nach und fragen sich, ob sie zu viele Stile haben oder zu wenige? Wie ist das bei Texten? Ist Stil dort auch ein Thema?

Sarah
Ja, auf jeden Fall. Also ich nenne das den persönlichen Tintenabdruck zu finden. Und ja, das ist auf jeden Fall sehr wichtig geworden. Auch in Zeiten von ChatGPT und Co, wo alle doch auch recht gute Texte verfassen können, gilt es eben auch den eigenen Schreibstil zu finden und zu prägen.

Das ist auch etwas, was Wiedererkennungswert schafft, durch das man vielleicht nachher ein Buch sieht oder ein Spiel und genau weiß, das hat sie oder er illustriert. Genauso kann es eben auch bei den Texten sein.

Und dadurch heben wir uns einerseits von künstlicher Intelligenz ab, andererseits sprechen wir auch Leute an, die genau zu diesem Stil passen. Das ist wahrscheinlich auch so: Wenn du jetzt im Bereich Comic unterwegs bist, erreichst du wahrscheinlich ganz andere Menschen, als wenn du jetzt im Bereich Kinderbuch niedliche Zeichnungen machst. Und so soll es bei den Texten ja auch sein.

Du wirst ja auch durch deine Tonalität bestimmte Menschen erreichen, mit denen du auch Spaß an der Zusammenarbeit hast.

In anderen Business-Bereichen ist das wahrscheinlich anders und einige können das vielleicht nicht ganz so nachvollziehen. Aber auch bei Texten kann man verschiedene Stile haben. Weil es ist ja auch so, wir sind alle Menschen sind – und wir sind halt mal ironisch, mal ernster oder auch liebevoller – und so ist es eben auch in den Texten.

Es ist also nicht so, dass man sagen muss: Okay, ich bin jetzt immer der Witzbold und bringe in jeden Text jetzt irgendeinen Witz mit rein. Sondern man kann auch sagen: Okay, jetzt mal ernst und hier bringe ich dann mal einen gewissen schwarzen Humor ein. Und so kann man eben auch ein bisschen variieren. Flexibilität ist erlaubt und es ist einfach auch so ein Ausprobieren.
Aber im Endeffekt wird man schon merken, so einen gewissen roten Faden wird es immer geben. Dieser wird einfach immer nach einem selbst klingen und der ist dann eben auch diese Grundlage, um den eigenen Stil zu prägen und dann damit auch zu variieren.

Sarah
Was schön. In der Illustration und im Design ist es ja auch so, dass selbst wenn man ganz viele verschiedene Stile hat, ist es immer die Persönlichkeit der Person, die das macht, die alles zusammenhält und die man eigentlich auch irgendwie in allem wiedererkennt.

Sarah
Ja, da stimme ich dir hundertprozentig zu, weil es ist die Persönlichkeit, die uns alle einzigartig macht und die ist auch das Fundament. Egal ob man jetzt verschiedene Design-Standbeine hat oder verschiedene Text-Stile. Die Persönlichkeit ist einfach das, was das Fundament schlussendlich bildet.

Franziska
Was sind denn so typische Fehler, die du oft siehst, mit denen wir, die versuchen, Angebote nach draußen zu kommunizieren, mit denen wir dann unsere Zielgruppen so unbewusst vergraulen?

Sarah
Ja, gute Frage. Ich würde sagen, Nummer 1 ist die Ego Show. Das bedeutet, dass man eben einfach über sein Angebot schreibt, aber dabei außer Acht lässt, was die Zielgruppe tatsächlich lesen möchte. Weil man vergisst, den Blick mehr auf den Mehrwert für Zielgruppe zu legen. Das ist ein sehr großer Fehler.

Und Fehler #2 ist dann tatsächlich auch, sich zu sehr zu verkopfen oder auch in Floskeln zu verfallen. Also man schreibt dann schnell das, was man denkt, was die Zielgruppe hören will. Also im Business Bereich wird dann oft geschrieben: »Mit uns gehst du durch die Decke« oder »wir bringen dein Business aufs nächste Level«? Solche Aussagen haben sich ausgelutscht, das will niemand mehr hören.

Und das hast du auch schon vorhin angesprochen: So eine Floskel ist überhaupt nicht konkret. Was heißt jetzt »auf das nächste Level heben«? Was heißt jetzt »Wir machen dir ein schönes Design!« Okay, aber was bedeutet das genau? Es ist gut, da eben noch einmal genau hingucken, um die Ergebnisse konkret auszuformulieren und daraus ergibt sich meistens auch schon wieder der Mehrwert. Der wird dadurch einfach auch klar.

Diese beiden Fehler sind die größten zwei Sachen. Wenn ihr darauf achtet, dann macht ihr schon einmal sehr viel richtig. Genau.

Franziska
Ja, jetzt, wo du diese zwei Fehler beschrieben hast, sind mir sofort diverse Stellen eingefallen, wo ich sowas auch schon mal gesehen hab und wo mir das mit Sicherheit auch schon mal selbst passiert ist.

Copywriting nutzt ja auch Mittel der Verkaufspsychologie. Kannst du uns in ein paar Beispielen beschreiben, wie wir Wissen aus der Psychologie des Verkaufens in unserer Akquise nutzen können?

Sarah
Ja, also da gibt es natürlich ganz verschiedene Mechanismen. Zum Beispiel im Bereich der Preispsychologie. Man kann zum Beispiel verschiedene Angebote nebeneinander platzieren, also einmal ein Günstigeres, dann ein Mittleres und das ganz Teure. Und im Endeffekt werden sich viele Menschen für das mittlere Produkt oder Angebot entscheiden, weil das eben im Verhältnis das attraktivste Angebot zu sein scheint.

Tiefer geht geht’s dann, wenn man das Wissen über die Zielgruppe benutzt, weil auch hier ist es tatsächlich so, dass es verschiedene Kaufmotive gibt. Und wenn man eben weiß, wie die Zielgruppe einzuordnen ist, dann kann man in den Texte bewusst damit umgehen.

Also das geht schon bei der Ansprache los, wenn wir zum Beispiel ein Problembewusstsein haben, können wir entscheiden, eine Ansprache vom Problem weg zu wählen. Wenn die Zielgruppe etwas vermeiden will, dann kann man das zum Beispiel so formulieren: »Du hast keine Lust, dass dein Logo aussieht wie alle anderen auch«. Oder man formuliert eher zur Lösung hin, zum Beispiel: »Du möchtest ein Logo, das dich von der Marke abhebt«.

Das sind zum Beispiel Kleinigkeiten, die schon sehr wirkungsvoll sind und die eben, wenn man weiß, wer die Zielgruppe ist, eine große Hebelwirkung haben, weil wir mit diesen Sachen die richtige Zielgruppe noch stärker ansprechen können.

Franziska
Spannend, total spannend. Ich bin mir ganz sicher, dass jetzt einige hier zuhören, bei denen gerade die Alarmglocken angegangen sind, weil sie Verkaufspsychologie gehört haben. So im Sinne: »Alarm, Alarm, Manipulation!« Wie gehst du denn mit der Gefahr um, dass man Copywriting auch missbrauchen kann? Und wie können wir verantwortungsbewusst damit umgehen? Hast du da einen Tipp?

Sarah
Das ist eine vielschichtige Frage. Im Endeffekt denke ich, dass es wirklich die Verantwortung des einzelnen Menschen ist und man sich darüber einfach bewusst werden sollte, dass es vielleicht auch Menschen gibt, die sehr einfach zu manipulieren sind. Und dann sollte man für sich selbst abwägen, was noch ein Marketing-Tool ist, das ich guten Gewissens einsetzen kann. Wir machen alle ja in gewisser Weise ein Versprechen. Wir wollen alle verkaufen und das ist ja auch ganz legitim.

Aber wo hört das dann auch auf? Wo ist die Grenze? Wenn bewusst eine künstliche Verknappung geschaffen wird, nur damit jetzt wirklich noch jemand kauft und danach gibt es das Angebot eigentlich trotzdem noch. da muss sich jede*r fragen: Okay, möchte ich das denn tatsächlich machen?

Es liegt also in der Eigenverantwortung und da denke ich, muss man eben selber ausloten, inwieweit man welche Tools und Werkzeuge einsetzen möchte.

Franziska
Ich kann mir auch vorstellen, dass es hilft, den Mehrwert der eigenen Arbeit benennen zu können. Weil: Du hast ja recht: wir wollen ja alle verkaufen. Wir haben alle unterschiedliche Angebote, die, wenn wir uns intensiv damit beschäftigen, auch wirklich sehr individuell und einzigartig sind. Und wenn man da einfach ganz klar sagen kann, das ist der Wert, den ich hier mit meiner Arbeit schaffe und das bringt meinen Kund*innen wirklich was. Weil man die Zielgruppe kennt und weiß, dass die eigene Arbeit da wirklich etwas erreicht, dann kann ich mir vorstellen, dass es dann … hmm … weiß ich gar nicht, ob es wirklich dann leichter ist … hmm …

Sarah
Das macht es in gewisser Weise vielleicht leichter, auf bestimmte Techniken zu verzichten, zum Beispiel auf den Rabatt oder Ähnliches. Weil man einfach weiß, was die eigene Arbeit wert ist. Und wenn der Wert eben auch ankommt, dann braucht man halt nicht noch irgendwelche Techniken, um irgendwas zu manipulieren.

Franziska
Ja, das stimmt. Ich würde gern noch einmal ein ganz neues Thema aufmachen: Wir bekommen ja gerade alle mit, wie sich die Welt in einem Affenzahn verändert durch die KI-Generatoren. Wie positionierst du dich denn mit deinem Angebot in Zeiten von ChatGPT und Co? Wie unterscheidet sich denn menschliches Copywriting von generierten Texten?

Sarah
Durch die Empathie und Persönlichkeit. Eine Maschine wird nie nachfühlen können. Sie wird sich nie in eine Zielgruppe hineinversetzen können, wie es Menschen können. Sie kann gewisse Formulierungen finden, sie kann auch durch vorhandenes Material etwas zusammenschreiben. Aber es ist noch mal etwas anderes, ob wirklich jemand da sitzt, der genau weiß, wie sich die Zielgruppe fühlt, weil man selber fühlen kann oder ob das eben nur eine Maschine ist, die das zusammen textet.

Diese Maschine hat auch keine Persönlichkeit. Menschen schreiben mal mit einem Augenzwinkern, da wird mal vielleicht ein Wort erfunden oder zusammengesetzt, wie zum Beispiel der persönliche Tintenabdruck oder wenn man eben immer unterschreibt mit »Wordverliebte Grüße«. Das sind so Sachen, auf die kommt KI nicht einfach ohne Weiteres und das macht uns einfach auch menschlich und hebt uns immer noch ab.

Und ich denke auch, dass am Ende auch Kund*innen mit Menschen zusammenarbeiten wollen – und nicht mit einer KI. Wenn etwas von Menschenhand erschaffen wird, ist es eben noch mal ganz anders als von einer Maschine. Ja, das würde ich sagen, die zwei Punkte: die Persönlichkeit und die Empathie – die sind das Fundament von Texten, die dann tatsächlich auch ins Herz und ins Schwarze treffen und dadurch wirkungsvoll sind.

Franziska
Ich kann mir auch vorstellen, dass der Prozess sehr wichtig ist, den du mit den Menschen, die du unterstützt, durchschreitest. Da geht es ja auch ganz viel darum, gemeinsam zu analysieren, darauf zu schauen, vielleicht vor und zurück zu spiegeln. Und ich kann mir vorstellen, dass dieser Prozess ja auf eine gewisse Art und Weise nicht ersetzbar ist.

Alle kreative Prozesse erzeugen ja immer Ergebnisse, die man vorher nicht planen konnte. Bei KI muss man ja im Prinzip genau beschreiben, was man eigentlich gerade generieren möchte. Und im kreativen Prozess, egal, ob man jetzt schreibt oder zeichnet oder gestaltet, beginnt man ja irgendo und dann durchläuft man den Prozess und am Ende kommt etwas anderes raus, als man am Anfang gedacht hat.

Sarah
Auf jeden Fall: Ja. Der Prozess ist immer auch Persönlichkeitsentwicklung, weil man sich selbst dadurch auch immer weiter entwickelt. Man verwirft, man macht neu und geht immer wieder auch neue Wege – durch diesen Prozess und eben auch durch dieses Auseinandersetzen mit sich selbst. Das kann halt auch keine Maschine für einen tun.

Franziska
Ja, so wahr. Hast du jetzt zum Schluss noch einen Geheimtipp für uns – einen Copywriting-Geheimtipp.

Sarah
Also erstmal würde ich wirklich allen ans Herz legen, den Mut zu fassen, auch persönlichkeitsstark zu schreiben und die eigene Persönlichkeit in die Texte mit einfließen zu lassen. Die Persönlichkeit ist die Essenz und das ist das, was die Texte auch wirklich ausmacht. Und ansonsten würde ich einfach sagen: Fangt an zu schreiben und traut euch, einfach loszulegen. Weil das ist das Wichtigste.

Ich könnte euch jetzt hier Formeln an die Hand geben, wenn ihr Texte aufbauen könnt oder ähnliches. Aber das ist alles so individuell. Und der erste und wichtigste Schritt ist, erst einmal die Hemmungen zu verlieren und zu schreiben – und dann Stück für Stück immer besser zu werden und zu verfeinern. Ich denke, das ist eine geheime Zutat, die man nicht vergessen sollte: Das Ins-tun-und-ins-Schreiben-kommen.

Franziska
Das ist ein super Geheimtipp. Vor allen Dingen kann man diesen Tipp auf alles im Leben übertragen.

Sarah
Ja, das stimmt.

Franziska
Voll gut. Wo können denn Menschen, die jetzt gern mehr über deine Arbeit erfahren wollen, mehr zu dir finden?

Sarah
Sehr gerne auf meiner Webseite www.thewordandonly.de und auf Instagram @thewordandonly – obwohl ich da zurzeit eine kleine Social Media Pause einlege. Das sind die Kanäle, über die ich am besten zu erreichen bin. Und wenn ihr Fragen habt oder Anfragen oder ähnliches, dann jederzeit gerne per Email. Das ist immer ein guter, guter Kanal.

Franziska
Vielen Dank, liebe Sarah.

Sarah
Ich danke, dass ich da sein durfte.

 
So. Das war das Interview. Wie geht’s dir jetzt damit? Bist du jetzt auch motiviert, deine About-Seite zu überarbeiten und auf die zwei von Sarah erwähnten Fehler hin zu überprüfen? Und kannst du den Mehrwert, den deine kreative Arbeit erzeugt, klar benennen?

Wenn nicht, dann hab ich wie vorhin versprochen eine Unterstützung für dich: Lade dir das Workbook »Dein kreatives Angebot« herunter. Dieses Workbook hilft dir dabei, deine verschiedenen kreativen Angebote so konkret wie möglich zu definieren, um sie dann an genau die Personen zu richten, die sie auch brauchen.

Im Workbook geht’s auch um genau den Mehrwert, über den Sarah gesprochen hat – und der hilft dir dabei, deine Angebote so zu formulieren, dass deine Kund*innen auch verstehen, warum sie deine Arbeit brauchen.

Du bekommst das Workbook für 0,00 Euro unter www.diegutemappe.de/angebot.

 
Und damit wünsche ich dir alles Liebe.
Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska

Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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Disclaimer: Der Blog und der Podcast wollen und können eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
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