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10. September 2026

KI vs. Fachwissen: Warum dein Handwerk in der Kreativbranche unersetzlich bleibt

5 Strategien, um mit Expertise selbstbestimmt durch die KI-Ära zu gehen – mit oder ohne KI

 

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Die Folge #214 beantwortet diese 3 Fragen:

Wird mein Beruf als Illustrator*in oder Designer*in durch KI überflüssig?

Nein! Generative KI-Tools können handwerkliche Schritte ersetzen, aber dein Fachwissen, Urteilsvermögen und kreative Stimme bleiben unersetzlich. Ohne Expertise kannst du KI-Ergebnisse nicht bewerten oder anpassen – und genau das macht dich relevant für Kund*innen. Auch dein kreativer Prozess ist einzigartig und gehört dadurch zu dir.

Wie bleibe ich als Kreative*r in der KI-Ära relevant für meine Kund*innen?

Indem du dein Fachwissen ausbaust in Verbindung mit deinem kreativen Prozess als einzigartige Stärke nutzt und den Mehrwert deiner Arbeit klar und verständlich kommunizierst. Die 5 Strategien, die ich dir in der Episode vorstelle, helfen dir, selbstbestimmt zu entscheiden, wo Technologie dich unterstützt – und wo nicht.

Soll ich als Kreative*r KI-Tools nutzen, um mit der Zeit zu gehen?

das kannst nur du für dich und deinen Prozess entscheiden! KI ist ein Werkzeug, keine Pflicht. Entscheidend ist, dass du deine Expertise so schärfst, dass du selbstbestimmt beurteilen kannst, ob und wie du KI-Tools sinnvoll einsetzt – oder bewusst darauf verzichtest.


 

KI-Angst? Warum dein Fachwissen dich unersetzlich macht

Wenn du meinen Podcast schon eine Weile hörst, dann weißt du, dass ich kein KI-Evangelist bin. Ganz im Gegenteil. Ich sehe generative KI kritisch.

In meinem Berufsalltag benutze ich KI für administrative Aufgaben. Aber auch nur dann, wenn es mir nicht das Denken abnimmt. Denn ich will selbst über meine Arbeit und mein Business nachdenken.

Und ich will KI auch nicht in meinem kreativen Prozess für mein Schreiben, meine Illustrationen und meine Bücher benutzen. Aus politischen und ökologischen Gründen.

Aber auch, weil ich bis jetzt noch nichts gefunden habe, bei dem KI mich zu etwas befähigt, das mehr Qualität erzeugt als mein menschlicher Prozess.

Ja, ich hab’s ausprobiert. Aber die Ergebnisse haben mich nicht überzeugt.
 

Wie will ich mich zu den Veränderungen der Branche verhalten?

Gleichzeitig bin ich aber auch Fan davon, selbstbestimmt und mit offenen Augen zu entscheiden, wie ich mich zu Entwicklungen meiner Zeit verhalten will. Und deshalb lese ich viel über KI. Ich informiere mich. Experimentiere auch mal, um mir eine Meinung zu bilden.

Dabei ist mir in letzter Zeit eine Sache aufgefallen, die erst einmal wie ein großer Widerspruch klingt: Fachwissen wird immer mehr ersetzbar – und gleichzeitig immer essenzieller.

Deshalb stelle ich dir heute 5 Strategien vor, die dir helfen, in Zeiten von KI in der Kreativwirtschaft deine fachliche Kompetenz auszubauen – damit du auch in den nächsten Jahren relevant für Kund*innen bleibst.

Und ja, die Strategien funktionieren selbst dann, wenn du bis jetzt noch nie ein KI-Tool benutzt hast und das auch nicht vorhast. Und in diesem Sinne …
 

Herzlich Willkommen im Podcast »Vom Portfolio zur Marke« mit Dr. Franziska Walther.

Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, damit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt.

Mein Name ist Franziska Walther, ich bin selbst Designerin, Illustratorin und Autorin. Und jetzt geht’s los.
 

Wie KI die Kreativbranche verändert und warum das Stress macht

Du weißt es. Ich weiß es. Die Kreativbranche verändert sich gerade.

Natürlich kann ich nur für mich sprechen, aber ja, diese rasanten KI-Entwicklungen stressen mich. Die machen mir sogar an schlechten Tagen Angst.

Natürlich frage ich mich, ob mein Beruf, den ich von Herzen liebe, sich verändern wird. Und ja, wird er wahrscheinlich.

Natürlich denke ich auch darüber nach, was ich jetzt tun und verändern kann, um für meine Kund*innen weiterhin relevant zu bleiben. Um auch in den nächsten – hoffentlich vielen – Jahren weiterhin in meinem Beruf zu arbeiten.
 

Die große Fragen: Worauf fokussiere ich mich? Was lasse ich weg?

Das ist ja gerade eine der großen Herausforderungen. Uns ist wahrscheinlich allen klar, dass wir uns gerade in einer Zeit der Veränderung befinden. Aber wohin die Reise geht, weiß niemand.

Niemand kann in die Zukunft schauen. Niemand hat eine Glaskugel.

Deshalb stellen alle Thesen auf und basierend auf diesen Thesen können wir versuchen, mit bestem Wissen und Gewissen zu adaptieren.

Das bedeutet ja, dass wir konstant vor bestimmten Frage stehen:

Fragen wie:

  • Worauf fokussiere ich mich in Zukunft?
  • Was verstärke ich in meiner Positionierung?
  • Was lasse ich weg? Gebe ich vielleicht auch etwas auf?
  • Gibt es neue Fähigkeiten, die ich mir aneignen sollte?
  • Werden die in 3 Jahren noch nützlich sein?
  • Oder setze ich hier auf das falsche Pferd?

 

Mein Beinahe-Fehler: Warum ich nicht auf Webflow gesetzt habe

Vor zwei Jahren hätte ich fast auf genau so ein falsches Pferd gesetzt.

Denn vor ein paar Tagen hat Webflow verkündet, dass sich die Plattform komplett neu positioniert.
 

Was ist Webflow?

Vielleicht weißt du nicht, was Webflow ist. Kein Problem! Das ist ein Webdesign-Tool, das Designer*innen ermöglicht, komplexe Websites mit einem browserbasierten visuellen Interface zu erstellen, ohne dass ein Entwicklerteam erforderlich ist.

So ein bisschen wie ein Website-Baukasten, aber mit deutlich mehr Flexibilität – und Kontrolle über den Code.

Vor zwei Jahren bin ich mal über Weihnachten in ein Hasenloch gefallen und hab mich in Webflow eingenerdet. Denn ich wollte damit meine neue Website bauen und gleichzeitig damit mein Wissen in Css ausbauen.

Ich hab zwar ein bisschen Ahnung von Webdesign, aber es ist eher ein Hobby von mir. Ehrlich gesagt mag ich es ganz gern, im CSS-Code meiner Website herumzuschreiben.

Für mich ist das wie Kreuzworträtsel lösen. Wenn ich Webdesign mache, kann ich Dinge ausprobieren, den Browser neu laden und sehe sofort, ob ich es richtig hinbekommen habe oder nicht. Das find ich total befriedigend.

Ganz anders als bei meinen Aufträgen, wo ich oft monatelang warten muss, bis ich das Endergebnis sehe.

Und damals, vor zwei Jahren, dachte ich: Vielleicht lohnt es sich ja, dieses Hobby von mir auszubauen in eine sinnvolle Expertise, um meine Positionierung zu erweitern.
 

Webflows Neupositionierung: Vom Webdesign-Tool zur KI-Plattform

Ein Glück, dass ich den Plan nach dem Zwei-Wochen-Hasenloch verworfen habe. Denn Anfang September 2026 hat Webflow groß verkündet, dass sich das Unternehmen komplett neu positioniert.

Weg vom Webdesign-Tool – hin zu einer AI-Agentic-Website-Experience-Plattform, die eben nicht mehr nur der Ort für statische Websites ist.

Sondern jetzt will die Plattform der Dreh- und Angelpunkt werden, an dem Marketingfachleute, Designer*innen und Entwickler*innen nahtlos zusammenzuarbeiten, um ein interaktives und kanalübergreifendes Markenerlebnis zu erzeugen.
 

Warum Fachwissen heute weniger wert ist – als Dienstleistung

Der Grund dafür: Die reine Developing-Phase von Websites, also das Umsetzen einer Gestaltung in funktionalen Code verliert durch KI immer mehr an Bedeutung.

Hier findet also gerade eine tiefgreifende Veränderung statt. Fachwissen und Expertise, die Wert hatten, haben auf einmal weniger Wert.

Und zwar so viel weniger Wert, dass ein Unternehmen wie Webflow sein gesamtes Geschäftsmodell umbaut.

Wenn ich mich also damals entschieden hätte, jetzt so richtig Css zu lernen, dann hätte ich zwei Jahre Wissen gesammelt, was zwar heute nicht unnütz ist, aber deutlich weniger Wert als Dienstleistung hat.
 

Betrifft dich das als Illustrator*in oder Designer*in?

Jetzt denkst du vielleicht: Ist ja alles schön und gut, Franziska, aber ich bin ja Illustrator*in, Buchgestalter*in, vielleicht Kommunikationsdesigner*in! Mich betrifft das alles nicht.

Oder vielleicht denkst du auch. Ich will das nicht - und will davon nichts hören und wissen.

Ich bin heute auch nicht hier, um dir zu erzählen, dass du jetzt auf den KI-Zug aufspringen sollst. Ganz und gar nicht.

Sondern ich hab dir eine interessante Beobachtung mitgebracht und fünf Strategien, die dich zukunftstauglich machen, ohne dass du nur einen Mausklick in einem KI-Tool machen musst.

Den Impuls zu meinen Ideen, die ich dir heute vorstelle, habe ich durch ein AudioBook bekommen.
 

Wie Technologie die Musikbranche verändert hat

Denn ich habe gerade »Unfinished. The Role of the Artist in the Age of Artificial Intelligence« von Lucas Cantor Santiago zu Ende gehört.

Im Buch geht es darum geht, wie sich Musik, die Musikproduktion und die Musikbranche über die Jahrhunderte hinweg durch technologische Entwicklung verändert haben.

Denn Lucas Cantor Santiago ist Komponist und hat in den letzten 20 Jahren Musik fürs große Kino, fürs Fernsehen, für die Olympischen Spiele und und und komponiert.

In seinem Buch beschreibt er mit vielen historischen und zeitgenössischen Beispielen, wie Musik und Technologie immer schon in enger Verbindung standen.

Er sagt zum Beispiel: »The way music sounds in the real world has always been the result of the process used to create it. And that process has always involved some kind of technology.«

Also auf Deutsch: »Wie Musik klingt, war schon immer das Ergebnis des Prozesses, mit dem sie entstanden ist. Und an diesem Prozess war schon immer irgendeine Art von Technologie beteiligt.«

Was er damit meint, zeigt er mit konkreten Beispielen im Buch.
 

Das Banjo-Beispiel: Wie Technologie Instrumente prägt

So beschreibt er zum Beispiel, wie das Banjo im späten 19. Jahrhundert eins der beliebtesten Musikinstrumente war, unter anderem, weil es durch eine technische Weiterentwicklung, dem Resonator, so laut war, dass es in einer Band auch ohne Mikrofon als Soloinstrument genutzt werden konnte.

Mit der Verbreitung von Mikrofonen und elektronischer Verstärkung von Instrumenten ab Mitte der 1920er-Jahre war das nicht mehr nötig, so dass das Banjo als Instrument wieder an Bedeutung verloren hat.

Dass das Banjo, das auf dem afrikanischen Kontinent erfunden wurde, überhaupt in der westlichen Welt angekommen ist, hat natürlich auch historische Gründe.

Das moderne Banjo geht auf Instrumente zurück, die nachweislich seit dem 17. Jahrhundert in Nordamerika von versklavten Menschen aus West- und Zentralafrika gespielt wurden.
 

Warum Technologie kreativen Ausdruck formt

Lucas Cantor Santiago zeigt in seinem Buch also, wie Technologie und historischer Kontext die Art und Weise formen, wie Musik entsteht und welche Form von Musik auch die Menschen der Zeit als »gute Musik« empfinden.

Das alleine ist schon spannend und gut übertragbar auf andere Formen von kreativem Ausdruck.
 

KI beendet Schuberts unvollendete Symphonie – ein Experiment

Aber gleichzeitig gibt der Autor auch Einblick in ein Experiment, das bei mir ehrlicherweise ganz ambivalente Gefühle ausgelöst hat.

Denn Lucas Cantor Santiago hat in Kollaboration mit dem Chinesischen Tech-Unternehmen Huawei eine unvollendete Sinfonie von Franz Schubert mit Hilfe von KI beendet.

Und seine Erfahrungen dazu teilt er auch im Buch.
 

Warum dieses Experiment wertvoll ist – selbst für KI-Kritiker*innen

Selbst, wenn du KI richtig kacke findest, sind die Einblicke, die Lucas in dieses Experiment gibt, wertvoll. Denn anders als bei vielen anderen KI-Experimenten ist die Person, die das Experiment hier macht, wirklich eine Person mit Expertise.

Lucas Cantor Santiago beherrscht sein Handwerk und seinen kreativen Prozess. Er kann virtuos und souverän damit umgehen, denn er hat 20 Jahre Erfahrung, die auf eine fundierte Ausbildung aufbauen.
 

Die zentrale Erkenntnis: Fachliche Expertise ist das A und O

Warum erzähl ich dir das? Weil mir beim Hören des Buches eine Sache bewusst geworden ist: fachliche Expertise ist heutzutage das A und O.
 

Die Diskrepanz, die gerade viele fühlen

In Zeiten von KI finden wir Kreativen uns ja in einer absurden Situation wieder, die auf den ersten Blick total widersprüchlich erscheint.

Denn KI als neue Technologie befähigt uns, handwerkliche Schritte zu überspringen. Wir können damit Bilder generieren. Oder einen Text. Oder auch eine ganze Website.
 

KI überspringt handwerkliche Schritte, aber zu welchem Preis?

Es scheint nicht mehr notwendig zu sein, sich mit CSS auszukennen, um eine Website zu bauen. Dafür kann ich heute die Gestaltung in Figma bauen und mir diese dann einfach in Code von einen KI-Tool übersetzen lassen.

Es scheint nicht mehr nötig zu sein, zu wissen, wie ich einen Text strukturiere, damit daraus eine Geschichte oder ein Sachbuch entsteht. KI kann das für mich strukturieren und mich an die Hand nehmen.

Und ich muss auch nicht mehr komponieren können, um Musik zu erschaffen.
 

Warum KI-Ergebnisse oft Feintuning brauchen

Handwerkliches Fachwissen scheint heute also irgendwie überflüssig.

Aber gleichzeitig wird dieses fachliche Wissen auch immer notwendiger.

Denn ohne kann ich KI-Ergebnisse nicht bewerten.

Ohne Fachwissen weiß ich einfach nicht, ob zum Beispiel das generierte CSS für meine Website wirklich sinnvoll aufgebaut und technisch einwandfrei ist.

Und ganz oft ist es das bei generierten Ergebnissen ja nicht.

KI-Ergebnisse sind oft grobe Skizzen, die Feintuning oder eine komplette Überarbeitung brauchen. Und um dieses Feintuning machen zu können, brauche ich fachliche Expertise.
 

Lucas Cantor Santiago: »Ohne Mensch ist KI-Musik mittelmäßig«

Das bestätigt auch Lucas Cantor Santiago in seinem Schubert-Experiment.

Er sagt:
»Without human intervention, the music AI creates is ›mediocre‹ at best and ›total nonsense‹ at worst […] It sounds like the music of a technically gifted student with no voice of their own, no sonic signature, and no semblance ›musicality‹.«

Also auf Deutsch:
»Ohne menschliches Eingreifen ist die von der KI geschaffene Musik bestenfalls ›mittelmäßig‹ und schlimmstenfalls ›völliger Unsinn‹ […] Sie klingt wie die Musik eines technisch begabten Studierenden ohne eigene Stimme, ohne musikalische Handschrift und ohne einen Hauch von ›Musikalität‹.«
 

Warum Fachwissen nötig ist, um KI als Werkzeug zu nutzen

Gleichzeitig lädt er Kreative in seinem Buch auch ein, die Stellen im kreativen Prozess zu identifizieren, wo neue Technologien den kreativen Prozess unterstützen können. Wo sie nützlich sein können.

Er sagt also nicht, dass wir Technologie als Ersatz für unseren Prozess nutzen sollen, sondern als verstärkendes Werkzeug.
 

Blackbox vs. Werkzeug: Warum du Technologie verstehen musst

Damit ein Tool aber ein echtes Werkzeug sein kann – und keine Blackbox – brauchen wir fachliche Expertise.

Eine Blackbox ist ja so ne Art Zauberer-Zylinder. Aus dem holen wir mal ein Kaninchen raus und mal flattert eine Taube aus dem Hut. Es sieht aus wie Magie. Es entsteht ein Ergebnis, ohne das du viel dazu tust.

Viele Menschen nutzen KI wie so eine Blackbox. Und viele haben zu Beginn auch Photoshop so benutzt. Da wurden Filter und Effekte genutzt – nur weil es ging, aber nicht, weil es das Ergebnis besser gemacht hat.

Damit neue Technologien wirklich unterstützende Werkzeuge sein können, die uns in unserer Arbeit befähigen, brauchen wir Handwerk, Fachwissen und Erfahrung, um zu entscheiden, wo und wie wir die neuen Technologien einsetzen wollen – und wo nicht.
 

Die 5 Strategien für deine Expertise

Und ja, ich hab dir ja vorhin 5 Strategien versprochen, die dir helfen, weiterhin relevant für deine Kund*innen zu sein – selbst wenn du noch keinen einzigen Mausklick mit einem KI-Tool gemacht hast. Und auch nicht vorhast, das zu tun.

Diese 5 Strategien helfen dir, deine fachliche Expertise auszubauen. Und die stelle ich dir jetzt vor.

Aber bevor es losgeht, hier eine Randnotiz in eigener Sache:
In Zeiten von KI hilft dir auch eine klare Positionierung. Denn nur damit wirst du mit deiner kreativen Arbeit auch vor den richtigen Kund*innen sichtbar.

Deshalb: Überprüfe gerne mal, wie stark deine Positionierung ist – mit meinem neuen »3-Minuten-Check für Kreative«.

Der ist nigelnagelneu, dauert wirklich nur 3 Minuten und du bekommst sofort eine Bewertung zu 4 Kategorien deiner Positionierung, inklusive Tipps, wie du hier noch weiter wächst. Schritt für Schritt. Mutig. Und mit selbstbestimmten Entscheidungen.

Zum Check kommst du über den Link: wwww.diegutemappe.de/deinpotenzial.

Und damit: Ende Randnotiz. Weiter geht’s.
 

Wie erkennst du deine Expertise?

Bevor wir darüber sprechen, wie du deine Expertise vergrößerst, lass uns schauen, wie sich fachliche Kompetenz denn überhaupt zeigt. Das passiert nämlich über verschiedene Dinge. Also es ist nicht nur eine Sache.

Zum Beispiel zeigt sich Fachwissen daran, dass du eine effiziente Arbeitsweise entwickelt hast.

Dann weißt du, wie du vorgehst, um ein bestimmten Ergebnis zu erzielen.

Denn du hast diese Aufgaben schon oft wiederholt und über diese Wiederholung einen bewährten Prozess entwickelt, der es dir erlaubt, gleichbleibende Qualität zu erzeugen.

Dieser bewährte Prozess erlaubt dir auch, dass du gut einschätzen kannst, wie viel Zeit du dafür benötigst. Das ist besonders hilfreich, wenn du mit deiner kreativen Arbeit dein Geld verdienst.

Mit fachlicher Kompetenz denkst du auch nicht mehr über jeden einzelnen Handgriff nach, sondern fließt souverän durch deinen kreativen Prozess. Dein Fachwissen, deine Intuition und deine Erfahrung leiten dich.
 

Wie löst du Probleme?

Triffst du im Prozess mal auf Probleme, dann kannst du flexibel das Werkzeug wechseln oder improvisieren. Du bist also auch in der Lage, unter Druck oder auch unter erschwerten Bedingungen ein gleichbleibendes Ergebnis zu erzeugen.

Selbst, wenn dir mal ein Fehler passiert, bleibst du gelassen, denn du weißt, wie du diesen Fehler korrigieren kannst und das Beste aus der Situation herausholst.

Aber deine Erfahrung erlaubt dir auch, vorausschauend zu handeln. Du kannst also Fehler auch antizipieren, bevor sie überhaupt passieren.

Trotzdem oder gerade deshalb hast du einen Blick für die Details und Nuancen. Du weißt, dass auch kleine Details das Gesamtergebnis beeinflussen. Deshalb schaust du dort hin, wo Laien nie im Leben hinschauen würden.

Und ja, weil du als Expert*in viel weißt, kennst du auch deine eigenen Grenzen. Du weißt also auch, was du nicht weißt und wo du Unterstützung brauchst oder dich noch weiterbilden willst.

Du siehst, dass fachliche Kompetenz viele, viele Bereiche tangiert. Es ist also nicht nur eine Sache, die du dir hier aufbaust. Es ist eine Kombination aus Fachwissen, Erfahrung und der trainierten Flexibilität, sowohl auf das große Ganze als auch die kleinen Details zu schauen.
 

Das Zeitalter der Spezialist*innen

Und die Frage ist halt: Wie baust du dieses Konglomerat aus Fähigkeiten auf? Zu allererst mit Strategie #1.
 

Strategie #1: Baue auf einem stabilen Fundament.

In der Gestaltung, egal ob du illustrierst, konzipierst, layoutest, fotografierst, animierst oder mit Code arbeitest, gibt es grundlegendes Wissen, das das Fundament von jedweder guter Gestaltung ist.

Ich finde, jede kreative selbstständige Person sollte zumindest ein Grundwissen haben zu Typografie, Komposition, Raster, Farb- und Kontrastlehre- und die Lehre von Form und Proportion.

Es schadet auch nicht, sich in der Kulturgeschichte der visuellen Kommunikation auszukennen und geschichtliche Strömungen und Epochen zu kennen. So kannst du deine eigene Arbeit in einen historischen Kontext einbetten und einordnen.

Heutzutage stehen alle diese Basics kostenlos im Internet. Es gibt also keine Ausreden mehr.

Ich verspreche dir, dass deine Arbeit damit automatisch besser wird. Alleine nur durch Strategie #1.

Und wenn du dieses Fundament gelegt hast, geht’s weiter mit Strategie #2.
 

Strategie #2: Fokussiere dich!

Es gibt einen Grund, warum es immer nur eine Handvoll von Expert*innen zu einem Thema gibt. Es ist eine Menge Arbeit, die eine Menge Zeit kostet, dorthin zu kommen.

Und deshalb können wir nicht alle für alles Expert*innen sein. Denn wir haben nicht genug Zeit.

Wenn du schnellstmöglich Expertise aufbauen willst, ist es sehr sinnvoll, dich auf eine Sache, ein Fachgebiet, ein Thema, einen Markt oder eine spezifische Kund*innen-Aufgabe zu fokussieren.

Und dann dort all deine Zeit zu investieren.

Und ja, ich weiß. Strategie #1 sagt, lerne breit. Aber nur, um dich dann darauf aufbauend zu fokussieren.

Dein Grundlagenwissen aus Strategie #1 ist dein Fundament. Dein Fokus in Strategie #2 sorgt dafür, dass du ein stabiles, hohes Haus und nicht vier Schuppen darauf baust.

Später dann kannst du deine Expertise ausbauen und erweitern. Aber zu Beginn heißt es: Fokus finden.

Damit sind wir schon bei Strategie #3 und die heißt:
 

Strategie #3: Habe einen hohen Output!

Denn ja, eine Sache, über die du die volle Kontrolle hast, ist die Quantität deiner Arbeit. Du entscheidest, wie viel du machst.

Und umso mehr du machst, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass du in all der Quantität auch Qualität produzierst.

Schau dir Künstler*innen wie Picasso an. Der hatte einen immensen Output. Erinnert wird er für eine kleine Auswahl von Werken.

Ein hoher Output sorgt auch dafür, dass du dein Handwerk trainierst und über die Wiederholung immer mehr deine eigene kreative Stimme findest.

Aber alleine »viel machen« reicht auch nicht. Denn durch die Wiederholung allein wirst du nicht automatisch besser. Und hier greift Strategie #4.
 

Strategie #4: Fördere dich. Und fordere dich.

Such dir immer wieder Bereiche, in denen du deine Komfortzone verlässt und – bestenfalls mit Feedback einer Person, die schon weiter ist also du – an deinem Prozess arbeitest.

Und ja, lerne so auch neue Prozesse, neue Tools und neue Strategien, damit du vergleichen und adaptieren kannst. So entwickelst du Schritt für Schritt einen eigenen kreativen Prozess, der individuell zu dir gehört.

Hier kann es auch sinnvoll sein, zu überprüfen, ob neue Technologien dich sinnvoll unterstützen können. Und ja, das könnte auch KI sein.

Aber es kann auch bedeuten, dass du dein Storyboard mit einer App machst, um hier flexibler und inhaltlich sinnvoller deine Geschichten zu entwickeln.

Oder dass du Skizzen digital zeichnest anstatt analog.

Das ist am Ende alles eine individuelle Entscheidung, die nur du für dich treffen kannst. Basierend auf deinem individuellen kreativen Prozess.

Aber wenn du alle Strategien bis hierhin umgesetzt hast, bist du gut informiert und kannst hier eine selbstbestimmte Entscheidung treffen, die für dich passend ist.

Fachwissen ist also heute nicht mehr optional – es ist die Grundlage für deinen Beruf. Und erlaubt dir auch, selbstbestimmt zu entscheiden, ob und wie du neue Technologien sinnvoll einsetzt oder eben auch bewusst ablehnst.

Und damit sind wir schon bei Strategie #5.
 

Strategie #5: Lerne, über deine Arbeit zu sprechen!

Viele Kreative haben sich entschieden, einen kreativen Beruf zu ergreifen, weil sie gerne zeichnen, gestalten, kreieren. Also machen.

Mit den aktuellen technologischen Entwicklungen wird es aber immer notwendiger, nicht nur zu machen, sondern deinen Prozess und den Mehrwert deiner kreativer Arbeit auch in Worte zu fassen.

Das befähigt dich einerseits, deinen Kund*innen zu vermitteln, was sie von deiner Arbeit haben, aber es erlaubt dir auch, mit anderen Augen auf deine Arbeit zu schauen – und zu reflektieren.

Indem du deinen Prozess analysierst und erkennst, welche Methoden du anwendest, bekommst du einen tieferen Einblick, warum du etwas tust.

Du machst also nicht nur, sondern du verstehst. Und das sorgt dafür, dass du immer mehr lernst – durch Analyse, Reflexion und In-Worte-fassen.
 

Das Ziel: Denke darüber nach, warum du etwas tust

Ziel dieser 5 Strategien ist also, über dein eigenes Handwerk, deine Methoden und deinen kreativen Prozess nachzudenken und ihn als lebendigen, individuell zu dir gehörigen Prozess zu erkennen und zu kultivieren.

Lucas Cantor Santiago nennt das in seinem Buch »a living process«.

Und er sagt dazu:
»At first glance, it feels like [AI] will threaten my job as a composer, or even threaten all human creativity. If what I sell is the product, then anything that makes a similar product through a more efficient process is competition. But what I sell is the culmination of a process I’ve developed over half a lifetime, and it’s unique to me.«

Auf Deutsch:
»Auf den ersten Blick scheint es, als würde [KI] meinen Beruf als Komponist gefährden oder sogar die gesamte menschliche Kreativität bedrohen. Wenn das, was ich verkaufe, das Endprodukt ist, dann ist alles, was durch einen effizienteren Prozess ein ähnliches Produkt hervorbringt, Konkurrenz. Was ich aber verkaufe, ist das Ergebnis eines Prozesses, den ich über ein halbes Leben hinweg entwickelt habe, und der ist einzigartig und gehört zu mir.«
 

Buch-Empfehlung: »Unfinished« von Lucas Cantor Santiago

Und ja, du hörst es bestimmt schon. Ich empfehle dir das Buch »Unfinished« von Lucas Cantor Santiago.

Auch wenn ich an einigen Stellen widersprochen, mich an Thesen gerieben und Dinge hinterfragt habe, so ist es trotzdem eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren zum kreativen Prozess in Zeiten von KI gelesen bzw. gehört habe.

Es lädt zur Reflexion ein und zeigt, dass viele Dinge, die wir gerade mit den KI-Entwicklungen erleben, nicht neu sind und dass Ähnliches schon früher in Zeiten von technologischen Entwicklungen stattgefunden hat.

So absurd das vielleicht klingen mag, aber der Gedanke hat mir Hoffnung gegeben.

Einerseits, weil es zeigt: Ja, die Unsicherheit, die wir alle fühlen, ist real. Aber gleichzeitig ist es ja auch so: Technologie hat menschlichen kreativen Ausdruck schon immer verändert – und wir haben uns schon so oft angepasst.

Und wenn das Generationen von Kunstschaffenden vor uns schon geschafft haben, dann schaffen wir das auch.

Erschienen ist »Unfinished« bei Backbeat, einem Imprint von Bloomsbury Publishing, im Februar 2026. Und aktuell gibt es nur die Englische Originalausgabe.

Und ja, das ist Werbung, für die ich aber keine Vergütung erhalte. Ich empfehle dir das Buch, weil ich von Herzen glaube, dass es dir helfen wird, optimistischer in die Zukunft zu schauen.
 

Die Reflexionsfrage für dich

Und jetzt die Frage an dich: Was ist die eine Sache in deinem kreativen Prozess, die du heute noch besser verstehen oder können willst – damit du morgen selbstbewusster entscheiden kannst, wo neue Technologien dich unterstützen dürfen … und wo nicht?

Und hier auch noch einmal die Erinnerung:
Überprüfe gerne mal, wie stark deine Positionierung ist – mit meinem neuen »3-Minuten-Check für Kreative«. Hier kommst du zum Check.

Damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche.

Ich freu mich auf dich.

Bis dahin, tschüss!
Deine Franziska

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