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Hast du schon mal gedacht: »Wenn ich erst mal soundso viele Follower auf Instagram habe, dann wird alles anders. Dann fühle ich mich endlich gut genug …«?
In dieser Folge schauen wir uns an, warum dieser Gedanke ein Trugschluss ist – und zwar nicht nur theoretisch. Denn im heutigen Kurzinterview habe ich mit Chris Campe gesprochen. Chris ist Designerin und hat 26.000 Follower auf Instagram, und sie wir berichten, ob das Vergleichen wirklich weniger wird, wenn der eigene Account wächst.
In der heutigen Folge erfährst du auch, wie du die Social-Media-Vergleichsmaschine in deinem Kopf ausbremsen kannst – und welche Strategien dir helfen, soziale Netzwerke entspannter zu nutzen, ohne dass sie dich blockieren oder ungute Gefühle auslösen.
Am Ende der Folge hast du einen klaren Werkzeugkoffer, um Social Media so zu benutzen, dass es dich inspiriert – und nicht frustriert.
Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst – und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los.
Mich hat vor ein paar Tagen wieder eine Email erreicht, von Luka. Luka heißt eigentlich anders. Luka fragt:
»Liebe Franziska,
wie vermeide ich es, mich dauernd mit anderen zu vergleichen und dadurch in Stress zu geraten?
Speziell in den sozialen Netzwerke oder auch beim Netzwerken im Allgemeinen?
Ich wollte mich deswegen schon bei Instagram abmelden. Stattdessen habe ich mich zusätzlich bei LinkedIn angemeldet und habe da aber die gleichen Probleme.
Ich weiß, dass das natürlich etwas mit Selbstbewusstsein zu tun hat. Ein Schlüssel ist sicher, die Vielfalt als solche zu lieben und den eigenen kreativen Ausdruck anzuerkennen und wertzuschätzen. Aber das klappt nicht immer.
Ich frage mich, wie es gelingen kann, entspannt mit den sozialen Netzwerken umzugehen und diese zu pflegen, ohne dass sie unverhältnismäßig viel Raum in meinem Kopf einnehmen.
Liebe Grüße, Luka«
Danke für deine Frage, Luka. Um hier gleich mal mit Kopfsprung ins Thema zu starten: Diese Tendenz, sich auf Social-Media-Plattformen mit anderen zu vergleichen und dadurch schlechte Laune zu bekommen, kennen viele.
Und die Frage, ob es überhaupt möglich ist, sich nicht zu vergleichen, ist berechtigt.
Denn grundsätzlich ist es so: Wenn du ein Mensch bist, wirst du dich an anderen Menschen orientieren. Denn Menschen sind soziale Wesen. Das steckt in uns drin, seitdem wir vor Tausenden von Jahren in der afrikanischen Savanne gelernt haben, zu kooperieren und zusammen zu arbeiten.
Indem wir uns an anderen Menschen messen und uns mit ihnen vergleichen, können wir unsere eigenen Fähigkeiten, Stärken und Leistungen besser einschätzen. Nur mit diesem Vergleich wissen wir, wo wir stehen, wo wir nützliche Fähigkeiten haben und wo es noch Potenzial zum Lernen gibt.
Das hilft bei der Selbsteinschätzung und gibt Orientierung – und diese kreiert die Motivation, die es braucht, um sich weiterzuentwickeln. Denn wenn wir wissen, was möglich ist, können wir loslaufen, um dort auch hinzukommen.
Deshalb neigen Menschen dazu, sich »nach oben« zu vergleichen. Wir schauen also zu den Personen auf, die schon dort sind, wo wir hinwollen. Deswegen zeigt der Vergleich auch an, welche Ambitionen, Ziele und Träume wir insgeheim in uns tragen.
Denn rein theoretisch könnten wir ja auch nach unten schauen und abwägen, wer noch nicht so weit gekommen ist wie wir selbst. Das würden anstelle von Stress angenehme Gefühle des Vorsprungs erzeugen.
Aber beim sozialen Vergleichen geht’s nicht darum, sich wohl zu fühlen, sondern darum, wo wir hinwollen. Denn um das bequeme Sofa der Komfortzone zu verlassen und etwas Neues zu wagen, braucht es genug Motivation.
Der Pullover muss also genug kratzen, damit wir uns aufmachen und einen neuen Pulli stricken.
Doch mehr ist hier nicht automatisch besser: Umso größer der Abstand zwischen der Vergleichsperson und der eigenen Situation ist, desto mehr Stress entsteht.
Bis zu einem gewissen Punkt erzeugt das Ansporn.
Ist der Abstand aber so groß, dass es uns unrealistisch erscheint, diesen zu überbrücken, dann kippt das positive Momentum eines Vergleichs und wird destruktiv. Dann entstehen Gefühle von Frust und Unzufriedenheit.
Diese Diskrepanz zwischen Wollen und Wahrscheinlich-nicht-Können erzeugt ein Dilemma, das nicht mehr motiviert, sondern lähmt und blockiert.
Denn irgendwie wird dann klar, dass wir uns mit dem kratzigen Pulli arrangieren müssen.
Vergleichen ist im echten Leben schon ein Balanceakt zwischen Ansporn und Überforderung. In den sozialen Netzwerken wird es noch herausfordernder.
Denn die sozialen Netzwerke verstärken das menschliche Bedürfnis nach Vergleich und Orientierung. Hauptsächlich weil hier nicht ganz fair gespielt wird.
Einerseits wird in den sozialen Netzwerken ein kuratiertes Bild der Realität abgebildet. Du siehst also nur einen ganz kleinen Teil des Lebens der Anderen. Und diese stark kuratierten Inhalte erzeugen unrealistische Erwartungshaltungen und Vorstellungen.
Hier vergleichen wir uns also mit etwas, was nicht besonders weit weg, sondern in sich unrealistisch ist. Ein Vergleich, bei dem wir alle nur verlieren können.
Außerdem gibt es eine unerschöpfliche Quelle an Vergleichsmaterial. Wenn ich nur lange genug scrolle, werde ich immer jemanden finden, mit dem ich mich im Vergleich klein und mittelmäßig fühle.
Denn ich vergleiche mit auf eine gewisse Art und Weise mit der ganzen Welt. Und das macht unglücklich.
Und zu guter Letzt kannst du noch nicht einmal selbst entscheiden, mit wem du dich vergleichst, weil der Algorithmus bestimmt, was er dir zeigt.
Früher war das noch anders. Aber heute entscheidet der Algorithmus. Und der zeigt dir gern genau die Sachen, an denen du emotional hängen bleibst. Warum? Weil du dann länger bleibst.
Leider sind das eben oft auch die Dinge, die dich emotional an empfindlichen Stellen treffen.
Das Perfide ist, dass dieses System umso besser funktioniert, desto psychisch angeschlagener du bist.
Deshalb ist sich die aktuelle Forschung ziemlich einig, dass die sozialen Netzwerke tendenziell ungesund für die menschliche Psyche sind. Es gibt viele Studien, die bestätigen, dass mehr Zeit in den sozialen Netzwerken tendenziell dazu führt, dass Menschen sich schlechter fühlen.
Wenn es dir also wie Luka geht: Keine Sorge. Du bist nicht allein!
Das bestätigt auch eine Umfrage, die ich am Montag auf Instagram gepostet habe. Dort zeigt sich: Vom Prinzip geht es fast allen Kolleg*innen so.
Ich hatte gefragt: Wie oft erlebst du das unangenehme Gefühl, dich mit anderen zu vergleichen auf Instagram? Wenn Kolleg*innen zum Beispiel mehr Likes, mehr Views, mehr Follower oder coolere Aufträge haben …
Knapp 500 Leute haben die Umfrage gesehen, 133 Personen haben mit abgestimmt. Und davon erleben 97% entweder oft oder zumindest ab und an Gefühle vom Vergleichen auf Instagram. Nur 2% gaben an, solche Vergleichsgefühle nicht zu kennen. 1 % konnte mit dem Begriff nichts anfangen.
Von den 97%, die das Gefühl kennen, gaben 56%, also mehr als die Hälfte an, solche Gefühle oft zu erleben.
Wie gesagt: Es ist grundsätzlich also ganz normal und menschlich, sich mit anderen Personen zu vergleichen. Auch verstärken die sozialen Netzwerke diese menschliche Tendenz.
Und: Sobald du in einem kreativen Beruf arbeitest, bist du nochmals gefährdeter.
Einerseits, weil es recht wahrscheinlich ist, dass du soloselbstständig bist und somit viel Zeit alleine verbringst. Wenn du allein in deinem Büro sitzt, bieten soziale Netzwerke eine immer verfügbare Möglichkeit, dich zu vergleichen.
Gleichzeitig nutzt du auch mit großer Wahrscheinlichkeit ein soziales Netzwerk für deine Akquise. Und deine Kolleg*innen machen das auch.
Das führt dazu, dass in deiner Social-Media-Blase, insbesondere, wenn du dich hier auch mit Kolleg*innen vernetzt, tendenziell eher Erfolge geteilt werden als Misserfolge. Denn es gilt ja, potenzielle Kund*innen zu überzeugen und zu beeindrucken.
Das bedeutet also: viel mehr Vergleichsfläche.
Und ganz ehrlich: Kund*innen vergleichen ja auch wirklich. Sie schauen sich in der Regel mehrere Kolleg*innen an und entscheiden dann, wer den Auftrag bekommt.
Das erzeugt Konkurrenzdruck – und gleichzeitig auch das Bedürfnis, besser zu sein als andere. Denn viele Kreative denken, dass sie nur gut genug, also besser als die anderen, sein müssen, um Aufträge zu bekommen.
Hier mal eine wichtige Randnotiz: Das stimmt so nicht. Denn die Maßstäbe, mit denen Kund*innen das »Besser sein« bewerten, sind oft ganz andere als die, die die Kreativen an sich anlegen.
Du musst nicht die beste Illustrator*in oder die beste Designer*in sein, um Aufträge zu akquirieren.
Viel wichtiger ist, dass du verstehst, warum deine Kund*innen überhaupt Kreative buchen. Nicht, weil sie die beste Illustrator*in der Welt engagieren wollen, sondern weil sie ein Problem haben, für das sie eine passende Lösung brauchen.
Und hier eine kurze, aber dafür umso herzlichere Einladung an dich:
Wenn du besser darin werden möchtest, die Probleme deiner Kund*innen zu erkennen, um passgenaue Angebote zu schnüren, dann komm doch gern in meinen 5-tägigen Live-Workshop »Mut zur Brücke«. An diesem kannst du für 0 Euro teilnehmen. Und der findet vom 25. bis 29. August 2025 statt.
Im Workshop formulierst du ein konkretes Angebot – und am Ende der Woche pitchst du dieses Angebot und akquirierst bestenfalls damit einen Auftrag.
Meld dich jetzt für 0,00€ an unter www.diegutemappe.de/workshop. Der Link ist auch in den Shownotes.
Ende Randnotiz, weiter geht’s.
Fassen wir mal zusammen. Das, was Luka in der Email beschreibt, kennen viele Menschen.
Aber das weiß Luka ja wahrscheinlich schon. Luka sucht nach Lösungen.
Deshalb lass uns noch einmal schauen, was du konkret tun kannst, um dich so zu vergleichen, dass es dich motiviert und inspiriert – und eben nicht blockiert.
Bevor wir auf konstruktive Lösungen schauen, muss ich hier eine Sache vorwegnehmen. Ich hab es ja eben schon gesagt: Die sozialen Netzwerke spielen kein faires Spiel.
Sie tricksen unser internes Belohnungssystem aus und nutzen die gleichen Methoden wie Spielautomaten – mit dem einzigen Ziel, dass du so viel Zeit wie möglich auf ihnen verbringst.
Denn deine Zeit ist Geld für die Plattformen – in Form von Werbeanzeigen, die du in dieser Zeit konsumierst.
Und umso mehr Zeit du auf den Plattformen verbringst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du dich über kurz oder lang destruktiv vergleichst – also so, dass es dir nicht gut tut.
Deshalb gilt es zu allererst, geeignete digitale Hygienemaßnahmen zu etablieren. Das sind klar definierte Regeln für die Nutzung der Apps. Diese sollten dir wie Zähneputzen und Händewaschen in Fleisch und Blut übergehen.
Das kann zum Beispiel bedeuten, dass du dir ein Zeitlimit setzt und deinem Telefon sagst, ab wann es dich darauf hinweisen soll, die App zu schließen.
Ich nutze seit kurzem einen neuen Trick. Vielleicht kennst du auch schon diese neue Funktion von Instagram, die sogenannte Ad-Break, in der du einige Sekunden im Feed nicht weiter scrollen kannst, weil du dir eine Anzeige ansehen sollst.
Jedes Mal, wenn das jetzt bei mir passiert, sehe ich das als Zeichen, die App zu schließen.
Und jedes Mal denke ich an Mark Zuckerberg und lache hämisch vor mich hin: Ha ha ha, so hat sich Mark Zuckerberg das mit der Ad-Break bestimmt nicht vorgestellt.
Auch Regeln, wann du dein Telefon nicht nutzt, können hilfreich sein. Zum Beispiel erst ab 12 Uhr. Es kann auch helfen, dein Telefon in einem anderen Raum liegen zu lassen, wenn du dich an den Schreibtisch setzt.
Bei solchen Routinen wie es einfacher, wenn du es dir ganz einfach machst – bzw. die Nutzung von Social Media schwerer.
Wenn du die App auf deinem Telefon versteckst, so dass du mehrfach klicken musst, um die App zu öffnen, kann das schon helfen, sie weniger zu nutzen. Weil diese zwei, drei Klicks dir mehr Zeit geben, zu überlegen, ob du das gerade wirklich machen willst.
Es ist ein bisschen so wie mit der Macadamia-Schokocreme. Ich liebe Macadamia-Schokocreme. Und wenn ein Glas davon offen sichtbar in der Küche steht, dann bin ich recht willenlos.
Aber steht es im Regal schön weit oben, so dass ich extra einen Stuhl hinrücken muss, um das Glas aus dem Schrank zu holen, dann fällt es mir leichter, der Schokocreme zu widerstehen.
Mit Social Media ist das nicht anders.
Wenn du deine digitalen Hygienemaßnahmen etablierst hast, kommt der nächste Schritt.
Hier rüstest du das soziales Bedürfnis, dich vergleichen zu wollen, mit klaren Strategien aus, so dass es dich nicht lähmt, sondern dir etwas bringt.
Die erste Strategie kommt von meiner tollen Kollegin Thekla Priebst.
Thekla schreibt: »Seit der Portfolio-Akademie schreibe ich [in solchen Vergleichsmomenten] einen Loveletter und stelle am Ende immer Fragen an die Person, mit der ich mich vergleiche und die ich insgeheim beneide. So sind schon so tolle Kontakte entstanden.«
Denn ja, haben wir ja vorhin schon gehört. Im Vergleich steckt immer auch etwas von dir drin: nämlich deine Ziele, Wünsche und Ambitionen.
Du beneidest die Person, weil sie schon da ist, wo du hinwillst. Mit Theklas Methode wird diese Energie in etwas ganz Tolles und Positives umgeleitet – in Verbindung, Wertschätzung und Austausch.
Ich habe auch noch einmal eine andere Kollegin gefragt, wie sie das macht mit dem Vergleichen. Chris Campe. Denn Chris hat knapp 26.000 Follower – und hier könnte man ja denken: Endlich angekommen, jetzt wird alles gut.
Und ich hab Chris gefragt:
Chris, du hast 26.000 Follower auf Instagram. Und viele denken, dass wenn man irgendwann bei einer bestimmten Follower-Zahl ankommt, dass dann das Vergleichen aufhört, dass es leichter wird. Ist das bei dir so?
Das hat Chris Campe berichtet:
Chris Campe:
Also ich würde sagen, das Vergleichen hört nicht auf. Ich weiß nicht mal, ob es leichter wird. Ich sage bei meinen 26.000 Followern immer gern dazu, dass ich seit 2014 auf Instagram bin. Es hat also über zehn Jahre gedauert, dahin zu kommen. Und ich vergleiche mich schon auch immer noch. Ich denke auch, warum hat jetzt die Person 40.000 Follower? Wir machen doch eigentlich das gleiche.Oder ich denk dann, ich müsste das alles irgendwie viel strategischer angehen. Ich müsste wissen, wer ist meine Zielgruppe und wen ich eigentlich erreichen will. Und diese ganzen Sachen.
Und von daher: Für mich hat das Vergleichen nicht aufgehört. Ich mach es aber auch nicht so massiv, dass mich das total behindert.
Aber ich merke schon, dass die Wahrnehmung sich verändert.
Wenn mir 25.000 oder 26.000 Leute folgen, dann sagt es ja schon was darüber aus, wie relevant das ist, was ich mache oder was ich sage. Dass es also eine ganze Anzahl von Leuten gibt, die mit meiner Arbeit was anfangen können. Und ich beobachte das auch bei mir selber, dass ich mit der Anzahl der Follower so eine Wertigkeit verbinde.
Aber es gibt genau auch Accounts, wo ich denke: Warum checken die Leute das nicht? Also warum hat diese Person 139 Follower? Ich denke tatsächlich an eine konkrete Person, die ich am liebsten jeden Tag featuren würde.
Dr. Franziska Walther:
Na ja, um deine Frage zu beantworten: Die Person mit den 139 Followern hat wahrscheinlich nach 2020 angefangen.Chris Campe:
Ja, genau. Das spielt auch eine Rolle. Also ich weiß nicht, wie es wäre, jetzt noch mal anzufangen. Wobei ich glaube, es ist schwierig, aber nicht unmöglich.Und wenn ich nicht selbstständig wäre und Instagram Teil meines Außenauftritt wäre, dann wäre das das erste, was ich löschen würde von meinem Handy.
Ich glaube, das ist auch gut, sich das klar zu machen. Wozu dient es eigentlich? Und dass es eine dienende Funktion hat.
Und deswegen wäre es umso wichtiger, dass ich eine Strategie dafür hätte, um das so klarer im Blick zu behalten.
Dr. Franziska Walther:
Du hast ja gesagt, dass du dich nicht so vergleichst oder zumindest nur in einem gesunden Maß vergleichst? Wie machst du das? Also was sind deine Strategien?Chris Campe:
Ich glaube, es ist so tagesform-abhängig, ob ich mich vergleiche. Ich will jetzt gar nicht sagen, ich vergleich mich nicht. Ich habe das schon.Und ich habe auch so ein paar Accounts, denen ich nicht mehr folge (ich weiß gar nicht ... hab ich sie geblockt?), denen ich also quasi aktiv aus dem Weg gehe, weil es mich jedes Mal irgendwie stresst oder irgendwie triggert.
Weil es halt so Leute sind, die vielleicht Sachen machen, die ich auch gerne machen würde oder wo mich irgendwas einfach ungut emotional beeinflusst.
Also das mache ich auf jeden Fall auch. Ich schau mir bestimmte Dinge einfach gar nicht an.
Und ich glaube, es ist gut, einfach Leuten zu folgen, deren Arbeiten man wirklich schätzt und wo man sich mitfreuen kann. Und auch in so einen großzügigen Austausch gehen kann.
Es hilft also, sich gar nicht so sehr auf Konkurrenz ausrichten. Dieser Fokus hilft, um aus so einem engen Vergleichen rauszukommen und den Fragen: Warum bekommt das die Person besser hin? Oder warum hat der so viele Follower? Der macht doch das gleiche?
Es ist halt wie eigentlich fast alles eine innere Arbeit. Und es ist auch möglich, den inneren Fokus auf was anderes zu legen. Und ich fokussiere mich darauf, was mir gefällt. Ich schaue, welchen Leuten gönne ich, dass es ihnen gut geht oder wo kann ich vielleicht auch ins Gespräch gehen und so diesen Community- und Austausch Charakter von Instagram mehr betonen. Das ist so viel besser als der Gedanke: Warum hat der so viele Followern?
Danke, Chris, dass du deine Strategien mit uns geteilt hast – die ich mal zusammenfasse unter der Strategie #2.
Chris hat ja betont, dass es hilft, zu wissen, welche Rolle das soziale Netzwerk für dich übernimmt. Es hilft, klar zu benennen, warum du dort aktiv bist. Denn das macht es leichter, sich nicht in den Zahlen der Plattform zu verstricken.
Denn wenn dein Warum ist, auf Instagram Kontakt zu potenziellen Kund*innen aufzubauen, dann sagt die Followerzahl wenig darüber aus, ob du dein Ziel erreichst.
Aber wenn du weißt, dass du diese Woche schon wieder zwei Kommentare von potenziellen Kund*innen unter deinen Posts aufgeploppt sind, dann weißt du, dass deine Strategie Früchte trägt.
Und auch wenn das unter die Hygienemaßnahmen fällt: Chris’ Strategie, ganz aktiv auch bestimmten Accounts aus dem Weg zu gehen, ist erwähnenswert. Auch hier darfst du ganz selbstbestimmt entscheiden, was dir gut tut – und was nicht.
Und dann sind wir schon bei Strategie #3.
Denn es hilft dir, wenn du dir ganz bewusst Kolleg*innen zur Orientierung auswählst, bei denen der Abstand zwischen dir und deinem Vorbild realistisch überbrückbar erscheint.
Mit einer bewussten Auswahl kannst du so dein Stresslevel regulieren und selbstfürsorglich mit dir umgehen.
Und vielleicht fällt dir jetzt beim Auswählen deiner Vorbilder auch auf, dass du manchmal Äpfel mit Birnen vergleichst. Und somit einen Vergleich aufmachst, bei dem du nur verlieren kannst.
Weil du dich mit einer Person vergleichst, die komplett andere Rahmenbedingungen hat als du.
Ich hatte da vor kurzem einen Aha-Moment. Ich höre ab und an einen englischsprachigen Podcast zum Thema Akquise. Dieser Podcast ist also ein englischsprachiges Gegenstück zum Portfolio-Podcast.
Allerdings hat der Podcast mehr als doppelt so viele Podcast-Episoden, denn es gibt ihn viereinhalb Jahre länger. Mit war also immer klar, dass der Podcast einen gigantischen Vorsprung hat. Trotzdem habe ich ihn immer als Vergleichsreferenz für mich genutzt.
Aber: vor kurzem erzählte der Host, wie viele Newsletter-Subscriber er auf seiner Liste hat. Und da hatte ich einen kleinen Schnappatmungsmoment.
Denn es sind circa 30-mal mehr als auf meiner Liste. Auf meiner Newsletter-Liste stehen circa 1.700 Menschen. Und auf seiner sind es über 50.000 aktive Kontakte.
Aber dann kam der Aha-Moment. Das liegt nicht an mir. Oder daran, dass der andere besser ist als ich. Das liegt am Markt.
Der deutschsprachige Designmarkt ist so viel kleiner und nischiger als der englischsprachige.
Denn weltweit sprechen 155 Millionen Menschen Deutsch, davon sind ein winziger Bruchteil Designer*innen und Illustrator*innen. Dagegen sprechen circa 1,5 Milliarden Menschen Englisch. Das sind fast 10 Mal so viel.
Wenn ich mich also an den Zahlen dieses amerikanischen Podcasts messe, dann vergleiche ich Äpfel mit Birnen – und kann nur verlieren.
Überprüfe also ganz genau, mit wem du dich vergleichst, und ob das ein fairer Vergleich ist.
Strategie #4: Vergleiche dich mit dir selbst – und feiere dich für jeden Schritt
Und hier ist ein guter Moment, um eine ganz einfache, aber wichtige Wahrheit auszusprechen: Der einzig wirklich faire Vergleich ist immer nur der mit dir selbst.
Klar brauchen wir Vorbilder und Orientierung. Aber vergleiche dich doch lieber, wo du vor einem Jahr warst im Vergleich zu heute. Hast du dich weiterentwickelt? Hast du etwas gelernt? Bist du neue Wege gegangen? Hast du Veränderung zugelassen?
Und wenn ja, dann feiere dich dafür! Und das ist Strategie #4.
Denn das, was du aktiv tust, ist am Ende das einzige, was du kontrollieren kannst. Und das ist eine gute Überleitung zu Strategie #5.
Hier mal ein Beispiel: Wenn du dir das Ziel setzt, nächstes Jahr 1000 mehr Follower*innen zu haben, dann kreierst du ein Ziel, das du nicht kontrollieren kannst.
Klar kannst du eine Strategie stricken, die es wahrscheinlicher macht, dass du dieses Ziel erreichst. Du kannst zum Beispiel täglich posten und damit steigt deine Chance, dein Ziel auch zu erreichen.
Aber hier spielen neben dem regelmäßigen und mehrfach die Woche Posten noch so viel mehr Faktoren mit hinein, die du nicht kontrollieren kannst.
Deshalb setze dir Ziele, die du kontrollieren kannst. Zum Beispiel: Du könntest auch sagen, dass du die sozialen Netzwerke nutzt, um dich mit Kolleg*innen zu vernetzen, auszutauschen und gegenseitig anzufeuern. Dann kannst du zählen, wie oft du das diese Woche gemacht hast.
Oder alternativ könntest du auch sagen: Um sichtbar zu sein, poste ich einmal die Woche. Welche Views und Follower ich damit erziele, ist nebensächlich.
Klar wird das noch wirksamer, wenn du dein Warum kennst. Aber das hast du ja schon in Strategie #2 formuliert.
Aber vielleicht fragst du dich hier zu guter Letzt eine ganz grundsätzliche Frage:
Muss ich denn als Illustrator*in und Designer*in auf Social Media präsent sein?
Nein. Nicht unbedingt.
Deine mentale Gesundheit ist wichtiger als die Präsenz auf Social Media. Und wenn ersteres durch Social Media massiv leidet, ist es sehr viel gesünder und nachhaltiger für dein Business, andere Akquisekanäle für dich zu nutzen. Und ja, die gibt es auch.
Und deshalb auch hier noch einmal eine Einladung an dich:
Im Workshop »Mut zur Brücke« üben wir 5 Tage lang Netzwerk-Akquise. Diese wird in Zukunft immer wichtiger werden, denn mit generativer KI werden echte menschliche Beziehungen auch im Business seltener – und somit wichtiger.
Deshalb: Mach gern mit und bau dein Netzwerk aus – für 0 Euro – im Workshop »Mut zur Brücke« und vom 25. bis 29. August 2025. Du bist herzlich eingeladen.
Mehr dazu erfährst du unter www.diegutemappe.de/workshop.
Vergleichen ist ganz normal. Du darfst da also milde mit dir sein, wenn du merkst, dass du dich vergleichst. Aber du hast auch ein paar Mittel in der Hand, mit denen du auf dich aufpassen und selbstfürsorglich mit dir umgehen kannst. Nutze sie.
Und schließen möchte ich mit einer Frage an dich:
Welche dieser Strategien willst du heute gleich mal ausprobieren? Ich werde definitiv einmal in Instagram aufräumen und einige Accounts blockieren. Keine Sorge! Dich nicht 😉 Aber ich finde die Idee, selbstbestimmt zu entscheiden, wen ich sehen will und wen nicht, gut.
Was nimmst du aus der Folge mit? Was probierst du aus?
Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe,
wir hören uns wieder nächste Woche,
ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
Du willst Danke sagen?
Wenn du hier im Portfolio-Podcast schon einmal etwas Nützliches mitnehmen konntest, dann freu ich mich, wenn du dem Podcast ein paar Sterne schenkst, auf Apple Podcast eine Rezension schreibst oder – am allerbesten – den Podcast weiter empfiehlst. Dann unterstützt du damit deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür.
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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