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Stell dir vor, du scrollst frohen Mutes durch Instagram … und plötzlich siehst du eins deiner Bilder. Aber nicht auf deinem Account. Sondern auf dem einer Kollegin. Und ja, auf den zweiten Blick siehst du auch, dass es nicht wirklich dein Bild ist, sondern nur eins, das klar von deinem inspiriert ist. Was machst du jetzt? Wirst du wütend? Fühlst du dich machtlos? Oder denkst du dir: Vielleicht ist das ja Zufall?
Der Gedanke, von Copy-Cats kopiert zu werden, macht vielen Kreative Angst. Dir auch? Aber ist die Gefahr wirklich so groß, wie sie scheint? Oder ist sie übertrieben? Lass uns das heute klären.
Und weil das Thema »Copy-Cats & Ideenklau« ganz schön groß ist, ist das heute Teil 01, in dem wir darüber sprechen, was du tun kannst, um deine Arbeiten zu schützen. Und nächste Woche geht es weiter mit Teil 02.
Diese Episode soll uns verbinden – und nicht noch mehr Ängste schüren. Denn am Ende müssen wir als kreative Community zusammenhalten. Weil es heutzutage sehr berechtigt wäre, zu fragen, wie relevant es denn überhaupt noch ist, darüber nachzudenken, ob du von Kolleg*innen kopiert wirst, während doch die KI-Unternehmen das konstant tun. Es findet ja im Internet gerade der größte Copy-Cat-Diebstahl überhaupt statt.
Deshalb: Gemeinsam sind wir stärker. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, auch so ein Thema, das tendenziell trennt und Konkurrenzängste schürt, zu besprechen – und Wege aufzuzeigen, wie wir weniger Angst haben können. Und in diesem Sinne …
Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los.
Nehmen wir mal das Beispiel von eben. Du hast also gerade entdeckt, dass eine Kollegin sich von deiner Arbeit hat inspirieren lassen. Damit wärst du nicht die erste Person, der das passiert ist.
Ich hab gestern mal auf Instagram nachgefragt, wer schon einmal Erfahrung mit Copy-Cats gemacht hat – und 47 Prozent der 117 Personen, die mit abgestimmt haben, sagen, dass ihre Arbeiten mindestens schon einmal kopiert wurden.
Aber müssen wir Angst vor ihnen haben? Ich selbst hatte relativ früh in meinem Berufslebens mein erstes eigenes Copy-Cat-Erlebnis. Ich erzähle dir diese Geschichte, weil ich einige Fehler gemacht habe, die du gern überspringen kannst. Nicht, weil ich hier jemanden an den Pranger stellen will. Deshalb erzähle ich dir die Geschichte ohne Namen und ohne Projekt-Details zu nennen – und sie klingt deshalb ein bisschen abstrakt.
Die Geschichte beginnt mit mir als Designstudentin. Und endet damit, dass Ideen und Motive von mir von einer damals bekannten und erfolgreichen Illustratorin kopiert wurden.
Damals hatte ich blauäugig meine unveröffentlichte Arbeit zu einer Person geschickt, die ich nicht gut kannte – und zwar das gesamte Projekt – und nicht nur ein paar Beispielseiten. Diese Person habe ich damals um Feedback gebeten, weil ich mein Projekt veröffentlichen wollte.
Das Feedback, das ich mir gewünscht hatte, bekam ich nie. Aber ich habe es trotzdem geschafft, dass das Projekt später publiziert wurde. Etwa Zeitgleich zum Veröffentlichungsdatum meines Werkes erschien aber auch ein neues Werk von einer bekannten Illustratorin – zum gleichen Thema.
Ein seltsamer Zufall – aber ja, so etwas passiert ja gar nicht so selten. Ich hab mir also erst einmal nichts weiter dazu gedacht.
Kurze Zeit später bekam ich aber eine Email von einer befreundeten Illustratorin. Ihr war aufgefallen, dass in meinem Werk und in diesem neuen Projekt der erfolgreichen Illustratorin Motive vorkamen, die sich sehr, sehr ähnlich waren. So klickte ich auf den Link, den meine Freundin mir geschickt hatte, und mir klappte der Unterkiefer weg.
Das Projekt der erfolgreichen Illustratorin hatte nicht nur das gleiche Thema, sondern auch das gleiche Konzept und einige Illustrationen waren von der Bildidee eins zu eins wie meine Illustrationen. Auch waren einige Bildkompositionen fast identisch.
Nachdem der erste Schreck verflogen war, habe ich mich gefragt, wie das passieren konnte. Aber der Zusammenhang war schnell hergestellt. Der Kollege, von dem ich mir Feedback gewünscht hatte, und die erfolgreiche Illustratorin, die meine Motive geklaut hat, arbeiteten damals zusammen am gleichen Ort.
Relativ schnell dachte ich auch darüber nach, ob ich rechtlich dagegen vorgehen kann? Und dabei kam schnell heraus. Nicht wirklich. Denn Ideen sind nicht schützbar und damit eine Illustration als Plagiat durchgeht, braucht es mehr als eine gleiche Bildidee und eine ähnliche Komposition. Das Bild muss in Stil und Komposition wirklich wie durchgepaust sein. Und das war es nicht.
Gleichzeitig habe ich darüber nachgedacht, wie ich nachweisen könnte, dass mein Werk vor ihrem da war. Aber da unsere Projekte in etwa zeitgleich veröffentlicht wurden, stände recht schnell eine Aussage-gegen-Aussage-Patt-Situation im Raum. Deshalb habe ich mich damals entschieden, nichts weiter zu unternehmen.
Das Ganze spitzte sich zum Schluss sogar noch einmal so weit zu, dass ich im Nachhinein auf einmal verstanden habe, dass mein Traum-Kunde, dem ich das Projekt zur Veröffentlichung angeboten hatte, einige Zeit Interesse an meinen Werk gehabt hatte, aber sich am Ende dagegen entschieden hat – damals mit der Begründung, dass ich nicht bekannt genug war. Und dann erschien das Projekt der bekannten Illustratorin eben bei genau diesem Kunden.
Das war insgesamt bitter – und machte mich sehr, sehr wütend. Und das blieb eine Weile so. Einige Jahre lang habe ich mich daran abgearbeitet.
Einerseits, weil es sich natürlich übergriffig und grenzüberschreitend anfühlt, wenn jemand anderes sich an der eigenen kreativen Arbeit bedient wie an einem Frühstücksbuffet.
Und auch – und das war damals noch einmal so viel schlimmer für mich – weil ich damals ziemlich unbekannt war. Ich war mir sicher, dass alle Menschen, die die Ähnlichkeiten der beiden Werke bemerkten, mit Sicherheit denken würden, dass ich diejenige gewesen bin, die kopiert hat. Hab ich aber nicht.
Wenn ich heute daran denke, hab ich immer noch ein pelziges Gefühl im Bauch. Die Wut ist verflogen, weil viele Jahre vergangen sind und mein Projekt trotzdem veröffentlicht wurde. Aber mit der erfolgreichen Illustratorin will ich auch heute noch nichts zu tun haben.
Copy-Cats. Es gibt sie also.
Es gibt Kolleg*innen, die sich wirklich an fremden Frühstücksbuffets bedienen.
Aber so schwarz-weiß, wie das Thema Bilderklau gerade klingt, ist es nicht immer.
Denn da gibt es auch noch die andere Form des »Abkuckens« – eine harmlose Variante, die wir Kreative wahrscheinlich alle schon einmal gemacht haben. Unbewusst und ohne es zu wollen.
Letzte Woche bekam ich eine Email von einer anderen Kolleg*in, die mich darauf hinwies, dass ein Magazin-Cover, das bei ihr gerade auf dem Schreibtisch liegt, eine Ähnlichkeit mit dem Cover meines Buches »Die gute Mappe« hat.
Und ja, wenn beide Cover neben einander liegen, sieht man definitiv Ähnlichkeiten. Allerdings bin ich mir sicher, dass es sich hierbei um ein unbeabsichtigtes und vollkommen unbewusstes »Bezug nehmen« handelt. Wenn überhaupt. Vielleicht ist es auch einfach nur reiner Zufall.
Wir werden ja alle tagtäglich von dem, was wir sehen und was uns umgibt, beeinflusst. Designer*innen und Illustrator*innen nehmen visuelle Trends und Bildsprachen auf wie ein Schwamm. Und manchmal nimmt dann die eigene kreative Arbeit Bezug auf das, was der Schwamm vorher aufgenommen hat.
Auf eine gewisse Weise können wir uns von der Tatsache, dass wir von externen Dingen beeinflusst werden, gar nicht frei machen. Der Anspruch, immer das Rad komplett in einem Vakuum neu zu erfinden, ist in der Illustration und im Design unrealistisch.
Es geht in jeder Art von kreativem Ausdruck darum, etwas, was vielleicht schon vorher in ähnlicher Weise gesagt wurde, zu interpretieren, zu adaptieren, vielleicht auch zu dekonstruieren – und mit der eigenen visuellen Stimme die eigene Perspektive darauf mit der Welt zu teilen.
Im Fall des Magazin-Covers kann ich weder die Farbkombination Rosa-Königsblau-Weiß noch die Idee, ein Buch mit Augen auszustatten, für immer als »Meins« besetzen. Beides gab es in verschiedenen Ausführungen auch schon vor meinem Buch. In »anders genug«.
Und auch das vorliegende Magazin-Cover ist in meinen Augen anders genug. Jemand hat visuelle Referenzen genutzt und etwas eigenes daraus gemacht. Gut so.
Illustration und Design entstehen also nicht in einem Vakuum, sondern sind immer eingebettet in ein kulturelles Gefüge.
Das bedeutet auch: Umso bekannter deine kreative Arbeit wird, desto mehr gehört diese auch zu diesem kulturellen Gefüge mit dazu. Und umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass du damit andere Kreative beeinflusst und inspirierst.
Es geht also beim Thema »Copy-Cats und Ideenklau« auch um die Frage, wo die Grenze ist zwischen Inspiration und Kopieren. Denn dass Inspiration stattfindet, steht außer Frage.
In meiner persönlichen Copy-Cat-Geschichte könntest du also jetzt berechtigt fragen, ob die erfolgreiche Illustratorin meine Illustrationen vielleicht auch nur durch Zufall und im Vorbeigehen gesehen haben könnte, und dann unbewusst von meinen Bildideen und meinem Konzept »inspiriert« wurde.
Die Frage wäre hier also: Wo hört Inspiration auf und wo beginnt Kopieren?
In meiner Geschichte hatte die Illustratorin sich an mehreren Stellen inspirieren lassen. Das grundsätzliche Konzept war gleich, einige Bildideen waren gleich und einige Kompositionen waren gleich.
Das Ausmaß an Übereinstimmung entscheidet also mit, ob eine Arbeit nur als Inspiration genutzt wurde oder ein Bild- und Ideenklau vorliegt.
Und hier magst du ja gerade denken: »Es gibt doch das Urheberrechtsgesetz. Da ist das doch geregelt.«
Das war auch das Erste, was ich damals gemacht habe. Ich habe im Urheberrechtsgesetz UrhG nachgeschaut. In dem steht allerdings nichts zu Plagiaten oder Kopien.
Das, was im Sinne des Urheberrechtsgesetzes als Maßstab gilt, ist der Begriff der sogenannten Schöpfungshöhe. Diese entscheidet, ob etwas eine eigenständige künstlerische Leistung ist – oder eben nicht.
Ab wann die Schöpfungshöhe erreicht ist, ist allerdings nicht mit einem Gerät messbar. Denn anders als zum Beispiel die Temperatur oder das Gewicht ist kreativer Ausdruck eine Qualität und keine Quantität – und somit subjektiv.
Deshalb wird bei Streitfällen vor Gericht die Schöpfungshöhe im Einzelfall entschieden und als genügend eingestuft, wenn eine Gestaltungshöhe erreicht ist, die es erlaubt, von einer eigenständigen künstlerischen Leistung zu sprechen.
(Quelle: https://www.urheberrecht.de/schoepfungshoehe/, Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 13. November 2013 (Az.: I ZR 143/12))
Das hat der deutsche Bundesgerichtshof so formuliert. Und du merkst schon: Das ist alles ganz schön subjektiv.
Vielleicht fragst du dich ja jetzt gerade auch, ob es alternativ helfen würde, wenn du deine Werke als Marke anmeldest oder sie patentieren lässt.
Zu allererst mal ein Disclaimer. Ich bin keine Juristin und will und darf nicht rechtlich beraten. Aber ich kann meine Erfahrung mit dir teilen.
Im Einzelfall kann das meiner Meinung nach schon eine sinnvolle Angelegenheit sein, aber ist wenig praktikabel für den Berufsalltag. Denn eine Patent- oder Markenanmeldung kostet Zeit und Geld. Das kannst du einfach nicht für alles machen.
Ich selbst habe meinen Studio-Namen Sehenistgold vor über 10 Jahren als Marke eintragen lassen. Was mich damals bei der Eintragung überrascht hat, war, dass die Anmeldung nicht automatisch schützt.
Denn auch bei einer Markenrechtsverletzung musst du am Ende selbst rechtlich vorgehen, was in vielen Copy-Cat-Streitfällen wirtschaftlich wenig sinnvoll ist. Insbesondere, wenn der Streitwert recht niedrig ist – oder die Schöpfungshöhe-Frage im Raum steht.
Eine Gewissheit, dass du dann gewinnst, gibt dir das Marken- und Patentamt trotzdem nicht.
Diese rechtlichen Mittel schützen dich zwar, wenn jemand deine Werke eins zu eins geklaut hat.
Aber in den Fällen, in denen sich Kolleg*innen zu stark von deiner Arbeit »inspirieren« lassen, hilft dir das wenig. Denn hier liegt ja im rechtlichen Sinne kein Plagiat vor – sondern ein überdurchschnittlich hohes Maß an Inspiration.
Und damit kommt wieder die Schöpfungshöhe-Frage ins Spiel. Und die ist subjektiv.
Gleichzeitig ist es auch so, dass zwar konkrete Illustrationen und Designs als urheberrechtliches Werk schützbar sind, Ideen eben nicht.
Das beste, was du mit einer guten Idee machen kannst, ist deshalb, sie schnellstmöglich konkret umzusetzen – und bestenfalls zu veröffentlichen.
Denn durch die konkrete, veröffentlichte Form wird die Idee zu einem urheberrechtlichen Werk – und das ist automatisch und ohne weitere Anmeldungen geschützt durch das Urheberrechtsgesetz.
Ideen dagegen sind das nicht. Denn Ideen sind ja noch nicht in Form gegossen.
Es ist also eine gute Strategie, deine guten Ideen und Konzepte zu ehren – und sehr bewusst auszuwählen, wem du sie erzählst. Das ist etwas, was ich damals falsch gemacht habe.
Ich habe mit einer gewissen Blauäugigkeit ein unveröffentlichtes Werk zu einer Person geschickt, die nicht vertrauenswürdig war und die das Werk offensichtlich anderen Menschen gezeigt hat.
Ich habe es sogar per Post hingeschickt. Also nicht nur ein paar Seiten, sondern das komplette Projekt. Dass das ziemlich dumm war, habe ich durch meine Geschichte gelernt.
Anders wäre es gewesen, wenn das Werk damals schon veröffentlich gewesen wäre. Dann wäre es für die Kollegin unattraktiv, das Konzept und die Bildideen zu klauen.
Denn dann wäre offensichtlich geworden, dass sie geklaut hat. Und es hätte offizielle Belege gegeben, was vorher da gewesen ist – und was nicht.
Das, was viele Kreative allerdings machen, wenn sie Angst vor Copy-Cats haben, ist, auf ihren Arbeiten zu sitzen wie Hühner auf Eiern. Im Sinne von: Ich muss meine Arbeiten schützen und verstecken, damit niemand abkucken kann.
Aber das sorgt schlimmstenfalls sogar dafür, dass deine Karriere als kreative selbstständige Person niemals Fahrt aufnimmt. Weil du deine besten Arbeiten versteckst.
Denn wenn du nicht sichtbar bist, dann wirst du zwar auch nicht kopiert – aber eben auch nicht beauftragt. Damit du beauftragt werden kannst, müssen deine potenziellen Kund*innen in der Lage sein, deine Arbeiten auch zu sehen.
Deshalb halte ich persönlich auch Wasserzeichen in deinen Arbeiten für wenig hilfreich, denn du willst ja deinen Kund*innen deine Arbeiten im besten Licht präsentieren. Und die Ideen und Konzepte können dir trotz des Wasserzeichens geklaut werden.
Auf dem Weg hin zur Publikation triffst du gegebenenfalls aber auch schwarze Schafe. Ich kenne einige Geschichten von Kolleg*innen, die zum Beispiel ein Buchkonzept bei einem Verlag vorgestellt haben, der erst einmal Nein zum Konzept gesagt hat – und ein Jahr später kam das Buch dann raus. Aber mit Bildern einer anderen Illustrator*in. Ja, das passiert.
Unveröffentlichte Projekte sind fragil und vulnerabel. Und es gilt hier wie gesagt, sehr bewusst zu entscheiden, welchen vertrauenswürdigen Personen du sie zeigst – und welchen nicht.
Gleichzeitig schafft aber jede Form einer offiziellen Veröffentlichung und die damit einhergehende Sichtbarkeit mehr Schutz für deine Arbeit. Umso sichtbarer dein Werk ist, desto besser ist es geschützt.
Eine offizielle Buchveröffentlichung bei einem Verlag kreiert zum Beispiel einerseits ein Veröffentlichungsdatum, das anzeigt: Zu diesem Moment hattest du diese Idee.
Und gleichzeitig wird das Buch so auch zusammen mit deinem Namen von einer großen Gruppe von Menschen gesehen. Dadurch wird es für andere unattraktiver, deine Ideen zu klauen.
Für freie Arbeiten gilt übrigens das gleiche. Hier eignen sich zum Beispiel seriöse Design- und Illustrationswettbewerbe, Ausstellungen oder Publikationen von Berufsverbänden, um eine schützende Form von Veröffentlichung zu erzeugen.
Und ja, ganz klar. Umso weniger Menschen die Veröffentlichung sehen, desto geringer ist auch der Schutz. Wird deine Website täglich von 3 Personen besucht (und eine davon ist deine Mutter), dann nützt dir diese Form von Veröffentlichung deutlich weniger als ein Artikel über dein Werk in einem großen Magazin.
Das ist eine gute Überleitung zu nächsten Strategie, die deine Werke schützt: Werde berühmt.
Das mag etwas zynisch klingen, ist aber nicht so gemeint. Ich möchte mit dieser Strategie anerkennen, dass es natürlich schon einen Unterschied macht, wie bekannt du bist und wie viele Menschen deine kreative Arbeit kennen.
Denn: Umso bekannter – oder um ein weniger aufgeladenes Wort zu benutzen – umso wiedererkennbarer du bist, desto besser sind deine Arbeiten auch geschützt.
Das interessante ist, dass umso bekannter und wiedererkennbarer deine Arbeit ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Kreative davon inspirieren lassen – und vielleicht auch mal kopieren.
Aber gleichzeitig werden solche Copy-Cat-Fälle immer weniger relevant, umso bekannter und wiedererkennbarer du mit deiner Arbeit bist. Denn es richtet keinen Schaden mehr für dich an. Ganz im Gegenteil. Für die kopierende Person wird es gegebenenfalls mal unangenehm.
Vor vielen Jahren habe ich mal eine Podcast-Folge vom Podcast-Urgestein »Escape from Illustration Island« gehört.
Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, welche Episode es war, aber in der Episode hat Thomas James, selbst Illustrator und Host von »Escape from Illustration Island«, mit einem Interview-Gast darüber gesprochen, dass das beste Mittel gegen Copy-Cats Sichtbarkeit ist. Und das gilt heute auch noch.
Sind deine Arbeiten sichtbar, dann wird es Menschen auffallen, wenn eine andere Person deine Arbeiten kopiert. Denn diese Menschen sind wie eine inoffizielle Internet-Polizei.
Damit es der inoffiziellen Internet-Polizei aber auffällt, dass deine Arbeiten geklaut wurden, müssen sie deine Arbeiten kennen.
Umso mehr Menschen deine Arbeit wiedererkennen, desto schneller wird der Bilderklau gemeldet.
Das war ja damals in meiner Geschichte auch genau meine Angst. Mich kannte damals ja kein Schwein, aber die erfolgreiche Illustratorin war genau das. Allseits bekannt und erfolgreich.
Glücklicherweise ist »berühmt sein« bzw. wiedererkennbar sein heute nicht unbedingt nur mit vollen Auftragsbüchern verbunden. Es gibt viele Mittel, über die du selbst die Kontrolle hast und die dich dabei unterstützen, bekannter mit deiner Arbeit zu werden.
Du kannst an Ausstellungen teilnehmen, mit anderen Kreativen in freien Projekten kooperieren und dich auf Events auf die Bühne stellen. Wenn du jetzt denkst: Ja, aber … das geht ja auch nur, wenn ich berühmt bin. Nee, das stimmt so nicht. Denn spätestens wenn du das selbst in die Hand nimmst, selbst eine Ausstellung oder ein freies Projekt initiierst oder selbst ein Event organisierst, darfst du auf die Bühne – und wirst sichtbar.
So. Lass uns hier mal kurz durchschnaufen und zusammen fassen.
Gleichzeitig fasse ich mal zusammen: Das Ziel sollte nicht sein, die Ellenbogen auszufahren und Angst vor Kolleg*innen zu haben. Mach es dir lieber zum Ziel, eine klare, wiedererkennbare und authentische Bildsprache und Arbeitsweise zu entwickeln und mit dieser kontinuierlich sichtbar zu werden. Dann wird deine Arbeit wahrscheinlich mehr kopiert werden, aber es kann dir nichts mehr anhaben. Denn du weißt, wer du bist – und alle anderen wissen es auch.
Wie du das genau machst – darüber sprechen wir nächste Woche im zweiten Teil dieser Episode.
Hast du Angst vor Copy-Cats? Wie gehst du damit um? Wie schützt du deine Arbeiten und welche der heute besprochenen Strategien nutzt du schon?
Teile deine Gedanken dazu gerne auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.
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Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe, wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
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Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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