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Stell dir vor, du sitzt vor einem Auftrag – und dir fällt einfach nichts ein. Keine Idee, kein Ansatz, nur Leere im Kopf. Was machst du dann?
Ich hab in den letzten Monaten öfter den einfacheren Weg genommen: Ich hab mir von ChatGPT ein paar Gedanken vorschlagen lassen. Und ja – das hat geholfen. Erst mal.
Aber irgendwann habe ich gemerkt: Da geht etwas verloren. Nicht Zeit – die spare ich. Sondern Können. Mein kreatives Handwerk.
Vor allem dann, wenn ich KI an Stellen im Prozess nutze, an denen es eigentlich wichtig wäre, weiterzumachen, dranzubleiben, mich anzustrengen.
Es fühlt sich an, als ob mein kreativer Muskel schwächer wird – weil ich weniger trainiere.
Und ich hab mich gefragt: Was passiert mit meiner Kreativität, wenn alles zu leicht wird?
Heute erzähle ich dir ehrlich, was generative KI mit meinem Denken und Arbeiten gemacht hat. Nicht als Technik-Kritik. Nicht als Hype. Sondern als Einladung, mal genau hinzuschauen:
Wo hilft uns KI wirklich – und wo nimmt sie uns etwas, das wir eigentlich behalten wollen?
Es wird persönlich, ehrlich – und vielleicht auch ein bisschen unbequem. Aber genau das brauchen wir, wenn wir unser kreatives Handwerk erhalten wollen.
Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst – und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los.
Wie gesagt: Ich nutze generative KI seit vielen Monaten. Fast täglich.
Was mach ich damit? Hauptsächlich Texte generieren: zum Beispiel für unangenehme Emails oder textliche Zusammenfassungen. Aber auch um Videos transkribiere ich. KI hilft mir, schlechtes Audio besser zu machen, Podcast-Kapitelmarken zu setzen und für SEO-Optimierung nutze ich auch KI-Tools … und auch für die Captions für meine Social Media Beiträge lasse ich mir Vorschläge vom Bot generieren.
Und einige Monate lang habe ich ChatGPT auch genutzt, um meine Podcast-Folgen schneller zu schreiben. Das ist ja das Versprechen der generativen KI. Dass sie uns hilft, schneller noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Und das wollte ich.
Dabei habe ich ChatGPT nicht bei jeder Folge genutzt. Sondern vor allem bei den Episoden, bei denen es anstrengend wurde. Dann bin ich schnell rüber gehüpft zum Chat-Bot und habe gebrainstormt und mir Impulse geben lassen, um beim Schreiben wieder in den Fluss zu kommen.
Nach einiger Zeit fiel mir allerdings eine Sache auf. Die Podcast-Folgen wurden dadurch anders. Ganz subtil. Aber anders. Es fühlte sich nicht mehr ganz wie meine Stimme und meine Art, zu denken, an. Ist es ja auch nicht.
Thematisch fühlen sich diese Folgen ein bisschen glatter und allgemeingültiger an, weniger persönlich. Und vielleicht ist das von Außen sogar gar nicht fühlbar. Aber ich kann ich einen Unterschied erkennen.
Das hat mich stutzig gemacht – und seitdem habe ich beim Schreiben mal ganz genau hingeschaut und mich beobachtet – und mich gefragt, wie sich der kreative Prozess verändert durch den Einsatz von generativer KI in meiner Arbeit.
Dabei ist mir eine Sache aufgefallen.
Ich habe auf einmal gemerkt, wie ich in meinem kreativen Prozess auf eine gewisse Art und Weise faul wurde. Den Bot habe ich meistens dann genutzt, wenn mir nicht sofort was eingefallen ist, ich an einer bestimmten Stelle festgehangen habe oder wenn es anstrengend wurde.
Und es hat gar nicht lange gedauert, bis es sich so angefühlt hat, dass meine Fähigkeiten, eine Folge zu schreiben, geschrumpft sind. Weil ich weniger bereit wurde, das auszuhalten, wenn mir nichts einfällt, ich feststecke oder es anstrengend wird.
Und das hat mich irritiert – denn wenn ich eins nicht will, dann ist das weniger kreativ werden. Meine kreativen Fähigkeiten trainiere ich seit über 20 Jahren und diese sind die Grundlage für meine Arbeit und meinen Beruf.
Wenn ich die nicht mehr habe, dann werde ich in meiner Rolle als Autorin, Designerin und Illustratorin obsolet.
Die Frage, ob meine Podcast-Folgen durch den Einsatz von KI jetzt schlechter oder besser geworden sind, soll also heute gar nicht das Thema sein.
Ich möchte heute mit dir darüber sprechen, was generative KI mit unseren kreativen Fähigkeiten macht.
Eine Sache kam noch mit dazu. Die hat wahrscheinlich dafür gesorgt, dass ich von Anfang an sensibilisierst war für das Thema »Kreative Fähigkeiten«.
Denn im Dezember 2024 habe ich einen Onlinekurs zum Copywriting gekauft. Mit dem wollte ich meine Fähigkeiten, gute Marketing-Texte zu schreiben, ausbauen.
Der Kurs war gut und er kam auch mit vielen Text-Prompts für ChatGPT und Co. Mit denen habe ich experimentiert.
Und nach einer Weile wurde mir klar, dass ich zwar jetzt durch den Kurs noch einmal besser verstehe, wie gute Marketing-Texte im Detail funktionieren.
Aber weil ich selbst nur wenige der Übungstexte geschrieben und die meisten gepromptet habe, erkenne ich die Qualität jetzt besser – aber das Schreiben dieser neu entdeckten Qualität fällt mir immer noch schwer. Weil ich es nicht geübt habe.
Nun könntest du sagen, dass das ja heute nicht mehr notwendig ist. Ich kann ja alle meine Marketing-Texte prompten.
Aber wie gesagt: mir geht’s hier um was anderes. Nicht um die Frage, ob du generative KI generell nutzen solltest oder nicht, sondern um die Frage, was die KI mit unseren kreativen Fähigkeiten macht.
Ich habe in den letzten Monaten nämlich den Eindruck gewonnen, dass ein vermehrter Gebrauch von generativer KI uns Menschen weniger kreativ macht. Und wir schauen heute mal, warum das so ist.
Lass uns mal zuallererst beginnen mit der Frage:
Wikipedia beschreibt das so: »Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist.«
Um etwas Neues, Originelles und dabei Nützliches und Brauchbares zu erschaffen, brauchen wir nicht nur eine, sondern mehrere Fähigkeiten. Wir analysieren, kombinieren, experimentieren, improvisieren, gestalten um, denken um die Ecke oder wagen etwas Neues.
Und das Ganze machen wir mit einem spezifischen Mindset, das lösungsorientiert, erforschend, neugierig, mutig und mit so wenig Voreingenommenheit wie möglich die Welt betrachtet.
Kreativität fordert dabei von der kreativen Person eine gewisse Offenheit und Flexibilität, verschiedene Lösungsansätze parallel zu durchdenken und auszuprobieren. Diese Gleichzeitigkeit von verschiedenen Ideen und Ansätzen nennt man auch divergentes Denken.
Gelingt uns das, dann können wir unkonventionelle, innovative und originelle Dinge erschaffen.
Hier mal ne kurze Randnotiz in eigener Sache: Wenn du deine kreativen Fähigkeiten zu deinem Beruf gemacht hast, aber neben dem Potpourri von Fähigkeiten eben auch ein Potpourri von Angeboten hast, also mit einem Bauchladen alles anbietest, aber dadurch irgendwie auch nichts richtig, dann positioniere dich.
Wenn du das mit Unterstützung von mir und zusammen mit anderen tollen Kreativen machen möchtest, dann lade ich dich in die Portfolio-Akademie ein.
Die Portfolio-Akademie ist mein 14-wöchiges Live-Gruppenprogramm für Illustrator*innen und Designer*innen und darin positionierst du dich – und entwickelst für ausgewählte Angebote eine klare Akquisestrategie, damit du mit diesen Angeboten die Kund*innen erreichst, die das Angebot auch brauchen.
Die nächste Portfolio-Akademie startet am 9. September 2025, aber du kannst dich jetzt schon unverbindlich und für 0,00 Euro auf eine Warteliste eintragen.
Und das ist auch eine ziemlich gute Idee, denn die letzten Male waren die 30 verfügbaren Plätze schon allesamt vergeben, bevor die offizielle Anmeldezeit überhaupt los ging. Das heißt, nur die Menschen auf der Warteliste hatten die Möglichkeit, ihre Teilnahme zu buchen.
Die Warteliste und weitere Infos dazu findest du unter www.diegutemappe.de/pa.
Ende Randnotiz, weiter geht’s.
Und auch wenn die Kunstgeschichte das oft anders erzählt, so ist Kreativität zu allererst so ein bunter Blumenstrauß von verschiedenen Fähigkeit und kein gottgegebenes Talent.
Klar gibt es Menschen, denen es ein Mü leichter fällt, kreative Techniken anzuwenden, aber jeder Mensch hat die Fähigkeit und auch das Bedürfnis, sich kreativ auszudrücken.
Und dieses Potpourri von Fähigkeiten kannst du üben und trainieren.
Kreativität ist dabei wie ein Muskel. Diesen trainierst du – wie auch bei Sit-Ups und Kniebeugen – und zwar durch Wiederholung.
Durch regelmäßiges Üben baut sich dein Muskel auf. Und durch das kontinuierliche Wiederholen sammelst du auch Erfahrung, so dass du über die Zeit einerseits mehr Muskelkraft hast, aber gleichzeitig auch bestimmte Dinge besser einschätzen kannst.
Dabei ist der kreative Prozess keine gerade Linie von A nach B.
Es ist ein Prozess, bei dem das Ziel durch den Weg auch verändert werden kann. Am Anfang denkst du vielleicht, dass du bei Punkt A startest und bei Punkt B ankommst.
Aber mit einigen Umwegen landest du dann am Ende bei Punkt C und merkst da auch, dass C genau die Lösung für dein Designproblem ist.
Auch Zeit spielt eine Rolle. Dabei ist länger nicht unbedingt automatisch besser.
Aber auch wenn es in Filmen und Geschichten oft so erzählt wird, dass die geniale Idee ganz plötzlich und auf einmal da war – Glühbirne und so – diesem Heureka-Moment ist oft ein längerer Arbeitsprozess vorausgegangen.
Und dieser Prozess war mit Sicherheit auch mal anstrengend, weil es sich angefühlt hat, als ob du im Kreis gehst. Oder vielleicht wusstest du kurz mal nicht mehr, in welche Richtung du laufen sollst.
Kurz und knapp heißt das: Du bist mit großer Wahrscheinlichkeit im Prozess auch einige Male hingefallen und gescheitert.
Denn Scheitern gehört zum kreativen Schaffen mit dazu. Kreativsein ist eine Form des Lernens und ohne Scheitern kannst du nicht lernen.
Und hier kommt das erste Dilemma mit der KI im kreativen Prozess: Generative KI verspricht, dass wir nicht mehr scheitern müssen. Dass es nicht mehr anstrengend sein muss. Dass es immer schnell geht. Und dass dabei auch noch etwas innovatives entsteht.
Aber dieses Versprechen kann die KI nicht halten. Aus zwei Gründen.
Die Ergebnisse, die generative KI erzeugt, verstärken eher das, was eh schon da ist. Und oftmals sind das Dinge, von denen wir eh schon genug haben und eigentlich weniger wollen: zum Beispiel Diskriminierung, Vorurteile und Stereotype.
Dieses Phänomen nennt sich KI-Bias. Das liegt daran, dass die Trainingsdaten, mit denen die KI-Modelle gefüttert werden, unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegeln. Also finden sich dort auch in den Daten die Ungleichheiten und Vorurteile wieder, die real in unserer Gesellschaft existieren.
Diese erkennt die KI als Muster und Zusammenhang und übernimmt diese. Und über die Zeit verstärkt die Art und Weise, wie Large Language Models wie ChatGPT funktionieren, diese Muster und mit diesen eben auch die Ungleichheiten und Vorurteile.
Das us-amerikanische Medienunternehmen Bloomberg hat dazu im Jahr 2023 5.000 Bilder analysiert, die mit dem KI-Tool Stable Diffusion erstellt wurden. Und dabei hat Bloomberg festgestellt, dass das KI-Modell ethnische und gender-spezifische Ungleichheiten nicht nur widerspiegelt, sondern diese auch deutlich verstärkt.
Zitat Bloomberg: »Die Welt wird in Stable Diffusion von weißen CEOs geführt. Weibliche Ärztinnen, Richterinnen oder Anwältinnen existieren nur sehr selten. Männer mit dunkler Hautfarbe begehen Verbrechen und Frauen mit dunkler Hautfarbe arbeiten in Fast-Food-Restaurants.«
Auch die Menschen, die die Large Language Models entwickeln, tragen dazu bei, dass die Ergebnisse verzerrt werden. Das passiert zum Beispiel durch die Auswahl an Daten, die in das Modell eingespeist werden. Hier entscheiden ja Menschen, welche Daten geeignet sind. Und sie entscheiden auch, welche Daten Priorität haben.
Das ist aus mehreren Gründen problematisch. Einerseits weil viele KI-Unternehmen wenig transparent sind, was die Datenlage ihrer Modelle betrifft. Und auch, weil überdurchschnittlich viele Mitarbeitende männlich und weiß sind und mit kulturell bedingten Privilegien leben. Das macht sie blind für bestimmte Lebensrealitäten und beeinflusst ihre Datenbewertung.
Was bedeutet das für uns Illustrator*innen und Designer*innen?
Ich glaube schon, dass es für Kreative relevant ist, sich mit KI auseinander zu setzen. Aber wir sollten darauf achten, dass wir in der Lage bleiben, kreativ, flexibel und kritisch zu denken. Und eigene Gedanken und Ideen zu haben.
Das ist nämlich eine Sache, die mir aufgefallen ist, bei mir selbst: Wenn ich zu früh den Bot nach Ideen frage, dann verliere ich meine eigenen. Es ist so leicht, die Ideen des Chatbots zu übernehmen. Und das sorgt über die Zeit dafür, dass ich auf eine gewisse Art und Weise verlerne, selbst zu denken.
Und ohne eigenes Denken gibt’s auch keine Innovation mehr. Denn ja, genau. Haben wir ja gerade festgestellt: KI-Modelle verstärken das, was da ist.
Und vielleicht sagst du jetzt: Man, Franziska, ist doch gar nicht so schlimm. KI-Tools sind ja nur Werkzeuge. Die Innovation entsteht ja dadurch, was die Menschen damit machen.
Ja, stimmt. Aber hier kommt noch eine weite Sache ins Spiel.
Um mit unseren kreativen Fähigkeiten innovative Dinge zu schaffen, müssen wir scheitern können.
Denn, wie gesagt: Der kreative Prozess ist nicht linear. Wir müssen aushalten, dass es auch mal anstrengend ist, wir eine Zeitlang den Weg nicht kennen und auch mal drei Runden im Kreis laufen. Das gehört zum Kreativsein dazu.
Und all das sind Fähigkeiten, die wir durch generative KI verlernen.
Denn: KI tut so, als ob wir nicht mehr scheitern müssen.
Besonders vulnerabel sind hier Menschen mit einer kreativen Blockade. Denn eine kreative Blockade zeichnet sich dadurch aus, dass die Person ihre kreativen Fähigkeiten nicht mehr abrufen kann, obwohl sie eigentlich möchte. Deshalb hat sie vielleicht noch Ideen, kann diese aber nicht umsetzen.
Ein sehr häufiger Grund für kreative Blockaden ist die Angst vor dem Versagen. Vor dem Scheitern. Vor Fehlern, die wir machen könnten.
Und all das können wir angeblich vermeiden, wenn wir generative KI nutzen.
Innerhalb von Sekunden ist ein Ergebnis da. Und natürlich könnten wir jetzt auch weiter daran feilen. Aber gerade in Zeiten, in denen wir vulnerabel sind (wegen Stress, Ängsten und so weiter), neigt unsere menschliche Psyche dazu, den einfacheren Weg zu gehen. Den bequemen. Den schnellen. Den Weg ohne Scheitern.
Was will ich damit sagen? Um langfristig weiterhin starke kreative Fähigkeiten zu kultivieren, müssen wir uns erlauben, dass der kreative Prozess auch mal anstrengend und unbequem ist. Und dazu braucht es Willensstärke und die Bereitschaft, dass es auch mal länger dauert.
Die Frage ist also: Wie machst du das?
Ich hab dir dazu heute eine schöne Metapher mitgebracht, die es dir leichter machen wird, in deinem Berufsalltag zu entscheiden, wann du KI nutzen kannst, ohne Sorge, und wann du bewusst entscheiden solltest, ob sich der Einsatz gerade lohnt und du bereit bist, die Nachteile des Einsatzes zu tragen.
Denn wie gesagt: Es geht hier gar nicht darum, zu sagen: KI-Tools sind der Teufel. Wir dürfen sie nicht nutzen.
Ich glaube nämlich schon, dass es für Menschen in der Kreativwirtschaft wichtig ist, sich damit zu beschäftigen und herauszufinden, wo die Grenzen der KI-Tools sind und wo sie uns als Anbieter*innen von Designleistungen ersetzen und wo nicht.
Und deshalb:
Ich hab vor Kurzem ein Interview mit dem us-amerikanischen Psychiater Alok Kanojia gehört, in dem er das Benutzen von generativer KI mit dem Nutzen eines Fahrstuhls vergleicht.
Diesen Vergleich finde ich sehr passend, denn er zeigt an, dass es hier nicht darum geht, Schwarz-Weiß-Entscheidungen zu treffen, im Sinne von: entweder nutze ich generative KI oder ich nutze sie gar nicht.
Fahrstuhl-Fahren machen wir ja alle ab und an. Es ist bequemer und einfacher als Treppe zu laufen.
Trotzdem ist vielen Menschen beim Fahrstuhl-Fahren heute auch klar, dass es eigentlich gesünder wäre, die Treppe zu nutzen.
Aber trotzdem nehmen wir ab und an den Fahrstuhl. Für bestimmte Aufgaben, die sonst deutlich länger dauern würden. Zum Beispiel wenn wir fünf Tetrapak-Kisten gleichzeitig hochtragen wollen.
Oder an Tagen, an denen wir eh schon unser tägliches Schritte-Pensum gelaufen sind.
In der Metapher ist KI also so ein neues Werkzeug, das uns Arbeit und Anstrengung abnehmen kann.
Das haben frühere Werkzeuge auch schon getan. Wenn du wie ich in den 80er geboren wurdest, dann kennst du noch die Zeit, in der alle Menschen aus dem Kopf Zig Telefonnummern aufzählen konnten. Das kann heute niemand mehr.
Aber anders als bei diesen früheren Werkzeugen sind die Fähigkeiten, die durch KI verkümmern, lebensnotwendig.
Es ist nicht schlimm, dass ich heute kaum meine eigene Telefonnummer auswendig aufschreiben kann. Aber wenn es mir nicht mehr gelingt, gute Bildideen zu entwickeln und meine eigenen Gedanken klar und nachvollziehbar und spannend in einem Text zu kommunizieren, dann verliere ich Fähigkeiten, die Grundlage für meinen Beruf sind.
Und ich verliere die Möglichkeit, innovative Dinge und kreative Lösungen zu entwickeln.
Deshalb nutze in Zukunft diese Fragen-Liste, bevor du KI-Tools benutzt.
Überprüfe zu aller erst, warum du gerade den Fahrstuhl nehmen möchtest.
Willst du eine Aufgabe, die dich viel Zeit kostet, aber wenig an deinem kreativen Output verändert, schnell abarbeiten? Musst du zum Beispiel eine unangenehme Email schreiben?
Dann tut die KI deiner kreativen Arbeit nichts. Volle Fahrt voraus! Nimm den Fahrstuhl. Go for it!
Oder arbeitest du alternativ an deinem kreativen Output und es ist gerade anstrengend? Hier ist Vorsicht geboten.
Wäge in dem Fall ab, ob die Nutzung des Fahrstuhls gerade mehr Vorteile oder mehr Nachteile mit sich bringt. Frag dich: Ist die Nutzung des Fahrstuhls es gerade wert, die Anstrengung zu überspringen?
Hier ist jede Situation individuell. Es wird immer wieder Momente geben, wo du merkst: Ja, in diesem Moment ist es mir die Zeitersparnis wert.
Letzte Woche hat zum Beispiel eine erfahrene Kollegin in der Portfolio-Akademie-Q&A erzählt, dass sie einen Auftrag, der für ihre Zukunft und ihre kreative Zufriedenheit wenig wichtig ist, viel schneller abwickeln konnte, weil sie generative KI für die Ideenfindung genutzt hat.
Na klar ist so was ok.
Aber gleichzeitig wird es auch immer wieder Situationen geben, wo du merkst: Hm, hier gefährde ich gerade meine kreativen Fähigkeiten.
Entscheidest du dich in dem Fall trotzdem, KI zu nutzen, dann überlege hier, ob es etwas gibt, was du ausgleichend machen kannst.
Kannst du heute Nachmittag noch mal Treppensteigen anstatt den Fahrstuhl zu nutzen? Was könntest du also noch tun, um deine kreativen Fähigkeiten heute zu fördern und zu trainieren?
So. Das ist mein Vorschlag dazu.
Hast du auch schon die Beobachtung gemacht, dass die KI deinen kreativen Prozess verändert? Wenn ja, wie? Schreib mir gern. Ich bin echt neugierig.
Und wenn du glaubst, dass die heutige Folge auch für eine Kolleg*in oder Freund*in nützlich sein könnte, dann schick diesem Menschen doch mal die Podcast-Folge. Damit unterstützt du deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür!
Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe,
wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
Du willst Danke sagen?
Wenn du hier im Portfolio-Podcast schon einmal etwas Nützliches mitnehmen konntest, dann freu ich mich, wenn du dem Podcast ein paar Sterne schenkst, auf Apple Podcast eine Rezension schreibst oder – am allerbesten – den Podcast weiter empfiehlst. Dann unterstützt du damit deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür.
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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