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25. Januar 2024

#98 | Chris, wie politisch darf Selbstständigkeit sein? *mit Chris Campe

Ein Gespräch über spitze Positionierung, Haltung und was passiert, wenn die Nische zu eng wird

 

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Weitere Informationen

 
Chris Campe ist Expertin für Lettering und Schrift. Sie ist aber auch queere Feministin und hat als politischer Mensch keine Angst, Haltung zu beziehen. Mit Chris spreche ich heute über Followerzahlen auf Instagram, über die Vor- und Nachteile einer spitzen Nische, übers Büchermachen und über Personenmarken und darüber, warum es so wichtig ist, den Mund aufzumachen und sichtbar zu werden.
 

Die tolle Maus bezieht heute auch Position. Und reiht sich ein in die virtuelle Menschenkette #wirzeichneneinzeichen. Dazu hat sie ein Protest-Schild dabei, das Chris Campe gestaltet hat. Mehr dazu erfährst du hier auf Instagram.

 
Heute erfährst du im Podcast:

  • Warum hat sich Chris Campe für Lettering als Spezialisierung entschieden?
  • Wie kommt Chris zu ihren Aufträgen und Kund*innen wie Greenpeace, Der Spiegel, Xing oder der Rowohlt Verlag?
  • Welche Vorteile bringt eine spitze Nische mit? Und welche Nachteile?
  • Wie kommst du in die Nische rein?
  • Und wie kommst du auch wieder raus? Und warum kann das notwendig sein?
  • Versteht sich Chris Campe als Personenmarken?
  • Warum geht es nicht ohne Haltung?
  • Warum ist Repräsentation in den Medien relevant?
  • Wie entscheidet Chris, was sie öffentlich teilt – und was privat ist?
  • Warum Chris nach 6 selbst geschriebenen Büchern nichts mehr mit Verlagen zusammen arbeiten möchte
  • Mit welchen Herausforderungen Chris beim Büchermachen konfrontiert wurde?
  • Welche Buchprojekte bei ihr gerade in der Schublade liegen?
  • *Freebie* Wie das kostenlose neue Quiz dich auf deinem Weg unterstützt [ab Minute 00:57:00]
  • und mehr.

 
Hej hej! Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Heute habe ich wieder Besuch im Podcast. Heute ist Chris Campe zu Gast. Chris und ich sprechen darüber, welche Vorteile ... und auch Nachteile eine spitze Nische mit sich bringt, wie sich Chris über 20.000 Follower*innen auf Instagram aufgebaut hat, was 20.000 Follower*innen bringen, vor allem auftragstechnisch – und über Personenmarken und die Entscheidung, was Chris öffentlich teilt und was privat ist und niemanden was angeht. Und zum Schluss sprechen wir auch noch über die Dinge, die Chris gelernt hat nach 6 eigenen Büchern, die sie geschrieben hat.
 

Wer ist Chris Campe?

Für den Fall, dass du dich jetzt fragst: Wer ist Chris Campe? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du schon etwas von Chris Campe gesehen hast, selbst, wenn dir der Name gerade nichts sagt. Denn Chris hat schon viel gemacht. Sie hat 6 Bücher geschrieben, drei über Schrift und drei über Hamburg. Sie ist regelmäßig Speaker auf Design-Konferenzen, so zum Beispiel auf der Typo Berlin, der Adobe MAX in Los Angeles und in der Typografischen Gesellschaft in München. Sie hat zusammen mit Freunden selbst eine Design-Konferenz ins Leben gerufen, die Berlin Letters. Auf Instagram ist sie vor allem für ihre Schrift- und Lettering-Experimente bekannt – und für das Schaufenster ihres Designstudios in Hamburg am Venusberg, das immer wieder zur Ausstellungsfläche für Schaufenster-Alphabete wird. Vielleicht kennst du Chris auch unter einem anderen Namen, denn ihr Designstudio heißt All Things Letters. Alles mit Buchstaben.

Chris Campe ist Expertin für Lettering und Schrift. Sie ist aber auch queere Feministin und hat als politischer Mensch keine Angst, Haltung zu beziehen. Ich freu mich sehr, dass du heute das Gespräch zwischen Chris Campe und mir hören kannst.
 

Bevor es losgeht mit dem Interview hier noch eine kurze Randnotiz in eigener Sache:

Im Interview heute sprechen Chris und ich auch über Positionierung und Akquise und warum es wichtig ist, mit der eigenen kreativen Arbeit sichtbar zu werden – um den eigenen Weg selbstbestimmt zu gestalten und um zum Beispiel auch mehr Aufträge zu bekommen. Und wenn du jetzt denkst: Ja, das ich will auch! Ich weiß aber nicht, wie?«, dann lade ich dich ganz herzlich in die Portfolio-Akademie ein.

Die PA ist ein 12-Monats-Onlineprogramm für Designer*innen und Illustrator*innen und darin positionierst du dich – und zwar nachhaltig – also sowohl künstlerisch wie auch wirtschaftlich. Denn am Ende geht es ja um beides. Darum, dass du mit deiner kreativen Arbeit gut Geld verdienst – aber eben auch darum, mit deinen eigenen Interessen und Stärken etwas in der Welt zu bewirken – und Haltung zu beziehen.

In der Portfolio-Akademie findest du heraus, was dich antreibt, aber du machst eben auch eine Marktanalyse und formulierst dann damit ein knackiges Angebot und eine klare Akquise- und Marketing-Strategie. Du machst also den Rundumschlag und bist am Ende nachhaltig positioniert – und wirst sichtbar mit deiner kreativen Arbeit.

Die nächste Portfolio-Akademie öffnet bald, am 26. Februar 2024, ihre Türen. Und diese öffnen sich nur zweimal im Jahr und jeweils nur für eine Woche. Das heißt, nur in dieser einen Woche kannst du deine Teilnahme buchen. Danach schließen sich die Türen und öffnen sich erst wieder nächstes Jahr.

Aktuell kannst du dich ganz unverbindlich in die Warteliste eintragen, dann bekommst du alle Infos zur PA zwei Wochen früher und du bekommst sogar noch ein Special-Wartelisten-Angebot, bevor die Türen sich offiziell öffnen. Eintragen kannst du dich unter www.diegutemappe.de/pa.

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Und damit: Lass uns keine Zeit verlieren und loslegen. Ich wünsche dir viel Spaß und ganz viele Anregungen und Erkenntnisse mit Chris Campe. Let’s go!
 

[Transkript des Interviews mit Chris Campe, www.allthingsletters.com]

Chris Campes Website: www.allthingsletters.com
Chris Campes LinkedIn-Profil: www.linkedin.com/in/chris-campe/
Chris Campe auf Instagram: @allthingsletters

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[00:00:00] Franziska:
Hei Chris. Wie schön, dass du heute im Portfolio-Podcast zu Gast bist.

[00:00:05] Chris Campe:
Hallo und Danke für die Einladung.

[00:00:07] Franziska:
Chris, du bist in den letzten Jahren mit mit ganz vielen verschiedenen Dingen bekannt geworden. Du machst viel experimentelles Lettering auf Instagram. Darüber kenne dich bestimmt viele Leute. Du hast drei Sachbücher geschrieben über Lettering. Du hast drei weitere Bücher geschrieben oder? herausgebracht, in denen es auch um Buchstaben geht. Und Du bist eine der Initiatorinnen des Lettering Festivals Berlin Letters. In Deiner Kundenliste finden sich ganz viele bekannte Namen wie Greenpeace, das Bundesfinanzministerium, Der Spiegel, der Rowohlt Verlag. Und für die hast du alle samt Lettering gemacht, also sehr fokussiert auf Buchstaben. Wie kommt es denn, dass du dich so stark auf Lettering fokussiert hast?

[00:00:50] Chris Campe:
Also es es gibt, es gibt so eine offizielle Geschichte und eine Geschichte, die ich lange nicht erzählt. Die offizielle Geschichte ist, dass ich habe ich so verschiedene Sachen gemacht. Also es war kurz nach meinem Studium. Ich habe in Hamburg Illustration studiert, bis 2009, und Diplom gemacht und dann war ich noch zwei Jahre in den USA und habe einen Master gemacht in Visual and Critical Studies, also sowas wie Kulturwissenschaften. Dann war ich aus den USA zurück, 2012. Dann ging es irgendwie darum, okay wie mach ich jetzt weiter?

[00:01:23] Chris Campe:
Arbeite ich weiter selbstständig? Das hatte ich so im Studium schon gemacht. Oder suche ich mir einen angestellten Job? Oder was mache ich eigentlich und so? Und dann so 2013 habe ich ein Coaching gemacht und die Frau, mit der ich da gearbeitet habe, meinte hier: Du machst irgendwie fünf verschiedene Sachen. Und wenn du versuchst, fünf verschiedene Sachen gleichzeitig nach vorne zu bringen, dann kommst du mit keinem richtig weit. Also such dir eine Sache aus. Mach das mal drei Jahre und guck wie weit du kommst. Und und das war irgendwie das, was für mich so funktioniert hat, dass sie nicht gesagt hat: Such dir eine Sache aus. Mach es für den Rest deines Lebens. Und alles andere darfst du nie wieder angucken.

Sondern halt: Mach’s eine Zeit lang und guck was passiert, wenn du dich wirklich konzentrierst. Und da dachte ich dann: Okay, wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich nur noch Lettering machen. Und ich war ja schon selbstständig, deswegen dachte ich als nächstes: Gut, dann ich bin ja schon selbstständig. Ich kann mir ja aussuchen was ich mache. Also also mache ich halt nur noch Schrift. Also ich Illustration gemacht und als freie Grafikerin gearbeitet. Und ich hatte einen Lehrauftrag für Designtheorie und ich habe so ein bisschen freie Arbeiten gemacht für Ausstellungen und so. Also so eben so verschiedene Bereiche. Und dann dachte ich: Gut, dann mach ich jetzt nur noch Schrift. Und dann habe ich mein Büro All Things Letters genannt, also alles mit Buchstaben. Das war so Anfang, dann Mitte 2014 ungefähr ja, Mitte 2014. Das war, glaube ich, in der Zeit, als Lettering gerade so in Deutschland ankam und die Flow, also die Zeitschrift, irgendwie total populär war. Und ich glaube, die ganzen großen deutschen Buchverlage hatten halt die Flow auf dem Schreibtisch liegen und kannten die Auflagenzahlen und waren halt so: Oh krass, das brauchen wir auch. In dem Moment war ich eine der Ersten, die das irgendwie professionell angeboten hat, in 2014. Und ich hatte halt schon, also in meinem Diplom schon Lettering gemacht, 2008, 2009. Und da gab es aber das Wort in Deutschland noch gar nicht.

[00:03:20] Chris Campe:
Und ich hatte das aufgeschnappt von von Lindsey Hunter. Das ist so eine britische Illustratorin. Bei der habe ich das irgendwie gesehen und fand es irgendwie cool. Hab halt da schon so Schrift gestaltet. Als ich mich darauf spezialisiert habe, hatte ich eben schon so Erfahrungen und dann hat das irgendwie relativ schnell funktioniert mit dieser Spezialisierung.

[00:03:38] Franziska:
Ist das die offizielle Geschichte, weil Du hast gerade gesagt, es gibt so eine offizielle Geschichte und eine inoffizielle.

[00:03:43] Chris Campe:
Ja, also ich glaube, offiziell und inoffiziell trifft das gar nicht so, aber eine Grund war, dass ich irgendwie dieses Coaching gemacht habe und Dagmar, mit der ich da gearbeitet, habe meinte: Konzentrier dich mal. Und guck, was dann passiert. Und ich hatte aber auch keine Lust mehr aufs figürliche Zeichnen.

[00:03:59] Chris Campe:
Also ich eben [00:04:00] Illustration studiert in Hamburg und dann so einen Theorie-Master gemacht und und eine Masterarbeit geschrieben, unter anderem über so Gender-Darstellungen in der Illustration. Und wenn ich Figuren so zeichne, dass sie aussehen wie ich, nämlich kurze Haare und irgendwie androgynen und so Sweatshirts, dann denken die Leute häufig: Ach, das ist ein Junge. Oder dann kam irgendwie mehrmals die Frage: Ja, aber ist das ein Junge oder ein Mädchen? Und, und das hat mich irgendwie so total genervt, weil ich dachte: Es ist einfach eine Linie, es ist halt eine Zeichnung. Was jemand darin sieht, kann ich nicht beeinflussen. Ich habe dann die Frage umgeschrieben: Kann ich das beeinflussen?

[00:04:35] Chris Campe:
Damit habe ich mich da sehr lange beschäftigt und unter anderem deswegen auch diesen Master gemacht. Und dann ich irgendwann eingesehen: Aha. Ja, okay, Illustration ist halt Kommunikation. Und wenn man was kommunizieren will, dann muss man halt Formen verwenden, die Leute auch verstehen.

[00:04:49] Chris Campe:
Also man da immer mit so visuellen Verkürzungen, also genau wie Sprache. Wenn man Wörter verwendet, die die Leute nicht kennen oder sich die eigene Wörter ausdenkt, dann kommt halt das nicht [00:05:00] rüber. Und so ist es ja beim Zeichnen auch. Und das hat mich dann irgendwie so genervt oder ich wollte dann nicht daran beteiligt sein, so Vorstellungen von: Das ist eine Frau. Die hat lange Haare. Und ich zeichne ihr noch zwei so horizontale Striche aufs T-Shirt, damit es auch klar ist. Das hat mich so genervt, da wollte ich dich daran beteiligt sein, weil mich das im wirklichen Leben auch so genervt hat, dass ich irgendwie immer wieder als Mann angesprochen wurde. Und das war auch ein Grund dafür, zu sagen: So, ich mache jetzt nur noch Schrift, dann habe ich davon meine Ruhe. Und das hatte ich halt dann auch ganz lange.

[00:05:36] Franziska:
Ja vielleicht können wir ja nachher noch mal im Detail darüber sprechen, aber ich würd es erstmal total gerne über deine Positionierung sprechen, weil du hast dich ja da sozusagen sehr klar positioniert und die Menschen, die dich kennen, kennen dich mit Sicherheit als die Person, die Lettering macht. Wie kommen denn Aufträge zu dir?

[00:05:54] Chris Campe:
In den letzten Jahren tatsächlich viel über Instagram. Es hat sich ja sehr verändert, so in den letzten 3 bis 4 Jahren. Aber die ersten Jahre kamen meine Aufträge viel über Instagram. Aber jetzt gar nicht so, dass die Leute mir da irgendwelche Direkt- Nachrichten geschickt haben und mich beauftragen wollten, sondern eher so indirekt. Da sind ja einfach alle möglichen Leute und manche von denen arbeiten in Verlagen oder Zeitschriften. Und ich, als ich 2014 angefangen hab, einmal Akquise gemacht oder zweimal vielleicht. Also zweimal so PDFs verschickt, an an Buchverlage. Und ich habe halt bei den Verlagen angefangen,
[00:06:28] Chris Campe: weil ich nach dem Abi Buchhändlerin gelernt hatte. Und das war irgendwie die Branche, die ich am besten kannte und wo ich schon Leute kannte. Und dann habe ich eben da PDFs verschickt. Da war die Rücklaufquote total gut. Also ich glaube so, fünf PDFs und fünf Aufträge so ungefähr. Weil das halt gerade alles so passte mit der Zeit. Und danach habe ich nie wieder PDFs verschickt, sondern das kam immer ...

[00:06:51] Chris Campe:
... alles so von selber, über Instagram. Und und von selber heißt halt: Dadurch, dass ich jahrelang jeden Tag gepostet habe, zeitweise auch dreimal am Tag gepostet habe. Also ich habe total viel Zeit damit verbracht. Ziemlich unstrategisch. Mir hat das einfach Spaß gemacht, irgendwie Sachen zu zeigen und mir macht auch der Community-Aspekt davon Spaß.

[00:07:14] Chris Campe:

Also ich fand es gut, da Teil von so einer internationalen Lettering-Szene auch zu sein und mitzukriegen, was andere machen und so. Und für mich ist das irgendwie alles total positiv besetzt. Und eine kleine Side-Note: ich hatte 2001 mein Coming out über so Chatrooms.

[00:07:31] Chris Campe:
Also ich saß halt auf dem Dorf. Und bin dann irgendwie über so Umwege auf gay.com in so lesbischen Chatrooms gelandet und konnte halt schnell tippen, war irgendwie wortgewandt. Hab dann da so meine ersten Kontakte in die queere Szene gemacht. Und ich glaube deswegen ist alles, was so Internet-Community ist, für mich total positiv besetzt und mir macht es halt Spaß. Dadurch war ich dann irgendwie ziemlich aktiv auf Instagram. Und hab dadurch total viele Leute kennengelernt. Und Projekte gemacht. Und eben auch immer wieder Mails gekriegt, die anfingen mit: Wir finden deine Sachen so toll. Und wir hätten jetzt gern dies und das. Und dann mit so Screenshots von irgendwelchen Posts, die ich gemacht hatte. Ich glaube, das funktioniert heute nicht mehr so, weil eben das früher einfach nicht so algorithmus-geleitet war. Man musste noch keine Videos machen, es gab keine Werbung und so. Also es war ja vor fünf Jahren echt total anders. Aber es spielt immer noch eine große Rolle für mich.

[00:08:27] Chris Campe:
Also es ist auf jeden Fall so der Hauptkanal. Und ansonsten kommen Aufträge darüber, dass ich Leute kenne. Und ich kenne Leute, weil ich relativ regelmäßig Vorträge halte und Workshops gebe und zu Veranstaltungen gehe und Veranstaltungen selber organisiere und so. Also ich rede halt gern mit Menschen. Und ich höre mir irgendwie gern Geschichten an von Leuten und dann kommt man ja mit vielen Leuten in Kontakt. Also neulich hat sich jemand an mich erinnert, mit der hatte ich halt 2017 bei einer Konferenz zu tun. Und die ist jetzt Creative Director bei so einem Unternehmen.

Und dann brauchte sie halt Lettering und hat sich an mich erinnert. Und und das ist halt der Vorteil an dieser super spitzen Spezialisierung. Das brauchen die Leute vielleicht nur alle paar Jahre mal, aber dann falle ich ihnen auch ein. Weil das nicht so viele Leute machen. Also bevor ich mich so spezialisiert habe oder bevor ich mir All Things Letters auf die Website geschrieben habe, war ich halt eine von unendlich vielen Leuten, die Illustrationen machen und auch ein bisschen Grafikdesign, zur Not auch eine Website oder Graphic Recording noch und dütt und datt. Also man denkt ja immer, man muss irgendwie alles anbieten, damit möglichst viele Leute was bei einem finden. Und dann hat man aber so einen so einen gestalterischen Gemischtwarenladen,...

[00:09:37] Chris Campe:
... wo die Leute aber auch keine Bilder im Kopf haben, was es da jetzt wirklich gibt und so. Ich würde ja auch nicht in ein Restaurant gehen, was irgendwie Kroatisch, Italienisch, Mexikanisch und Nepalesisch and more anbietet. Sondern ich gehe halt irgendwie zu dem einen nepalesischen Restaurant, wo ich weiß, die haben’s richtig drauf. Weil sie halt nur das machen. Also so funktioniert es zumindest bei mir.

[00:10:01] Franziska:
Ja, da bin ich auch ganz bei dir.

[00:10:03] Chris Campe:
Diese diese Angst, dass es halt zu speziell ist, also das hatte ich auf jeden Fall auch am Anfang. Dass ich dachte: Hm, aber kommt da überhaupt genug zusammen. Und ja, wer soll mich denn da beauftragen und so? Aber wenn man halt nur noch eine Sache anbietet, in dieser Spezialisierung, ist es zwar einerseits so total zugespitzt, aber andererseits fächert sich das dann auch wieder so auf.

[00:10:23] Chris Campe:
Also ich krieg halt auch ganz viele Anfragen für Sachen, die ich überhaupt nicht mache. Also ich mache keine Beschriftung, also kein Sign Painting. Ich mache eigentlich auch keine Kalligrafie für so Urkunden oder Menükarten oder so. Ich mache keine Handschriften-Optimierung für irgendwelche Businessleute, die eine Kinderhandschrift haben. Da gibt’s glaube ich jemanden in Hamburg, die das macht. Die halt so

[00:10:46] Chris Campe:
CEOs hilft, eine erwachsene Handschrift zu haben, damit es auch zu ihrem Mont Blanc Füller passt oder so. Also in dieser Spezialisierung gibt es dann halt wieder lauter extra Nischen, die ich überhaupt nicht bediene. Und trotzdem wird mir das erst mal alles zugetraut und zugetragen. Also mit der Spezialisierung kam auch gleich so ein Expert*innen-Status, der erstmal jetzt eigentlich durch nichts belegt war. Aber in dieser Behauptung von: alles mit Buchstaben, das wurde auch so angenommen, dass das dann auch stimmt.

[00:11:19] Franziska:
Also ich bin total bei dir. Wenn jetzt so ein paar Leute zuhören und denken, so Franziska erzählt immer »mehrere Standbeine«. Das mag vielleicht von Außen so aussehen, als ob das das komplette Gegenteil ist von dem, was du gerade gesagt. Ich meine es hat auch immer mit so einem Twist.

[00:11:31] Franziska:
Ich glaube, man kann verschiedene Sachen machen, wenn man ganz genau weiß, zu wem man was sagt und wo man sozusagen welches Angebot ausspricht. Und da muss man sehr, sehr klar sein, wenn man verschiedene Sachen anbietet. Was ich bei dir total spannend finde: Du bist zwar super-nischig auf eine gewisse Art und Weise positioniert, aber irgendwie auch wieder gar nicht. Weil Lettering kann ja alles sein. Also das, was du grad gesagt hast. Und ich glaube, was halt total hilft für so eine klare Positionierung ist, dass Leute sich an was erinnern. Und bei dir erinnern sie sich daran, dass du alles mit Buchstaben machst. Das ist ja auch ein sehr smarter, sehr einprägsamer Slogan.

[00:12:03] Chris Campe:
Als ich es so genannt habe, wollte ich auch, dass alles mit Buchstaben auch Text ist, also auch Schreiben. Also ich habe nach dem Abi überlegt so: Gestaltung oder Journalismus. Also ich wollte schon immer schreiben und habe mich dann fürs Gestalten entschieden, weil ich dachte da muss ich nicht immer raus und nicht immer mit Leuten reden und so. halt Lettering ist ja auch so an der Schnittstelle von Text und Bild oder kann es zumindest sein. Am am liebsten sind mir Aufträge, wo ich auch Texten kann, also wo ich nicht nur irgend so eine Inspirational Quote hübsch mache oder so, sondern Thema kriege oder oder einen Inhalt und und den dann auch formuliere und dann die Form gestalte. Und das ist halt was, wo ich gerade dabei bin, zu überlegen, wie ich das noch klarer kommunizieren kann. Dass ich gar nicht so spät erst dazu geholt werde, wenn es nur noch um die Form geht, sondern halt viel viel früher, wenn es um so Ideen und Text geht, also Ideen entwickeln, Text schreiben und das dann gestalten. Und ich wollte aber eben 2014 schon dass es auch Text beinhalten kann. Und das tut ja All Things Letters auch. Also das ist ja auch Text.

[00:13:08] Franziska:
Ja, total spannend. Ich hab auf deiner Seite noch mal so gelesen, was du über dich schreibst. Was mich echt abgeholt hatte, was auch super einprägsam ist, ist, dass du schreibst: Ich kann denken, schreiben und gestalten.

[00:13:19] Chris Campe:
Ja, echt.

[00:13:20] Franziska:
Ich hab das Gefühl, Du siehst dich in dieser sehr spitzen Nische, aber ich hab so gedacht, als ich das gelesen hab: So spitz ist das gar nicht, also es ist halt auf eine gewisse Art und Weise spitz, damit sich Leute daran erinnern, aber eigentlich machst du total viel.

[00:13:34] Chris Campe:
Mhm.

[00:13:34] Franziska:
... bietest bietet es sehr unterschiedliche Sachen an.

[00:13:37] Chris Campe:
Ja, total. Und also es ist lustig, dass du das erwähnst. Ich quäle mich gerade mit dem Befüllen einer neuen Website. Und da stand auch drauf: Ich kann denken, schreiben und gestalten. Und das habe ich vorhin runter gelöscht, weil ich dachte: Oh, das ist auch so doof. Aber wenn du das gut findest, dann lasse ich das vielleicht doch da drauf stehen.

[00:13:55] Chris Campe:
Ja, also das ist halt für mich auch gerade echt die Schwierigkeit, oder, oder die große [00:14:00] Frage: Wie kommuniziere ich das, dass ich halt nicht nur zeichne. Oder dass ich nicht nur die Form mache, sondern wirklich auch den Inhalt formen kann, weil ich, weiß ich nicht, Kulturwissenschaften studiert habe und weil ich Sprachgefühl habe und gerne schreibe. Und mir das leicht fällt und so. Und dann kann ich auch eine Form machen.

[00:14:18] Chris Campe:
Und die letzten zehn Jahre war der Fokus auf der Form und ab und zu waren so Aufträge, wo ich auch am Text arbeiten konnte. Und es war dann meistens aber eher Zufall und für die Leute auch unerwartet. Also ich habe irgendwie so ein Mural gemacht für Xing die sind in neue Räume gezogen und haben sich da so eine Kreativ-Etage eingebaut ... Genau, da machen sie halt so Ideation-Workshops. Das ist so eine offene Workshop Etage, und da sollten halt mehrere Wände irgendwie gestaltet werden und eine davon habe ich gemacht. Und sollte mit Lettering sein, aber es gab noch keinen Text. Und es war zwei Wochen vor dem Einzug. Alle waren total gestresst. Niemand hatte den Kopf, sich Gedanken über den Text zu machen. Und ich habe mich halt mega gefreut, weil ich dann halt einen Vorschlag machen konnte, der auch so durchging. Und das würde ich halt gern öfter machen.

[00:15:00] Chris Campe:
Im Moment ist es aber noch Zufall, weil das im Moment noch nicht so klar ist anhand meiner Seite, dass ich das auch kann. Das ist aber auch so eine Entwicklung. Am Anfang war ich total happy, wenn ich ein Buchcover machen konnte. Und jetzt interessiert mich das weniger. Und ich würde halt gern viel früher einsteigen in den Designprozess, nämlich schon bei den Ideen und bei den Inhalten.

[00:15:21] Chris Campe:
Das andere was du gerade gesagt hast mit den verschiedenen Standbeinen. Die habe ich ja schon auch, also einmal, weil das dann eben da drinnen wieder so aufgefächert ist, aber schon auch, weil ich einerseits Aufträge mache, aber andererseits eben auch unterrichte. Das sind schon dann auch so diese verschiedenen Einkommenskanäle. Die habe ich auf jeden Fall auch.

[00:15:42] Franziska:
Ja, ja, das, was du gerade beschrieben hast, ich glaube, da sind so zwei Sachen drin. Ich glaube, es ist sehr normal. dass sich so ne Positionierung auch verändert, weil man sich als Mensch ja auch verändert du bist zehn Jahre älter geworden, hast sehr viel mehr Erfahrung.

[00:15:56] Franziska:
Ich glaub, es spielt da ja auch mit rein, dass man sich mehr zutraut. [00:16:00] Und dann kommt natürlich, glaub ich, auch noch so ein Zeitgeist mit rein. Weil die Kreativbranche hat sich einfach auch echt verändert. So. Aufgaben verändern sich. Das, was du vorhin beschrieben hast, mit der Darstellung in der Illustration, wie werden Dinge dargestellt?

[00:16:13] Franziska:
Das hat sich in den letzten Jahren auch massiv verändert, was ja voll gut ist, dass zumindest so Diversität auf einmal Thema ist bei Verlagen, wo die wissen: Okay, das ist halt vielleicht sinnvoll, dass wir uns da mal mit beschäftigen. Was ich halt total schön finde, ist, dass von Außen sieht das bei dir so aus, als ob du dir so n Raum geschaffen hast, in dem es einerseits leicht ist für Personen von Außen, zu verstehen, was du tust, also sich an dich zu erinnern. Lettering ist ja im Moment das Wort, woran sie sich erinnern. Und gleichzeitig ist da aber auch Raum drin, um zu wachsen und und dich auch zu verändern, weil ich glaube, es ist halt total wichtig und angemessen, weil wir ja Menschen sind und uns halt nun mal weiterentwickeln hoffentlich.

[00:16:51] Chris Campe:

Ja, genau. Also das glaube ich auch, dass das normal ist nach zehn Jahren, so raus zuwachsen. Also ich hatte in den letzten 2 bis 3 Jahren wirklich [00:17:00] so ein Gefühl von so Enge in dieser Nische, in der ich da so bin. Und auch mit dem Begriff, weil Lettering, ich glaube, das was inzwischen Leute vor Augen haben bei Lettering ist halt so eine Schnörkel-Pinsel-Schreibschrift. Ja, das habe ich auch gemacht. Da habe ich sogar ein ganzes Buch drüber geschrieben. Ich neige auch dazu, jetzt eher zu sagen, ich gestalte Schrift oder ich mache irgendwie Schriftgestaltung. Und das trifft es halt auch nicht so ganz, aber dieser Begriff Lettering ist halt auch so ein bisschen ... Vielleicht nicht gerade verbrannt, aber ich glaube, was da so die Assoziation ist, ist immer so hübsch und dekorativ und irgendwie so lieblich und so. Das hat sich ja so parallel entwickelt.

[00:17:38] Chris Campe:

Also eine Zeit lang hatte ich auch den Eindruck, dass so Handlettering ist, so dass wie das im Hobbybereich genannt wird, wo es halt eben viel so dekorative Schreibschriften und Brushlettering ist. Und Lettering ist dann eher so in so einem Designbereich, wo es halt um Schriftgestaltung geht. Und inzwischen bin ich mir da aber auch nicht mehr sicher, ob es diese Trennung so gibt.

[00:17:59] Chris Campe:
Aber ich fühle mich von dem Begriff auch eher eingeschränkt im Moment. Und ich überlege halt, wie ich es noch nennen könnte, vor allen Dingen, wenn es mehr um Inhalte geht. Ich habe neulich irgendwie den Begriff Word Art aufgeschnappt. Und das ist dann, glaube ich, eher in so einem künstlerischen Kontext. Also ich suche eigentlich nach Wegen, das für mich wieder zu öffnen.

[00:18:21] Chris Campe:
Und das finde ich vielleicht einen interessanten Aspekt von Spezialisierung und von Nische.

[00:18:25] Chris Campe:
Also dass bei mir jetzt gerade eigentlich die Frage ist: Wie komme ich da wieder raus. Oder oder wie mache ich das wieder weit?

[00:18:31] Franziska:
Ja, darf ich einen Vorschlag machen?

[00:18:35] Chris Campe:
Ja.

[00:18:35] Franziska:
Mit der Frage? Verstehst du dich als Personen-Marke? Weil das wäre ein Weg nach draußen, raus aus dem Begriff, rein in: mehr Chris Campe.

[00:18:44] Chris Campe:
Ja, also dahin hat sich das so entwickelt. Und diesen Begriff , den habe ich neulich, also vor zwei Jahren oder so, mal beim BDG (Berufsverband Kommunikationdesign) ... ich glaube da irgendwie bei so einem Webinar tauchte das mal auf und ich so: Ja, Personenmarke. Ja okay. Oder Personenmarketing. Das war mir irgendwie gar nicht klar, was das ist. Aber dann versteht man es ja auch sofort. Also dahin entwickelt sich das. Und das war auch in den letzten Jahren schon immer das Ziel. Sobald Leute ankommen mit: Wir finden deine Sachen so toll geht es ja nicht mehr darum, wie teuer das ist, sondern dann kann nur ich das machen, weil sie meine sachen so toll finden. Und das ist halt eine angenehme Situation. Und da wollte ich immer hin. Ich glaube, jetzt geht’s halt noch mehr darum, das halt noch mehr zu forcieren oder oder irgendwie markanter auch zu machen. Aber im Grunde läufts darauf aus, dass halt Leute wollen, dass Chris Campe das macht. Und weil das dann eben auch nicht mehr so wichtig ist, was das dann kostet. Weil wenn sie wollen, dass ich das mache, dann kostet es halt, was es kostet. Das finde ich auch gut. Also ich ich wollte immer teuer sein, weil ich dachte, dann wertschätzen die Leute das auch. Und wenn es halt zu sehr über »Das ist ja so teuer« geht, dann macht es mir auch keinen Spaß.

[00:19:51] Franziska:
Ja, ich wage sogar mal die wilde Theorie aufzustellen, dass d u ja schon eine Personenmarke bist, weil das, was du gerade beschrieben hast, ist ja genau: Leute kommen zu dir sagen: Ja, wir finden deine Sachen so toll, wir möchten, dass du das machst. Und das was du grad beschreibst, ist, glaube ich, auch so ein ganz natürlicher Prozess, den man sich, wenn man länger als zehn Jahre sozusagen einfach im Geschäft ist und sich halt auch, so wie du, einfach da auch sehr sichtbar geworden bist, dass dann irgendwann so ein Moment kommt, wo man sich fragt: Okay, wer steht denn hier im Mittelpunkt?

[00:20:22] Franziska:
Und ich hatte auch mal so n Aha-Moment. Ich hab immer gedacht, ich werde gebucht, weil ich eine gute Designerin bin. Aber irgendwann es ist mir so wie Schuppen von den Augen gefallen, dass ich, nicht alle, aber halt einige wichtige Aufträge, bekommen habe, weil die Leute einfach wollten, dass ich das mache. Und ich glaube, es geht dann ganz oft auch um Sympathie und um gleiche Werte und dass man das Gefühl hat, irgendwie die Person zu mögen und und und irgendwie auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Und was, glaube ich, da auch mit reinspielt, ist, dass sich die Auftraggeber*innen -Seite verstanden fühlt, sie das Vertrauen haben, dass die Person sie versteht, weiß, was das Problem ist, und das lösen kann.

[00:20:58] Chris Campe:
Ja, voll. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist die Außendarstellung. Also deswegen ist Instagram so wichtig oder Vorträge oder oder die Website oder so. Super viel Zeit verbringe ich damit, einfach cool rüberzukommen im Internet oder irgend sowas zu produzieren von: Ah ja, das ist ja cool.

[00:21:15] Chris Campe:
Oder: Ja, finde ich auch. Oder: Endlich sagt das mal jemand. Oder so. Also, und es ist ja oft nicht so direkt. Aber das spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Und dieses mit Instagram, wie gesagt, ich weiß nicht, inwiefern das noch so zutrifft. Aber vor ein paar Jahren hat mir so ein Bekannter, der auch so Creative Director in einer großen Agentur war, der meinte so: Na ja, du bist halt privat eh auf Instagram und guckst dir da Sachen an, die du cool findest. Und wenn du dann bei der Arbeit was brauchst, dann sparst du dir die Recherche, weil du einfach irgendwie da deine fünf Leute hast, denen du eh folgst, die du cool findest. Und das hat mir total eingeleuchtet. Deswegen habe ich das immer total ernst genommen. Und auch als ich da 2016 bis 2019, also drei Jahre lang, habe ich Bücher geschrieben, jedes Jahr ein Buch irgendwie, das waren insgesamt [00:22:00] 600 Seiten, einfach so ein total krasser Produktionstunnel. Und weil ja Fachbücher für Grafiker*innen schreiben, die am Ende vielleicht 3000, 4000 Exemplare verkaufen, bringt fast nichts ein, also muss man es quer finanzieren, mit anderen Aufträgen. Das heißt ich habe in der Zeit parallel Aufträge gemacht, um mir die Bücher leisten zu können. Und selbst in der Zeit habe ich Instagram immer weitergemacht, weil ich halt wusste: So, nee, das das ist halt irgendwie wichtig. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob es das noch ist. Aber dieser Aussenauftritt ist halt für mich wichtig.

[00:22:32] Chris Campe:
Oder der trägt dazu bei, das halt relativ häufig wenn ich mir vorstelle, kommt: Ach, du bist die mit den Buchstaben.

[00:22:39] Franziska:
Ja, ich verstehe das total, weil ich finde, was du besonders toll machst. ist: Man sieht halt auf Instagram deine Arbeiten, aber eben auch ganz oft dich. Und ich glaube, das sorgt auch dafür, dass sich Menschen leichter an dich erinnern, weil Menschen funktionieren ja so, wir erinnern uns an Menschen.

[00:22:56] Chris Campe:
Und ich mache auf Instagram irgendwie eigentlich nur das, was ich selber gut finde. Und ich finde es schon gut, wenn ich alle 15 Posts oder so mal ein Gesicht sehe oder ich freue mich immer, wenn ich die Arbeiten von jemandem mag, wenn ich dann mein Gesicht sehe. Und manche machen das ja nie. Und wenn sie dann mal irgendwie ein Foto von sich sagen, ist so: Ah cool, so siehst du aus. Also es freut mich wirklich. Und deswegen sehe ich halt auch, dass man halt jetzt nicht zwei Minuten scrollen muss, bis man ein Foto von mir kommt und ich habe da aber auch nicht so eine Scheu.

[00:23:25] Chris Campe:
Also als die ersten Anfragen kam von der Page: Kannst du mal hier so was sagen. Schick mal ein Porträt mit. Oder: Für irgendeinen Vortrag: Ja, und schick mal ein Porträt. Also ich habe relativ früh begriffen, dass 350 € für vernünftige Porträts, oder 500 € oder was auch immer, ist super sinnvoll. Würde ich allen empfehlen. Einfach mal ein Fotoshooting machen, damit man vernünftige Porträts rumliegen hat, die man sofort rausschießen kann, wenn jemand eins braucht. Und dass es nicht immer so ein Krampf ist oder ein Urlaubsfoto her muss oder so. Also ich hatte immer gute Porträts und hab nicht so eine Scheu mich da zu zeigen. Und dann kommt bei mir, glaube ich, auch dazu, dass ich mich dann auch irgendwann gefragt habe: So, jetzt habe ich hier ... ich weiß nicht an welchem Punkt ich mich das gefragt habe ...

[00:24:08] Chris Campe:
Also jetzt habe ich irgendwie so 20.000 Follower. Ich glaube, so bei 10.000 oder 15.000 habe ich mich gefragt: Was mache ich jetzt damit? Ich habe mich auf Lettering spezialisiert, weil ich meine Ruhe haben wollte von dieser Auseinandersetzung mit so Gender-Themen. Weil ich, als ich figürlich gezeichnet habe, zu so Queeres und so, da hatte ich das Gefühl, das Einzige, was auf jeden Fall passiert ist, dass die Leute gucken da drauf und denken: Ah ja okay, eine Lesbe. Oder: Ah ja, ok, die ist queer. Oder ah ja, Gender. Das betrifft mich nicht. Und dann bleibt es immer so in dieser Nische. Oder es ist so: Preaching to the choir. Also es interessiert nur die, die es sowieso schon interessiert.

[00:24:44] Chris Campe:
Und das war vor 10, 15 Jahren. Da hat sich ja viel geändert. So das Interesse ist viel größer geworden, aber vor 15 Jahren oder vor 10 Jahren hat sich das angefühlt wie: Ich stelle mich da selber in so eine Ecke und und dann bin ich da so drin. Und das wollte ich halt nicht. Und dann war [00:25:00] Schrift halt so ein Weg, damit nichts mehr zu tun zu haben. Und ich habe mich dann aber nach 2 bis 3 Jahren auch schon immer gefragt: Ja, aber wo bleibt das denn alles?

[00:25:09] Chris Campe:
Ich bin doch eigentlich ein politischer Mensch. Das interessiert mich doch und so. Und das kam dann wieder ins Spiel durch, durch die Vorträge. Also ich hab des Masterstudium schon so so akademische Vorträge über so Gender-Darstellungen in der Illustration gehalten oder so. Und da wurde ich aber teilweise eingeladen, weil irgendwer über Gender reden muss. 2012. Ok. Immerhin war das damals auch schon so, dass dass das irgendwie nicht mehr ging, sowas nicht mit abzudecken. Und dann war ich aber die Person, die dafür eingeladen wurde. Und das hat mich irgendwie genervt, weil da dann eben auch wieder nur die Leute im Publikum saßen, die es eh interessiert hat. Und als ich 2017, glaube ich, das erste Mal vor einem größeren Publikum bei einer Design-Konferenz gesprochen habe, also meine Vorträge sind immer zwei Drittel Design und ein Drittel Feminismus. Oder irgendwie so biografische Details, die dazu dienen, mich mit anderen Leuten zu verbinden und einfach so was Politisches rüber zu bringen. Und 2017 auf der Typo in Berlin.

[00:26:13] Chris Campe:
Da waren halt 200 Leute und vielleicht ein Drittel davon waren Männer. Die wären halt nicht gekommen zu einem Vortrag über Gender. Aber die saßen halt im Publikum und sind jetzt auch nicht alle aufgestanden. Und das ist immer mein Anliegen, dass das so ein paar Leute hören, die sich dafür eigentlich nicht interessieren, aber dass sie irgendwie über so eine eine persönliche Ebene checken, was das Problem ist mit so Gendernormen und so. Und ich hab halt über diese Spezialisierung im Design und und diesem Rat: Mach das mal drei Jahre und guckt, was passiert. Diese vier anderen Sachen, die ich 2014 nicht weitergemacht habe, die sind dann wieder mit reingeflossen, als ich plötzlich eine ganz andere Bühne hatte. Genau und deswegen ist es mir auch wichtig, mich zu zeigen, weil ich denke, es ist halt immer politisch.

[00:26:56] Chris Campe:
Also A als Frau und B als queere Person und als als Frau mit kurzen Haaren, als Frau ohne Kinder, als als Frau, ohne Auto, als Vegetarierin, keine Ahnung. Also 1000 Sachen, die einfach mehr Raum einnehmen müssen. Wo ich denke, es ist immer besser, wenn ich spreche, als wenn dir irgendein Typ die Welt erklärt. Und das war für mich irgendwie immer klar und und ich hab mich auch früh entschieden, ich will auf die Bühne. Ich will nicht eine von diesen Frauen sein, die sagt: O Gott, n Vortrag halten, ich würd sterben. Und das waren so bewusste Entscheidungen und dann habe ich es halt geübt.

[00:27:31] Chris Campe:
Also ich kann das auch nicht, weil weil ich so toll bin oder so, sondern weil ich es geübt hab. Und das rate ich auch allen anderen, insbesondere Frauen und queeren Leuten oder oder Leuten, die einer Gruppe angehören, die einfach mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit braucht. Und das das stört mich auch immer, wenn gerade Frauen damit so zurückhaltend sind, so: Oh nee, das ist mir so unangenehm mit Fotos oder auch: Oh ne, auf die Bühne. Oh ne, ich würde sterben. So Ey Mann, Mir ist total klar, und das will ich jetzt auch noch mal sagen: Das Verhalten von Einzelnen kann keine strukturellen Probleme lösen und die Benachteiligung von Frauen ist ein strukturelles Problem, was Jahrhunderte alt ist. Und es wird niemand dadurch lösen, dass sie ihr Mindset irgendwie verbessert oder einfach mutiger ist und rausgeht und so. Überhaupt nicht. Und das muss dann auch sich total klar machen.

[00:28:22] Chris Campe:
Aber trotzdem ist individuelles Verhalten so ein kleiner Baustein und an irgendeiner Stelle zu entscheiden: Ich geh jetzt raus. Nicht nur für mich, sondern für alle andern, ist eine total gute Entscheidung. Mich hätte das vor 20 Jahren ermutigt, jemanden wie mich auf der Bühne zu sehen. Und wenn es zwei andere Leute ermutigt, heute immer noch, dann hat sich das total gelohnt.

[00:28:43] Franziska:
Das ist gut, dass du das noch mal sagst. Ich habe in meinem HAW Kurs so eine Übung gemacht mit meinen Studierenden, wo sie Vorbilder vorgestellt haben und Figuren, die sie begleitet haben in ihrer Kindheit. Und ich mach das dann halt, hab es dann immer mitgemacht, um sozusagen mich auf die gleiche Ebene zu begeben und hab halt meine Figuren vorgestellt, die mich in meiner Kindheit begleitet haben. Und dann saß da so ne junge Studentin und hat mich mit großen Augen angeguckt und hat gesagt: Aber das sind doch alles Männer. Und dann hab ich so hab ich so gedacht: Ja, das stimmt. O mein Gott. Und dann dachte ich aber auch so: Ja, aber ich bin in den Achtzigern groß geworden, da gab’s halt einfach keine coolen Frauen-Figuren im Fernsehen so oder nur ganz ganz wenige.

[00:29:19] Chris Campe:
Ja voll. Also das habe ich auch immer gedacht. Wenn ich gewusst hätte, dass all die coolen Popstars der 80er queer waren! Also ich mein: Boy George, George Michael. Mir fallen jetzt auch nur Männer ein. Aber so alle coolen Leute waren queer. Wenn ich das gewusst hätte. Ich dachte, die wären weird. Ich dachte, die wären einfach komisch. Und es hätte es echt viel einfacher gemacht.

[00:29:41] Chris Campe:
Genau. Ich hatte mein Coming Out 2001. Da gab’s gerade so Dialup-Modems und und irgendwie Internet und es war halt auch schon voll: Oh Gott, ich kann jetzt hier so ich habe irgendwie Zugang. Ich weiß nicht, wie das noch mal fünf oder zehn Jahre früher war. Und ich glaube, heute ist es auch ganz anders, weil es wirklich viel viel leichter ist sich mit mit ähnlichen Menschen zu verbinden und so. Und trotzdem spielt es immer noch eine Rolle.

[00:30:06] Chris Campe:
Ich freue mich halt immer noch total, wenn Carolin Emcke den den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels kriegt oder Antje Rávik Strubel irgendwie den Deutschen Buchpreis oder so. Die sehen halt aus wie ich. Die haben auch kurze Haare, die sind irgendwie androgyn und haben halt nicht so eine auf Männer bezogene Weiblichkeit, die mich nie interessiert hat, irgendwie. Und sich zu sehen, spielt ja in jedem Alter eine Rolle. Oder sich irgendwie repräsentiert und wieder zu sehen.

[00:30:33] Franziska:
Ja total. Mal so ne andere Frage dazu. Entscheidest du, was du von dir und deinem Privatleben bewusst zeigen möchtest? Und wie triffst du die Entscheidung, was zeige ich, was zeige ich nicht, oder triffst du die überhaupt?

[00:30:46] Chris Campe:
Ja, ich habe in Hamburg ja am Venusberg so ein Ladenbüro, also drei Seiten Wand, eine Seite Glas. Das ist total öffentlich, also alle können sehen, ob ich da bin, was ich da mache. Und das habe ich im Sommer 2014 bekommen und parallel dazu habe ich mit Instagram angefangen. Und eben also so bei 500 Follower*innen dachte ich so ok, wer seid ihr, was wollt ihr von mir. Und und da habe ich halt so ein bisschen mir so eine innere Liste gemacht, was ich zeige und was ich nicht zeige. Und ich zeige so gut nie Sachen von zu Hause, also wie ich wohne, wo ich wohne. Das das geht irgendwie niemanden was an, weil halt dieses Büro schon so offen ist. Inzwischen zeige ich öfter mal ja auch Sachen mit Hari, mit meiner Freundin. Auch da wieder, weil ich es politisch finde, weil ich es irgendwie wichtig finde. So. Also das das ist so Privatleben, aber aus so einer politischen Motivation. Ich glaube, wenn wir jetzt nach Italien in den Urlaub fahren würden, würde ich da jetzt nicht die ganze Zeit irgendwelche Stories machen oder so.

[00:31:46] Chris Campe:
Aber wenn ich mit Hari auf der Demo gegen die Afd gehe, dann mache ich davon Fotos und überlege schon ziemlich genau, was ich zeige.

[00:31:55] Franziska:

Hast du sozusagen so Themenfelder definiert oder [00:32:00] woran machst du das aus?

[00:32:02] Chris Campe:
Einfach alles, was einen Arbeitsbezug hat und so Polit-Kram. Okay, vor zwei Wochen bin ich auf Threads gegangen und ich war halt nie auf Twitter. Und auf Threads funktioniert ja der Algorithmus noch nicht und dann waren da halt lauter so Rechtsradikale, die mir da eingeblendet wurden, weil die halt noch nicht wussten, dass ich das scheiße finde. Und ich war total irritiert, weil ich irgendwie damit sonst nie direkt in Berührung komme und ich dachte: Hä, das ist ... Das meinen die ja nicht ernst oder? Und von daher war jetzt Threads in den letzten schon vier Wochen so ein totaler Realitätscheck für mich. Und da habe ich unter anderem erfahren, dass Leute nicht auf Demos gehen, weil sie nicht als links gelten wollen. Und da dachte ich so: Hä, was? Also ich find’s total wichtig, irgendwie zu sagen, Leute, ich geh auf eine Demo. Und nicht für die, die auch sowieso immer auf die Demos gehen, sondern für die zweieinhalb Leute, die vielleicht nie auf Demos gehen und die aber Lettering cool finden und mir wegen Lettering folgen. Ich habe so eine Hoffnung, dass Leute, die mir aus gestalterischen Gründen folgen, vielleicht auch in anderen Bereichen inspiriert sind oder in anderen Bereichen denken: Ja, ok. Sollte man sich vielleicht auch so verhalten?

[00:33:09] Franziska:
Ja, ich beobachte immer wieder, dass Kreative halt sehr oft auch Angst haben, Haltung zu beziehen. Ich hatte so meinen Aha- Moment dazu beim Bücherschreiben. aus meiner Graphic Novel rauskam, irgendwie kurz bevor sie veröffentlicht wurde, ist mir auf einmal so bewusst geworden, dachte ich so: Oh mein Gott, das sehen alle, was ich denke. Und da steckt so viel von mir drin und das sehen auf einmal alle. Aber es ist ja bei Büchern so, aber es ist bei allen anderen Sachen auch so, dass wenn man halt was macht, das allen gefällt, das irgendwie alle zufrieden machen will, dann ist es halt einfach so einfach egal. Und wenn man halt Haltung bezieht, dann wird es Leute geben, die sich daran reiben und es wird Leute geben, die es gut finden.

[00:33:46] Franziska:
Aber es braucht vom Prinzip dieses Polarisieren und eine Haltung haben, dass Menschen sich wiederfinden können, also dass Menschen auf einmal verstehen: Ah, Chris glaubt an die gleichen Sachen wie ich. Und deswegen finde ich Chris gut. Und deswegen möchte ich, dass Chris meine [00:34:00] Sache macht.

[00:34:00] Chris Campe:
Ja, klar. Heute funktioniert es irgendwie so, dass man über so geteilte Werte oder Dinge, die man auch wichtig findet, also ich gebe zu erkennen, was mir wichtig ist, und dann können andere Leute sagen: Ach ja, das ist mir auch wichtig. Also ist sie mir sympathisch. Also lass uns mal ein Projekt zusammen machen. Oder dann gebe ich ihr den Auftrag und so. Als ich studiert habe, so Mitte der 2000er Jahre, hatte also ich hatte so zwei Websites, ich hatte irgendwie ChristineCampe.de oder so – die Illustratorin, die offizielle Illustrationsseite schon im Studium – und dann hatte ich eine Seite, die hieß irgendwie Queeristics, und es ging so um queeres Zeichnen. Und ich dachte, es ist mega wichtig, dass das nicht miteinander in Berührung kommt. Und das darf keiner wissen.

[00:34:43] Chris Campe:
Also wenn die Leute wissen, dass ich queer bin, dann wird mich niemand mehr beauftragen. Das dachte ich so, 2005 ungefähr. Und es hat ziemlich lange gedauert, darüber hinwegzukommen über diese Art von internalisierter Homophobie. Und heute hat sich das ja wirklich derartig gewandelt. Jetzt müsste ich richtig groß einen Regenbogen auf meine Website machen oder einfach das so richtig dort nach Außen tragen, um beauftragt zu werden. Also jetzt ist es so ja auch final kapitalistisch vereinnahmt worden.

[00:35:15] Chris Campe:
Diese, diese verschiedenen Identitätsfacetten, die Leute haben, dass man das halt eigentlich clever zu Markte tragen müsste, um dafür gebucht zu werden und so. Und das liegt mir jetzt auch nicht so. Also ich mach das irgendwie nicht, weil es grad in ist oder so, sondern weil es halt einfach meine Perspektive ist. Und dann sagen ja manchmal Leute, so ja, aber müsst ihr das immer so vor euch hertragen. Und ich sag doch auch nicht ständig, dass ich hetero bin und so. Das ist halt der Punkt. Du musst es nicht ständig sagen, weil es ist sowieso selbstverständlich. Und ich glaube, ich rede relativ viel darüber, um Leuten immer noch mal klar zu machen, wie doll das irgendwie den Blick prägt und die Perspektive. Und ich bin halt total froh, dass das inzwischen nicht mehr so ist, dass ich denke: Oh Gott, das darf keiner wissen. Und ich finde es eigentlich noch nicht so lange her. Also vor 20 Jahren eben dachte ich: Oh Gott, niemand darf es wissen. Und jetzt ist es plötzlich so ein Marketing-Ding, quer zu sein oder oder irgendwie zu so einer Minderheit zu gehören.

[00:36:19] Franziska:
Ja, Das sind interessante Beobachtungen. Und, ja! Das ist schon total verrückt eigentlich, oder?

[00:36:25] Chris Campe:
Es ist halt Kapitalismus. Das ist echt so Spätphase Kapitalismus, der der noch so das Innerste vereinnahmt und und dir sagt ja, und das ist dein USP. Und: Okay, ich kann jetzt nicht so rum, weil in deinem Podcast geht es ja auch darum, aber ich ich stehe dem halt total zwiespältig auch gegenüber. Und meine Diplomarbeit 2009 habe ich geschrieben über über die, die Widersprüchlichkeit des Selbstständigseins. Also dass man halt einerseits immer so das Eigene finden soll. Und sei ganz du selbst. Dann aber gleichzeitig: Aber du brauchst eine Website. Und du musst so und so auftreten. Und so machst du dein Portfolio. Also, es ist so, es soll so ganz echt sein, aber die Form ist trotzdem auch total klar definiert. und und das finde sehr zwiespältig. So.

[00:37:20] Franziska:

Ja, das kann ich nachvollziehen. Mir persönlich hilft halt die Perspektive: Ich bin halt ein Mensch und ich möchte mit Menschen zusammenarbeiten, die ähnlich sind wie ich. Also hab ich die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die anderen Personen mich so weit kennen lernen, dass sie entscheiden können, ob sie mit mir zusammenarbeiten wollen, weil wir uns ähnlich sind. Dazu muss ich was von mir teilen, dazu muss ich halt in die Sichtbarkeit gehen und vielleicht auch Sachen teilen, die persönlich sind. Weil das gehört zu mir als Mensch halt dazu. Und so seh ich das, also ich find’s halt wichtig, sich selbst so gut zu kennen, sich zu trauen, raus in die Sichtbarkeit zu gehen. Und vielleicht auch so stabil in sich selbst zu sein, dass man das auch aushält. Weil das man ja auch sagen. Das ist halt auch mit Risiko verbunden. Wenn man sich so ehrlich zeigt, macht man sich angreifbar und es wird auch Leute geben, die dann sich daran reiben.

[00:38:09] Franziska:
So. Und das ist total okay.

[00:38:12] Franziska:
Wollen wir vielleicht noch mal noch mal so zum Ende hin auch noch mal über deine Bücher sprechen, um jetzt noch mal so einen harten Cut zu machen?

[00:38:19] Franziska:
Weil hier hören mit Sicherheit einige zu, die gerne Bücher machen wollen. Und du hast ja wirklich viele Bücher gemacht und viele Bücher geschrieben. Vielleicht erst mal so als Einstiegsfrage: Planst du noch mehr Bücher zu machen, noch mehr Bücher zu schreiben?

[00:38:36] Chris Campe:
Also ich habe viele Ideen und ich habe einen Roman angefangen. Also das ist noch mal eine ganz eigene Geschichte. An dem arbeite ich schon seit drei Jahren und so on off. Und ich weiß auch nicht, immer noch nicht, ob er fertig wird. Das las ich mal Außen vor. Aber ich habe ein Sachbuch, wo ich auch schon, glaube ich so 75 Seiten geschrieben habe und das hängt, glaube ich, einerseits daran, dass ich irgendwie dann doch bei dem Thema, also es geht ums Schreiben, also nicht literarisch schreiben, sondern so Gebrauch- Texte schreiben. Weil mir fällt es leicht und ich kenne aber viele Leute, die sich total quälen. Und das Buch heißt, also der Arbeitsstil ist, Schreiben für Designer. Und das sind irgendwie so Schreibtipps für die Leute, die immer zu mir kommen und sagen: Kannst du das mal lesen und überarbeiten?

[00:39:19] Chris Campe:
Und ich dachte, wenn ich alles, was ich immer so an Tipps habe oder oder mit solchen Texten mache, mal aufschreibe, dann könnte ich das immer verteilen, wenn wieder jemand ankommt. Genau und das hängt gerade daran, dass ich, glaube ich, doch denke: Oh, aber ich kann das ja eigentlich gar nicht. Und was habe ich dazu zu sagen. Und Schreiben, weiß ich auch nicht.

[00:39:37] Chris Campe:
Also an so einer Unsicherheit. Und andererseits: Da ich diese sechs Bücher oder so geschrieben habe Ich habe gerade echt keine Lust mehr mit Verlagen zusammenzuarbeiten und ich habe dafür noch keine Lösung. Also ich will auch nicht unbedingt selber Bücher drucken lassen und in Umschläge stecken [00:40:00] und durch die Welt schicken oder auch nur in Deutschland verschicken.

[00:40:03] Chris Campe:
Und E-book, weiß ich jetzt auch nicht so. Also so die verschiedenen Möglichkeiten, die es so gibt, Inhalte ohne Verlage zu veröffentlichen und und trotzdem damit Geld zu verdienen. Da habe ich jetzt auch noch nicht das Perfekte gefunden. Und deswegen liegt es so rum, obwohl es mir eigentlich am Herzen liegt. Also ich habe weitere Buchideen, und die verfolge ich gerade nicht, weil das immer so viel Arbeit ist und so eine krasse Anstrengung, das fertig zu kriegen.

[00:40:25] Chris Campe:
Meistens dauert es bei mir so ein Jahr. Und finanziell ist es einfach [stoppt] ... Irgendwer verdient damit Geld. Ich bin’s nicht.

[00:40:32] Chris Campe:
Ich habe so eine so eine Excel-Tabelle gemacht mit all meinen Büchern und die ganzen Honorare, die ich dafür gekriegt habe. Und, ich glaube, das sind jetzt so nach zehn Jahren, über zehn Jahren. Das erste Buch ist 2010 erschienen, okay, 14 Jahre. Es sind so 38.000 € für sechs Bücher.

[00:40:50] Franziska:
Ich habe auch so eine Excel- Tabelle.

[00:40:56] Chris Campe:
Also 6000 € pro Buch.

[00:40:59] Chris Campe:
Und es hat [00:41:00] jeweils ein Jahr gedauert. Also nicht alles, aber so im Schnitt. Gerade diese text-intensiven Anleitungsbücher, diese Letteringbücher, die ich geschrieben habe, jeweils 200 Seiten Text für ein so spitzes Publikum, dass es eben wirklich nur ein paar 1000 Exemplare verkauft auch nicht übersetzt wird, weil es zu dem Thema genug original sprachliche Bücher gibt.

[00:41:22] Chris Campe:
Und es wäre halt viel zu teuer, diese 200 Seiten Text zu übersetzen. Also man tut sich auch keinen Gefallen, wenn man viel schreibt. Ja, das habe ich jetzt halt ein paar Mal gemacht und jetzt bin ich echt abgegessen.

[00:41:32] Chris Campe:
Von daher also so man ich finde man kann Bücher nur trotzdem machen. Man kann Bücher nur aus anderen Gründen machen. Also sei es, um sich als Expertin zu positionieren. Oder aus, ich weiß nicht, Eitelkeit. Oder aus Idealismus. Oder weil man zu viel Geld hat. Keine Ahnung. Ich kann damit kein Geld verdienen. Dann müsste ich andere Sachen schreiben, die wirklich ganz andere Auflagen erreichen und international lizenziert werden.

[00:41:59] Franziska:
Ja, um mit Büchern Geld zu verdienen, braucht man hohe Auflagen. Ist das so die größte Challenge, mit der du dich auseinandersetzen musstest, der finanzielle Aspekt oder gab’s noch andere Herausforderungen, die dich überrascht haben?

[00:42:11] Chris Campe:
Ich wollte halt Bücher schreiben, weil ich eben ich lese total viel. Ich lese irgendwie jeden Tag. Und ich habe Buchhändlerin gelernt. Ich habe irgendwie in der Buchhandlung gestanden, mit 18, und dachte: Oh, eines Tages ein Buch mit meinem Namen drauf. Und das habe ich dann halt gemacht. Und ich habe irgendwann so einen Moment gehabt, wo ich dachte: Okay, ich will Bücher machen. Das ist einfach so. Dann muss ich Wege finden, mir das zu finanzieren. Und ich habe mir das im Grunde durch Workshops finanziert. Also das Geld, was über die Workshops relativ leicht reinkam, ging dann halt in die Zeit, die die Bücher beansprucht haben. Also das erste Buch war echt eine Qual. Das Handbuch Handlettering. Oder das erste Buch mit viel Text. Vorher war eben »Hamburg Alphabet« und »Toller Ort«. » Ich hatte halt total Angst, was falsch zu schreiben. Und hatte halt auch immer so, die die Berliner Typo-Szene im Kopf und dachte: Oh Gott, irgendwie, die gucken sich das dann an und dann heben sie nur so mitleidig eine Augenbraue und sagen so: Netter Versuch. Und es es war totaler Stress und dann habe ich deswegen auch ganzen Illustrationen, die da drin sind, so ganz pingelig gezeichnet. Und war dann in so einer totalen Anspannung, weil ich irgendwie halt Angst hatte, was falsch zu machen. Und im Nachhinein dachte ich, na ja, die Leute, die wirklich Ahnung haben, die gucken sich ja so ein Buch nicht an. Und ich habe aber eine praktische Lösung dann unterwegs auch noch gefunden, indem ich mir zwei Kolleginnen gesucht habe, die das gegengelesen haben. Oder die zumindest so diese inhaltlichen Kapitel gelesen haben. Und und da so Feedback zugegeben haben. Also für Leute, die gerne Fachbücher schreiben wollen, es ist gut, da Leute ins Boot zu holen, die das noch mal gegenlesen, um da so ein bisschen Stress abzubauen. Und schwierig war auch, dass ich dachte: Also, ich habe das geschrieben, da hatte ich ungefähr drei Workshops gegeben und vielleicht [00:44:00] seit zwei Jahren Lettering gemacht oder so.

[00:44:02] Chris Campe:
Ich dachte: Ja, jetzt schreibe ich mir mal ein Buch. Irgendwie kein Problem. Und hab dann halt irgendwie nach drei Wochen gemerkt: Eh, ich weiß überhaupt gar nichts. Also so das Unterrichten und das Anwenden ist ja irgendwie das eine, aber das in so einer linearen Buchstruktur Leuten vermitteln ist einfach eine komplett andere Sache. Also dachte ich dann: Gut, dann recherchiere ich jetzt und such mir das zusammen.

[00:44:23] Chris Campe:
Und beim Recherchieren habe ich aber gemerkt. Es gibt halt gar nicht so die eine Regel. Ich dachte immer, ich muss halt die Regeln finden und dann schreibe ich die alle auf und dann ist ja gut. Und sondern es gab halt irgendwie zu jeder Fragestellung fünf oder sechs verschiedene Ansätze, die sich teilweise widersprachen. Und am Ende hieß es immer: Ja, das muss man so nach Auge machen. Hauptsache es sieht gut aus. Ja und dann musste ich mir halt selber überlegen, was finde ich denn und wie begründe ich das und so?

[00:44:50] Chris Campe:
Und ich habe halt so ein totales Thema mit Normen und Regeln, vielleicht aus nachvollziehbaren Gründen. Also ich glaube schon einerseits wegen so dieser dieser [00:45:00] Genderthematik mit so: Okay, ich ich habe jetzt keine langen Haare, ich ich ich bin nicht super feminin, was mache ich denn jetzt so. Und also ich glaube, ein anderer biografischer Faktor, der da eine Rolle spielt, ist irgendwie, dass ich nach meiner älteren Schwester die zweite in meiner Familie bin, die studiert hat. Und jetzt lebe ich halt in so einem akademischen, künstlerischen Umfeld und kenne halt ganz oft so die Gepflogenheiten nicht. Oder kannte sie in den letzten 20 Jahren oft nicht und deswegen war ich immer auch so okay : Wie, wie geht es jetzt hier was?

[00:45:28] Chris Campe:
Was ist jetzt hier richtig und so. Und ich hab auch mit einem gesprochen, der meinte so, Regeln sind doch voll egal. Mach doch, was du willst! Ich so: Ja, ok. Irgendwie weißer mittelalter Mann, dessen Eltern schon Künstler waren. Du hast leicht reden irgendwie. Also ich finde sowas muss man auch immer total bei allem eigentlich berücksichtigen.

[00:45:51] Chris Campe:
Wo komme ich eigentlich her? Was war in meiner Familie normal und und wie weit bin ich davon weg. Und wovor habe ich Angst? Warum eigentlich? Und [00:46:00] so? Also ich ich glaube, das ist total wichtig für Selbstständigkeit und für kreative Selbstständigkeit: diese diese Selbstfaltung. Also dieses ständige auf sich selber gucken und und irgendwie fragen, was mache ich gerade warum?

[00:46:12] Chris Campe:
Also bei den Büchern, bei dem ersten Buch vor allem, war ich total darauf fixiert, irgendwie die richtigen Regeln rauszufinden. Und die gab es dann aber nicht. Und es war halt total stressig, weil ich einfach das gerne gehabt hätte, dass es klare Regeln gibt. Und das war halt irgendwie dann auch persönlich so ein interessanter Prozess.

[00:46:28] Chris Campe:
Inklusive der Frage, wer bin ich eigentlich, mich hier hinzustellen und selber Regeln aufzustellen? Und ich musste mir dann total doll klarmachen, dass Leute, die ein Handlettering- Anleitungsbuch kaufen, die wollen Anleitung. Die wollen nicht: Ja, aber guck mal. Also du musst es jetzt auch nicht so machen. Ich schlage dir das nur mal so vor. Sondern die wollen: So geht das. Damit kriegst du das jetzt hin. Und ich hatte aber total ein totales Problem mit dieser autoritären Rolle, die ich da so punktuell einnehmen musste. [00:47:00] Und musste mir erst klar machen, dass das total okay ist, auch zu sagen: So und so geht das. Weil die Leute müssen sich ja nicht dran halten, nur weil sie das Buch lesen oder so.

[00:47:10] Franziska:
Ich glaub, die Herausforderung, die da auch so ja als Rattenschwanz dranhängt, ist sich auch den Raum zu nehmen oder also so sich zu trauen, ne Meinung zu haben und zu sagen: Ja, ich sehe das so. Wenn man Bücher machen will, ist es wichtig, sich zu trauen auf die Bühne zu treten, in sich den Raum zu nehmen und eine Haltung zu haben und zu sagen, so sehe ich das.

[00:47:30] Chris Campe:
Ja anders geht es nicht. Also sonst wird es auch zu Wischiwaschi. Also es gibt da irgendwie auch nicht so einen sicheren Grund, aber es passiert auch eigentlich nichts. Alle finden es super und die die es nicht super finden, okay, die schreiben vielleicht eine schlechte Amazon Rezension, aber es ist auch eher selten.

[00:47:44] Franziska:
Die müssen das Buch ja nicht kaufen.

[00:47:46] Chris Campe:
Ja genau. Es ist halt genau wieder dieses Thema mit dem: Traue ich mich. Zeige ich mich da drin so. Und damit hatte ich auf jeden Fall auch auch echt Schwierigkeiten. Ich glaube auch da wieder, es ist es ist total gegendert. Das fällt Frauen schwerer, als Leuten, die männlich sozialisiert wurden, denen von Anfang an anerzogen wurde. Ja, einfach doch souverän behaupten.

[00:48:09] Chris Campe:
Mein Freund Alex, der wusste immer alles, irgendwie, und ich war so total beeindruckt. Der war 21, ich war 16. Ich so: Oh Alex, du weißt immer alles, das ist so cool. Wow, wie machst du das? Und er meinte so: Ich weiß überhaupt nicht alles, aber wenn du das souverän behauptest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dich jemand in Frage stellt, total gering. Du musst es einfach nur souverän behaupten. Und das trage ich seitdem durch mein Leben, dass man einfach souverän behaupten muss. Und ich glaube, das ist so eine Kommunikationsstrategie, die unter Männern total verbreitet ist. Also, die fragen sich nicht fünf mal, ob sie das jetzt wirklich wissen, oder ob sie es lieber noch mal googeln, bevor sie es sagen, sondern die hauen das mal raus. Und das meinte Alex. Weil wenn du dir so sicher bist, eben dann, dann wird dich niemand in Frage
stellen. Und ich hab es schon öfter ausprobiert. Es funktioniert ziemlich gut.

[00:49:03] Franziska:
Ja. hier schließt sich halt auch so schön der Kreis zu dem Positionierung Thema, weil da ist es ja auch so. Du hast es vorhin selbst gesagt: Du hast dich mit Lettering positioniert und hast dann einfach am Anfang auch erst mal einfach nur behauptet, dass du jetzt Expertin daran bist, ohne eigentlich die Referenzen zu haben. Es ist ja genau das Gleiche. Diese Aufgabe hat vom Prinzip jede Person, die sich selbstständig macht. Man muss halt irgendwann sich entscheiden, wofür möchte ich stehen?

[00:49:25] Franziska:
Dann muss man das erst mal behaupten, und am Anfang hat man keine, weiß ich nicht, Preise und und und Referenzen, die sagen: Ja, Franziska hat hier recht. Sondern man muss sich einfach trauen. Wenn man das souverän macht, glauben einem die Menschen und das ist was total Gutes.

[00:49:41] Chris Campe:
Apropos souverän behaupten und und Sachen üben. Also ich habe am Anfang mich vor den Spiegel gestellt und Tagessatz sagen geübt. Ich habe mich vor den Spiegel gestellt und geübt, zu sagen: Mein Tagessatz sind 600 €. Mein Tagessatz sind 800 € und dann? Nichts mehr. Nicht [00:50:00] lächeln. Nicht irgendwie sagen: Ja, aber also, wenn es nicht drin ist, dann dann kriegen wir das schon irgendwie hin. Mein Tagessatz sind 1000 € und dann die Stille aushalten. Das kann man immer machen.

[00:50:12] Franziska:
Ja.

[00:50:13] Chris Campe:
Also es ist einfach alles Übung. Und und auch so dieses Aushalten. Und das fiel mir glaube ich jetzt grad ein, weil das ja auch so ein souverän Behaupten ist. Ich stell das jetzt mal in den Raum. Und da steht es dann und dann mal gucken.

[00:50:26] Franziska:
Ja voll gut. Mir hat das auch mal jemand gesagt. Und es war eine Person, die unglaublich teure Espressomaschinen für Restaurants verkauft hat. Und die hat auch gemeint, ich sage den sehr hohen Preis, dann halte ich die Stille aus.

[00:50:38] Chris Campe:
Ja.

[00:50:39] Franziska:
Gut. Vielleicht so als Abschlussfrage: Wenn du so eine Zeitreise machen könntest und noch mal zehn Jahre zurückreisen würdest zu dir selbst. Was würdest du dir selbst raten? Nach zehn Jahren Selbständigkeit, nach zehn Jahren erfolgreicher Selbständigkeit, der jungen Chris Campe, die gerade so ganz frohen Mutes los stiefelt.

[00:50:59] Chris Campe:
Ich glaube, ich würde [00:51:00] mir sagen, dass ich mich viel weniger anpassen muss, als ich denke.

[00:51:05] Franziska:
Das ist ein guter Rat.

[00:51:06] Chris Campe:
Ja, und noch als Ergänzung. Ich dachte eigentlich mit 30 schon: Ich möchte, dass die Welt sich an mich anpasst und nicht umgekehrt. Und ist immer noch ein Prozess. Also, das ist eigentlich das, was ich gern hätte.

[00:51:19] Franziska:
Danke schön, Chris. Für dieses tolle Gespräch und dass du uns mitgenommen hast und deinen Wissen geteilt hast. Vielen Dank.

[00:51:27] Chris Campe:
Danke für die Einladung.

 
So. Wie sieht’s bei dir denn jetzt aus? Hattest du Aha-Momente? Und wie ist das bei dir? Verstehst du dich als Personenmarke? Und wofür stehst du?
 

Du möchtest dich selbstbestimmt positionieren?

Und wenn du jetzt denkst: Ja, das ich will ... mich klar positionieren, mich vielleicht auch spezialisieren in einer Nische – und vor allen Dingen will ich wichtbar werden mit meiner kreativen Arbeit! Und du hast aber keine Idee, was der nächste sinnvolle Schritt ist, dann hab ich was für dich. Ich hab ein Quiz entwickelt, das genau das macht – es zeigt dir auf, welcher Schritt auf deinem kreativen Weg gerade sinnvoll ist und stellt dir als Ergebnis außerdem auch noch eine Playlist mit Portfolio-Podcast-Folgen zusammen, die dir beim Lösen deiner nächsten Aufgabe hilft.

Du bekommst also eine Liste von Podcast-Folgen, die genau passend sind für deine aktuelle Situation. Das Quiz ist kostenlos und du findest es unter www.diegutemappe.de/quiz. Den Link dazu packe ich dir auch in die Shownotes.

Und damit bin ich gespannt, was du mit dem Wissen der heutigen Folge für dich machst. Und ich wünsche dir für heute alles Liebe,

Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska

Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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Franziska Walther, Sehenistgold®