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Weitere InformationenDie Folge #219 beantwortet diese 3 Fragen:
Weil Reichweite nicht die Qualität deines Contents belohnt, sondern die Vorlieben der Algorithmen. Instagram und LinkedIn spielen bevorzugt Inhalte aus, mit denen sie Aufmerksamkeit und Verweildauer maximieren: fotografierte Gesichter, hohe Kontraste und emotionale Themen. Illustrationen und ruhige Inhalte werden seltener ausgespielt – unabhängig von ihrer Qualität.
Der Mere-Exposure-Effekt ist ein psychologisches Phänomen: Menschen bewerten etwas allein durch wiederholten Kontakt positiver. Auf Social Media entscheidet der Algorithmus, was wir wiederholt sehen – und überschreibt so unseren eigenen Geschmack und Stil. In der Akquise lässt sich der Effekt nutzen: Regelmäßiger Kontakt sorgt dafür, dass Kund*innen dich über die Zeit sympathischer finden.
Indem du Qualität statt Masse misst: Fünf passende Kontakte pro Woche bringen mehr als 1.000 neue Follower*innen. Wähle die Plattform, auf der deine potenziellen Kund*innen unterwegs sind, und bewerte Erfolg an echten Gesprächen – etwa zwei Kommentar-Gespräche pro Woche. Das empfiehlt Dr. Franziska Walther für selbstständige Illustrator*innen und Designer*innen.
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Wieder nur 100 Views auf deinem letzten LinkedIn-Post? Dein Instagram-Profil wächst seit Monaten nicht? Und du fragst dich, was du falsch machst? Was, wenn die Antwort lautet: gar nichts? In dieser Folge zeige ich dir, dass das Problem nicht in deinem Content steckt, sondern in der Logik der Algorithmen.
Und ich erzähle dir, warum ich deshalb seit einiger Zeit ganz anders über Reichweite und Sichtbarkeit nachdenke – und worauf ich mich stattdessen fokussiere. Heute geht’s Social-Media, um eine rosa Maus und darum, wie du eine starke Personenmarke wirst. Und in diesem Sinne …
Hier erfährst du, wie du dich mit deiner kreativen Arbeit als starke Marke positionierst, damit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und mit selbstbestimmten Entscheidungen deine Selbstständigkeit so gestaltest, dass dein Herz auch in Zukunft noch für deine kreative Arbeit brennt.
Mein Name ist Franziska Walther, ich bin selbst Designerin, Illustratorin und Autorin. Und jetzt geht’s los.
Mir hat vor kurzem eine liebe Kolleg*in geschrieben, dass sie gar nicht verstehen kann, warum ich auf Instagram nicht 6 Millionen Follower*innen habe bzw. deutlich mehr Follower*innen als die knapp 5.000, die mein Account aktuell hat.
Und ja, das hab ich mich auch schon ein paar Mal gefragt. Ohne mich selbst zu sehr über den grünen Klee zu loben. Aber ich poste schon recht kontinuierlich über 6 Jahre lang. Und ich finde, meine Posts sind echt gut!
Sonst würde ich sie ja nicht posten. Geht dir ja mit deinen Posts bestimmt genauso.
Aber ja, trotz des kontinuierlichen Postens und auch einiger viraler Posts bin ich weit weg von 6-stelligen, geschweige denn höheren Follower-Zahlen.
Und ja klar, wie viele andere Kolleg*innen auch, probiere ich viel aus. Aktuell funktionieren zum Beispiel Karussell-Posts ganz gut bei mir auf Instagram. Dann mache ich das. Wenn was weniger gut funktioniert, dann lasse ich auch mal was weg.
Manchmal macht mir das Sorgen. Denn die Frage, was gerade gut funktioniert und was nicht, bestimmt mit, wie ich meine Posts gestalte – also wie ich mit der Welt da draußen kommuniziere.
So ist mir zum Beispiel letztes Jahr aufgefallen, dass Karussells mit Schnappschüssen von mir auf dem ersten Slide deutlich besser ausgespielt werden als die mit meinen Illustrationen.
Ehrlich gesagt bin ich innerlich immer so ein bisschen empört, wenn der Algorithmus die Posts, in denen ich meine Illustrationen benutze, viel weniger ausgespielt.
Aber trotz alledem hat das über die letzten Monate dafür gesorgt, dass ich viel öfter meine Nase in die Kamera halte als früher.
Und meine Illustrationen weniger nutze.
Denn ja. Der Instagram-Algorithmus entscheidet, was auf Instagram erfolgreich ist. Und der Algorithmus hat dabei bestimmte Vorlieben.
Zum Beispiel visuelle: Fotografierte Gesichter funktionieren besser als Illustrationen. Hohe Kontraste besser als niedrige.
Aber auch thematisch mag der Algorithmus bestimmte Sachen lieber.
Zum Beispiel krasse Themen, die viele Emotionen wecken.
Content, der ein schallendes Lachen oder brausende Empörung oder Wut in Menschen hervorrufen, funktioniert besser als Content, der nur eine heitere Gelassenheit verbreitet oder emotional kalt lässt.
Zumindest visuell sind viele der Algorithmus-Vorlieben psychologischer Natur, zum Beispiel die Tatsache, dass Fotos von Gesichtern mehr geklickt werden als Bilder von Gegenständen.
Denn wenn Menschen auf eine Flut von Motiven schauen, werden sie fast magnetisch immer zuerst die Gesichter suchen. So ist unser Gehirn im Zuge der Evolution, also biologisch und sozial, eingestellt.
Weil Gesichter für uns eine wichtige Informationsquelle sind, um das, was um uns herum passiert, zu verstehen.
Auch hohe Kontraste und Signalfarben wie Rot oder Gelb sind Information. Und ja, weil Signalfarben funktionieren, sind auch Feuerwehren rot und Wespen und viele Gefahren-Schilder schwarz-gelb.
Vom Prinzip funktioniert der Instagram-Algorithmus visuell ähnlich. Er spielt das aus, worauf Menschen sofort schauen und neugierig klicken.
Und das ist ein Problem – und zwar auf ganz vielen Ebenen.
Wir alle wissen, dass Algorithmen im Internet üblicherweise auf maximale Aufmerksamkeit und Verweildauer hin optimiert sind.
Auf Instagram möchte Mark Zuckerberg, dass wir so viel Zeit wie möglich auf der Plattform verbringen. Damit wir in der Zeit auch so viele Anzeigen wie möglich sehen. Und er dadurch so viel Geld wie möglich mit unserer Lebenszeit verdienen kann.
Dass diese Optimierung auf größtmögliche Aufmerksamkeit und Zeit problematisch ist, ist dabei schon lange bekannt und wissenschaftlich auch erwiesen.
Sie frisst wertvolle Lebenszeit, lässt uns in bodenlose Hasenlöcher fallen und sie erzeugt viel Stress, der langfristig krank machen kann.
Und ja, es ist schwer, sich davon frei zu machen. Ich falle regelmäßig in irgendwelche Hasenlöcher und kuck dann stundenlang Eichhörnchen-Videos.
Aber auch politisch und gesellschaftlich hat das Ganze Konsequenzen. Menschen sehen durch Algorithmen oftmals nur noch das, was ihrem Weltbild entspricht – bei mir Eichhörnchen. Dadurch geht Diversität verloren. Und auch Falschinformationen verbreiten sich durch Algorithmen wie Lauffeuer. Weil sie mehr geklickt werden.
Auch sind echte konstruktive Diskurse nur noch schwer möglich, weil Hass und Hetze mehr Emotionen auslösen als konstruktive Dialoge – und deshalb mehr ausgespielt werden.
Das hast du ja bestimmt selbst schon einmal beobachten können. Und das Ganze passiert, weil der Algorithmus bestimmt, was heute auf Social Media erfolgreich ist.
All das passiert dabei ja nicht nur auf Instagram, sondern auch auf anderen Plattformen, auf Spotify, YouTube, LinkedIn, Apple Podcast und und und – überall werden Algorithmen eingesetzt, um die Inhalte auszuspielen, bei denen Menschen am längsten hängen bleiben.
Aber für uns als Illustrator*innen und Designer*innen, also Menschen, die visuell Kommunikation gestalten, kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu.
Denn neben den politischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen, beeinflusst das auch unseren Geschmack, unseren Stil als Designer*innen und Illustrator*innen und unsere Markenaufstellung.
Und vielleicht denkst du jetzt: Hä? Warum das denn, Franziska?
Naja, Geschmack und Stil entstehen ja durch visuelle Präferenzen. Dein Stil und dein ästhetischer Geschmack werden also dadurch geprägt, was du magst.
Und diese visuellen Präferenzen entstehen dadurch, was dich umgibt – und weil du die Dinge, die dich umgeben, vergleichen und in deiner internen visuellen Bibliothek abspeichern kannst.
Ich hab ja mal ein Jahr lang in China gelebt. Und als ich in Shanghai angekommen bin, damals vor 5000 Jahren, nee, im Jahr 2003, da mochte ich zum Beispiel diese chinesischen Stein-Löwen, die als Wächter vor vielen chinesischen Hauseingängen stehen, überhaupt nicht.
Ich fand die grässlich. Diese runden Gesichter, die seltsamen Münder und diese vielen Ornamente. Gar nicht meins.
Aber dann, als ich Monate später meine Sachen gepackt habe, um wieder nach Hause zu fahren, war im Rucksack ein kleiner Bronze-Löwe. Denn über die Zeit hatte ich mich an die Löwen gewöhnt – nicht nur das, ich hab sie auf einmal ganz toll gefunden.
Das ist gar nicht so ungewöhnlich und beschreibt ein bewiesenes psychologisches Phänomen: den Mere-Exposure-Effekt.
Er sorgt dafür, dass Menschen allein durch wiederholten Kontakt über die Zeit etwas oder jemanden positiver bewerten.
Der Mere-Exposure-Effekt ist der Grund, warum du den zu Beginn vielleicht fragwürdigen neue Fashion-Trend am Anfang hässlich wie die Nacht findest – aber nach ein paar Monaten läufst du selbst begeistert damit herum.
Es ist auch der Grund, warum wir Menschen, die wir oft sehen, über die Zeit auch sympathischer finden: zum Beispiel Prominente.
Dabei ist es egal, ob wir die Person persönlich beim Spaziergang regelmäßig treffen – oder in Social-Media-Feeds sehen, in Werbespots, Serien oder Filmen.
Und ja, grundsätzlich ist der Mere-Exposure-Effekt eigentlich etwas, was du selbst total gut in deiner Akquise nutzen kannst.
Denn auch hier kannst du dich darauf verlassen, dass du deinen Kund*innen sympathischer wirst – einfach nur mit wiederholtem und kontinuierlichen Kontakt.
Sie werden dich, deinen Stil und deine Bildsprache über die Zeit mehr mögen – weil sie sich an dich gewöhnen, zumindest dann, wenn du regelmäßig sichtbar wirst mit deiner Akquise.
Aber wenn heute überall Algorithmen eingesetzt werden, um zu entscheiden, was gesehen wird und was nicht, ist der Mere-Exposure-Effekt ein echtes Problem.
Denn der sorgt dafür, dass wir alle über die Zeit die Algorithmus-Vorlieben auch besser finden. Unsere individuellen persönlichen Geschmäcker und stilistischen Vorlieben werden dann überschrieben.
Und so mögen wir auf einmal alle viel mehr das, was der Algorithmus mag.
Dadurch verändert sich neben der gesellschaftlichen Diversität, die durch Algorithmen weniger wird, auch die visuelle Diversität.
Es wird nur noch ein kleiner Teil sichtbar. Alles, was nicht in diese aufmerksamkeitserhaschende statistische Durchschnittlichkeit passt, wird unsichtbar.
Das Problem entsteht dabei einmal durch diese mathematische Optimierung der Algorithmen, aber wird noch verstärkt durch uns Menschen.
Denn wir alle reagieren ja auch darauf.
Dir ist bestimmt schon einmal aufgefallen, dass auf YouTube die Gestaltung der Thumbnails oft sehr ähnlich ist.
Weil viele YouTube-Creator das machen, was gerade beim Algorithmus funktioniert – was dafür sorgt, dass alle das kopieren, was gerade erfolgreich ist.
Denn alle wollen sichtbar werden.
So entsteht nichts Innovatives mehr. Oder … wenn etwas Innovatives entsteht, was wirklich auch mal vom Algorithmus gut gefunden wird, dann kopieren es alle sofort und es wird ruckzuck zum Teil des Einheitsbreis.
Und ich merke das bei mir selbst ja auch. Ich hab dir ja vorhin erzählt, dass mir das manchmal Sorgen macht, wenn ich mich dabei beobachte, wie ich meine Instagram-Posts vorbereite.
Dass ich seit einiger Zeit zum Beispiel anstatt meiner Illustrationen mehr Fotos von mir poste, einfach weil ich weiß, dass die besser funktionieren.
Ich hab sogar schon einmal darüber nachgedacht, meine Illustrationen für den Podcast ganz wegzulassen. Das würde mir pro Woche zwei Stunden Zeit sparen.
Und wahrscheinlich würden meine Posts sichtbarer werden. Denn ich weiß auch, dass viele mit meinen Illustrationen und meiner Figur, der tollen Maus, nichts anfangen können. Weil die niedlich ist und in einer Rosa-Welt herumläuft.
Auch meine Hausfarben Rosa und Königsblau sind problematisch im Kontext des Algorithmus’. Weil die Kontraste nicht so doll sind. Knallrot oder Signalgelb auf Weiß oder Schwarz wären so viel sinnvoller.
Aber die tolle Maus und die rosa-blaue Farbkombi sind fester Bestandteil meiner Marke. Und sie gehören zu mir. Sie sind so, weil ich als Mensch, als Designerin und Illustratorin, so bin.
Und hier sitzt ganz versteckt noch eine weitere Gefahr. Denn der Druck, als selbstständige Person in den sozialen Netzwerken sichtbar sein zu müssen, um Kund*innen zu finden, öffnet die Tür in den Einheitsbrei.
Wenn ich mich jetzt zum Beispiel den Regeln der Algorithmen beuge, verliere ich als Personenmarke all das, was mich und meine Marke einzigartig macht.
Und wenn wir das alle machen, dann werden alle immer gleicher.
Was können wir also tun? Ich hab dir heute drei Lösungsstrategien mitgebracht. Und die erste Strategie heißt:
Ich habe über die letzten Jahre die Reichweite meiner Instagram-Posts gemessen. Dazu hab ich meinen Follower-Count und die Anzahl an Views in 30 Tagen wöchentlich dokumentiert.
Waren die zwei Zahlen hoch, bestenfalls besser als letzte Woche, hab ich mich erfolgreich gefühlt. Waren sie niedrig, kamen die Zweifel.
Und ja, dass Reichweite und Follower*innen-Zahlen nicht alles ist, weiß ich eigentlich schon lange.
Trotzdem war das meine Erfolgsmessung, denn sich nicht daran zu orientieren, ist ganz schön schwer. Insbesondere, wenn Alternativzahlen fehlen.
Deshalb schaue ich seit einiger Zeit genauer hin – auf andere Zahlen: sowohl auf Linkedin als auch auf Instagram.
Beide Plattformen nutze ich ja primär, um den Podcast zu promoten. Und ich weiß aus Erfahrung, dass deutlich weniger Menschen den Podcast hören, wenn ich nicht poste.
Aufhören ist also keine Option. Und einfach nicht auf die Zahlen achten auch nicht. Das klappt irgendwie nicht. Ich brauche andere Zahlen.
Und deshalb schaue ich jetzt nicht mehr zu allererst auf die Reichweite, sondern ich schau mir an, wer genau mir folgt, wer kommentiert, wer meine Posts teilt – und ob das Menschen sind, für die der Podcast gemacht ist.
Wenn ich pro Woche 5 neue passende Menschen abholen kann, dann bewerte ich das als eine Super-Woche.
Mein Ziel ist also gar nicht mehr 6 Millionen Follower*innen. Sondern eine Handvoll passender Kontakte, die ich mir bestenfalls schon namentlich einmal anschauen kann.
Das mag so klingen, als ob ich meine Ziele einfach massiv verkleinert habe. Und ja, das ist vom Prinzip auch so. Aber ich renne nicht mehr diesem leeren Versprechen von Mark Zuckerberg hinterher, dass viel Reichweite automatisch Erfolg bedeutet.
Wie ist das denn bei dir? Wo triffst du denn deine Kund*innen? Dein Ziel ist ja bestimmt, in den sozialen Netzwerken potenzielle Kund*innen zu erreichen.
Hier würde ich dich einladen, bewusst die Plattformen auszuwählen, wo deine potenziellen Kund*innen auch schon sind.
Sagen wir mal, das ist bei dir LinkedIn. Wenn du dort pro Woche zwei Kommentar-Gespräche mit potenziellen Kund*innen hast, ist das ein Riesenerfolg.
Zwei Gespräche pro Woche mit potenziellen Kund*innen, also realen Menschen, werden mittelfristig für deine Auftragslage so viel mehr bringen, als 1.000 neue Follower*innen.
Sichtbarkeit für Akquise ist also heute in vielen Fällen kein Mengenspiel mehr, sondern es geht um Qualität anstatt Masse. Die Masse wurde vom Algorithmus aufgefressen. Mit Quantität gewinnen nur ganz wenige.
Und ja, diese Strategie kannst du auch gut auf deine Positionierung als Personenmarke erweitern.
Denn wenn du dich heute als starke Personenmarke positionierst, ist es recht wahrscheinlich, dass deine Inhalte nur wenig Reichweite finden.
Weil: Erfolgreiche Personenmarken sind ja von Natur aus nicht der aufmerksamkeitshaschende Durchschnitt, sondern zeichnen sich dadurch aus, dass sie einzigartig, individuell und an eine einzelne Person geknüpft sind.
Wenn du also als Personenmarke nicht 6 Millionen Follower*innen hast, dann kannst du trotzdem erfolgreich sein. Zum Beispiel mit Beziehungsmarketing, das auf menschlichen Kontakt und Qualität setzt anstatt auf Masse.
Und dann sind wir schon bei Strategie #2:
Denn es braucht zusätzlich noch eine bewusste Gegenbewegung, um den großen Einfluss, den Algorithmen getriebene Plattformen heute auf uns alle haben, abzuschwächen.
Damit deine eigene Stimme nicht in all dem Einheitsbrei und Mere-Exposure-Effekt verloren geht, braucht sie Training. Wie im Sport.
Was bedeutet das? Das bedeutet: Schreibe! Zeichne! Gestalte!
Bau dir eine kreative Praxis auf, mit der du deine Gedanken sortierst – und denkst – und zwar deine eigenen Gedanken. Für dich. In einem für dich sicheren Raum, ohne Publikum.
Ziel ist hier nicht, etwas zum Verkauf zu produzieren, sondern aktiv zu denken und deine kreative Praxis zu nutzen, um deine Gedanken, deinen Stil und deinen Geschmack zu formen.
Denn all das ist das, was uns vom Einheitsbrei der Algorithmen unterscheidet. Und das gilt es, zu kultivieren.
Hier ist es definitiv auch sinnvoll, dir ganz viel anzuschauen. Viel zu lesen. Viel zu hören.
Aber eben nicht das, was dir der Algorithmus vorschlägt, sondern bewusst das, was außerhalb dieser statistischen Autobahnen existiert, auf denen wir alle herumfahren.
Und das einfachste Mittel dazu ist ein Buch, eine Ausstellung, ein Theaterstück, ein Waldspaziergang oder dein Lieblings-Podcast, den du hörst, auch wenn der Algorithmus dir immer neue Podcasts vorschlägt.
Das ist Strategie #2: Stärke deine eigene Stimme.
Und jetzt fragst du dich bestimmt noch, was das alles bedeutet im Kontext deiner Akquise? Denn wir alle brauchen ja Sichtbarkeit, damit unsere Kund*innen überhaupt wissen, dass es uns und unsere Angebote gibt.
Und damit sind wir bei Strategie #3 und die heißt:
Ich sage dir heute nicht: Höre auf mit Social Media. Klar posten wir alle weiter. Denn ja, natürlich schauen Kund*innen dort nach, wenn sie Dienstleister*innen suchen. Oftmals finden sie uns auch dort.
Aber du brauchst keine riesengroße Reichweite dafür. Du brauchst auch keine 6 Millionen Follower.
Du brauchst wenige, aber passende Menschen, die das brauchen, was du anbietest.
Gleichzeitig hier noch eine wichtige Ergänzung. Nicht alle Algorithmusgetriebenen Plattformen sind gleich. LinkedIn zum Beispiel belohnt dich aktuell, wenn du kontinuierlich ein klares Angebot zu einem klaren Thema dort platzierst.
Dann spült dir der Algorithmus wirklich auch die Menschen in den Feed, die sich dafür interessieren.
Und wenn du Comedian bist oder dein Thema und dein Angebot mit viel Humor verpacken kannst, würde ich dir immer noch Instagram empfehlen. Weil Entertainment auf Instagram aktuell gut ausgespielt wird.
Die drei Strategien, die ich dir mitgebracht habe, können also nicht verändern, dass wir in einer algorithmusgetriebenen Welt leben, aber ich hoffe, sie machen dir das Leben ein bisschen leichter.
Hier noch einmal der Überblick:
Und damit jetzt die heutigen Fragen an dich: Wann hast du zuletzt etwas gestaltet, gepostet oder vielleicht weggelassen, nur weil der Algorithmus es mag? Und wie hätte es ausgesehen, wenn das ganz deins gewesen wäre?
Und hier zum Schluss noch eine Einladung für dich: Wenn du mal live und von mir persönlich Feedback zu deinem Portfolio haben möchtest – wenn du zum Beispiel gern mal wissen möchtest, ob dein Portfolio ein klares Angebot ausspricht oder stilistisch kohärent ist – dann melde dich doch zum nächsten Portfolio-Live an.
Im Portfolio-Live reviewe ich ein echtes Portfolio auf Zoom. Eine Person bekommt direktes Feedback zum Portfolio. Alle anderen schauen zu und lernen mit.
Das nächste Portfolio-Live findet am 12. November 2026 statt. Und ja, du kannst dein Portfolio zusammen mit einer konkreten Frage, die dich gerade beschäftigt, einreichen.
Mit etwas Glück wähle ich es aus und du bekommst Feedback. Oder du schaust einfach nur zu und lernst von den anderen. Wie gesagt: Anmelden kannst du dich für 0,00€ unter www.diegutemappe.de/live.
Und ich würde mich freuen, wenn wir uns da persönlich sehen.
Damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche.
Ich freu mich auf dich.
Bis dahin, tschüss!
Deine Franziska

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