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Herzlich Willkommen zu dieser neuen Episode des Portfolio-Podcasts.
Heute beginne ich gleich mal mit einer Frage: Denkst du immer mal wieder über deinen Stil nach? Fragst du dich, ob dein Stil wiedererkennbar ist? Oder ob du zu viele Stile hast? Oder zu wenige? Fragst du dich, ob du verschiedene Stile zeigen solltest, wenn du Akquise machst? Oder lieber nur einen? Und fragst du dich, wie du mit der Stilfrage auf deinen Social Media-Plattformen und deiner Website umgehen solltest?
Ja? Machst du das? Keine Sorge! Dann geht es dir wie der Mehrheit der Menschen, die ihre kreative Arbeit zu ihrem Beruf gemacht haben. Die Stilfrage ist ein Dauer-Begleiter für viele Illustrator*innen und Designer*innen. Ich kann das mit großer Gewissheit sagen, denn in der Portfolio-Akademie ist die Stilfrage ein Dauerthema.
Wenn du dich jetzt fragst: Hä! Was ist das denn? Die Portfolio-Akademie ist ein von mir gegründetes 12-wöchiges Onlineprogramm, in dem sich Illustrator*innen und Designer*innen nachhaltig, also sowohl künstlerisch wie auch wirtschaftlich, positionieren, um dann damit wirksame Akquise zu machen. Und in diesem 12 Wochen-Positionierungsprozess geht es wie gesagt oft um die Stilfrage.
Denn ja, na klar, natürlich ist dein Stil ein Parameter, durch den deine potenziellen Kund*innen deine kreative Arbeit wiedererkennen. Und Wiedererkennbarkeit unterstützt dich in deiner Auftragsakquise. Denn natürlich sollen sich deine Kund*innen an dich erinnern – um dich dann auch, regelmäßig bestenfalls, zu beauftragen.
Aber für den Erfolg für dich als professionelle Illustrator*in bzw. Designer*in ist der Stil in vielen Fällen deutlich weniger wichtig als du denkst. Oder anders wichtig. Lass uns da mal einen Blick drauf werfen.
Lass uns mal ganz am Anfang beginnen. Denn auch wenn fast alle Kreativen sich immer wieder und regelmäßig mit der Stilfrage auseinandersetzen, meinen wir nicht alle das Gleiche, wenn wir von Stil sprechen.
Wenn ich von Stil spreche, dann meine ich als Allererstes die formalen wiedererkennbaren Eigenschaften deiner kreativen Arbeit. Also ob du lieber mit Konturen arbeitest oder mit Flächen. Ob du Farben mischst und verlaufen lässt oder ob du Farben eher grafisch und flächig benutzt. Auch die Art und Weise, wie du in deiner Arbeit mit Texturen und Mustern umgehst und in welchen Maßstäben du gerne Dinge darstellt, ob du gern kleinteilig opulent oder reduziert abstrakt arbeitest und wie du Typografie einsetzt – all das sind Parameter deines formalen Stils.
Viele dieser formalen Eigenschaften deiner kreativen Arbeit werden von den Werkzeugen mitbestimmt, mit denen du gerne und oft arbeitest. Sie entstehen dadurch, dass du lieber mit Stiften oder mit Tusche zeichnest. Oder weil du mit Pinseln malst oder lieber mit Papier und Schere. Oder weil du Collagetechniken einsetzt oder Airbrush benutzt.
Ob du das digital oder analog machst, ist für die Stilfrage total schnuppe, denn heutzutage gibt es so gut wie alle typischen Werkzeuge aus der analogen Welt auch im Digitalen.
Neben diesen formalen Eigenschaften beschreibt dein Stil auch deine Art und Weise, wie du dich ausdrückst, wie du deine Haltung ins Visuelle transportierst und wie du deine Perspektive mit der Welt teilst.
Stil ist also auch ein Ausdrucksmittel und genauso wie du jeden Morgen entscheidest, in welchem Outfit du dich der Welt zeigst – ob im Pulli oder in Nadelstreifen oder im Hoodie – ist dein Stil deshalb auch eine Entscheidung, wie du dich über deine kreative Arbeit der Welt zeigen möchtest.
Denn genauso, wie du heute entscheidest, ob du einen blauen Pulli oder ein weißes T-Shirt anziehst, entscheidest du, wie deine Illustration oder deine Gestaltung aussieht.
Und genauso wie mit deinem täglichen Outfit gehört auch bei deinem Stil etwas Übung und Experiment dazu, bis du dir deiner Selbst so sicher bist, dass du weißt, wer du bist und wie du dich ausdrücken möchtest.
Dass du eher der blaue, elegante Wollpulli bist anstatt das rüschige Seidenhemd. Ok, hier geht’s um mich. Ich bin eher der elegante Wollpulli anstatt das rüschige Seidenhemd.
Neben diesen formalen Eigenschaften und der Entscheidung, wer du sein möchtest, gibt es noch den goldenen Kern deines Stils – und das ist deine Persönlichkeit.
Denn auch wenn du 5 Stile hast – oder 6 oder 7 – am Ende bist du es, die alles zusammenhält. Du bist die kreative Person, die sich hier ausdrückt. Du bist die kreative Person, die gestaltet, illustriert, erzählt, Wissen vermittelt oder Inhalte in eine visuelle Form übersetzt.
Deine Persönlichkeit bist du – und deshalb bleibt sie bei dir – für immer. Sie ist der rote Faden, der immer da sein wird, selbst wenn du dich nächste Woche entscheidest, nur noch mit Bleistift zu zeichnen oder nur noch drei Farben zu benutzen oder dich ab heute auf Lettering zu spezialisieren oder Erklärfilme zu machen.
Frag dich: Wie spiegelt sich deine Persönlichkeit in deiner kreativen Arbeit wider? Wie erkennst du dich, deine Werte, deine Haltung und deine Sicht auf die Welt in deiner kreativen Arbeit? Was sagen deine formalen Präferenzen über deine Persönlichkeit aus?
Nutz die Stilfrage, um dich selbst besser kennenzulernen. Denn dann kann dein Stil mit dir mitwachsen, er kann sich lebendig weiterentwickeln und verändern – was total angemessen ist, weil du dich weiterentwickelst und weil du wächst.
Und gleichzeitig macht dich das auch frei von Trends und modischen Präferenzen. Denn der Stil, der heute von Art Direktor*innen bevorzugt wird, ist nicht der, der morgen hip und trendy sein wird. Aber was immer für Geschäftspartner*innen interessant und spannend sein wird, bist du – mit deiner Persönlichkeit.
Ich weiß, dass diese Vorgehensweise schwieriger ist als dieser typische Fokus auf die formalen Dinge deines Stils. Aber diese Vorgehensweise ist nachhaltiger. Ehrlich gesagt ist es die einzige nachhaltige Perspektive auf Stil.
Wenn du so auf Stil schaust, dann ist dein Stil eben kein Pulli, der vielleicht in ein paar Jahren zu eng geworden ist oder jetzt schon an manchen Tagen kratzt. Wenn du dir erlaubst, deinen Stil als einen Ausdruck deiner selbst zu sehen, dann gehört er zu dir, wie deine Stimme, deine Gestik oder auch deine Art und Weise, zu gehen.
So. Ich bin gespannt, was du für dich herausfindest. Ich würde mich freuen, wenn du deine Erkenntnisse mit mir teilst. Schick mir auch gern deine Fragen dazu, per Email an ja-ich-will@diegutemappe oder auf Instagram, da findest du mich unter @diegutemappe.
Hier noch eine Randnotiz:
In meinem wöchentlichen Newsletter, den ich immer am Donnerstag Vormittag verschicke, teile ich noch mehr Tipps und Tricks und Einblicke in meinen Berufsalltag. Der Newsletter kostet nichts und du kannst dich ganz einfach anmelden unter www.diegutemappe.de/newsletter. Und aktuell bekommst du sogar noch ein Dankeschön für deine Anmeldung. Bist du neugierig? Schau mal nach!
Und damit wünsche ich dir alles Liebe.
Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?
Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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