29. Mai 2025

#162 | Follower sind nicht alles – Wie Rike auf Instagram Aufträge bekommt* mit Friederike Ablang

Ein ehrliches Gespräch über Community statt Konkurrenz – und kreative Arbeit mit Haltung.

 

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Weitere Informationen

 
Du erfährst:

  • warum Rike nicht auf Likes setzt
  • wie Instagram für sie zum Ort echter Verbindung wurde
  • das Buchprojekt »Das Friedenstier«
  • den Unterschied zwischen Schulbuch- und Kinderbuch
  • wie Rike ihre ersten Aufträge bekommen hat – und wie sie das heute macht
  • die unsichtbaren Herausforderungen kreativer Berufe
  • und wie du diese meisterst

 

Heute zu Gast: Friederike Ablang über ihre Akquise von Aufträgen auf Instagram

Was bringt wirklich Aufträge auf Instagram? Heute ist die Illustratorin Friederike Ablang zu Gast im Portfolio-Podcast, um genau diese Frage zu beantworten. Rike ist Illustratorin, kommt aus Berlin und arbeitet im Schulbuch und im Kinderbuch.

Und: Rike hat über 54.000 Follower auf Instagram, denn sie ist auch eine fleißige Instagram-Befüllerin. Aber ihre Kund*innen gewinnt sie dort anders.

Rike ist ein gutes Beispiel dafür, dass Akquise am besten funktioniert, wenn man mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch die Welt geht und neugierig bleibt – denn das Leben sorgt immer mal wieder für schöne Überraschungen.

Wie genau, das erfährst du in dieser Folge.
 

Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast

Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los mit dem Interview mit der wunderbaren Friederike Ablang.
 

[Transkript des Interviews mit Friederike Ablang]

Rikes Website: www.friederikeablang.com
Folge Rikes auf Instagram: instagram.com/friederikeablang
Vernetze dich mit Rikes auf LinkedIn: linkedin.com/in/friederike-ablang-b8417516/

Hier erfährst du mehr zum Buch »Das Friedenstier«.
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Franziska:
Rike, du hast ja Fotografie und Gestaltung studiert. In Berlin. An der Kunsthochschule in Weißensee. Wie bist du denn in die Illustration gekommen?

Rike:
Meine Mutter und mein Stiefvater sind beide Illustrator*innen. Ja, und eigentlich war die Reaktion als Teenager immer: auf keinen Fall, was die machen.

Ich wollte eigentlich Biologie studieren. Ich wollte zu Greenpeace und mich an Öltanker ketten und die Welt retten. Dann habe ich meine Biologie-Abi-Klausur komplett vergeigt und habe gedacht, okay, vielleicht soll es das doch nicht werden.

Dann bin ich als Au-pair nach England gegangen. Das haben zu der Zeit viele gemacht. Und ich dachte, ja, dann kann ich das auch. Da habe ich Merle Goll getroffen, die auch auf Instagram sehr fleißig füttert.

Und die sagte dann, nachdem dieses Jahr vorbei war, los komm, wir studieren noch eine Runde Grundlagen. Kunst und so.

Und dann bin ich nach Berlin gedüst und habe die ganzen vielen tausend Aktzeichnungen, die ich während der Schule nämlich trotzdem immer gemacht hatte, eingesackt. Ich habe mich beworben und bin tatsächlich reingekommen.

Und dann war das so ein Jahreskurs, wo man alles mal beschnüffeln konnte. Malerei, Skulptur, Aktzeichnen, Grafik Fotografie. War alles dabei. Und ich fand Fotografie ganz großartig. Es gab für mich nichts Schöneres, als den Tag in Dunkelkammer zu verbringen und Abzüge zu machen und daran zu feilen.

Ich dachte dann, das wird’s. Ich werde Fotografin. Auf jeden Fall. Das ist wundervoll. Bin nach Berlin zurückgekommen und habe ein Jahr lang Assistenz gemacht.

Und habe gemerkt: das macht mir wirklich Spaß, aber es ist ein unglaublicher Ellbogenjob, in dem man wirklich viel, viel Kraft braucht. Viel Energie. Und vor allem ein Riesenstartkapital für die Ausrüstung.

Und habe gedacht, naja, das müssen wir uns vielleicht noch mal überlegen. Dann habe ich mich beworben bei verschiedenen Kunsthochschulen. Und Weißensee hat mich genommen. Für Kommunikationsdesign.

Und ich habe dann dieses Studium durchgezogen. Und es hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass ich gerne zeichnen möchte.

Ich habe zwar auch gerne Animationen mit Flash gemacht und so. Aber die Zeichnung war es dann doch.

Also ich bin einfach so sozialisiert offenbar und habe da viel von zu Hause mitgenommen. Und dann nach dem Diplom bin ich ins Schulbuch gerutscht.

Meine Mutter hat ein bisschen geholfen, dass ich da Probeillus machen konnte. Dass man nicht so in der Masse untergeht. Und dann nahm das seinen Lauf.

Franziska:
Ich kenne niemanden, dessen Eltern beide Illustrator*innen sind. Das finde ich total spannend.

Rike:
Also das sind meine Mutter und mein Stiefvater. Mein Vater ist Journalist. Also noch mal ein ganz anderes. Ja, um mich herum schreiben und zeichnen die Leute.

Franziska:
Du hast es gerade schon gesagt, deine Mama hat dir geholfen bei den ersten Schritten. Das wäre jetzt auch so meine nächste Frage gewesen. Kannst dich noch erinnern wie dein allererster Auftrag zustande gekommen ist?

Rike:
Ja, also sie hat meinen Namen quasi fallen gelassen bei der richtigen Redakteurin. Beim Klett Verlag. Also Klett Schulbuch in Leipzig.

Und die haben dann eben meine Mappe angeguckt, was ja sonst nicht so leicht passiert. Die haben mir auch gesagt, ja, hier kommen jeden Tag Mappen rein. Wir schaffen das gar nicht. Wir haben nicht das Personal, die sichten zu lassen.

Und so hatte ich eben jemanden, der wirklich geguckt hat und die mich dann hat Probeillustrieren lassen. Also die gab mir dann Szenen gegeben. Hier fürs Schulbuch brauchen wir das und das und das, mach mal bitte.

Und dann über diese Probeillus habe ich dann einen kleinen, aber durchaus feinen Auftrag bekommen: für viele Vignetten für ein Schulbuch.

Und während ich daran saß kam die Anfrage, eine Leitfigur zu zeichnen. Ein Pinguin bitte. Wir machen ein neues Werk. Ein großes neues Schulbuchwerk. Mach mal ein Pinguin. Da habe ich Pinguine gezeichnet.

Dann kam zurück, ja, die sind sehr schön. Aber wir haben Marktforschung betrieben. Es soll lieber ein Zebra werden. Das zieht jetzt besser. Mach mal ein Zebra. Und dann habe ich Zebras gezeichnet.

Und damit war dann der erste große Auftrag eigentlich in Sack und Tüten. Weil das Zebra-Franz, was beim Klett nach wie vor läuft, habe ich dann damals entwickelt. Und damit losgelegt. Und darüber kamen dann eben auch andere Aufträge aus derselben Ecke und auch von anderen Schulbuchverlagen.

Franziska:
Wie toll, ein Zebra, was sozusagen für dich die Tür aufgemacht hat. Das ist total toll.

Rike:
Ich hab den auch echt lieb, den Franz. Den gibt’s als Handpuppe. Und der läuft auf der Didakta als personengroße Figur rum. Das ist ganz süß.

Franziska:
Verrückt! Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier einige zuhören, die keine Ahnung haben, wie Schulbuch funktioniert. Kannst du uns mal erklären, wie diese Branche funktioniert für Illustrator*innen? Also was machen da Illustrator*innen, wie funktioniert das wirtschaftlich und worauf sollte man achten?

Rike:
Also wenn man sich dafür bewirbt, sollte man darauf achten, dass man viele, viele Kinder zeichnet. Weil in Schulbüchern kommen eben viele Kinder vor.

Am liebsten Kinder, die Dinge tun, die in der Schule getan werden. Schnippeln, ausmalen, Sachen auffädeln, mit Mathewürfeln würfeln und solche Sachen.

Also auch viele Hände müssen dabei sein. Klassenzimmer muss man zeichnen können, die werden oft angefragt.

Auch Anleitungen, also Bastelanleitungen zum Beispiel. Oder wie man was baut oder so. Also so viele kleine Schritte, die was illustrieren, wie was gemacht werden muss, was Kinder dann gut erkennen müssen.

Origami zum Beispiel werde ich auch oft angefragt, muss ich oft zeichnen.

Was der große Unterschied zum Kinderbuch ist, ist, dass man kein Pauschalhonorar bekommt. Sondern man kann pro Zeichnung abrechnen. Und die Schulbuchverlage sind ganz unterschiedlich aufgestellt, wie nachvergütet wird.

Bei manchen schreibt man alle Rechte weg, bei manchen wird pro Illustration, wenn die wiederverwertet werden, nachvergütet. Das ist ganz schön.

Es gibt natürlich verschiedene Fächer. Und wenn man zum Beispiel ein Deutschlesebuch illustriert, dann kann man schon frei arbeiten und auch ein bisschen verrückter sein.

Aber wenn man ein Mathebuch illustriert, muss man sich sehr genau ans Skript halten. Die Kinder müssen ganz klar erkennbar sein. Es muss ganz genau zu sehen sein, was sie gerade tun.

Ja, das sind so die wichtigsten Punkte im Schulbuch. Während im Kinderbuch kann man ja ganz oft sich ein bisschen austoben und freier arbeiten und es wird ein wenig vorgegeben

Franziska:
Du hast es gerade schon gesagt, wirtschaftlich funktioniert da viel auch über die Masse, oder?

Also man macht viele Illustrationen, die werden in sehr hohen Auflagen gedruckt und wenn man darauf achtet im Vertrag, dass man eben nicht pauschal vergütet wird, sondern nachvergütet wird, wenn es eine neue Auflage gibt, kann das ja wirtschaftlich interessant sein, weil die Auflagen so hoch sind von den Büchern.

Rike:
Ja, so bei neuen Auflagen wird man gar nicht nachvergütet. Aber wenn dieselben Illustrationen in anderen Rechteverbunden benutzt werden, dann gibt es Nachvergütung.

Das machen die sogar von sich aus. Man muss gar nicht darauf achten. Dann kommt irgendwann eine Abrechnung: Schicken Sie uns keine Rechnung zu. Wir überweisen ihnen jetzt das.

Das ist immer ganz schön, wenn solche E-Mails kommen.

Was auch nicht unwichtig ist, die VG Bildkunst. Die beteiligt einen ziemlich hoch an dem ganzen Schulbuch-Kram. Weil ja Kopier-Tantiemen gezahlt werden.

Und Schulbücher werden einfach unfassbar viel kopiert. Also das ist immer am Ende des Jahres oder am Anfang des Jahres, je nachdem wann ausgeschüttet wird, immer ein sehr schöner Brief, der dann im Kasten landet.

Franziska:
Ah, ja, das macht total Sinn. Und du hast es ja auch schon gerade gesagt. Es ist schon ein echter Unterschied zu Kinderbuch, weil es eben auch so inhaltliche sehr fixe Vorgaben gibt. Was mir auch noch einfallen würde, was wir jetzt sozusagen noch nicht genannt haben, wäre ja so Diversität. Oder?

Das ist ja wahrscheinlich auch ein ganz wichtiges Thema.

Rike:
Absolut. Ganz wichtig. Steht unter jedem Skript. Bitte darauf achten, dass die Kinder verschiedene Hautfarben haben, verschiedene Körperformen. Dass auch Brillen auftauchen zum Beispiel. Oder mein Hörgerät. Oder ein Rollstuhl. Prothesen.

Also, dass wirklich alle Kinder abgebildet werden, die in Schulen vorkommen. So dass sich alle irgendwo wiederfinden.

Das ist manchmal nicht ganz einfach, aber das geht einem so in Fleisch und Blut über irgendwann, dass man das automatisch macht. Sollte auch so sein. Richtig.

Franziska:
Sollte auch so sein. Genau.

Aber du machst ja auch Kinderbuch und du arbeitest ja auch wirklich mit großen namhaften Verlagen zusammen. Mit Oettinger, Mixed Vision, Wow Books, DTV, Atrium, Carlsen. Du hast Pixiebücher gemacht. Wie hast du da den Fuß in die Tür bekommen?

Rike:
Ja, da bin ich dem Untersee-Café sehr dankbar. Also das ist unser kleines virtuelles Studio-Grüppchen, was sich über damals noch Facebook gegründet hat.

Weil: wir sitzen überall, nur nicht in einer Stadt, leider. Obwohl wir uns alle wirklich gerne oft sehen würden.

Die Anna Süßbauer, Apfelhase auf Instagram, die hat damals uns zusammen getrommelt und uns gegründet. Und durch diesen Rückhalt aus so einem Grüppchen habe ich mich dann das erste Mal getraut, zu einer Buchmesse zu fahren. Nach Frankfurt.

Da haben wir uns auch alle dann das erste Mal in echt getroffen. Ganz aufregend. Und durch die habe ich mich dann auch getraut, nach Bologna zu fahren.

Franziska:
Mhm.

Rike:
Der Clou an Bologna ist ja, dass während in Frankfurt alle relativ überfordert sind von der Masse und überhaupt, wie die Messe so ist, sind in Bologna alle tiefenentspannt.

Weil man ist in Italien. Man hat italienischen Kaffee getrunken. Man hat ein Cornetto gegessen am Morgen. Und man ist gerade durch Bologna gegangen und ist so: ach, ist das schön. Jetzt ist Frühling.

Dort sind auch die Verlagsleute natürlich total gut drauf. Und dann ergibt sich das manchmal, dass man so schön ins Gespräch kommt, ganz ohne Illustratoren-Schlange und so, und sein Portfolio zeigen kann.

Und siehe da, es saß der Geschäftsführer von Wow Books in Bologna. Und niemand war an dem Stand. Und dann hat die Meike Töpperwien zu mir gesagt, Rike, du passt da hin, setz dich mal da hin.

Dann habe ich mich dahin gesetzt. Und dann haben wir uns ganz wundervoll über Bücher unterhalten, er und ich. Und nebenbei habe ich ihm mein Portfolio gezeigt.

Und ich glaube, zwei Monate später kam die E-Mail, wir hätten jetzt was Schönes für dich. Und dann habe ich meinen ersten Titel auf einem ganz regulären Kinder- und Jugendbuch gezeichnet.

Und ab dann hat sich eins nach dem nächsten ergeben.

Franziska:
Das ist ja meistens so.

Rike:
Ja, manchmal braucht es nur an einer Stelle den Fuß in der Tür. Und dann sehen das andere Verlage. Und man hat ein bisschen Glück vielleicht noch. Und es fängt an zu laufen.

Franziska:
Und beim Zuhören habe ich gesagt, ja, genau so ist das in Bologna. Alle freuen sich. Es ist Frühling. La Dolce Vita. Alle trinken Espresso und essen Eis und sind total happy.

Rike:
Genau so. Ist wirklich so.

Franziska:
Ach, wie schön. Und ich hätte jetzt so als zweite Frage gefragt, würdest du das heute anders machen? Es klingt für mich nicht so, oder?

Also wenn du heute noch mal anfangen müsstest: würdest du das genauso machen oder würdest du was anders machen?

Rike:
Nee, ich würde es genauso machen. Ich glaube, selbst diese demütigenden Schlangen in Frankfurt muss man einmal mitgenommen haben. Die sind ja nicht nur furchtbar.

Die haben ja auch den Vorteil, dass man vor sich und hinter sich potenzielle Kolleg*innen stehen hat, mit denen man direkt netzwerken kann und mit denen man sich austauschen kann.

Man steht ja da manchmal eine Dreiviertelstunde, furchtbar. Und dann kommt man wundervoll ins Gespräch und nimmt manchmal Leute einfach mit ins Leben, die man sonst nie getroffen hätte.

Und es ist dann fast egal, was bei der Portfolioshow rauskommt. Man hat Leute kennengelernt, die Im gleichen Beruf unterwegs sind.

Man sitzt ja so viel zu Hause allein im Kämmerchen. Und da hat man die Gelegenheit, sich zu unterhalten, kennenzulernen, andere Leute Mappen anzugucken, was zu lernen, mitzunehmen.

Es ist total schön und deswegen würde ich das wahrscheinlich genauso wieder machen. Und dann jedem empfehlen, beide Messen mal auszuprobieren. Zu gucken, was besser passt.

Also man kann nicht immer alles stemmen. Es ist sehr anstrengend. Das ist ja auch kostentechnisch viel. Vor allem Bologna ist teuer. Die Airbnb Zimmer sind einfach teuer.

Aber man sollte das wenigstens ein oder zwei mal gemacht haben, um das zu erleben.

Und auch, um zu gucken. Weil Bologna ist ja auch so wundervoll zum Gucken. Das sind ja nur Kinderbücher. Das ist ja ein Traum für uns, die wir in diesem Beruf tätig sind.

Deswegen, ich würde das alles genauso wieder machen. Vor allem das Untersee-Café würde ich immer wieder machen. Da bin ich sehr glücklich drüber und sehr dankbar. Und diese Messebesuche kann ich nur empfehlen.

Franziska:
Du hast es ja gerade schon gesagt, ihr seid eine virtuelle Ateliergemeinschaft: das Untersee Café. Wie ist das entstanden? Wie habt ihr euch gefunden? Und was war die Motivation am Anfang?

Rike:
Richtig angefangen hat es eigentlich damit, dass verschiedene, immer wiederkehrende Menschen unter bestimmten Posts bei immer den gleichen Leuten lustige Kommentar-Austausche hatten.

Also dass man angefangen hat, unter Post, die einem gefallen hat, zusammen rumzublödeln.

Und das führte dann dazu, dass Anna sich ein Herz gefasst hat und auf Facebook eben diese Leute, die alle so geblödelt haben, anzuschreiben.

Und gefragt hat, wie sieht es denn aus? Ich bin ganz am Anfang von diesem Beruf. Und ich hätte gern so ein kleines Feedback-Grüppchen. Einfach Leute, mit denen ich mich austauschen kann. Habt ihr Lust?

Und alle haben sofort Ja geschrien. Also sie sagt immer, sie wäre da reingegangen und hätte gedacht, wir sagen alle, nee. Wir haben schon. Und wir wollen nicht. Und wir können nicht. Wir haben keine Zeit. Aber alle, alle haben Ja gesagt.

Und dann war das auch wirklich genau das, was wir alle offenbar gerade in dem Moment brauchten. Also ich habe auch das Gefühl, mit der Gründung haben alle so einen Kickstart gehabt.

Wie so einen kleinen Raketenantrieb Impuls. Dass alle sich plötzlich auf Messen getraut haben. Also ein paar von uns waren vorher schon. Und ein paar waren auch alteingesessene Hasen. Aber einige waren am Anfang. Oder gerade an so einer Phase, wo sie dachten, es müsste mal mehr oder was anderes passieren.

Und es hat, glaube ich, allen eine schöne Kraft und einen Schub gegeben. Und danach fing es an, total gut zu laufen.

Also bei mir und auch bei den anderen. Es hat allen gut getan. Der Austausch war toll. Man konnte alles fragen. Es war richtig, richtig schön. Und ist es auch nach wie vor.

Also wir sehen uns selten und wir sind auch ein bisschen eingeschlafen gerade, weil alle wahnsinnig zu tun haben. Was aber auch eben ein bisschen aus der Kraft der Gruppe passiert ist, glaube ich. Ja.

Franziska:
Ach wie schön. Was für ein schönes Beispiel, dass Kollaboration einfach auf so unglaublich vielen Ebenen wirkt. Du hast es ja gerade beschrieben, ihr habt euch gegenseitig Feedback gegeben. Ihr habt euch gegenseitig unterstützt, und auch Mut gemacht.

Das ist, glaube ich, auch einfach total wichtig, dass man so Menschen hat, die einem manchmal auch so ein bisschen schubsen. Freundlich und mit ganz viel Wohlwollen.

Und gleichzeitig kriegt das ganz oft auch so ganz krass Momentum. Weil du hast ja recht, ich habe das auch schon oft beobachtet und auch selbst erlebt. Man zieht sich so gegenseitig mit und auf einmal starten alle durch. Das ist total toll.

Rike:
Ja, das stimmt.

Franziska:
Die virtuelle Ateliergemeinschaft, die ihr gegründet habt, die hat halt einfach schon einen großen Einfluss auf eure Sichtbarkeit und auf eure Auftragslage gehabt, oder?

Rike:
Könnte ich mir vorstellen, also wir haben ja jeder unsere eigenen Instagram-Kanäle, haben dann aber auch einen gemeinsamen aufgemacht und haben dann immer reihum gepostet.

Machen wir auch nach wie vor regelmäßig.

Anna macht da immer eine tolle Liste, wer wann dran ist und dann halten sich alle dran. Was einerseits natürlich einen selber ein bisschen pusht, mal wieder was eigenes Freies zu zeichnen, was vielleicht auch irgendwie zum Unterseecafé passt.

Andererseits aber auch eine Sichtbarkeit auf doppelter Ebene. Der eigene Kanal wird gefüttert. Aber noch mal ein anderer Kanal, der wiederum die anderen mitträgt auch. Also wo alle ja dann gesehen werden, wenn einer gepostet hat.

Ich glaube schon, dass das zur Sichtbarkeit beigetragen hat.

Hauptsächlich war es, glaube ich, tatsächlich dieses Menschliche, was schön war für uns alle. Dieses Kolleg*innen haben, da kann ich tatsächlich einfach Kolleg*innen sagen, wir sind alle nur Frauen, dieses wohlwollende Feedback gegeben und diesen Mut gemacht, genau.

Aber auf Instagram, denke ich schon, dass das auch alle ein bisschen gepusht hat, was die Sichtbarkeit angeht.

Franziska:
Ja, der Unterseecafé-Account hat ja auch über 10.000 Follower*innen.

Rike:
Ja, das wuchs und wuchs, genau.

Franziska:
Und ich glaube, dass wenn man gemeinsam was macht, dann verbindet man ja die Sichtbarkeiten von allen Personen, die involviert sind. Und dadurch erhöht sich die Reichweite und bekommt so viel mehr Kraft.

Rike:
Das war in diesem Fall so ein absichtsloses Absichtsvoll. Wir hatten einfach Bock auf so etwas. Und wir hatten dann auch Lust auf so etwas wie Adventskalender zusammen machen auf diesem Kanal.

Und ja, klar. Der schöne Nebeneffekt ist eben Sichtbarkeit und auch den Algorithmus ein bisschen austricksen. Weil man einfach regelmäßig dabei ist. Und der liebt es ja, wenn man regelmäßig postet.

Ja, ganz prima Sache. Ich bin sehr glücklich darüber.

Franziska:
Was glaubst du, was sind so typische Missverständnisse, wenn Leute so etwas angehen wollen?

Rike:
Naja, man muss vielleicht gucken, warum Leute in Gruppen wollen. Also, wenn da jemand ist, der keinen Bock hat auf Gruppe, sondern sich nur um sich selbst dreht, dann ist das Quatsch.

Dann wird das auch irgendwann auseinanderknallen, denke ich.

Wenn aber alle Lust haben auf das Miteinander und das auch den anderen geben und nicht nur nehmen, dann kann das richtig schön werden.

Ja, ich glaube, die Beweggründe, warum will jemand dabei sein. Da muss man gucken.

Ansonsten muss man einfach, glaube ich, immer über alles reden. Und zwar so offen wie möglich. Ja, eigentlich geht es immer wieder um die Kommunikation. So klar wie möglich.

Also möglichst ohne irgendwelche komischen Hintergedanken. Sondern wirklich geradeaus und ehrlich. Und dann kann das eigentlich nur gut werden.

Franziska:
Ja, ich glaube, die Kommunikation. Das ist schon auch echt eine Herausforderung.

Ich gehöre ja zu dem Originalteam des Weimarer Adventskalenders, was ja auch so eine Kollaboration ist. Und am Anfang waren wir, glaube ich, zwölf Leute. Irgendwann haben wir versucht, immer 24 Leute zusammenzukriegen, dass jeder wirklich nur ein Türchen hat.

Und umso größer so eine Gruppe wird, umso schwieriger werden natürlich auch so diese Kommunikationssachen. Da missversteht man sich einfach noch mal so viel schneller.

Also bei uns war es immer total nett. Wir haben dieses Produkt gehabt und haben dann gemeinsam dann damit Akquise gemacht.

Und haben alle davon profitiert. Es war einfach so eine totale Win-Win-Situation für alle. Und gleichzeitig hatten wir noch so ein schönes Produkt und haben auch noch was zusammen gemacht und haben Zeit zusammen verbracht. Das war toll.

Rike:
Also das war dann richtig auch ein Papier-Adventskalender?

Franziska:
Ja, der wird jetzt bei Jaja, also im Jaja Verlag publiziert. Den gibt es immer noch.

Rike:
Ach, wie toll, da weiß ich ja schon, was ich mir dieses Jahr zu Weihnachten schenke. Sehr gut. Klasse.

Franziska:
Kollaborationen sind echt toll. Genau. Und ich habe es ja gerade schon gesagt, der Unterseecafé-Account, der hat ja schon über 10.000 Follower*innen. Aber du hast ja auf Instagram über 54.000 Follower*innen.

Und du hast ja damit was geschafft, was ganz viele Kreative schaffen wollen, nämlich einfach so eine große Reichweite auf Instagram aufzubauen. Wie hast du das gemacht?

Rike:
Ja, das ist eine gute Frage. Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass ich vorausschicke, dass das jetzt so, glaube ich, nicht mehr gehen würde.

Ich denke, wenn man jetzt frisch auf Instagram anfängt, ist es noch mehr ein Glücksspiel als es damals schon war, als ich angefangen habe.

Ich bin ewig dabei, ja, weiß ich nicht. 10, 11 Jahre oder so.

Ganz am Anfang war das noch so ein, oh, mal gucken, was das für eine lustige App ist. Es gab so Fotofilter. Das war alles noch ganz neu und aufregend.

Dann habe ich erst mal nur so Fotos gemacht und gepostet. Ach, wie hübsch das aussieht. Und habe mir nichts gedacht dabei, null.

Und irgendwann habe ich ... weiß ich gar nicht warum ... meine Zeichnung reingetan. Und die kriegte dann viel mehr Likes als die Fotos. Nach ach. Natürlich. Ich kann das ja auch beruflich nutzen. Ach sieh an. Nein, so etwas aber auch.

Ja, und dann habe ich angefangen, kleine Zeichnungen zu machen. Und das waren ein richtig tolles Ding, weil es hat mich an so einem Punkt in meinem Leben, wo ich eigentlich unzufrieden war mit meinen eigenen Sachen, mit meinen eigenen Zeichnungen, gezwungen, jeden Tag was Präsentierbares, was Zeigbares zu zeichnen.

Und mich da rein zu fummeln. Zu gucken, wie reagiert denn das Publikum auf instagram darauf. Und was kann ich besser machen.

Damals war das wirklich noch so so ein echtes Feedback, habe ich das Gefühl. Man hat was gepostet und konnte an den Like Zahlen ablesen, ob das jetzt gut ankommt oder nicht.

Das geht inzwischen nicht mehr. Es geht einfach nicht mehr. Man kann nichts mehr herleiten. Es ist wirklich ein Lotterieverfahren, habe ich manchmal das Gefühl.

Und durch dieses regelmäßige, tägliche was für die Welt da draußen zeichnen, habe ich einfach unfassbar viel Übung gekriegt und mich verändert.

Und habe auch angefangen, viel mehr zu gucken und diese Blase aufzubauen. Dieses Worin man sich bewegen möchte, kann man bei Instagram ja schon steuern.

Also durch Likes, durch wem man folgt und was man sich ansieht und kommentiert und so weiter. Das macht es ja dann schon so, dass man mehr davon eingespielt bekommt.

Und das Gucken, also Inspiration bekommen, das Sehen, was ich sehen will, Lernen vom Gucken und selber jeden Tag zeichnen dafür und dieses Feedback bekommen, das hat so viel bei mir gemacht.

Das war wirklich eine schöne Anfangszeit. Und da entstanden eben auch so die ersten Kontakte, dass man mit Leuten ins Gespräch gekommen ist. Also ich habe wirklich Freunde gefunden über Instagram. Das ist phänomenal.

Und jetzt auch richtig tolle Kolleg*innen-Kontakte. Also Instagram ist ja auch so, dass man die Leute eher mal einfach anschreiben kann, was fragen.

Jedenfalls habe ich gezeichnet und gezeichnet und gezeichnet. Und Instagram hat damals noch belohnt, wenn man fleißig war. Je fleißiger man war, desto eher ist man gewachsen.

Und dann gab es so eine Zeit, da ist das Ding einfach durch die Decke geknallt. Und ich saß immer früh am Frühstückstisch, habe auf mein Handy geguckt und habe gedacht, was, das kann doch nicht sein.

Kinnings, schon wieder 2.000 Follower mehr. Wow, cool. Was für eine coole Mutter. Das hat sich inzwischen leider auch schon wieder gelegt. Aber es gab so eine Zeit. Ja.

Irgendwann ist das einfach auseinandergeflogen, wurde ganz, ganz viel, ganz, ganz schnell.

Es ist total ausgebremst inzwischen. Also das stagniert jetzt seit Jahren auf diesem hohen Level. Was ganz schön ist, weil man wird von anderen großen Accounts eher ernst genommen. Ist leider so.

Aber man spielt dann irgendwie in einer bisschen anderen Liga mit.

Aber inzwischen geht es nicht mehr ums Wachstum, sondern um die Qualität, die da passiert. Also, dass ich mich innerhalb dieser Freundinnen- und Kolleg*innen-Blase bewege. Austausch habe. Anderer Leute Arbeiten sehe. Auch gucke, was Verlage rausbringen.

Ja, also es war mal leicht, ist es leider nicht mehr,

Franziska:
Um das mal so zeitlich anzuordnen, wann war denn so diese Zeit? Damit das Menschen besser verstehen? Also war das 2015, oder?

Rike:
Ja, 2015, 2016, 2017. So in dem Dreh. Da ging das richtig durch die Decke.

Und vor, ich würde mal sagen, vier Jahren etwa, wurde es extremst langsam und ist gelegentlich auch rückläufig sogar inzwischen.

Kann man auch nicht viel machen, habe ich das Gefühl. Tja, also wenn man jetzt frisch beginnt, muss man, glaube ich, sehr großes Glück haben.

Da wüsste ich jetzt auch nicht, wie man jemandem raten kann, da wachsen zu können. Das ist wirklich schwer.

Man kann es natürlich immer versuchen. Wer weiß. Unmöglich ist es nach wie vor nicht, denke ich.

Franziska:
Ja, aber ich glaube, es ist total entlastend, wenn das jetzt Leute hören.

Also weil das, was du gerade beschrieben hast, das passiert ja wirklich. Man guckt auf so eine Zahl. Und ich glaube, wir lassen uns alle davon beeindrucken. Weil gerade Menschen, die jetzt in den letzten Jahren versuchen, auf Instagram Reichweite aufzubauen, wissen, wie schwer das ist.

Und wenn dann so eine große Zahl da ist, ist das schon auch beeindruckend.

Und ich glaube, es ist total entlastend zu hören und zu wissen, dass einfach je nachdem, wann man angefangen hat und auch in welchen Phasen man aktiv war, dass man das nicht mit einem Maß messen kann.

Man kann sich da nicht eins zu eins vergleichen. Und es ist auch total okay, dass es bei einem selbst vielleicht anders aussieht, weil man aber viel später angefangen.

Rike:
Unbedingt. Ja, ja. Auch ganz, ganz wichtig: diese Like-Zahlen und Folge-Zahlen nicht auf die eigene Qualität zu beziehen. Das war zu der Zeit, als das noch einfach hochging.

Da gab es wirklich so Phasen, wo das wieder runterging. Wo ich wirklich traurig war und dachte, was mache ich denn falsch? Also das konnte einen auch richtig in Löcher abstürzen.

Man dachte, ja, ich mache das alles nicht mehr gut und ich bin nicht gut genug.

Das ist aber totaler Quatsch. Also es gibt ja Leute mit ganz, ganz toller Kunst und wundervollen Illustrationen, die ganz wenig Likes und Folger haben. Da darf man um Gottes Willen nicht hingucken als Qualitätsmerkmal.

Überhaupt nicht. Also das war irgendwann vielleicht mal so. Es ist schon lange nicht mehr.

Franziska:
Ja, ich glaube, es ist total gut, dass du das sagst. Man muss das, glaube ich, öfters mal hören. Regelmäßig.

Rike:
Es ist wirklich so.

Franziska:
Du hast es ja gerade beschrieben und ich glaube, das kennen alle. Diese Gefahr, sich auf Instagram zu vergleichen.

Du bist ja aber schon auch immer noch sehr aktiv auf Instagram. Wie schützt du dich davor?
Also hast du so ein paar Tools und Strategien, die du benutzt, um dich davor zu beschützen?

Rike:
Mhm.

Franziska:
Wie behältst du deine positive Energie, die du auf Instagram für mich gefühlt immer hast?

Rike:
Ja, also einerseits natürlich Erfahrungswerte. Ja, wenn da im Instagram immer wieder eins auf den Deckel gibt, irgendwann kommt man dann schon auf den Trichter, dass es nicht an einem selbst liegen muss unbedingt.

Andererseits der Austausch natürlich mit anderen Leuten, die große Accounts haben. Also Merle Goll und Anna Süßbauer haben ja auch riesige Accounts. Viel, viel größer als meins.

Und mit denen habe ich mich natürlich auch intensiv darüber unterhalten, wie es denen geht. Wie die Like-Zahlen sind und so.

Und dann ... viel innere Arbeit. Sich das auch selbst zu erklären. Zu sagen. Zu erkennen. Das Ding zu beobachten.

Anna ist ganz groß, was Statistiken angeht. Die hat mir auch gezeigt, wo man mal gucken kann, wie das mit den Likes ist von den Folgern und den Nichtfolgern und wie man das begutachten kann und dann auch für sich analysiert.

Ja, und irgendwann, weiß ich nicht, es war wie so ein ... Ablösen und eben das Positive sehen, was ich nach wie vor dort habe.

Also der persönliche Austausch mit Menschen, die mir folgen und meine Sachen gerne haben. Und mit Leuten, die im gleichen Feld arbeiten. Das ist einfach so was Schönes. Und das reicht mir inzwischen. Das nehme ich und den Rest lasse ich abperlen.

Franziska:
Das ist eine gute Strategie. Ja, du hast ja recht. Ich glaube, wir haben das ja alle in den letzten Monaten öfters mal gesehen.

Es gab ja mehrere Wellen, wo wirklich viele Kolleg*innen verkündet haben, dass sie auf Instagram nicht mehr sein wollen. Auch aus politischen Gründen, die ja auch alle valide sind.

Und ich kann nur für mich sagen, dass ich auch darüber nachgedacht habe und dabei schon auch gemerkt habe, mir würde das wirklich fehlen. Der Austausch mit bestimmten Leuten.

Es fühlt sich nicht wirklich an wie echter Austausch, aber es fühlt sich so an, wie in einem Boot sitzen.

Rike:
Ja.

Franziska:
Ich habe das Gefühl, ich bin umgeben von Kolleg*innen und das ist ein schönes Gefühl.

Und ich kann ab und an mal sehen, was meine Kolleg*innen machen. Und ich weiß, was passiert und das hat auch einen echten Wert.

Das finde ich sehr wertvoll. Und da habe ich gemerkt, als ich darüber nachgedacht habe, Instagram zu verlassen, das würde mir wirklich fehlen.

Rike:
Einerseits würde mir das auch fehlen Also ich habe da wirklich eine schöne Community. Das würde mir fehlen.

Und andererseits: Die Alternativen, die man jetzt bespielen kann, ja, ich habe die natürlich auch alle erstmal runtergeladen und geguckt und ein paar Sachen reingestellt, die sind einfach noch sehr, sehr klein.

Und die Verlage, denen man sich ja auch zeigen möchte über Instagram, die sind zum größten Teil noch nicht da. Und Instagram ist für mich auch eine Form von Akquise.

Es ist Kolleg*innen-Blase. Es ist die Folger- und Freunde-Blase, die ich liebgewonnen habe über die vielen Jahre.

Aber es ist auch mich zeigen. Also einerseits meine eigenen Sachen. Andererseits aber auch Auftragsarbeiten.

Also wenn ein Buch rauskommt, zeige ich das natürlich auf Instagram. Ich bin dann stolz. Ich freue mich drüber und ich will, dass die Welt das weiß.

Und wenn man zeigt, dass man professionell arbeitet, sehen das Verlage und sehen, okay, die zieht ganze Bücher durch, also an dem Punkt können wir uns auf die einlassen.

Wenn dann auch noch die Arbeiten gefallen, kommt wahrscheinlich ein Auftrag zustande.

Mir wurde gespiegelt von Verlagen, die mich angeschrieben haben, bei denen ich keine aktive Akquise betrieben hatte, dass sie mich auf Instagram gesehen haben.

Oder ich habe gefragt, wo habt ihr mich gesehen und welchen Strich sucht ihr? Und dann haben die mir Screenshots von Instagram geschickt.

Da dachte ich, aha, okay, das funktioniert.

Also mal ganz abgesehen von direkten Aufträgen, die ich über Instagram kriege, was auch passiert. Also ich will da nicht weg. Ich kann da nicht weg.

Und ich finde auch, in diesem ganzen ekligen politischen Kleb, den wir gerade erleben, sollten wir nicht alle weggehen.

Dann sitzt da der ganze eklige Rest und suhlt sich in seinem Schlamm. Und wir sind ganz woanders und überlassen denen dann einfach das Feld? Das finde ich auch nicht richtig.

Also dann lasst uns lieber da bleiben und laut und bunt und stark sein. Und auch zeichnen für und gegen Sachen. Mache ich ja auch sehr gerne.

Also ich bringe mich ein. Ich bin nicht so richtig der Demogänger. Menschenmengen sind nicht so mein Ding. Aber ich kann das ja dann auf meine Art da machen. Mit der Reichweite, die ich habe.

Ich kann zeigen, was ich denke. Kann mich mit Leuten verknüpfen und Projekte zusammen angehen. Solche Sachen. Also wenn jetzt alle weggehen, ist es total schade drum, wirklich.

Franziska:
Ja, du hast es ja gerade schon angedeutet. Du machst deine Meinung sichtbar auf Instagram und kollaborierst auch nicht nur mit dem Untersee Café, sondern auch in anderen Projekten. Und ein Projekt, das ja in letzter Zeit entstanden ist, ist ja das Friedenstier. Kannst du uns mal kurz erzählen was das Friedenstier ist?

Rike:
Kann ich kurz erzählen, warum das Friedenstier ganz eng mit deinem Podcast verknüpft ist?

Franziska:
Ja, natürlich, total gerne. Ah da bin ich neugierig.

Rike:
Du hattest nämlich Sabine Kranz mal im Podcast zum Gespräch. Und die Folge habe ich mir angehört. Natürlich, wie fast alle deine Folgen.

Und war ganz beeindruckt von ihrer Art zu arbeiten. Sie hat beschrieben, dass sie die Farben auf verschiedene Ebenen legt. Und ich fand das ganz interessant, habe ich noch nie gehört, auch noch nie ausprobiert.

Und als die Folge zu Ende war, habe ich ihr sofort auf Instagram eine Direktnachricht geschrieben, dass ich das ganz spannend fand.

Und dass ich ihr furchtbar gerne mal über die Schulter gucken würde, wenn sich das irgendwie ergeben sollte.

Also ich wusste, sie wohnt in Frankfurt. Und einmal im Jahr bin ich in Frankfurt zur Buchmesse. Und dachte: vielleicht sagt sie, komm doch mal rum und ich zeig’s dir. Hatte ich so die Hoffnung.

Und siehe da, total lieb zurückgeschrieben, Sabine Kranz. Ja, na klar. Und wir können das ja auch per Zoom vorher schon mal machen. Aber klar, spätestens zur Buchmesse. Und dann sind wir sehr nett ins Gespräch gekommen.

Und kurz vor der Buchmesse hat sie tatsächlich gefragt, wie sieht es denn aus? Kommst du und wollen wir uns nicht erstmal auf einen Kaffee treffen?

Und dann haben wir das zu dritt gemacht. Die Merle haben wir mitgenommen. Die kommt auch einmal im Jahr nach Frankfurt. Die wohnt in London. Deswegen sehe ich die meistens auch nur einmal im Jahr dort, obwohl wir sehr gut befreundet sind.

Wir haben uns zu dritt getroffen und es war genau der Punkt, wo wirklich ein Krieg nach dem anderen angefangen hatte und wir alle sprachlos waren.

Und dann standen wir da zu dritt am IO-Stand und fühlten uns mal ganz milde ausgesprochen scheiße mit der ganzen Sache. Und auch sehr hilflos.

Und ich hatte kurz vorher angefangen, die ganzen Kolleg*innen am Illustratoren-Organisationsstand zu fragen, ob sie mir eine Friedenstaube ins Skizzenbuch zeichnen.

Einfach so, weiß ich nicht, so ein kleines persönliches Mutmacht-Ding. Oh, guck mal hier, dich kenne ich zwar nicht so richtig, aber könntest du mir nur eine ganz kleine Taube ins Skizzenbuch zeichnen?

Haben auch alle lieb gemacht. Und dann habe ich den beiden beim Kaffee das erzählt.

Und dann haben wir so gedacht, oh man, man könnte doch ein Postkartenbuch machen. Oder gleich ein ganzes Buch. Oder einen Kalender. Voller Friedenstauben.

Und die Merle dann so, oder Friedenstiere, es müssen ja nicht nur Tauben sein. Wir so, ja, geile Idee, lass uns das doch machen.

Und dann haben wir uns wirklich in dem Moment die Hand drauf gegeben, pass auf, wir gehen jetzt los über diese Messe, die voll ist von Kolleg*innen, die wir ein bisschen kennen oder gut kennen.

Und wir fragen die einfach alle, ob die Bock haben, ob die ein Friedenstier zeichnen würden. Und dann haben wir uns während dieser zweieinhalb Tage dann immer zwischendurch Nachrichten geschickt. Ich habe jetzt noch den und den und die und die. Und guck mal, die Liste wurde immer länger.

Das kann wirklich funktionieren. Es hatte niemand Nein gesagt. Alle haben gesagt, unbedingt, auf jeden Fall. Hier ist meine Nummer, hier ist meine E-Mail-Adresse, schreibt mir.

Und nach der Messe haben wir uns dann noch mal kurz ausgetauscht, wen wir jetzt alles haben. Und das war wirklich schon eine ganze Latte.

Dann haben wir gesagt, okay, dann versuchen wir jetzt noch alle, die wir nicht auf der Messe getroffen haben, anzuschreiben. Zu fragen. Und dann hatten wir plötzlich Über 100 Leute.

Dann kam Sabine noch mit der Idee um die Ecke, man könnte vielleicht noch Schreibende dazuholen. Das würde das Ganze noch ein bisschen interessanter machen.

Die haben auch alle sofort Ja gesagt, das war phänomenal.

Und haben ein bisschen sortiert, haben ein ganz grobes Layout gemacht und haben das dann bei Verlagen vorgestellt.

Wir haben alle die Verlage rausgefummelt, wo wir schon so bisschen Kontakte hatten, haben das hingeschickt. Und dann hatten wir tatsächlich drei Verlage, die gesagt haben, ja das ist toll, wir wollen das machen.

Und dann ging es darum, dass sie natürlich uns sagen mussten, wie viel sie spenden würden . Wir hatten uns damals gedacht. an »Ärzte ohne Grenzen«, weil wir finden deren Arbeit toll.

Wie viel von den Einnahmen würden die Verlage abgeben? Und dann haben wir denjenigen genommen, den DTV-Verlag. Die haben nämlich die größte Spende zugesagt. Quasi alles minus Vertrieb und Produktionskosten. Also die waren so großzügig in ihrer Ansage.

Das war dann ganz klar, okay. Das war auch ein tolles Gefühl, mal von der Seite auswählen zu dürfen. Ja, sonst wird man immer selber ausgewählt. Welche Illustratorin kriegt jetzt den Zuschlag?

Wir durften jetzt mal entscheiden, welcher Verlag kriegt den Zuschlag.

Und dann ging das ziemlich schnell alles. Also wir haben ein Layout gebaut. Der Verlag hat total schön geholfen, hat das Lektorat gemacht, das Korrektorat, das Fine-Layout. Die haben richtig, richtig viel geholfen.

Und jetzt ist da ein Buch in dieser Welt. Das heißt das Friedenstier. Es ist gefüllt mit 147 Urheber*innen, die entweder gezeichnet oder geschrieben haben.

Und wie gesagt, so gut wie alle Einnahmen gehen an »Ärzte ohne Grenzen«. Und zur Buchmesse dieses Jahr soll ein Scheck an »Ärzte ohne Grenzen« übergeben werden. Ich bin gespannt, was dann da draufstehen wird.

Franziska:
Oh wie schön, was für ein schönes Projekt. Und ich musste gerade sehr schmunzeln, weil ich mich erinnern kann. Auf der gleichen Buchmesse hatte ich mich nämlich auch mit Sabine zu einem Kaffee verabredet.

Und da hat Sabine mich gefragt und hat gemeint, so, hey du, hast du Lust ein Friedenstier zu zeichnen?

Und ich habe auch sofort Ja gesagt. Und habe auch sofort gesagt, darf ich noch so ein paar Leute mitbringen? Weil ich bin mir ganz sicher, ich kenne so viele, die so gerne daran mitmachen wollen bei so einem tollen Projekt.

Ach, wie schön. Ja, aber das heißt jetzt alle, die zuhören und die eine gute Sache unterstützen wollen und dem Frieden so ein bisschen unter die Arme greifen möchten, indem sie »Ärzte ohne Grenzen« unterstützen, kauft bitte ein Buch

Rike:
Ja, bitte. Oder drei. Oder fünf.

Ja, wirklich, jeder Kauf tut Gutes und es ist ein wunderbares Geschenk.

Weil ich finde, es ist für alle Altersgruppen toll. Also ich glaube, das kann man einem vierjährigen Kind zeigen, weil es ist sehr bildlastig. Aber es kann sich auch ein Erwachsener angucken, weil die Zeichnungen sind einfach richtig, richtig schön.

Also da sind ganz lustige Sachen dabei. Aber auch ganz ernste Sachen. Und die Texte sind alle richtig, richtig toll.

Franziska:
Das ist ja jetzt ein sehr sinnstiftendes Projekt.

Welche Rolle spielt denn so dieser sinnstiftende Anteil der Arbeit in deinem Berufsalltag? Und wie verbindest du das mit deinem wirtschaftlichen Erfolg?

Rike:
Also diese sinnstiftenden Sachen wie das Friedenstier, an dem ich ja nichts verdiene, also für das ich ja nur arbeite, das ist wichtig für mein Seelenwohl, finde ich.

Da klammere ich die Wirtschaftlichkeit komplett aus. Das ist mir vollkommen schnuppe und wenn ich dann die Nächte durchmachen muss, ist es mir auch egal.

Das ist wichtig und richtig und das tut mir gut, weil ich weiß, dass es anderen gut tut.

Und dann arbeite ich eben mehr an anderen Sachen. Dann muss eben Schulbuchakquise gemacht werden, um da noch mehr Aufträge zu akquirieren. Um mehr Geld verdienen zu können. Damit Zeit und Geld da ist, um solche Sachen eben auch zu machen.

Jetzt sind die ja nicht ganz leicht durchzuziehen. Weil man braucht ja immer jemanden, der es publiziert. Also du brauchst ja einen Verlag dafür. Muss man dann gucken, wie sich das mit zukünftigen Projekten umsetzen lässt.

Es wäre schön, so etwas öfter machen zu können, aber nicht immer lässt es sich ja in die Realität bringen. Weil man braucht eben Hilfe von Leuten, die einen auswählen. In diesem Falle Verlage.

Muss man mal gucken. Aber ich meine, allein schon auf Instagram mal wieder eine Friedenstaube zu posten, um die Leute daran zu erinnern, dass einfach mal im Krieg alles platt ist und nichts mehr wird, ist auch wichtig.

Das muss dann kein Buch sein. Es reicht ja, das einfach in die Welt zu tun.

Vielleicht, weiß ich nicht, macht es was mit der ganzen Energie um uns rum. Vielleicht bringt das ein kleines bisschen Gutes, keine Ahnung. Aber mir tut es gut. Und ich habe auch das Gefühl, wie mir das so gespiegelt wird, den anderen tut es auch gut.

Franziska:
Da schließt sich jetzt vielleicht auch so ein bisschen der Kreis. Das ist ja eine große Stärke von Instagram.

Klar, das Friedenstier ist jetzt ein richtig großes Projekt geworden. Mit einem Verlag und einer Buchpublikation und dem ganzen Brimbamborium, was da dranhängt.

Instagram ist halt auch wirklich gut darin, so kleine Sachen zu machen. Schöne, sinnstiftende Dinge zu tun, die einem selbst guttun und vielleicht auch der Community, für die man das macht.

Das kann man da sehr leicht und ganz oft auch ohne irgendwelche finanziellen Mittel tun, weil die Plattform einem da einfach Möglichkeiten gibt.

Also ich finde, das Unterseecafé ist ja auch vom Prinzip eine sinnstiftende Arbeit. Ihr unterstützt euch gegenseitig. Das ist ja so eine Art von Solidarität unter Kolleg*innen, die ja auch sinnstiftend ist.

Rike:
Ja, das stimmt, das stimmt.

Franziska:
So etwas geht auf Instagram total gut, weil man hat einfach so eine Plattform und so ein paar Rahmenbedingungen, die man einfach benutzen kann, ohne Geld investieren zu müssen.

Das Einzige, was man investiert ist Zeit und Aufmerksamkeit und Energie.

Rike:
Richtig. Ja, man kommt auch viel leichter Ins Gespräch mit Menschen, um sich zusammenzutun.

Ich würde jetzt per E-Mail zum Beispiel nicht irgendjemanden, den ich sehr bewundere, mal anschreiben und sagen, ey, deine Sachen sind so toll. Da wäre ich dann, glaube ich doch gehemmt. Aber auf Instagram ist diese Hemmschwelle kleiner.

Und mal einfach so eine direkte Nachricht an jemanden zu schicken, zum Beispiel nach einem Podcast, um zu sagen, hey, die Folge hat mir total gut gefallen, das geht da irgendwie einfacher.

Also für mich zumindest. Die Ebene, auf der man sich begegnet, ist eine andere, als wenn man einen Brief oder eine E-Mail schreiben würde.

Und ich meine, im schlimmsten Falle sehen die die Anfrage nicht. Das ist dann auch nicht so schlimm. Aber im besten Falle sehen sie es und vielleicht freuen sie sich oder man kommt sogar ins Gespräch.

Das ist ja dann noch besser. Und dann kann man wiederum sich zusammenschließen oder Leute anfragen, ob sie mitmachen wollen. Oder man wird selbst gefragt.

Also es gab ja auch gerade die Klimawoche. Da wurde ich auch einfach angefragt, willst du nicht mitmachen, wir machen eine kleine Challenge. Das ist auch wichtig, die Leute mal wieder daran zu erinnern, vielleicht doch lieber das Fahrrad zu nehmen. Oder die Plastiktüte fürs Gemüse liegen zu lassen und die eigene mitzubringen. Und so.

So Kleinigkeiten, das macht was mit mir und mit den anderen auch. Ist wichtig und schön.

Franziska:
Du hast ja gerade beschrieben, diese sinnstiftenden Sachen, die versuchst du komplett von der Wirtschaftlichkeit auszuklammern und arbeitest lieber mehr, damit dafür Zeit und Raum da ist.

Das ist eine sehr gängige und aber auch sehr smarte Strategie.

Also ich kann nur sagen, ich mache das halt auch. Ich habe auch Projekte, die wirtschaftlich keinerlei Einfluss haben, die mir aber wichtig sind. Und ich finde es sogar total gut, die komplett auszuklammern.

Damit die so eine Freiheit haben. Damit da eben kein wirtschaftlicher Rattenschwanz dran hängt. Weil dann verliert sich ganz schnell auch dieses sinnstiftende Gefühl, wenn man halt auf einmal da von wirtschaftlich abhängig ist.

Dann entsteht da so ein seltsamer Druck. Und dann hat das nicht mehr die gleiche Wirkung.

Und ich glaube, wir als kreative Menschen, für uns ist ja auch eine wichtige Aufgabe, wenn wir unsere Kreativität zum Beruf machen, uns Wege zu suchen, wie wir die Kreativität am Leben halten.

Und ich glaube, solche Projekte und so Kollaborationen und Sachen, wo man einfach mit einem guten Gefühl rausgeht sind total wichtig, damit man weiterhin Kraft hat. Und damit der kreative Springbrunnen weiter fröhlich vor sich hin sprudelt.

Rike:
Genau, ganz genau. Auch passend zu deiner letzten Folge, das ist genau so.

Man muss den am Sprudeln halten, sonst kommt man nämlich in seinen wirtschaftlichen Projekten dann nicht mehr auf den grünen Zweig.

Wenn man die nur noch abarbeitet, dann sieht man das ja auch. Also wenn man es schafft, mit den Projekten, die garantiert keine Kohle bringen, glücklich zu werden, dann wird man das in den Projekten, die das Geld einbringen, sehen.

Das ist dann einfach was anderes. Die sind dann fröhlicher und freier und passen besser und sehen nicht aus wie auf der linken Arschbacke weggeschrubbt. Was ja echt schade ist dann. Für einen selbst ja auch. Und fürs Projekt.

Franziska:
Ja, aber was halt so eine ganz eine ganz reale Gefahr ist, wenn man in der Kreativwirtschaft arbeitet.

Wenn man halt Illustrationen oder Design zum eigenen Beruf macht, ist das halt was, was gar nicht mal so selten passiert. Durch wirtschaftlichen Druck. Und es ist ja auch einfach alles nicht so einfach. Man muss Stress aushalten können. Deadlines, bla bla bla.

Also es sind ja tausend Sachen, die an einem so rumzerren. Da so diesen kreativen Optimismus sozusagen zu verlieren, das passiert schneller als man denkt.

So, da muss man sich wirklich bewusst für entscheiden, sich da Methoden zu suchen, um sich selbst zu schützen, auch das eigene Herz davor zu schützen und dem Raum zu geben.

Rike:
Unbedingt, ja, ganz wichtig. Ja, das gibt so Phasen, wo man sich halb tot arbeitet und irgendwann merkt, oh, jetzt bist du an einem Punkt, an den wolltest du eigentlich nie kommen.

Das hat mir vor ein paar Jahren mal ... Antje Hagemann gesagt, du musst aufpassen, dass du nicht ausbrennst.

Und ich habe gedacht, pff, Quatsch. Ausbrennen. Das geht doch gar nicht. Ich habe meinen Traumjob gefunden und es läuft gerade total gut.

Und irgendwann sitzt du an einem Punkt und denkst, boah eigentlich kann ich gerade nicht mehr. Das ist nicht zu unterschätzen.

Also es ist ja nicht nur so, dass man körperlich wirklich auch belastet ist. Also viel, viel Zeichnen geht auf die Augen, geht auf den Rücken, geht aufs Handgelenk, auf den Daumen, auf den Ellbogen.

Das wissen Leute, die in dem Beruf nicht arbeiten, gar nicht, dass es körperlich wirklich schlaucht.

Mal ganz abgesehen von der Kreativität. Das saugt ja auch wahnsinnig Energie. Also Ideen haben, immer zu Ideen haben, kann einen auch echt fertig machen.

Und was auch ganz wichtig ist, in unserem Beruf: Wir sind ja mit dem, was wir zeichnen ganz eng verbunden.

Wir packen ja quasi uns selbst immer aufs Papier. Auch bei den schnödesten Schulbuch-Sachen, wo ich nur Mathe-Kram zeichne. Ich liebe es sehr, muss ich dazu sagen. Aber es hat immer was mit einem selbst zu tun.

Zeichnen kommt immer aus den tiefsten Tiefen Und das wird aber von der Außenwelt immer bewertet. Man macht sich eigentlich immer ein bisschen nackig.

Und alle dürfen eine Meinung dazu haben. Alle können sagen, nee, der Strich ist zu dick, zu dünn, zu bunt, zu nicht bunt genug. Und ach ja, das muss man alles auch wegstecken und aushalten. Und da muss man sich ein dickes Fell wachsen lassen. Das kommt meistens im Laufe der Zeit. Aber das ist auch harte Arbeit und nicht ohne.

Franziska:
Ja, total. Und was ich halt auch interessant finde, ist: sogar die positiven Sachen, merke ich halt so bei mir, sogar die sind manchmal schwer auszuhalten. Weil einfach klar wird, sogar wenn man positives Feedback bekommt, man wird halt die ganze Zeit bewertet.

Und dann in Aufträgen ja auch noch nach irgendwelchen wirtschaftlichen Kriterien. Da guckt das Marketing drauf.

Das finde ich manchmal sogar fast einfacher, weil dann kriegt das so einen gewissen Pragmatismus. Und ich kann sagen, okay, das Marketing hat jetzt gesagt, der Coverentwurf funktioniert nicht. Das hat mit mir nichts zu tun.

Das liegt daran, dass die denken, dass die Zielgruppe grün doof findet. Was ich für ein seltsames Argument halte, aber mein Gott, die finden das halt. Das macht es fast einfacher.

Aber diese ständige Bewertung auszuhalten, das kostet Kraft und das braucht einfach Erfahrung. Und vielleicht auch so ein paar Strategien, um da Abstand zu schaffen, für sich selbst. Um sich zu beschützen und sich Raum zu geben, um sich ab und an mal davon zu erholen.

Rike:
Unbedingt. Auch Rationalität hilft.

Wenn man darüber nämlich ganz rational nachdenkt, wie viele Bücher erscheinen auf dem deutschen Buchmarkt jedes Jahr und man sich bewusst wird, dass man davon nur ein winzig kleiner Teil ist und auch weiß, dass die großen Erfolge manchmal auch ein Lottogewinn sind und nicht unbedingt was mit einem selbst zu tun haben.

Das kann auch helfen. Also ein bisschen auf Abstand gehen und nicht alles auf sich selbst zu beziehen. Genau.

Franziska:
Ja, das stimmt. Aber so als Abschlussfrage, du hast ja gerade gesagt, alles, was wir machen als Illustrator*innen, hat ja was mit uns selbst zu tun. Und mit jedem Strich, den wir aufs Papier machen, geben wir ja vom Prinzip auch so ein bisschen Einblick in uns selbst.

Und ich habe mir hier vorher aufgeschrieben, in Vorbereitung auf das Interview, weil ich dich das schon immer mal fragen wollte, warum zeichnest du eigentlich so gerne Regenwürmer und Hühner?

Rike:
Also ich finde Hühner einfach entzückend. Hühner sind so beruhigend für mich. Wenn man so einem Huhn zuguckt, wenn das im Sommer in so einer Sandkuhle badet. Und dann das eine Augenlid ein bisschen hochzieht und dazu dieses singende Geräusch macht. Dieses ooooh, wenn die so im Sand rumliegen. Das ist einfach so schön beruhigend.

Die sind so im Jetzt und genießen die Sonne und den Sand.

Oder wenn man Hühnern beim Rennen zuguckt von hinten. Das ist einfach so urkomisch. Hühner sind einfach fantastischen Kreaturen. Auch die letzten Überbleibsel der Dinosaurier, nicht wahr?
Also ich mag Hühner einfach sehr gerne. Und habe die irgendwann mal eine Weile gezeichnet, weil mir das Spaß gemacht hat und großes Vergnügen bereitet hat.

Und kam auch noch sehr gut an auf Instagram. Ich glaube, vielen Leuten geht es so. Hühner sind einfach große Klasse.

Und wo ein Huhn ist, ist ein Wurm nicht weit, nicht wahr? Und irgendwie hat sich das dann ergeben. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich Regenwürmer genauso toll finde.

Also Regenwürmer sind ja auch einfach eine ganz großartige Sache. Die sind ja, was den Boden angeht, unersetzlich.

Und dann wurde der Wurm immer wichtiger. Das Huhn trat so ein bisschen in den Hintergrund.

Über diesen Wurm hat es sich aber auch ergeben, dass ich tatsächlich über Instagram ein neues Projekt an Land gezogen habe. Also da kommt jetzt ein ganz tolles Wurmbuch demnächst, was ich mit Kai Lüftner zusammen gemacht habe.

Und dieses Buch gäbe es nicht, wenn es Instagram nicht gäbe. Also wir haben uns darüber gefunden und haben ein Buch zusammen gemacht. Da freue ich mich auch echt drauf.

Da habe ich dann aber ungefähr, naja, so geschätzt, ich würde mal sagen, 4586 Regenwürmer gezeichnet.

Franziska:
Aber spannend, ach wie schön, das freut mich sehr. Aber ja, so funktioniert das ja. Sichtbar werden mit Themen. Und das braucht dann halt einfach die 4325 Regenwürmer, bis man dann halt heutzutage mit Regenwürmern sichtbar wird.

Aber dann steht man halt auf einmal für ein Thema. Und dann wird man auf einmal auch für so etwas angefragt. Weil Leute sich erinnern und sagen so, Rieke ist die, die Regenwürmer total charmant zeichnen kann. Und die, so wie es aussieht ein großes Wohlwollen für Würmer hat.

Rike:
Da ging übrigens auch ein nicht wirtschaftlich relevantes Thema voraus. Und zwar dieses Projekt Schutzengel für das Kinderpalliativzentrum Datteln. Da wurde ja aufgerufen , dass man einen Schutzengel spenden könne an diese Klinik. Und das fand ich total toll und hab natürlich, natürlich sofort einen gezeichneten und hin geschickt.

Und darüber hat der Kai mich gefunden. Und hat dann gesagt, ey, das ist ja toll, dass du mitmachst. Und ja, wann machen wir denn eigentlich mal ein Buch zusammen? Und zack, haben wir das einfach gemacht.

Franziska:
Zack. Ja. Ja, ich bin mir sicher, dass da vorhin einige so gedacht haben, man Franziska, stell doch mal ein paar mehr Fragen dazu.

Weil: du hast das ja vorhin schon erwähnt, dass Verlage dich über Instagram finden und dass du auch Aufträge über Instagram bekommst. Und du bist eine der wenigen Personen, von der ich weiß, dass sie über Instagram Aufträge bekommt.

Und deswegen kannst du uns da vielleicht noch mal einen Einblick geben? Du hast es ja gerade schon beschrieben. Mit Themen sichtbar werden. Und dann werden Leute aufmerksam. Und dann ergibt sich daraus vielleicht irgendwann auch ein Buchprojekt.

Oder halt bei solchen sinnstiftenden Projekten sichtbar werden. Auch das sind halt ja Möglichkeiten, die man sich einfach kennenlernen kann.

Kannst du sagen, was gute Ideen sind, was man da machen kann?

Rike:
Also, ich kriege immer mal wieder Anfragen verschiedenster Art, die fast immer darauf hinauslaufen, dass wenn ich mit dem Wort Angebot, ich schreibe dir jetzt ein Angebot um die Ecke komme, sind die weg.

Ganz oft passiert das. Also ich nehme die alle ernst. Und sag dann, schick mir bitte, was du brauchst, an diese E-Mail-Adresse und ich schicke dir dann ein Angebot zurück, wie viel das kosten wird.

Und immer mal wieder nimmt das aber jemand ernst und schreibt dann tatsächlich ausführlich zurück. Also ich habe zum Beispiel über eine Schwimmschule ein ganz niedliches Buch gemacht. Haben wir zusammen gemacht. Die hatten den Text, ich habe die Illus gemacht.

Aber ich habe auch mit einem Privatkunden in Amerika ein ganzes Kinderbuch zusammen gemacht. Der hatte einen Text gereimt und suchte jemanden. Er hatte meine Arbeiten gesehen und fand die passend und hat angefragt. Und dann habe ich ihm das Angebot geschickt und er hat sofort gesagt, ja so machen wir es. Total gut so.

Also es passiert, ich glaube man muss sich immer mal darauf einlassen auch.

Also ich hatte auch eine Anfrage von einer New Yorkerin, die gesagt hat, hier, sie hat einen ganz kleinen Indie-Verlag. Man kriegt überhaupt keinen Vorschuss. Es läuft alles über die Prozente. Ob ich bereit wäre, so etwas mit ihr zu machen?
Und dann habe ich mir die Geschichte angeguckt und dachte, ja, die Geschichte ist so toll, die gefällt mir so gut, das mache ich.

Also super Risiko. Ja. Wenn ich das Ding nicht verkaufe, verdiene ich im schlimmsten Falle gar nichts. Außer, dass ich dann Bilder fürs Portfolio habe. Was auch was wert ist, aber eben kein monetärer Wert in dem Sinne.

Dann ist dieser Verlag leider krachen gegangen, weil die Verlegerin schwer erkrankt ist. Und dann war die Autorin sehr traurig. Ich war auch traurig, weil ich hatte schon 19 Seiten Vertrag durchgeackert und schon viele Skizzen gemacht.

Und dann sind wir noch bei Searchlight auf die Shortlist gekommen, aber es hat auch nicht geklappt. Und dann habe ich es mit nach Bologna genommen und habe es da gepitcht. Und Wonderhouse Books hat es jetzt mit uns durchgezogen.

Also man muss sich manchmal auch einlassen auf Sachen, wo man erst denkt, naja, wer weiß, ob das was wird und so.

Natürlich immer gut überlegt und gut abklopfen und auch in sich hineinhorchen, gibt man da jetzt nicht zu viel? Also man darf sich auch nicht tot machen. Wenn man andere Aufträge hat, darf man die nicht vernachlässigen und so weiter. Burn out. Tralala.

Aber ruhig mal hingucken und dann denken, ja warum eigentlich nicht? Du hast jetzt die Zeit gerade und dann gehst du das Risiko eben ein.

Wenn der Text mir gefällt, dann mache ich das. Und ich habe es noch nie bereut.

Und manchmal kommen ja auch so ulkige Sponsoring-Sachen um die Ecke. Also Clip Studio Paint, die dann sagen, hier, willst du nicht mal unsere App probieren und wir zahlen dir dann dafür Geld. Du musst das und das machen und wie viel willst du dafür haben? Passiert auch gelegentlich.

Regelmäßige Sichtbarkeit, also den Account am Leben halten. Das muss ja gar nicht so oft sein, einmal die Woche tut es wahrscheinlich auch. Das ist sinnvoll, wenn man gesehen werden möchte.

Wenn man den jetzt komplett Monate liegen lässt, den Account, dann wird der ja immer unsichtbarer und dann sieht einen keiner mehr.

Aber so ein bisschen Füttern ist für einen selbst vielleicht gut. Mal was Freies machen. Vielleicht mal was zeichnen, worauf man wirklich Lust hat. Und dann greift das jemand auf, wenn man ein bisschen Glück hat, ja.

Franziska:
Ja, und das ist auch ein total schöner Hinweis, den Zynismus mal so hinten einzustellen und sich zu erlauben, auch jedes Angebot ernst zu nehmen und mit Respekt zu behandeln.

Weil da einfach auch natürlich öfters mal Sachen dabei sind, wo nichts bei rumkommt und wo man einfach nicht zusammenfindet, weil die wirtschaftlichen Ideen davon einfach zu weit auseinander sind. Aber halt eben immer mal wieder eben doch auch was Schönes dabei sein kann.

Rike:
Ja, absolut. Wenn man dem Ganzen eine Chance gibt.

Franziska:
Voll schön. Und vielleicht noch so zum Abschluss noch mal so eine ganz, ganz große Frage. Wir sind ja gerade so in so ein bisschen herausfordernden Zeiten. Das kann man, glaube ich schon, das darf man so nennen. Ja. Was gibt dir denn in herausfordernden Zeiten Kraft?

Rike:
Gleichgesinnte. Austausch. Zeichnen sowieso.

Also Zeichnen auch bezogen auf bestimmte Dinge. Vielleicht jetzt nicht so punktuell politisch, aber so im Allgemeinen. Also vor allem was den Frieden angeht und die Umwelt.

Schreiben. Ich schreibe ja auch gerne mal eine Gedichte und für mich selbst auch manchmal eine Kurzgeschichte. Das hilft auch.

Und vielleicht auch mal weggucken. Also mir hilft tatsächlich. Manchmal den Nachrichtenkonsum drosseln, extrem drosseln. Bis zu: heute nur fünf Minuten Radio und dann komplett aus.

Manchmal geht es dann doch zu sehr an die Nieren. Und dann hemmt das auch alles andere. Also dann ist auch das Arbeiten schwer. Dann wird alles zäh und eklig.

Dann lieber rausgehen, eine Runde joggen, Kopf abschalten und sich auf das konzentrieren, was gerade wichtig ist.

Franziska:
Es reicht auch irgendwie alle paar Tage mal Nachrichten zu gucken.

Rike:
Genau so, genau so. Guckst du Nachrichten auch auf Finnisch? Entschuldigung aber es interessiert mich brennend.

Franziska:
Ja, es gibt so von Yle, das ist sozusagen das finnische ARD, gibt es Nachrichten in einfacher Sprache. Und die gucke ich, also jetzt nicht jeden Tag, aber schon ab und an. Weil bei normalen Nachrichten würde ich kein Wort verstehen.

Bei den Nachrichten in einfacher Sprache verstehe ich 20 Prozent. Und es gibt Bilder dazu und dann kann ich mir den Rest noch so ein bisschen zusammen reimen.

Ja, ich bin milde optimistisch, dass das in den nächsten zehn Jahren irgendwann klappen wird.

Rike:
Daumen gedrückt dranbleiben.

Franziska:
Ja, danke Rike. Vielen Dank, dass du heute da warst und dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast und uns auch mal das Friedenstier vorgestellt hast.

Rike:
Da freue ich mich einfach sehr. Vielen Dank für die kleine Plattform, für unser Friedenstierbuch. Ich hoffe, viele Leute hören das und gehen jetzt sofort in den nächsten Buchladen.

Franziska:
Ja, das hoffe ich auch. Bitte, macht es. Kauft ein Buch mindestens, wenn nicht sogar drei oder fünf.

Danke, Rike.

So, das war das Interview mit der tollen Illustratorin Friederike Ablang. Was ist dir vom Gespräch mit Rike besonders in Erinnerung geblieben und wo hattest du einen Aha-Moment beim Zuhören? Gibt es auch Dinge, wo du gern widersprechen möchtest? Teile deine Gedanken dazu gerne auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn oder Bluesky. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.

Die Frage zum Podcast-Thema

Und hier auch die wöchentliche Positionierungs-Frage für dich: Wenn du jetzt noch einmal das Interview mit Rike Revue passieren lässt ... Gibt es ein paar Leute auf Instagram, denen du schon immer mal sagen wolltest, dass du ihre Arbeit toll findest? Oder die du schon immer mal etwas fragen wolltest?

Wie wäre es denn, wenn du dich heute traust? Und so vielleicht einen kleinen Stein ins Rollen bringst, der dein Netzwerk langfristig stark und groß macht.

Und wenn es einen Menschen in deinem Leben gibt, der sich mit Instagram grämt und ärgert, dann schick dieser Person doch mal diese Folge. Vielleicht kann Rike ihn mit ihrem Optimismus abholen und Mut machen.

Damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Danke, dass du bis hierhin zugehört hast. Du bist toll.

Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,

bis dahin, Franziska
 

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Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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