17. Juli 2025

#165 | Gute Pressefotos sind kein Luxus – sie sind wichtiger als dein Logo

Warum dein Gesicht ein stärkeres Branding ist als jedes Logo – und wie du die Angst vor der Kamera überwindest.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

 
Du erfährst:

  • Warum Pressebilder mehr sind als bloße Deko – und wie sie dich als Personenmarke sichtbar machen
  • Wie dir der Prozess eines Shootings dabei hilft, dein Selbstbild zu klären und dich gezielter zu positionieren
  • Weshalb viele Kreative keine aktuellen Bilder haben – und wie du typische Hürden überwindest

 
Bist du schon einmal angefragt worden, ein Pressebild zu schicken? Für eine Ausstellung, an der du teilnimmst? Oder für die Verlagsvorschau, in der das Buch, das du gerade illustriert oder gestaltet hast, vorgestellt wird? Oder für die Pressemitteilung, die dein Kunde zum neuen Produkt herausschickt und wo du erwähnt wirst als Designer*in des Produktes?

Und dann dachtest du auf einmal: Mist, ich hab ja gar kein Pressebild. Oder alternativ hast du vielleicht gedacht: Huch, mein Pressebild ist schon knapp 8 Jahre alt. So sehe ich doch gar nicht mehr aus.

Wir waren bestimmt alle schon einmal in so einer Situation. Entweder ohne Pressebild oder mit einem, das nicht mehr passt – wie ein alter Pullover.

Deshalb sprechen wir heute über Pressebilder – und warum diese wichtig für deinen Markenaufbau sind – und das selbst, wenn du dich noch nicht als große, etablierte Personenmarke verstehst.

Du erfährst heute, warum deine Pressebilder beim Personenmarkenaufbau wichtiger sind als dein Logo. Und dir dir bei der Markenentwicklung helfen – und zwar ganz anders als du vielleicht denkst.

Gleichzeitig haben wir heute auch zwei Gäste zu diesem Thema im Podcast, die ihre Erfahrungen dazu teilen. Klingt gut? Let’s go!
 

Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast

Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst – und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los.

Vielleicht fragst du dich, warum gerade jetzt das Pressebild-Thema im Podcast gelandet ist. Wie so oft liegt das daran, weil ich mich selbst damit gerade beschäftige. Denn letzte Woche habe ich ein Fotoshooting gemacht.

Ich wollte ein neues Podcast-Cover und ein neues Portraitfoto, das ich auch für Profilbilder in den sozialen Netzwerken nutzen kann: Also ein aktuelles Pressebild. Denn das, was ich die letzten Jahre hauptsächlich verwendet habe, ist aus dem Jahr 2021. Also schon über vier Jahre alt.

Das war das Bild, das für die Veröffentlichung meines Buches »Die gute Mappe« gemacht wurde. Klar sehe ich noch grob so aus, aber gleichzeitig weiß ich aus Erfahrung, dass es eine gute Idee ist, immer mal wieder das Pressebild zu aktualisieren.

Sonst hat man, bevor man sich versieht, ein Pressebild, was 15 Jahre alt ist – und bei dem dann Menschen überrascht sind, wenn sie mich dann im echten Leben treffen. Weil ich einfach mal 15 Jahre älter geworden bin. Das Älterwerden ist ja nicht schlimm. Ganz im Gegenteil.
 

Pressebilder zeigen dein Wachstum

Bei mir sind ist in diesen 4 Jahren viel passiert und ich bin gewachsen. Mein Buch »Die gute Mappe« ist erschienen. Ich bin offiziell nach Finnland ausgewandert. Und ich habe die Portfolio-Akademie, mein 14-wöchiges Positionierungsprogramm für Illustrator*innen und Designer*innen, entwickelt und seitdem 7 Mal gelauncht.

Die Franziska auf dem alten Pressefoto hat auch noch keine Ahnung, dass sie einen Podcast starten wird und dass das eine der besten Entscheidungen ihres Lebens sein wird.

Zusammengefasst heißt das: Ein neues Pressebild muss her.
 

Pressebilder als Spiegel deiner Markenentwicklung

Ein Photoshooting ist eine gute Möglichkeit, herauszufinden, wer du gerade bist – und wie du gerade gesehen werden möchtest.

Es kann also wie ein Update für das Selbstbild sein. Denn gar nicht mal so selten tragen Menschen noch ein Selbstbild mit sich herum, dass gar nicht mehr der Person entspricht, zu der sie geworden sind. Dann ist so ein Fotoshooting wie ein Blick in den Spiegel, um zu schauen, wer einem da entgegenblickt.

Und manchmal gibt es auch ganz pragmatische bzw. funktionale Gründe, die neue Bilder erfordern. Das war bei mir definitiv auch so.

Das Podcast-Cover der letzten drei Jahre zum Beispiel zeigt mich in einem Maßstab, in dem mein Kopf recht klein ist und noch viel Körper dranhängt.

Das funktioniert in der kleinen Größe, in der ein Podcast-Cover angezeigt wird, weniger gut, denn dann ist es schwer, das Gesicht wirklich gut zu erkennen. Das Gleiche gilt übrigens für alle Arten von Profilbildern in den sozialen Netzwerken.

Ich wollte also ein neues Pressefoto, auf dem mein Gesicht größer ist. Näher dran sozusagen.
 

Konkrete Anlässe für Pressebilder?

Aber vielleicht denkst du jetzt: Mäh, Franziska, ich hab noch gar keine Pressefotos und frag mich, wozu ich die überhaupt brauche.

In Teilen habe ich das ja eben schon angedeutet. Du brauchst Pressebilder zum Beispiel für deine Profilbilder in Social Media.

Aber auch für jede Form von Sichtbarkeit: wenn du einen Vortrag hältst oder einen Workshop gibst. Oder wenn die Presse über deine Arbeit schreibt oder deine kreative Arbeit ausgezeichnet wird. Oder wenn Kund*innen Pressearbeit machen.

Das sind so ganz praktische Anwendungen.
 

Pressebilder machen dich zur Expert*in

Aber es gibt auch markentechnisch gute Gründe für Pressebilder.

Wenn du dich als Personenmarke bzw. Expert*in für ein spezifisches Designproblem positionierst, was aktuell für die meisten Illustrierenden und Designer*innen empfehlenswert ist, dann brauchst du definitiv Pressebilder.

Denn als Personenmarke beziehst du Haltung: spätestens, wenn ein Buch von dir erscheint oder du auf einer Konferenz einen Vortrag hältst oder ein Interview in einem Podcast gibst, wird dich die andere Seite bitten, ein Foto von dir zu schicken.

Aber auch in den sozialen Netzwerken, in Magazinartikeln, in Interviews, auf Konferenzen, beim Pitchen, beim Präsentieren deiner Arbeit vor Kund*innen und beim Versenden deiner Akquiseaktionen und Pressemitteilung ist es sinnvoll, jedes Mal auch als Mensch sichtbar zu werden – und das machst du mit einem Pressefoto.
 

Warum Pressebilder wichtiger sind als dein Logo

Und ja, es ist sinnvoll, hier kanalübergreifend das gleiche Bild oder sehr ähnliche Bilder zu nutzen. Warum?

Weil dein Pressebild dann als Teil deines Brandings wirkt. Und in vielen Fällen wirkt es sogar stärker als dein Logo, denn dein Pressebild zeigt dich – einen echten Menschen mit einem echten Gesicht, während ein Logo etwas abstraktes zeigt.
 

Warum dein Gesicht stärker wirkt als dein Logo

Menschen bevorzugen es, Gesichter zu erkennen und zu betrachten. Deshalb sehen wir auch in ganz vielen Dingen Gesichter: in den Wolken, in der Baumrinde und der Lichtschalter im Badezimmer ist auch ein Gesicht.

Diese Fähigkeit, Gesichter besonders gut zu erkennen und auch auf eine gewisse Art und Weise zu suchen, ist evolutionär bedingt und ist nützlich für soziale Interaktion. Sie hat also früher dafür gesorgt, dass unsere menschlichen Vorfahren in der Savanne besser überlebt haben.
 

Dein Gesicht ist Teil deiner Marke

Heute sorgt das dafür, dass dein Pressebild, wenn es ein gutes Portrait von dir ist, ein starker visueller Anker ist – und dieser kann stärker wirken als ein klassisches Logo. Insbesondere wenn du das Bild, wie auch dein Corporate Design, kanalübergreifend nutzt.

Auf Instagram nutzt du ja auch in deinen Posts deine Hauschriften und -Farben. Genauso wie das sind auch die Bildern von dir Teil deines Brandings.

Und das Ganze kommt mit einem weiteren Vorteil, denn dein Pressebild erlaubt es deinem Gegenüber auch, sich ein besseres Bild von dir zu machen. Klar, auch ein Logo kann Werte und ein Gefühl erzeugen, aber Gesichter sind hier noch wirksamer. Denn am Ende wollen deine Kund*innen ja nicht mit deinem Logo, sondern mit dir zusammen arbeiten.

Und wie gesagt, das ganze funktioniert sogar besser, wenn du nicht jedes Mal ein neues Foto von dir postest, sondern in regelmäßigen Abständen immer mal wieder Bilder aus einem fest definierten Bilder-Pool – in einer wiedererkennbaren Bildsprache.
 

Was ein konsistenter Bilderpool mit deinem Branding macht

Das spart auch Zeit, denn wenn du erst einmal einen Pool mit verschiedenen Shots, Bildformaten und Bildkompositionen hast, dann kannst du diese immer wieder verwenden.

Wichtig ist hier aber: Die Bilder in deinem Bilderpool sollten ein einheitliches Gefühl erzeugen. Zu einer Personenmarke wirst du ja, weil du wiedererkannt wirst.

Gute Pressefotos erzeugen also genauso wie dein Corporate Design ein kohärentes Gefühl. Und das kanalübergreifend.

Bevor du also Geld, Zeit und Schweiß in dein Logo investierst, investiere es lieber in gute Pressefotos.

Und wir haben heute hier ja zwei Gäste im Podcast.
 

Gast Maren Blaschke: So kam es zum Shooting

Zuerst habe ich die Illustratorin Maren Blaschke ein paar Fragen zu ihren Pressebildern gefragt.

Denn Maren hat tolle Pressebilder und sie hat ihren visuellen Auftritt in den letzten Jahren ganz stark verändert. Ihre Posts auf LinkedIn fallen mir immer sofort ins Auge. Und ein Grund dafür sind ihre großartigen Portraitfotos, die sie mit ihren Illustrationen und ihrer Botschaft verbindet.

Deshalb habe ich Maren zu allererst gefragt, wie es eigentlich dazu kam, dass sie sich entschieden hat, in ein professionelles Fotoshootings für ihre Markenfotos zu investieren. Und das hat sie gesagt:
»Hallo Franziska, ich freue mich sehr, dass dir das aufgefallen ist. Ja, cirka vor einem Jahr, nach Beendigung deiner Portfolio-Akademie habe ich bei einem IO-Remote einen Initiativ-Vortrag von Karolina Zolubak gehört.

Darin hat sie über LinkedIn als Akquise-Kanal gesprochen und darin ging es eben auch um die Profil-Optimierung für das in Profil. Und ja, eines der wichtigsten Aspekte war für sie das Profilfoto als Aushängeschild.

Und auch auf ihrer Website habe ich mich umgeguckt. Da hat sie Fotos verwendet, die mich total angesprochen haben.

Das waren professionelle Business Fotos, die aber nicht langweilig wirkten, die farbenfroh waren. Die waren voller Dynamik und trotzdem lässig.

Eine Zuhörerin in dem Vortrag traute sich dann Gott sei Dank auch zu fragen, ob sie die Fotografin nennen würde. Das hat sie gemacht.

Es ist die Katja Hentschel aus Berlin. Ja, und mein erster Impuls war natürlich, dass ich mir ihr Portfolio angeguckt habe und da gesehen habe, dass mich die Fotos alle total ansprechen. Ja, solche Fotos wollte ich unbedingt auch haben.

Zudem kam noch dazu, dass die Fotografin sehr transparente Preise auf ihrer Website hatte. Also verschiedene Pakete hatte sie im Angebot.

Und ja, ich habe gesehen, dass sie in Berlin fast bei mir um die Ecke wohnt. Also ganz viele Punkte, die dafür sprachen.

Und dann habe ich mich ... eigentlich aus der Hüfte ... dann sogar für das Komplettpaket entschieden. Also mit Visagistin mit verschiedenen Locations, mit ein paar Outfit wechseln. Und natürlich ganz wichtig, dass ich die vollen Nutzungsrechte für diese Fotos habe.«

Und dann habe ich Maren gefragt:
 

Gast Maren Blaschke: Wie war das so bei dem Shooting? Wie hat sich das angefühlt?

»Ja, ich war natürlich total aufgeregt vor diesem Shooting oder auch während der ersten Aufnahmen.

Aber für die Fotografin war das überhaupt kein Problem. Also die arbeitet täglich mit Leuten, die keine Kamera-Erfahrung haben.

Wichtig war für mich und das hat sie total gut rübergebracht, dass sie eben keine langweiligen Business Fotos machen wollte oder gestelltes Posen. Genau. Und das Shooting, das hat mir totalen Spaß gemacht.

Ich fand es total toll, einfach mal im Mittelpunkt zu stehen. So ein Shooting ist ein absolut geschützter Raum.«

Und dann habe ich Maren auch gefragt, was die Bilder für sie verändert haben?
Also: Was ist nach dem Shooting passiert?
»Ja, irgendwann habe ich dann die fertigen Fotos bekommen. Davon war ich sogar echt erschlagen. Also mein Paket hatte 50 bis 80 Fotos.

Da gab es auch ein paar Fotos dabei, in denen ich mich weniger gesehen habe.

Aber im Großen und Ganzen war ich total happy und habe irgendwie ein sehr positiven Blick auf mich selbst wieder bekommen.

Mit diesen tollen Fotos hatte ich jetzt auf einmal einen Wahnsinns-Fundus und mit dem ich mein eigenes Portfolio, meine Website, meine Profilbilder in Social Media optimiert habe.

Und ja, das hat mir sogar plötzlich Spaß gemacht, diese Fotos auch auf Social Media zu verwenden.

Bisher war ich da nicht so aktiv und habe mich auch nicht so gern gezeigt. Also ich brauche einfach nicht mehr so lange zu überlegen, was für ein Bildmaterial verwende ich.

Meine Fotos lassen sich super mit meinen Illustrationen und mit Lettering verbinden. Ja, irgendwie fühlt sich das Ganze total rund an.

Was auch toll war, ist, dass ich mit den Outfits, die ich mir für dieses Shooting überlegt habe, jetzt auch auf Messen und Netzwerk-Veranstalter gehe.

Und eigentlich habe ich auch da dann das Gefühl, dass ich wiedererkannt werde. Manchmal bekomme ich sogar Komplimente für meine Farben.

Und ja, ich fühle mich plötzlich sichtbar und selbstsicher auf solchen Veranstaltungen. Dabei fühle ich mich überhaupt nicht verkleidet, sondern ich habe das Gefühl, dass ich starke Seiten von mir mutig zeigen kann.

Irgendwann kam auch schleichend der Moment, wo ich selbst verstanden habe, dass ich aus mir selbst eine Personenmarke gemacht habe.«
 

Marens Fazit: Eine Investition in die eigene Marke

Und zu guter Letzt habe ich Maren noch gebeten, für uns mal ein Fazit zu ziehen.
Welche Rolle spielt dieses Shooting für sie heute?
»Ich hatte natürlich vorab große Zweifel, ob diese Investition, ob die sich irgendwann auszahlt, weil so preiswert ist das natürlich nicht.

Aber ich bin ja schon länger selbstständig und dachte mir, dass ich mir das einfach als Geschenk an mich selbst gemacht habe. Ja, so ein bisschen auch auf die Schulter klopfen, was ich bisher geleistet habe.

Mein Fazit ist, dass ich mit diesem Shooting eines der besten Investitionen für mich selbst in den letzten Jahren gemacht habe.

Neben ein paar Weiterbildungen war das ja auch, glaube ich, eine der wichtigsten Ausgaben, über die ich mich total freue, mit der ich bis heute happy bin.«

 
Danke, liebe Maren, dass du uns hier so mitgenommen hast.

Und für dich, wenn du jetzt zuhörst:
Schau dir unbedingt mal Marens LinkedIn-Profil an und folge ihr auch gleich. Maren ist echt ein Superstar! Den Link zu ihrem Profil findest du in den Shownotes.

Aber wir sind hier noch nicht fertig.
 

Positionierungs-Booster: Was du beim Shooting über dich lernst

Maren hat das ja eben schon schön erzählt und beschrieben. Deine Pressebilder bzw. das Shooting dafür sind auch richtig gute Tools für die Positionierung.

Denn der Prozess hilft dir, herauszufinden, wie du gesehen werden möchtest.

Weil: Mit der Entscheidung zu neuen Pressebildern kommen Fragen mit, die du beim Machen beantworten wirst.

Fragen wie:
Wer möchte ich sein?
Wie möchte ich wirken?
Welches Setup repräsentiert mich gut?
Möchte ich lieber Fotos mit Tageslicht und im Wald?
Oder soll es richtig businessmäßig aussehen und im Studio sein?
Und was bedeutet »richtig businessmäßig« für mich?

Das Coole ist, dass du diese Fragen ganz praktisch beantworten wirst – beim Machen. Denn in einem Foto braucht es dafür ja eine ganz konkrete Übersetzung.

Hier kannst du nicht drum herum schummeln.
 

Bildrecherche: Wie du deine Ästhetik findest

Eine gute Vorbereitung vor dem Shooting unterstützt dich dabei, herauszufinden, wie du dich siehst bzw. sehen möchtest.

Recherche klingt hier sehr wissenschaftlich. Übersetzt bedeutet das eigentlich nur, dass du dir viele Bilder anschaust und überprüfst, wo du in Resonanz gehst und wo nicht.

Und die Resonanz-Bilder erst einmal sammelst.

Hast du eine Sammlung von vielleicht 10 bis 30 Bildern, dann wird dir auffallen, dass du einige vielleicht clustern kannst. Oder das eins der Bilder bei dir besonders viel Resonanz auslöst – du dich darin also stärker wiedererkennst als in den anderen Bildern.

Gleichzeitig erlaubt dir so eine Bildersammlung auch, klar zu kommunizieren, welche Bildästhetik du dir für dich selbst wünschst.

Denn wenn du mit Fotograf*innen zusammen arbeitest, dann gilt es ja auch, zu erklären, was du dir für ein Bildästhetik wünschst. Und das kann mit Worten ganz schön schwer sein. Referenzbilder machen dir das hier oftmals so viel leichter.
 

Markenaufbau beginnt mit der Frage: Wer bin ich?

Über die Recherche findest du also heraus, wie du wahrgenommen werden möchtest. Und erst wenn du das weißt, kannst du beginnen, ein klares Außenbild von dir zu gestalten.
 

»Das ist doch alles nur Inszenierung?« – Ein ehrlicher Reality-Check

Falls du jetzt denkst: Nee, Franziska. Das ist mir zu doof. Das ist doch alles künstliche Inszenierung …

Hier eine kleine Erinnerung. Du kommunizierst mit deinem Auftritt immer. Die Frage ist nur, wie bewusst machst du das – und wie visuell wiedererkennbar ist das Ganze, was du nach Außen kommunizierst.
 

Einladung in die Portfolio-Akademie

Hier mal ne kurze Randnotiz in eigener Sache: Wenn du dich mit dieser Frage »Wer bin ich und wie möchte ich mit meinem kreativen Business wahrgenommen werden und wie kommuniziere ich das?«, dann lade ich dich hiermit ganz herzlich ein in die Portfolio-Akademie.

Die Portfolio-Akademie ist mein 14-wöchiges Live-Gruppenprogramm für Illustrator*innen und Designer*innen und darin positionierst du dich – und beantwortest damit auch diese Fragen – mit meiner Unterstützung und zusammen mit anderen gleichgesinnten und ganz großartigen Kreativen.

Die nächste Portfolio-Akademie startet am 9. September 2025, aber du kannst dich jetzt schon unverbindlich und für 0,00 Euro auf eine Warteliste eintragen.

Und das ist auch eine ziemlich gute Idee, denn die letzten Male waren die 30 verfügbaren Plätze schon allesamt vergeben, bevor die offizielle Anmeldezeit überhaupt los ging.

Das heißt, nur die Menschen auf der Warteliste hatten die Möglichkeit, ihre Teilnahme zu buchen.

Die Warteliste und weitere Infos dazu findest du unter www.diegutemappe.de/pa.

Ende Randnotiz, weiter geht’s.
 

Grundsätzliches zum Fotoshooting: Die Preisspanne

Hier am Ende würde ich mit dir noch über ein paar grundsätzliche Dinge zu Fotoshootings sprechen. Denn ja, wenn du eine Person beauftragst, die dich fotografiert, dann kostest das ja etwas.

Du kannst davon ausgehen, dass ein Fotoshootings, je nach Aufwand, Zeit, Setup und Anzahl an Motiven, zwischen 300 und 1.800€ kostet. Nach oben hin gibt’s keine Grenzen.
 

Grundsätzliches zum Fotoshooting: Die günstige Alternative

Aber: Gute Photos kannst du heute auch mit deinem Handy von dir selbst machen. Das, was du dazu brauchst, ist gutes Licht, ein paar sinnvolle Kameraeinstellungen und ein Stativ.

Klar ist es toll, wenn du eine Fachperson an deiner Seite hast. Aber dieses Do-it-yourself hat auch einen Vorteil.

Wenn du dich nämlich unwohl vor der Kamera fühlst und Angst hast, »nicht so auszusehen wie du aussehen möchtest«, dann kann es wirklich helfen, erst einmal mit Selfies zu starten.

In meinem Newsletter diese Woche findest du auch einen Video-Tipp dazu.
 

DIY-Optionen für Pressebilder & Umgang mit Kamera-Scheu

Und ja, wenn du jetzt eben gedacht hast: Oh man, Franziska! Das ist mir wirklich unangenehm, mich fotografieren zu lassen, dann bist du damit nicht allein.

Ganz sicher. Ich kann dir berichten, dass das Shooting letzte Woche mich wirklich nervös gemacht hat – und das, obwohl der Fotograf, der die Bilder gemacht hat, mein Lieblingsmensch ist – und mich schon seit über 20 Jahren kennt und mich schon wirklich oft fotografiert hat.

Es ist total normal, sich verletzlich und auch so ein bisschen nackig vor der Kamera zu fühlen. Denn ja, am Ende ist man das ja auch. Man zeigt, wie man gesehen werden möchte. Und das fühlt sich verletzlich an.

Ist aber gleichzeitig auch eine gute Übung für deine Akquise – denn da machst du das ja auch. Da wirst du auch sichtbar in einer Weise, die du gestaltest und formst.

Und damit du mir glaubst, dass wir nicht allein mit unseren Unsicherheiten sind, habe ich auch noch die Illustratorin, Künstlerin und Autorin Amelie Persson gefragt, ob sie uns mal berichten kann, wie das für sie ist.

Amelie hat nämlich ganz tolle Pressefotos – aber auch Unsicherheiten. Und diese Sprachnachricht hat sie uns geschickt.
 

Gast Amelie Persson: Über Selbstzweifel & Sichtbarkeit

Hey, liebe Franziska, du hast gesagt, ich habe gute Headshots. Das sagt man ja zu so einem Porträt oder Profilbild auf der Webseite oder Social Media.

Und du hast mich gefragt, wie ich FotografInnen finde. Was für Gedanken ich mir zum Thema Fotos mache und was mir dabei wichtig ist. Erst mal freue ich mich, dass meine Bilder so wahrgenommen werden, auch wenn es mich ein bisschen verlegen macht.

Denn fotografiert werden liegt weit außerhalb meiner Komfortzone. Am liebsten würde ich mich hinter meinen Arbeiten verstecken.

Selbstständig sein liebe ich ja, aber da kann ich auch nicht anonym bleiben, denn ich bin ja nicht Banksy. Und wir wissen Menschen waren mit Menschen arbeiten. In Zeiten von KI ist es wahrscheinlich noch wichtiger, sich zu zeigen. Es führt also kein Weg vorbei an einem Foto.

Am Anfang meiner Selbstständigkeit hatte ich eine improvisierte Website und nahm so einen Automaten-Foto aus Berlin. Ein paar Jahre später hatte ich ganz kurze Haare und eine befreundete Fotografin hat mich porträtiert. Im Tausch gegen eine Illustration.

Wieder einige Jahre später waren die Haare wieder länger. Ich lebte im Ausland, hatte inzwischen ein Baby und am Buchvertrag. Und der Verlag fragte nach einem aktuellen Bild.

Zum ersten Mal wagte ich den Schritt und suchte einen Fotografen. Ich fand in unmittelbarer Nachbarschaft nur ein paar Häuser weiter.

Der ausgebildete Schauspieler hatte sich spezialisiert auf Porträt, Fotografie und fotografierte ausschließlich mit natürlichem Licht.

Und ich glaube, die Kunst der FotografInnen ist neben der Fotografie auch eine gute Atmosphäre zu schaffen – durch Gespräche und Fragen.

Und sie machen so viele Bilder. Irgendwann kommt man aus der Steifigkeit heraus und lacht. Ganz natürlich so von Herzen. Aber freundlich.

Ernste Bilder find ich auch wichtig. Neben Humor und Offenheit ist das auch eine wichtige Eigenschaft von mir. Auch wenn meine Mutter die lachenden Fotos besser findet.

Ich bin eben auch Boss und Geschäftsfrau meines Unternehmens und muß den Dingen auch mal ins Auge schauen.

Heute weiß ich: alle paar Jahre müssen frische Bilder her. Erkannt wird man mit dem Automaten-Foto aus den 10er-Jahren nämlich nicht, wenn man irgendwo herumläuft.

Und eine größere Diskrepanz zwischen Bild und Realität ist nicht gut. Ich denke da zum Beispiel ans Onlinedating.

Bei der Suche nach FotografInnen farge ich immer gern herum, nach Empfehlungen. Und seit ein paar Jahren arbeite ich mit der Fotografin Claudia Simchen zusammen.

Sie ist auch selbstständig und wir verstehen uns gut. Mittlerweile sind wir befreundet, stehen im Austausch und haben schon an einem Magazin zusammen gearbeitet, was total schön ist.

Das erste Anschauen der Bilder fühlt sich für mich immer irgendwie »cringe« an, auch im nächsten Schritt dann, damit rauszugehen.

Ich habe verstanden, dass es eine Auseinandersetzung mit dem Selbstbild und mit Selbstzweifeln ist. Ich bin ziemlich selbstkritisch.

Aber ich habe auch ein Buch illustriert: »Wie siehst du denn aus? Warum es normal nicht gibt?«

Wo es um gesellschaftliche Körper-Ideale geht und wie wir wirklich aussehen, ohne Filter und so. Nämlich viel sympathischer. Mit individuellen Merkmalen wie Narben, Fältchen und Co.

Und viel menschlicher in Allerunperfektion. Mit schief stehendem Zahn oder ungebändigten Haaren.

Mein Motto ist also: Don’t overthink it. It is how it is. Ich will authentisch sein, auch wenn ich noch authentischer frühmorgens auf dem Fahrrad bin, mit meinem Kind, auf dem Weg zur Schule, mit Augenringen und Haaren auf Halbacht.

Claudia sagt: Wähle elegante Kleidung und Accessoires, die ganz du sind. Ich habe auch immer gern Blumen mit auf dem Bild. Den Rest macht sie und ich fühle mich gut aufgehoben und eingefangen. Aber Fotos sind Momentaufnahmen und am Ende sind es eigene Fotos.

 
So. Wie geht’s dir denn jetzt damit?

Hast du richtig Lust bekommen, neue Pressefotos zu machen? Wenn ja, dann feuere ich dich an.

Und lass mich gerne wissen, wie du das neue Podcast-Cover findest. Das ist nämlich heute auch online gegangen. Und ich bin sehr, sehr aufgeregt … denn auch hier fühle ich mich wieder ein kleines bisschen nackig …

Aber das haben wir ja eben festgestellt: Das gehört zur Sichtbarkeit dazu.

Teile deine Gedanken dazu gerne auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn und Bluesky. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.

Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe,
wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,

bis dahin, Franziska
 

Du willst Danke sagen?

Wenn du hier im Portfolio-Podcast schon einmal etwas Nützliches mitnehmen konntest, dann freu ich mich, wenn du dem Podcast ein paar Sterne schenkst, auf Apple Podcast eine Rezension schreibst oder – am allerbesten – den Podcast weiter empfiehlst. Dann unterstützt du damit deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

Kategorien

Newsletter

Du möchtest über neue Posts informiert werden? Hier geht’s zum Newsletter.
Du kannst den Newsletter jederzeit und mit nur einem Klick wieder abbestellen. Für die Versendung meines Newsletters nutze ich die Software ActiveCampaign. Mehr dazu erfährst du in der Datenschutzerklärung.

Freebie

Für 0,00 Euro

Du möchtest dein Portfolio sofort auf ein professionelles Level heben?

Die Portfolio-Checkliste stellt dir die sieben typischsten Fehler in Design-Portfolios vor und zeigt dir, wie du sie vermeidest. 
Zur Checkliste
Disclaimer: Der Blog und der Podcast wollen und können eine rechtssichere, psychotherapeutische oder medizinische Beratung nicht ersetzen. Die hier geteilten Inhalte basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und sind konkrete Einzelfall-Beschreibungen. Deshalb hafte ich nicht für die hier geäußerten Inhalte. Die zur Verfügung gestellten Informationen begründen auch kein Beratungsverhältnis. Bitte triff deine Entscheidungen für dich selbst und hole dir im Zweifelsfall rechtliche oder andersweitige Unterstützung. Die gesammelten Informationen spiegeln den Stand des Veröffentlichungsdatums wider.
Für Dich!

Freie Ressourcen für ein gutes Portfolio  

Zum Auftragsindex
Welche Aufträge unterstützen dich auf deinem Weg? Finde es heraus! Vergleiche und bewerte Aufträge mit dem Auftragsindex und treffe damit für dich gute Entscheidungen – damit dich deine Aufträge zu deinem Ziel bringen.
Zum Podcast
Bekomme jeden Donnerstag praktische und schnell umsetzbare Tipps, wie du dein Mappen-, Web- oder Social Media-Portfolio optimierst und deinen Weg als kreative*r Unternehmer*in findest. Auf Apple Podcast, Spotify und Co.
Zur Checkliste
Die Portfolio-Checkliste stellt dir die sieben typischsten Fehler in Design- und Illustrations-Portfolios vor und zeigt dir, wie du sie vermeidest. Du möchtest dein Portfolio optimieren? Beginne mit dieser Checkliste.
Mehr freie Ressourcen
Franziska Walther, Sehenistgold®