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Weitere InformationenHeute erfährst du im Podcast:
Hej hej! Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast. Heute möchte ich gern deine Kreativität, deinen kreativen Ausdruck und die Freude an deiner kreativen Arbeit ins Rampenlicht stellen – und dich gleichzeitig einladen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, damit dieser (vielleicht für dich) neue Blick auf die Freude, die du beim Kreativsein spürst, die Tür zu gut bezahlten Aufträgen öffnet. Klingt gut? Lass uns gleich mal anfangen.
Wenn du den Portfolio-Podcast schon eine Weile hörst, wirst du wissen, wie wichtig es mir ist, Kreative dabei zu unterstützen, sich nachhaltig zu positionieren. Mit nachhaltig positionieren meine ich, dass du dich sowohl wirtschaftlich als auch künstlerisch selbstbestimmt auf den von dir gewählten Märkten positionierst.
Denn am Ende geht es ja um beides. Darum, dass du mit deiner kreativen Arbeit gut Geld verdienst – aber eben auch darum, mit deinen eigenen Interessen und Stärken etwas in der Welt zu bewirken – damit deine Freude am kreativen Arbeiten weiter wachsen und gedeihen kann.
Doch manchmal werde ich mit dieser Botschaft missverstanden. Manchmal kommt es bei Kreativen so an, als ob ich das Versprechen mache, dass, wenn wir einfach nur mit Herzblut und genug Leidenschaft unsere Arbeit machen, wir auch automatisch wirtschaftlich erfolgreich sein werden. Ganz im Sinne von »Follow Your Passion, and Success Will Follow« – also: »Folge deiner Leidenschaft, und der Erfolg wird folgen.«
Und hier möchte ich einfach mal widersprechen. Leidenschaft ist wichtig für deinen Weg. Aber es ist nicht die einzige Voraussetzung für Erfolg.
Und ich kann dir das beweisen. Es gibt unzählige großartige und engagierte Illustrator*innen und Designer*innen, die mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft unterwegs sind und wirtschaftlich trotzdem nicht auf einen grünen Zweig kommen.
Und so wie ich das sehe, liegt das oftmals an einem weit verbreiteten Missverständnis zu kreativer Arbeit. Und das Missverständnis klingt in etwa so:
»Als Illustrator*in und/oder Designer*in habe ich Freude daran, mich mit künstlerischen Mittel auszudrücken und meine Emotionen und Gedanken und meine Perspektive auf die Welt zu teilen –
und dafür, für diese Freude und Leidenschaft, werde ich bezahlt.«
Der erste Teil des Satzes stimmt sogar. Nur der letzte Teil des Satzes – der Bezahl-Teil – der stimmt nicht. Ich spreche hier vielleicht eine unpopuläre Sicht auf die Dinge aus: Aber ich sehe das so: Klar, mit deinem kreativen Schaffen nutzt du künstlerische Mittel, um deine Gedanken und deine Perspektive auf die Welt zu teilen. Wenn du das tust, dann macht dir das mit Sicherheit auch Freude und erfüllt dich – nur wirst du dafür nicht bezahlt.
Bist du professionelle*r Illustrator*in bzw. Designer*in, dann gibt’s noch einen zweiten Teil in deiner Arbeit – und der ist relevant für die Honorare, die am Ende auf deinem Konto landen. Und in diesem Teil machst du etwas – aber eben nicht für dich (Freude haben, Erfüllung finden) – sondern für deine Kund*innen.
Deine Kund*innen bezahlen dich, wenn du etwas für sie schaffst. Was zum Beispiel? Mehrwert zum Beispiel.
Mehrwert ist alles, was dafür sorgt, dass das Unternehmen, für das du illustrierst und/oder gestaltest, erfolgreicher wird. Weil du zum Beispiel ein Problem löst oder einen Prozess leichter, schneller, einfacher oder wirtschaftlicher machst. Oder weil sich durch deine kreative Arbeit die Produkte des Unternehmens besser verkaufen.
Kreative, die ihre Kreativität zum Beruf gemacht haben, werden also dafür bezahlt, weil sie etwas nach außen geben. Sie werden nicht für die Freude an der Arbeit bezahlt.
Und ganz ehrlich, wie viel Freude du und ich an unserer Arbeit haben, geht am Ende niemanden außer uns selbst etwas an. Ich bezahle meine Steuerberaterin ja auch nicht mehr oder weniger, nur weil sie heute besonders viel Freude hatte beim Buchen meiner Belege.
Und ich will hier auch gar nicht behaupten, dass die Freude, die du an deiner Arbeit hast, unwichtig ist. Ganz im Gegenteil. Ich halte sie für essenziell, für ein wichtiges Fundament, denn sie ist deine Stärke und dein Kompass. Und ich halte es auch für eine wirklich gute Idee, deiner Freude Raum zu geben, weil das dafür sorgen wird, dass deine Kreativität gesund bleibt.
Deine Freude ist wichtig – sie ist wichtig für dich! Und du bist dafür verantwortlich, deinen Berufsalltag so zu gestalten, dass die Freude bleibt. Die Verantwortung liegt bei dir.
Genauso, wie ich nicht für die Freude meiner Steuerberaterin verantwortlich bin, interessieren sich deine Kund*innen auch nicht die Bohne für deine Freude. Und das ist ok.
Wenn du deine Freude am kreativen Schaffen zu deinem Beruf machst, dann ist es sinnvoll, ganz klar zu sein, was die Leistung ist, für die du bezahlt wirst.
Es ist also wichtig, eine ganz klare Unterscheidung zu treffen zwischen dir, mit all deinen Interessen und Wünschen und Zielen und deiner kreativen Arbeit, die du machst, weil sie dir Freude macht – und der Dienstleistung, für die du bezahlt wirst.
Vielleicht denkst du ja jetzt: Hmm, ja … aber wie erkenne ich den Dienstleistungsanteil?
Als Dienstleister*in wirst du von deinen Kund*innen beauftragt. Aufträge sind so gut wie immer angewandte Aufgaben. Sie sind die Aufforderung, ein Problem zu lösen. Was für ein Problem du löst, ist abhängig von den Märkten, auf denen du arbeitest.
Nehmen wir mal das Beispiel Steuerberatung. Da ist es sehr einfach, die Dienstleistung zu erkennen: Ich bezahle meine Steuerberaterin dafür, sich um meine Buchhaltung zu kümmern. Das spart mir Zeit, die ich in andere, für mich wichtigere Dinge stecken kann. Und es schafft Sicherheit. Denn ich kann mich darauf verlassen, dass meine Steuerberaterin alles korrekt macht. Das entlastet mich und schafft Frieden – und das alles zusammen ist mir das Geld wert, das ich in meine Steuerberaterin investiere.
Bei Illustrator*innen und Designer*innen ist das nicht anders. Auch hier gibt es in Auftragssituationen immer einen Mehrwert, der durch die kreative Arbeit entsteht. Und der ist etwas, wovon die Kund*innenseite profitiert. Also etwas, was du deinen Kund*innen gibst oder ermöglichst.
Nehmen wir mal an, dass eine Magazin-Redaktion das Problem hat, dass sie Bilder brauchen, um das Dossier zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie visuell spannend und plakativ auf den Punkt bringen. Warum brauchen sie das? Die Bilder sollen die Neugierde der Leser*innen wecken (damit sich das Magazin besser verkauft) und die Bilder sollen auch dafür sorgen, dass die Leser*innen bestenfalls schon vor dem Lesen eine Idee davon bekommen, um was es im Dossier geht.
Deshalb beauftragen sie eine kreative Person, sich um dieses Problem zu kümmern und eine Lösung dafür zu schaffen: Sie beauftragen eine Illustratorin, die ihnen 5 Editorial-Illustrationen zeichnet, die genau das können: Neugierde für das Thema wecken, visuell und plakativ das Thema auf den Punkt bringen und die Leser*innen visuell unterstützen, sich das Thema zu erschließen.
Das alles zusammen ist der Magazin-Redaktion eine bestimmte Summe Geld wert. Denn – seien wir mal ehrlich – ein Magazin ohne Bilder würde sich so viel schlechter verkaufen als eins, das visuell attraktiv aufbereitet ist.
Oder Beispiel Nummer 2. Die Geschäftsführung eines großen Unternehmens will in den nächsten drei Wochen die Ziele für die nächsten drei Jahre festzurren. Da sie in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht haben, dass es ganz schön schwer ist, hier auf den Punkt zu kommen und nicht nur leere Phrasen zu formulieren, buchen sie sich hier Unterstützung dazu.
Was machen sie? Sie buchen eine kreative Person, die sie als Visual Facilitator durch den Prozess begleitet und die die vom Vorstand zusammengetragenen Inhalte und Ergebnisse in Text und Bild sichtbar macht. Das hilft dem Vorstand, klare Ziele zu formulieren, sich weniger zu streiten und konstruktiver miteinander zu diskutieren.
Diese Lösung ist wirklich messbar Geld wert. Denn sie spart Zeit, macht Prozesse effektiver oder sorgt für mehr Kooperation und Teamwork. Und deshalb bezahlen Kund*innen dafür auch gerne.
Wie gesagt, für Kreative ist es oft schwer, genau zu identifizieren, was ihre Arbeit für die Kund*innen bewirkt. Wenn du gut bezahlt werden möchtest, ist dieser Schritt aber sooo unglaublich wichtig.
Vielleicht fragst du dich ja jetzt:
Das freie kreative Arbeiten hat nicht zwingend einen angewandten Rahmen. Die Freude am Zeichnen oder am Gestalten löst erst einmal kein Problem. Und es gibt auch keine Aufgabe von Außen, die damit gelöst wird.
Wenn du also sagst: »Ich hab einfach Spaß daran, zu zeichnen, mit Schrift, Farbe und Formen zu gestalten, zu collagieren, zu modellieren, zu basteln, zu drucken, zu schreiben und/oder zu dichten«, dann bist du mit dieser Aussage bei dir und bei der Freude an deinem kreativen Schaffen.
Und diese Freude ist großartig. Kultiviere sie. Sie ist die Grundlage für deinen kreativen Beruf. Denn sie sorgt dafür, dass du mehr übst und dadurch oft handwerklich deutlich besser bist als andere – beim Zeichnen, beim Gestalten mit Schrift, Farbe und Formen, beim Collagieren, beim Modellieren, Basteln, Drucken, Schreiben und Dichten.
Möchtest du aber für das Zeichnen, Gestalten, Collagieren, Modellieren, Basteln, Drucken, Schreiben und Dichten bezahlt werden, dann brauchst du Auftraggeber*innen, die bereit sind, dir Geld dafür zu geben. Und das machen sie üblicherweise nur, wenn sie von dir etwas bekommen: und zwar eine Lösung für ein Problem.
Der wichtigste Schritt ist hier, dir bewusst zu machen, dass es zu deinem kreativen Beruf dazu gehört, Lösungen für deine Kund*innen zu schaffen – zumindest wenn du mit deinem kreativen Beruf Geld verdienen möchtest.
Und wenn du jetzt merkst, dass du unter keinen Umständen die Bedürfnisse und Aufgaben anderer in deiner kreativen Arbeit in den Mittelpunkt stellen möchtest, ist das auch total in Ordnung. Nicht jeder Mensch, der Freude am kreativen Schaffen hat, muss mit kreativer Arbeit den Lebensunterhalt verdienen. Es ist eine valide Entscheidung, die Freude am Zeichnen und Gestalten nicht zum Beruf zu machen.
Aber vielleicht gibt es ja Bereiche, in denen du dir vorstellen kannst, dich mit den Problemen und Fragestellungen von Kund*innen zu beschäftigen. Das ist die beste Voraussetzung, um herauszufinden, welchen Mehrwert deine Arbeit für deine Kund*innen löst.
Das Annehmen der Dienstleistungsrolle ist wirklich schon die halbe Miete, denn ab jetzt kannst du dich über deine Märkte informieren, eine Marktanalyse machen und ganz bewusst entscheiden, für wen du welches Problem lösen möchtest. Denn das entscheidest du.
Du gewinnst also an Selbstbestimmung.
Und mit dieser Entscheidung schaffst du die beste Voraussetzung, für deine kreative Arbeit angemessen und gut bezahlt zu werden. Einerseits, weil du durch die Annahme deiner Dienstleistungsrolle den Wert deiner Arbeit klar benennen kannst – weil du ja weißt, welche Probleme damit gelöst werden.
Und auch, weil du bewusst genau den Kund*innen deine Lösungen anbieten kannst, für die deine kreativen Lösungen viel wert sind – weil das Problem, was du löst, groß und dringlich ist.
Du entscheidest, welchen Hut du dir aufsetzt – und welche Probleme du lösen möchtest – und für wen. Das erlaubt dir, auf Augenhöhe zu agieren.
Gleichzeitig kannst du dir durch die Annahme deiner Dienstleistungsrolle auch ganz bewusst Plätze in deiner kreativen Selbstständigkeit schaffen, wo du eben gerade nicht Dienstleister*in bist, sondern einfach das machst, worauf du gerade Bock hast.
Denn – ganz ehrlich – das schließt sich ja nicht aus.
Auf welchen Märkten und für welche konkreten Aufgabenstellungen bist du bereit, passgenaue Lösungen für deine Kund*innen zu entwickeln?
Und in welchen Bereichen arbeitest du für dich und deine Freude. Denn wie gesagt: Das darf sein. Es ist nur wichtig, sich dessen bewusst zu sein und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
Wenn es dir schwer gefallen ist, die Probleme, die du für deine Kund*innen löst, zu benennen, dann lade dir gern zwei freie Ressourcen von mir herunter. Einmal das Workbook »Dein kreatives Angebot«, das dich dabei unterstützt, deine Problemlösung zu definieren. Ergänze deine Überlegungen gern mit dem Workbook »Deine Superkraft«, das dich dabei unterstützt, deine Freude, deine Stärken und Kompetenzfelder genauer zu definieren. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass du besonders gute Lösungen für deine Kund*innen entwickelst in den Bereichen, in denen du besonders viel Freude hast.
Ja , ich weiß. Deshalb ist es auch so leicht, sich hier zu verzetteln.
Und wenn du dir Unterstützung wünschst bei diesen Überlegungen, dann komm in die Portfolio-Akademie. Die PA ist mein 12-wöchiges Onlineprogramm für Designer*innen und Illustrator*innen und darin machst du genau das, was ich eben beschrieben habe: du positionierst du dich nachhaltig – also sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich. Du nimmst dir also Raum für deine Freude, aber erlaubst dir gleichzeitig auch, deine Dienstleistungsrolle genau zu definieren.
Denn am Ende geht es ja um beides. Darum, dass du mit deiner kreativen Arbeit gut bezahlte Aufträge akquiriert – aber eben auch darum, dass dein Herz weiterhin für die Sache brennt. Und ohne diesen Herz-Raum geht das Herzblut im Dienstleistungsalltag schnell mal verloren.
Die nächste Portfolio-Akademie startet im März 2024. Deine Teilnahme kannst du Ende Februar innerhalb einer Woche buchen. Danach schließen sich die Türen wieder für 6 Monate.
Und deshalb ist es total sinnvoll, dich unverbindlich auf die Warteliste einzutragen, denn dann bekommst du alle Infos zur PA – und du bekommst sogar noch ein Special-Wartelisten-Angebot, bevor die Türen sich offiziell öffnen. Eintragen kannst du dich unter www.diegutemappe.de/pa.
Und damit wünsche ich dir alles Liebe.
Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?
Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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