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22. Februar 2024

#102 | Lisa, wie bekommst du Aufträge von Nike, Adidas, Google und Co? *mit Lisa Tegtmeier

Ein Gespräch über Akquise, Stil, Zeitgeist und überraschende Rattenschwänze von Erfolg

 

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Weitere Informationen

 
Die Hamburger Illustratorin Lisa Tegtmeier hat schon für Nike, Adidas, Google, den Guardian, den New Yorker, die NY Times, Tripadvisor, Twitter und die UEFA illustriert. Wie sie Akquise macht, erzählt sie in diesem Interview. Aber Lisa und ich sprechen auch über Stil und welche Relevanz Zeitgeist hat – und über die überraschenden Rattenschwänze, die sich einstellen, wenn der Erfolg da ist.
 
Du erfährst:

  • wie sich Lisa international aufgestellt hat
  • welche Rolle Instagram dabei gespielt hat
  • ob Lisa Kaltaqkuise macht
  • welche anderen Arten von Akquise Lisa macht
  • wie sich der Editorial- und der Branding-Markt unterscheiden
  • welche Rolle Stil auf diesen Märkten spielt
  • was Zeitgeist für eine Rolle spielt
  • wie KI den Zeitgeist verändert
  • warum Illustrator*innen Trends auf dem Schirm haben sollten
  • was Lisa macht, wenn es im Auftrag hakt und stressig wird
  • mit welchem überraschenden Rattenschwanz von Erfolg sich Lisa gerade beschäftigt
  • und so viel mehr.

 
Hej hej. Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast.

Wenn du mit deiner kreativen Arbeit mehr Geld verdienen möchtest, hast du üblicherweise mehrere Optionen, wie du deine Honorare erhöhen kannst. Eine davon ist, für größere Kund*innen zu arbeiten, also zum Beispiel anstatt für lokale Unternehmen für international aufgestellte Marken. Hier stellt sich die Frage, wie du da ran kommst ... sozusagen. Und diese Frage beantwortet unsere heutige Gästin, die Hamburger Illustratorin Lisa Tegtmeier. Lisa hat schon für globale Marken wie Nike, Adidas und Google illustriert. Wie sie Akquise macht, erzählt sie im heutigen Interview.

Ich freue mich sehr, dass Lisa sich bereit erklärt hat, heute im Podcast ihr Wissen zu teilen. Und für mich schließt sich irgendwie hier so auch ein Kreis. Denn Lisa und ich haben uns an der HAW in Hamburg in meinem Existenzgründungs- und Positionierungskurs kennengelernt, den ich dort viele Jahre gegeben habe. Und ich freu mich riesig darüber, was Lisa in ihrer Selbstständigkeit schon alles erreicht hat. Und da wird noch mehr kommen! Da bin ich sehr optimistisch. Insbesondere weil Lisa sehr reflektiert sowohl mit einer Dienstleistungsbrille auf ihre Selbstständigkeit schaut, aber eben gleichzeitig auch darüber nachdenkt, was die Künstlerin Lisa braucht, um weiterhin ihren Kreativitätsspringbrunnen fröhlich sprudelt zu lassen.

Darüber sprechen Lisa und ich auch. Deshalb: Lass uns gleich mal loslegen.
 

Portfolio-Akademie öffnet ihre Türen
Aber bevor es losgeht, noch eine kurze Randnotiz in eigener Sache: Die Portfolio-Akademie, mein Live-Onlineprogramm, in dem sich Illustrator*innen und Designer*innen innerhalb von 12 Monaten nachhaltig positionieren und mit wirksamer Akquise starten, öffnet nächste Woche offiziell die Türen für Menschen, die sich anmelden wollen. Aber nur für die Menschen, die auf der Warteliste stehen, sind die Türen schon seit ein paar Tagen offen.

Und weil dieses Jahr die Platzanzahl auf 35 Plätze begrenzt ist und schon über zwei Drittel der Plätze vergeben sind, hier der Hinweis. Wenn du dieses Mal mitmachen möchtest, dann meld dich jetzt noch schnell bis morgen, dem 23. Februar 2024, unverbindlich für die Warteliste an – und bekomme damit die Möglichkeit, dich vor der offiziellen Anmeldezeit schon für die Portfolio-Akademie anzumelden und dir einen Platz zu sichern.

Für die Portfolio-Akademie anmelden kann du dich für die aktuelle Runde bis zum 1. März 2024. Mehr dazu findest du unter www.diegutemappe.de/pa.

Mehr dazu erfährst du unter www.diegutemappe.de/pa

Randnotiz Ende 😉

 
So, dann aber: Ich wünsche dir ganz viel Spaß und ganz viele Aha-Momente mit der großartigen Illustratorin Lisa Tegtmeier. Let’s go!
 

[Transkript des Interviews mit Lisa Tegtmeier, www.lisategtmeier.com]

Lisa Tegtmeiers Website: www.lisategtmeier.com
Lisas LinkedIn-Profil: www.linkedin.com/in/lisa-tegtmeier/
Lisa auf Instagram: @lisategtmeier

- - -

[00:03:36] Franziska: Lisa, Wie schön, dass du heute hier bist. Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast.

[00:03:42] Lisa: Hallo. Ja, vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Danke für die Einladung.

[00:03:47] Franziska: Sehr gerne. Du wurdest ja gewünscht von den Hörer*innen des Portfolio-Podcasts und ich hab mich total gefreut, dass da dein Name so aufploppte, weil wir kennen uns ja schon ziemlich lange. Du hast an der HAW in Hamburg studiert, während ich den Existenzgründungskurs dort gegeben hab. als als wir uns kennengelernt haben, warst du auch schon selbstständig?

[00:04:06] Lisa: als Masterstudentin. Und heute arbeitest du total beeindruckend erfolgreich im Bereich Editorial und Branding unter anderem für Kund*innen wie Adidas, Breuninger, Die Zeit, Der Spiegel, Klarna, Guardian, New Yorker, die New York Times, Trip Advisor, Twitter, UEFA. Es ist eine total beeindruckende Liste von Referenzen. Vielleicht können wir ja mal mal ganz am Anfang anfangen. Kannst du dich noch an deinen allerersten Illustrationsauftrag erinnern?

[00:04:38] Ja, kann ich. Und erstmal noch vorweg: Danke, das klingt immer so wahnsinnig aufregend von Außen. Manchmal vergisst man ja selber, was man schon erreicht hat und was man alles gemacht hat. Und wenn du das so sagst und zusammenfasst, klingt das auch echt ja, nach einer ganz schönen, tollen Liste.

[00:04:57] Franziska: Ja.

[00:04:58] Lisa: An meinen ersten Auftrag kann ich mich erinnern. Das war Ende 2017, da hatte ich ne Anfrage von einem Art Director aus den USA.

[00:05:07] Und ich glaube, dass er über Instagram damals auf meine Arbeiten aufmerksam geworden ist. Ich hatte immer versucht, da den den Feed irgendwie zu bespielen mit freien Arbeiten, die da sehr graphisch waren, so in in dem Stil, der jetzt die letzten Jahre so beliebt war, so grafisch-vektor-artig. Und er war danach auf der Suche. Und er hat einen Illustrator oder eine Illustratorin gesucht, die für ein Softwareunternehmen Illustrationen für eine Webseite erstellt, für eine Event-Webseite, ein Event dieser Firma. Und das war so eine One-Page-Side, also dass die Illustrationen in den Flow sozusagen der Website eingebettet waren und die sozusagen in den Hintergrund überlaufen und, ja, dazwischen die Textelemente verbunden waren.

[00:05:55] Ja, das war der erste Auftrag. Und der hat so gefühlt das Ganze ins Rollen gebracht, was ich dann auch irgendwie erstaunlich fand, weil danach dann ... ja, nachdem die dann online war, diese Webseite, viele Anfragen kam oder viele andere auf mich zukamen und meinten: Oh, das wollen wir auch haben. Das wollen wir auch für unsere Website, unser Unternehmen, haben, so in dem Stil. Und ja, irgendwie verrückt, dass es so ins Rollen gekommen ist.

[00:06:23] Franziska: Ja, das ist ja ganz oft so, dass eine gute Startreferenz ist so die Eintrittspforte und danach wird das irgendwie wie so ein Staffelstab weitergereicht, ja.

[00:06:35] Lisa: So hat es sich angefühlt. Ja, also es war jetzt nicht so, dass das der einzige oder erste Auftrag wirklich war, da waren so kleinere Sachen vorweg, an die ich mich jetzt auch nicht mehr erinnere. Für kleinere, unabhängige Magazine, zum Beispiel, hab ich immer mal wieder Illustrationen gemacht, aber das war eben schon wirklich so ein großer Auftrag mit nem, na ja, relativ namhaften Kunden dahinter, einfach ein mittelständisches Unternehmen, auf den USA.

[00:07:00] und ja, es hat mich echt gefreut, dass der Art Director damals auf mich gekommen ist und mit mir gearbeitet hat, obwohl ich ja gar keine Erfahrung wirklich hatte.

[00:07:10] Franziska: Wenn du jetzt so zurückblickst, würdest du heute mit deiner Erfahrung von heute irgend etwas anders machen, auf diesen ersten Schritten in die Selbständigkeit.

[00:07:20] Lisa: Also rückblickend muss ich sagen, dass das Projekt eigentlich ziemlich reibungslos lief. Das einzige, was da natürlich so n Ding war, war das ... ich war wahrscheinlich zu unerfahren, um zu wissen, was potentiell passieren kann. Das heißt: Was ist, wenn mehr Korrekturen anfallen, als eigentlich vereinbart war? Also heute weiß ich das, da würde ich dann vereinbaren vorweg, dann wird das nachvergütet. Das habe ich damals aber nicht gemacht. Das ist das einzige. Und das Projekt hat sich dann schon über einige Zeit erstreckt, was okay war. Ich, ich wollte das ja gerne. Also, wir haben da eine Richtung ausprobiert, die war dann nicht so in dem Sinne des Art Directors, dann haben wir noch was anderes ausprobiert, und dann hat es sich so ganz langsam von da entwickelt. Ja, für mich als Einstieg war das okay, zumal das Budget auch echt damals als erster großer Job voll die Nummer war. Ich glaube, ich hab 5000 US Dollar bekommen. Da dachte ich so: Wow! Oh mein Gott, das ist so viel Geld. Krass. Und mein für den Aufwand völlig gerechtfertigt. Wie gesagt, ich hätte wahrscheinlich heute für die ganzen Korrekturen und die Zeit, die ich daran gearbeitet hab, sogar noch mehr verlangt. Ja, das ist zumindest ein Learning, was ich da aus dem Job mitnehmen konnte. Aber eigentlich dieser Fall, also dieses Projekt lief ziemlich fair ab. Ich glaube auch, weil es eben wirklich auch ein Designer, also ein Artdirector war, der, der da mit mir gearbeitet hat.

[00:08:44] Franziska: Was würdest du denn sagen, ist denn so das Wichtigste, wenn Kreative auf einem internationalen Markt arbeiten wollen? Also was war denn sozusagen so der wichtigste Faktor dafür, dass dich dieser Art Direktor gefunden hat? Und was glaubst du?

[00:09:00] Was sind die Dinge, die man tun kann, wenn man zum Beispiel auf dem US-amerikanischen Markt arbeiten möchte, aber in Europa sitzt?

[00:09:08] Lisa: Also zum einen, glaube ich, ist das heute gar nicht mehr so n Ding, weil wir so vernetzt sind über übers Internet, über Social Media, dass es, glaube ich, fast schon egal ist, wo man auf der Welt ist, weil wenn potentielle Art Direktor*innen über Instagram oder andere soziale Medien, die Arbeiten von einem sehen und und die den gefallen, dann glaub ich es denen, egal wo man sitzt. Da würde ich sagen: Hauptsache, man kann Englisch sprechen, dass man auf mögliche Anfragen reagieren kann.

[00:09:41] oder vielleicht auch auf Englisch kommuniziert. Das ist auf Instagram ja i also war früher zumindest ja noch mehr so ein Ding, dass man da, wenn man da gestartet ist, dass dass es irgendwie auf Englisch lief. Heutzutage weiß ich auch nicht mehr, ob das der richtige oder einzige Weg ist. Aber früher oder vor ein paar Jahren war das ja so gang und gäbe. Und somit erreicht man ja jeden überall weltweit und was da jetzt genau ein Faktor ist, dass man spezifisch US-amerikanische oder europaweit Kunden anspricht, weiß ich gar nicht, weil die Hürden, jemanden zu engagieren, heutzutage ja eh sehr sehr niedrig sind.

[00:10:21] Wir sind ja überall vernetzt. Ich glaube, dass es, ja, dass es eigentlich egal ist. Wichtig ist, dass wenn man sich positioniert und sagt: Ich möchte das gerne. Dass man dann vielleicht auch konkret diesen Markt eher, den man bedienen möchte, anspricht und dann vielleicht auch auf Englisch direkt spricht, wenn man weltweit potenziell Kund*innen erreichen möchte. Das, glaube ich, ist elementar.

[00:10:41] Franziska: Machst du so was wie Kaltakquise, also Versendest du Portfolios oder oder irgendwie so was das ist so proaktive Sachen?

[00:10:49] Lisa: Ja, nee, also da muss ich sagen das das hab ich ganz am Anfang ein-, zweimal gemacht, ehrlich gesagt. in dem Zeitraum Ende 2017, hab ich an Missy Magazin hab ich so ein Portfolio geschickt, ein Online- Portfolio, ne ne Mail. Und es war ganz süß, weil ne Bekannte, auch Illustratorin, dort gerade Praktikum gemacht hat und mitbekommen hat, dass ich mein Portfolio geschickt hab.

Und daraufhin haben sie mich engagiert oder mir einen Auftrag verschafft, was ich ganz, ganz toll fand. Weil ich da direkt das Feedback bekommen habe, aber ansonsten hab ich das, weil es dann nämlich auch anlief durch diesen einen Job, den ich, den ich bekommen habe, nicht gemacht. Ja, also nee, kann ich eigentlich sagen nicht wirklich.

[00:11:33] Franziska: Ja das Netzwerk. Also das, was du grad gesagt hast, ist ja vom Prinzip das Netzwerk, was super super wichtig ist und dabei ganz oft so unsichtbar von Außen. Hm mich würde mal deine Meinung interessieren, weil: Instagram war ja vom Prinzip dann für dich schon super super wichtig. Hast du das Gefühl, dass sich Instagram in den letzten Jahren verändert hat und dass das vielleicht doch heutzutage deutlich, also anders ist und vielleicht auch schwerer ist, gefunden zu werden.

[00:11:58] Lisa: Ja, absolut. Ich würd es zu 100 % unterschreiben. Ich weiß gar nicht, seit wann ich genau bin, ich glaube so seit etwa 2015 und die ersten Jahre war das ne absolut hilfreiche krasse Plattform, wo Ich kenne auch noch andere Illustrator*innen, die sich zur gleichen Zeit dort angemeldet haben und ihre Arbeiten präsentiert haben, die jetzt erfolgreich sind und namhafte Künstler*innen auf dem Markt sind. und es war so, dass man sein unbewegtes Bild hochgeladen hat und so viele Menschen erreicht hat wie jetzt nur in guten Zeiten.

Das ist mittlerweile ganz, ganz anders. Also man man muss ja wirklich drum kämpfen, gesehen zu werden auf dieser Plattform, um Reichweite zu haben. Und vor allen Dingen erreicht man das ja auch fast nur mit Bewegbild, habe ich das Gefühl. Also ich seh das ja auch an meinen eigenen Postings. Dass, wenn ich ja unbewegtes Bild einfach von einer neuen Illustration oder so teile, dass das nur noch ein Bruchteil ... meistens läuft es so auf 10 % meiner Follower-Zahl, die ich habe, hinaus, dass es diese 10 % meiner Follower sehen und ja, das ist schon extrem schade.

Und natürlich also mich setzt das auch sehr unter Druck. Weil ich ich möchte ja mithalten, ich möchte weiterhin gesehen werden. Ich, ich weiß, dass die die Plattform hat mir am Anfang sehr viel gebracht. Ich weiß, dass viele, Kund*innen darüber auf mich aufmerksam geworden sind, und ich hab jetzt auch das Gefühl: Wenn ich da jetzt nicht mehr mithalte und man mich nicht mehr sieht, dann krieg ich womöglich keine Aufträge mehr, keine Anfragen mehr.

[00:13:29] Franziska: Nutzt du noch andere soziale Plattformen, sowas wie LinkedIn oder ...

[00:13:34] Lisa: Ja, ja ja, ich versuche jetzt auch, aktiver auf Behance zu sein. Das habe ich gehört, dass das für Illustrator*innen ein ganz guter Markt ist, oder eine ganz gute Plattform, um auch wirklich potentielle Kund*innen zu erreichen, weil man dort ja auch gezielt nach Themen oder Stilen oder so was filtern kann und ab und zu passiert es dort ja auch.

[00:13:58] Also ich hatte das Glück, jetzt glaub ich, zweimal, dass Projekte gefeatured werden und dann ja erst recht den vorderen Seiten oder in den vorderen Projekten der der Nutzer*Innen dort erscheinen, was ganz schön ist. Und LinkedIn versuche ich auch so ein bisschen mehr zu bespielen, weil das ja auch so ein Facebook für die Arbeitswelt irgendwie geworden ist. Aber da bin ich auch noch so ganz eingestiegen da, da wollte ich dann auch noch mal schauen.

[00:14:22] Ich hab auch immer das Problem, dass ich nicht weiß das hatte ich eben auch schon angesprochen, ob ich mich auf Englisch oder auf Deutsch präsentieren will. Weil ich das Gefühl hab, dass es da so n kleinen Switch gab. Früher war vieles auf Englisch, bedingt durch Instagram, weil ja, ich weiß gar nicht wieso, aber es lief alles auf Englisch.

Und ich hab das Gefühl, dass Inhalte oft mehr gezeigt werden, wenn in der Muttersprache sind, also in der Sprache, wo man lebt. In Deutschland, jetzt also in unserem Fall auf oder in meinem ... Du bist ja in Finnland, aber in meinem Fall dann auf Deutsch. Ich hab das Gefühl, dass es irgendwie mehr Reichweite erzielt oder noch mehr anspricht.

Dann hat man natürlich das Problem ... Ja erreiche ich dann auch weltweit die Menschen, wenn es dann auf Deutsch ist Das ist schwierig.

[00:15:06] Franziska: Ja, ja, es verändert sich ja auch ständig. Ich kann dir halt nur sagen: Was mir aufgefallen ist, als jemand, der in Finnland lebt und wirklich nur sehr, sehr mäßig Finnisch spricht, aber relativ vielen finnischen Accounts folgt auf Instagram, zum Beispiel, weil ich ja finnisch lernen möchte, dass dadurch, dass man sich das jetzt alles übersetzen lassen kann, diese Sprach-Frage sich auf eine gewisse Art und Weise auflöst, weil das ja immer automatisch übersetzt wird oder halt man kann es sich zumindest automatisch übersetzen lassen, aber ja!

[00:15:35] Spannend! Und dass mit Behance find ich total interessant, weil so für mich klingt das so ein bisschen wie das Comeback von Behance Weil das war früher ja so voll das Elite-Ding, weil man ja auch nur mit Einladung reingekommen ist ...

[00:15:48] Lisa: Was?

[00:15:49] Franziska: ... ja, das war so ...

[00:15:50] Lisa: Krass.

[00:15:52] Franziska: ... und dann als es Adobe aufgekauft hat, wurde es dann so geöffnet für alle.

[00:15:57] Aber das, was du gerade erzählst, finde ich macht total Sinn, weil Instagram hat sich so stark verändert. Und es ist so schwer, dort überhaupt noch gesehen zu werden, dass es für mich total nachvollziehbar ist, dass andere Plattformen wieder an Relevanz gewinnen. So wie LinkedIn, wo ich auch das Gefühl hab, das bekommt viel mehr Relevanz, und dann ist das ja irgendwie auch nachvollziehbar, dass Behance auch wieder vielleicht besser funktioniert.

[00:16:16] Voll spannend.

[00:16:18] Lisa: Ich glaube, dass es, dass wir schon überall uns zeigen sollten oder unsere Arbeiten überall präsentieren sollten. Also so so viel und oft und weit es geht, weil nur so ja vervielfacht man ja die Möglichkeit, gesehen zu werden.

Jetzt zu sagen, auf Instagram erreiche ich niemanden mehr, deshalb mache ich da gar nichts mehr, was was ich rein vom Psychologischen total verstehen kann. Ich bin da auch oft sehr frustriert und ich denke: Ja gut, also wenn das jetzt 200 Leute sehen, warum mach ich das denn überhaupt? Das kostet ja auch Zeit und Arbeit, da irgendwie in die Aufbereitung von von Inhalten zu investieren und das sieht dann niemand.

[00:16:54] Dann denkt dann was ja das brauche ich ja dann nicht. Aber ich glaub, das ist falsch, weil dann es wird sich ja nicht ändern oder zurückgehen zu dem wie es war. Es ist jetzt nun mal so, dass dass der Algorithmus. blöd ist.

Dass man nicht mehr gesehen wird, dass man vielleicht gesehen wird, wenn man einmal ein gutes Reel oder so erstellt hat und das dann viral geht. Ja, wir müssen uns da irgendwie anpassen, habe ich das Gefühl, um schon irgendwie mitzuhalten weiterhin auf der Bildfläche zu bleiben. Weil besser so, als völlig zu verschwinden und dann, dann sieht einen keiner mehr.

[00:17:32] Franziska: Ja. Da hast du recht. Wie ist denn das? Du hast dir jetzt in den letzten Jahren auch n sehr beeindruckendes Netzwerk von Kund*innen und Referenzen aufgebaut. Machst du irgendwas, um das zu pflegen, ... also weißt du, um, um immer wieder auch sichtbar zu werden, dass sich die Art Direktor*innen noch immer wieder schön an dich erinnern.

[00:17:52] Lisa: Ja, ähm. Ne. Ehrlich gesagt. Nein, also leider nicht. Also es kommt drauf an. Manche Kund*innen, die ich habe, mit denen arbeite ich immer noch zusammen. Das war das ist aus Projekten entstanden, die darauf ausgelegt waren, erweitert zu werden.

Also wenn ich zum Beispiel ein Set an Illustration erstellt habe für eine App oder so eine Art kleine, interne Bibliothek, die dann erweitert werden sollte. Die kommen ja auf mich immer wieder zurück, aber ich mache jetzt also ich, ich, ich glaube, ich hab noch nie so eine Art Erinnerungsmail geschrieben, so nach dem Motto: Hallo, mich gibt's auch noch. Wollen wir nicht noch mal was zusammen machen.

Aber ich frage schon nach, wenn ich manchmal Anfragen bekomme und sie dann so ein bisschen versanden, also dann nichts mehr von sich hören lassen und ich das aber spannend fand, dann schreib ich den schon: Hey, es war so eine schöne Anfrage, ich hätte total Lust gehabt, daran zu arbeiten. Was ist denn daraus geworden?

[00:18:50] Oder Ja, wollen wir das noch mal aufleben lassen. Dann hör ich meistens nichts zurück. Weil die wahrscheinlich dann, aus welchen Gründen auch immer, das dann nicht umsetzen wollen. Auf so was reagier ich dann noch mal oder schreibe, melde mich dann noch mal, Es ist aber, glaube ich, auch so, weil die Projekte, an denen ich arbeite, sind meist oder oft zu 70 % darauf ausgelegt, dass es einmalige, sehr kurze Projekte sind. Sei es jetzt im Editorial-Bereich.

[00:19:17] Da ist das ja eh so, dass man für einen Artikel eine Illustration oder 1 bis 2 Illustrationen macht und dann war’s das. Abgeschlossen. Ganz schneller Prozess. Und ja so ist es sehr schnelllebig.

[00:19:30] Franziska: wie ist denn das eigentlich? Du arbeitest ja im Editorial-Bereich und im Branding-Bereich. Wie unterscheiden sich denn diese beiden Bereiche also so rein strukturell? Also mit wem arbeitest du zusammen? Wer entscheidet, dass du die Illustratorin bist und wie läuft das auch ab? Also ich kann mir vorstellen, dass das sehr unterschiedlich abläuft.

[00:19:49] Lisa: Ja, ich weiß gar nicht, ob es so unterschiedlich ist. Ich hab das Gefühl, dass es oft die Designer*innen der Verlage oder der Agenturen, die diese Aufträge vermitteln, sind die, die mich dann irgendwie kennen oder meine Arbeiten kennen und auf mich zukommen und anfragen. Und das das kann eben eine Designerin ja, wie gesagt von dem Magazin sein, für das ich zeichnen soll oder von einer Design-Agentur, die einen Kunden haben, für den sie ein Branding erstellen oder so. Das habe ich meistens.

[00:20:24] Also das ist das Gefühl, was ich habe. Dass es meistens 1 bis 2 Designer*innen intern sind, die meine Arbeiten kennen oder gesehen haben und dann das, ja, vorgeschlagen haben, wahrscheinlich, in dem Prozess und dann ja mich anfragen.

Und Unterschiede seh ich nur eigentlich im Budget. Also das ist ja leider so, dass es im Editorial-Bereich nicht viel Geld gibt. Das ist, also ja, schade eigentlich. Es ist halt sehr schnelllebig, oft innerhalb von 1, 2, 3 Tagen macht man eine Skizze und dann noch mal drei Tage die Ausarbeitung und dann ist das ganze auch schon erledigt.

Man sieht schon Unterschied in den Bereichen, ob ob man auf für den deutschen Markt eine Illustration in dem Bereich macht oder amerikanischer Markt zum Beispiel. Da sehe ich schon Unterschiede im Budget, aber leider also von 500 Euro bis dann vielleicht 700 Dollar, was wahrscheinlich auch 500 € sind, aber ja oder vielleicht ein bisschen mehr im im US amerikanischen Bereich.

Das im Vergleich zu so einem Branding-Projekt. da ist wirklich Geld da. Da sehe ich eigentlich den größten Unterschied. So von der von der Arbeitsweise ist es für mich im Endeffekt sehr ähnlich.

[00:21:38] Franziska: Und wie sind die Aufgabenstellungen? Sind die vielleicht anders? Also ich kann mir vorstellen, dass, weißt du, bei einem Magazin hat man ja ganz oft zum thematischen Schwerpunkt und beim Branding. ich hab noch nie Branding Illustration gemacht, das wird mich mehr interessieren. Wie funktioniert das? spricht da jemand mit dir über den Marken Geist und dass die Werte, die in der Marke drin stecken?

[00:22:01] Lisa: Ja, ich weiß nicht, das ist das ist echt ganz spannend. Es war immer extrem unterschiedlich, aber nee, gar nicht. Also, es wird nur, auf beiden Seiten, also sowohl im Editorial-Bereich als bei so Branding-Projekten vermittelt, was sich die Kreativen vorstellen, was deren Ideen waren.

[00:22:22] Und ja, mehr oder weniger wird mir dann das Vertrauen entgegengebracht. Wir schauen mal was du noch für Ideen hast oder bitte setz das so und so um. Aber sonst ich erinner mich jetzt an das Projekt, was ich für Nike gemacht habe.

Die Schaufenster-Gestaltung. Das ist ein Konzept zum Beispiel gewesen, was schon bestand, vorher hatten das schon, das Nike-Live-Concept, heißt es, verschiedene Illustratoren für unterschiedliche Bereiche auf der Welt illustriert. Und der Artdirector kam auch über Behance, zum Beispiel, auf mich und hat gesehen, dass ich in nem ähnlichen Stil, also auch wieder sehr flächig und poppig bunte Farben, arbeite. Und er hat mich kontaktiert.

[00:23:05] Ja, aber es war eigentlich schon klar, was erwartet wird. Rein stilistisch. Das Konzept bestand ja auch schon. Und er hat eigentlich nur ja die die Feinheit mit mir besprochen, und dann hab ich erst mal Skizzen erstellt, und dann sind wir ins Detail gegangen, was, was er sich anders vorstellt, aber da wurde jetzt auch nicht gesagt. Der Ethos oder die die Firma ist so und so.

Vielleicht lag's auch daran, weil das Konzept schon es schon gab kann auch sein. Aber auch in anderen Bereichen ist es eigentlich oft so, dass mir schon vertraut wurde, weil die mich ja ausgesucht haben vor dem Hintergrund, dass ich ja schon irgendwie zur Marke passe, vielleicht auch vom Stil.

[00:23:44] Franziska: Ja. Das find ich, das klingt nachvollziehbar. Der Auswahlprozess vorneweg. Da ging's um diese Branding-Thematiken oder Themen. Du hast das grad schon angesprochen, dass der Stil ja mit Sicherheit da auch ne große Rolle spielt.

[00:23:59] Wie siehst du das denn? Wie wichtig ist die Stilistik? Und wie wichtig sind vielleicht auch die inhaltlichen Schwerpunkte? Weil Du hast ja auch so thematische Schwerpunkte. also du zeigst Frauen. Es geht um Empowerment, so sind einfach ganz klare Themen bei Dir deinen Arbeiten zu erkennen.

[00:24:17] Lisa: Also, das ist so ein spannendes Thema. Ja, ich glaub, wir kennen es alle, dass dieses Thema, der eigene Stil, so bedeutend ist, auch gerade am Anfang. Wie finde ich meinen Stil und was führt überhaupt dazu, dass man den hat, find ich voll spannend.

Ich glaube, dass da ja zwei Sachen wichtig sind. Dass es zum einen das rein stilistische ist, wie das Ganze aussieht, und dann aber auch die Thematik dahinter. Also ich kriege sowohl oder habe sowohl Anfragen bekommen, mein meinen Stil irgendwie zu multiplizieren.

Also dass sie genau das wollten, dieses flächige Vektor-artige, Reduzierte. Geradezu zu Beginn, würde ich sagen, am Anfang so, dass dass es hauptsächlich um den Stil ging. Da habe ich auch noch nicht so einen Schwerpunkt auf die Themen, die ich jetzt bediene, gehabt.

Und jetzt in den letzten Jahren, gerade weil ich ja diese Themen Empowerment, Diversität, aber auch so wie viele Frauenfiguren darstelle, habe ich auch vermehrt Anfragen in diese Richtung bekommen, die eben genau das wollten, genau, ja, diese Themen sehen wollten. Ja.

[00:25:23] Franziska: Was glaubst du denn, was Zeitgeist für eine Rolle spielt. Weil Stil ist ja immer auch an Zeitgeist verknüpft. Denkst du über so was nach? Zum Beispiel, hast du auch so Gedanken, dass du denkst: Oh mein Gott, was ist, wenn mein Stil in fünf Jahren nicht mehr in ist?

[00:25:36] Lisa: Ja, total. Das ist so ein gutes Stichwort. Weil ich auch das Gefühl habe, damals, als es richtig losging, Ende 2017, Anfang 2018, dass ich mit meinen Arbeiten da wirklich den Zeitgeist getroffen habe.

Es dieser flat-vector-grafische Stil, der war da gerade angesagt und jetzt, andererseits auch, habe ich Sorge davor oder ich seh es auch, dass es sich ändert. Also gerade durch das Aufkommen von künstlicher Intelligenz wollen wir, glaube ich, mehr Handgemachtes sehen, wollen wir wieder das Menschliche hinter Arbeiten sehen, und ich glaube schon, dass der Trend dahin geht in Illustration.

Das ist handgemachter, mehr Texturen, mehr krakelige Linien mehr Unperfektes zu sehen ist, so dass ich auch Sorge habe, ob mein Stil da überhaupt noch zeitgemäß ist, wie du sagst. Also den Zeitgeist trifft. Und es ist es nicht möglich, das jetzt komplett zu ändern. Also es wär wahrscheinlich schon irgendwie möglich, aber es kommt ja irgendwie auch aus mir raus.

[00:26:33] Es ist ja meine Handschrift und so. Also ich kann höchstens so ein bisschen an der Umsetzung der Technik schrauben, dass es nicht mehr dieses Glattgebügelte, sehr Perfekte, perfekte Linie, perfekte Kanten und Flächen, sind. Was ich auch möchte, Ja, und damit weiter ja auch auf der Bildfläche bleiben zu können und vielleicht immer noch zeitgemäß bleiben zu können.

[00:26:56] Franziska: das, was du gerade gesagt hast, find ich so wichtig. Das Stil ist ja immer auch eine Entscheidung, Zu einer Technik. Wie sieht die Kontur aus? Welche Farbe benutz ich hier? Aber ich glaub halt auch, dass ganz so ein großer Anteil von Stil, den kann man halt einfach auch nicht verändern. So der gehört halt zu dir dazu.

[00:27:10] So. Und das macht diese Zeitgeist-Frage natürlich vielleicht nicht weniger relevant, weil die ist, glaub ich, schon, wenn man von Illustration lebt, einfach ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen muss.

[00:27:21] Lisa: Mhm.

[00:27:21] Franziska: Man kann sich halt auch nicht anpassen. Es hilft halt nix. Und ich glaub zum Beispiel, dass dadurch, dass du auch so für Themen stehst ...
[00:27:27] Lisa: Ja ...
[00:27:28] Franziska: ... die bleiben ja auch bei dir. Und ich kann mir vorstellen, dass das ne gute Brücke ist, falls der Stil sich mal wirklich also der Geschmack, ist ja gar nicht Stil, sondern der Geschmack sich irgendwann mal verändert.

[00:27:37] Lisa: Ja, ich glaube aber, dass es schon wichtig ist, dass am Ball zu bleiben. Auch in der Hinsicht als Illustrator*in. Also, dass man immer schaut, was gerade vor sich geht, was gerade Trend ist auch, wenn’s ja gerade nur ein Trend ist. Aber dass man wirklich guckt, was passiert hier und und was ist der Geschmack schon. Das ist, glaube ich, schon wichtig.

Dass man so ein Gespür dafür hat, was da draußen passiert. Und ja, es geht ja letztlich um Wirtschaft, also um Kommerz. Und wenn ich kommerziell erfolgreich sein will, muss man das vielleicht auch in gewisser Hinsicht ein bisschen bedienen. ich also, es ist jetzt eine These, aber ich glaube schon. Wenn man den Zeitgeist trifft, ist man auf der Bildfläche der Leute, auch der potenzieller Kund*innen, und dann wird man vielleicht gebucht, weil es eben gerade gefragt es.

[00:28:27] Franziska: Ja, es ist gut, dass du das mal aussprichst, weil es gibt ja so diese zwei Seiten von Illustrationen. Es gibt einmal diesen künstlerischen Anteil, der dann auch aus einem raus fließt und der zu einem selbst dazugehört. Aber natürlich hast du recht, wir sind ja Dienstleister*innen und und Ende geht's um kommerzielle Aufgaben, die wir da tagtäglich lösen.

Und es ist, glaube ich, wichtig davor nicht die Augen zu verschließen. Und ist ein guter Hinweis. Ich kann mir vorstellen, dass jetzt einige vielleicht auch ganz erleichtert sind, das zu hören. Es gibt bestimmt doch einige, die in ganz starken Widerstand gehen und ...

[00:28:59] Lisa: Ja, ja. Es ist auch ein schmaler Grad, sich treu zu bleiben, aber trotzdem zu schauen, was passiert und möchte ich vielleicht mich n bisschen dahin gehend anpassen und verkaufen auch. Aber wir sind ja gleichzeitig auch Geschäftsfrauen und -männer und müssen ja mit irgendwas unser Geld verdienen.

Und ja, ich glaube, wenn man dann pfiffig ist und da so ein bisschen guckt, was es gerade denn trennt und ich kann das vielleicht durch minimale Anpassungen bedienen, ja dann mach ich das doch. Wenn es die Möglichkeit bietet, dadurch Geld zu verdienen.

[00:29:33] Franziska: Ja, das, was du gerade gesagt hast, finde ich sehr schön. Weil ganz oft bedeutet das nämlich nicht, sich komplett zu verbiegen, sondern es gibt ja die Möglichkeit, so minimale Anpassungen zu machen.

[00:29:41] Lisa: ja.

[00:29:42] Franziska: Und dadurch halt einfach kommerziell gefälliger ... Das ist so ein böses, böses Wort, aber am Ende läuft es ja darauf hinaus. Dass es halt einfach mehr Menschen anspricht. So das kann man mit so minimalen Veränderungen ganz oft hinbekommen.

[00:29:57] Lisa: Ja, aber ich hab das zur Zeit auch, Ich hab jetzt so lange in diesem in diesem einen Stil gearbeitet, dass ich dachte, nur das bin ich, nur das kennzeichnet mich und meine Arbeit, hab aber selber gesehen, dass mich andere Stile oder oder Dinge mehr ansprechen. Früher war es so, dass ich so, wie ich jetzt arbeite: Da wollte ich hin. weil das ja so n Traum oder ein Idol auch für mich war. Ich wollte das gerne so und so machen.

[00:30:24] Das ist, glaube ich, auch wichtig, dass man guckt: Was möchte man eigentlich? Und versucht, dann da in die Richtung hinzuarbeiten. Das heißt natürlich nicht kopieren, aber da hinzuarbeiten. Und ich hab gemerkt, mich sprechen ganz andere Dinge mittlerweile an, als das, was ich selber mache. Und jetzt versuch ich gerade so ein bisschen zu experimentieren und zu schauen, wie ich das, durch meinen Filter natürlich, und trotzdem meine Handschrift, in meinen Stil, meiner Arbeiten integrieren kann.

[00:30:49] Franziska: Ja, der Stil ist nicht was Statisches. Sondern das verändert sich ja auch, genauso wie man sich als Mensch weiterentwickelt und wächst.

[00:30:57] Lisa: Ja total.

[00:30:58] Franziska: Voll gut. Ich würd total gern mit dir noch mal über so Hürden und und Challenges sprechen. Was machst du denn wenn's schwierig wird im beruf so und im in in dem auftrag wie gehst du damit um?

[00:31:16] Wenn halt ein auftrag schwer wird? Wenn's stressig wird, wenn Dinge fest werden. Hast du da so ein paar Tricks und und, und, und Tools, die du da benutzt?

[00:31:29] Lisa: Leider nicht so ganz. Sonst wäre ich, glaube ich, auch ein bisschen ausgeglichener insgesamt. Das ist wirklich ein Thema, an dem ich selber aktuell arbeite und versuche, die Lösung zu finden oder allgemein Lösungen zu finden.

Das ist ja das Ding, wenn man einmal in so einem Auftrag drin steckt, dann können wir ja nich wie normale, sag ich mal, Arbeitgeber*innen sagen: Oh ich bin jetzt krank. Ich fühl mich nicht gut. Ich hör jetzt auf, weil die Deadline ist vielleicht drei Tage später und es muss dann halt fertig werden.

[00:31:59] Ja, dann hab ich in so nem Fall einfach in den sauren Apfel gebissen und das halt erledigt, aber mir vorgenommen, für die darauf folgenden Aufträge oder darauf folgende Zeit vorzunehmen nen Gang zurückzuschalten oder mal einfach Nein zu sagen und auch keinen Auftrag anzunehmen.

Also ich hatte so eine Phase, wo ich echt viele Aufträge bekommen hab und mich das total glücklich gemacht hab und ich das eigentlich auch alles machen wollte und eben am Anfang auch alles gemacht habe und zugesagt habe.

[00:32:28] Aber irgendwann hab ich gemerkt. Ich kann nicht mehr, aber ich hatte überhaupt keine freien Zeitraum mehr, und ich brauchte einfach die Zeit, um durch zu schnaufen, und darum habe ich dann ab nem gewissen Punkt gesagt. Nee, tut mir leid, ich hab keine Zeit und hab mir dann so ja die Zeit frei geschaufelt.

Aber es war schon langer Weg zu der Erkenntnis, weil ich ja so ne People Pleaserin bin und es halt allen recht machen möchte und ein schlechtes Gewissen hab, wenn ich Nein sage. Ja, aber ich glaube, es ist wichtig, auf sein Bauchgefühl zu hören oder überhaupt auf seinen Körper zu hören, wenn er Signale sendet. Man muss sie wirklich ernst nehmen und dann eben, so schwer es einem fällt, Abstriche machen.

[00:33:12] Franziska: Ja, ja, ich glaub, das ist ja wahrscheinlich so eine ganz typische Lernaufgabe, die Menschen bekommen, wenn sie sich selbstständig machen und dann wird's irgendwann erfolgreich und der Laden brummt und die Aufträge kommen rein. Dann kommt irgendwann die Aufgabe, zu lernen, wie man einfach gut auf sich aufpasst, weil halt niemand von außen da ist, der sagt: So. Acht Stunden sind rum, du darfst nach Hause gehen.

[00:33:35] Lisa: Ja.

[00:33:37] Franziska: Und das muss man ja auch einfach ganz klar mal aussprechen: Es ist halt auch einfach nicht leicht, weil ja die Auftraggeber*innen-Seite ganz oft auch echt krasse Forderungen stellt. Da kommt ja auch Druck.

[00:33:48] Lisa: Ja ja, aber also das ist gar nicht so das Ding oder war bei mir nicht so das Ding. Ich hab eigentlich von Anfang an gesagt, ich bin zwar selbständig, aber ich arbeite ganz sicher nicht am Wochenende. Auf gar keinen Fall. Und auch nicht nach, sagen wir, ab 19 Uhr. Also dann ist halt Feierabend, weil ich, ich mein, ich bin ja auch nur ne arbeitende Person, warum darf ich denn keinen Feierabend haben oder warum darf ich denn kein Wochenende haben?

[00:34:11] Das hab ich von Anfang an nicht eingesehen und da da, da hab ich auch ganz klare Regeln für mich gesetzt. Aber ja, es ist doch erst etwas durchaus passiert, dass Kund*innen auf mich zugekommen sind und gesagt haben: Ja, dann, also es war Freitag, ja, dann kannst du ja Montag dann die ersten Skizzen schicken und dann die Ausarbeitung bis Mittwoch. Und ich hab gesagt wie, dann habe ich ja nur noch zwei Stunden am Montag.

[00:34:33] Also, ich arbeite am Wochenende nicht. Ach so, ja ... Okay, ja, dann müssen wir es vielleicht verschieben. Ja, also. Nee, das geht gar nicht. Aber trotzdem kann ja stressgefühl aufkommen, auch wenn man sich in diesen gewissen Regeln bewegt. Manchmal habe ich das auch gemacht, wenn ich irgendwie einfach um ein besseres Gefühl zu haben, gesagt habe: Ok, dann mach ich Sonntag Nachmittag vielleicht zwei Stunden. Dann hab ich Anfang der kommenden Woche halt nen entspannteren Start

[00:35:05] Franziska: Nach was für Kriterien triffst du denn deine Neins? Also du hast ja grad gesagt, dass Nein sagen wichtiger wird, um so mehr Jas von Außen sozusagen kommen. Also um so mehr anfragen kommen. Wie triffst du deine Neins? Also nach was für Kriterien entscheidest du?

[00:35:21] Lisa: Nach dem, wie viel Spaß es mir bereiten würde, an dem Projekt oder dem Auftrag zu arbeiten. Also das ist natürlich eine sehr glückliche Position. Die setzt ja voraus, dass ich den finanziellen Rückhalt habe. Genau. Also wenn der da ist oder der da war, jetzt in den letzten Jahren, dann hab ich ihm geschaut: Was bietet mir das Projekt? Hab ich da Spaß dran?

[00:35:41] Selbst, wenn es jetzt nicht super gut bezahlt war, aber es irgendwas ist, was ich total gern machen wollte, dann habe ich zugesagt, eher, als was, was mir vielleicht mehr Geld gebracht hätte, aber ich schon gemerkt hab: Nee, das ist überhaupt nicht mein Thema, und dann muss ich mich durchquälen.

Das will ich einfach nicht mehr. Warum muss ich mich denn quälen, wenn ich jetzt durch den Job, der mir mehr Spaß macht, vielleicht die Hälfte des Geldes verdiene, aber den finanziellen Rückhalt hab dafür, aber eine bessere Zeit und mehr Spaß und Freude an der Sache.

[00:36:10] Das ist auf jeden Fall ein Punkt. Und wenn ich von Anfang an schon ein komisches Gefühl hatte, durch die Kommunikation oder ... ja einen sehr sehr strengen Zeitplan oder irgendwas, was da war, in in der Auftragsbeschreibung, was mir nicht gefallen hat. Da hätt ich früher vielleicht gesagt: Na ja, wer weiß. Also das klingt ja erst mal eigentlich gut.

Dann hat der Verstand eher eingesetzt. Aber ich höre wirklich auf meinen Bauch jetzt. Weil mir da Dinge passiert sind, also jetzt keine schlimmen, aber halt so ein paar Dinge vorgefallen, wo ich im Nachhinein gedacht hab:

[00:36:45] Ja, ich irgendwie von Anfang an hat er sich schon komisch angefühlt. Hätt ich auf mein Bauchgefühl gehört, dann hätt ich mich da jetzt nicht durch zwingen müssen.

[00:36:53] Franziska: Ja, das Bauchgefühl des eh der beste Ratgeber überhaupt.

[00:36:57] Lisa: Ja.

[00:36:58] Franziska: Und ja, ich hab auch ein paar Story, die ich da erzählen konnte, wo von vornherein eigentlich klar war, dass das keine gute Idee ist, da ja zu sagen. Aber das heißt, man hat so zusammenzufassen, das heißt: Bauchgefühl – bester Ratgeber überhaupt. Dann: mehr Nein sagen. Und finanzielles Polster, um finanzielle Freiheit zu haben, um Nein zu sagen. Das wären doch so deine Tools, oder?

[00:37:22] Lisa: Genau. Würd ich so sagen. Und das finanzielle Polster kann man sich ja auch durch ... hab ich auch erkannt, dass das entsteht vielleicht durch Jobs, die jetzt nicht das Highlight der Karriere sind oder, ja, genau das, was man für immer und alle Zeit machen möchte.

Das ist ja dann am Ende auch einfach nur Arbeit und das Geld muss man irgendwie verdienen. Aber lieber so und dann die Hälfte der Zeit das machen, was einem Spaß macht durch dieses finanzielle Polster. Das hab ich auch irgendwie gelernt, dass dass es besser ist als ja so halbe Sachen oder durch irgendwas Komisches dann Geld verdienen müssen, weil es grad die Anfrage gibt. Das ist kein gutes Gefühl.

[00:38:03] Franziska: Ja. Zeigst du alles? Oder zeigst du nur das, was mehr werden soll, auf deiner Webseite und auf Instagram?

[00:38:10] Ja, ja, Letzteres. Ich zeig zeig ganz viel nicht. Mir ist es aufgefallen, ich glaube, im letzten oder vorletzten Jahr, dass ich fast nur freie Arbeiten präsentiert habe auf meinem Instagram-Kanal, auch auf meiner Website. Dann dachte ich jetzt aber auch: Ja, ist ja auch blöd, ne? Wenn man auf meiner Webseite nur freie Arbeiten sieht, dann könnte man auch meinen, ich denke mir diese diese Kundenliste einfach aus.

[00:38:33] Also man muss ja dann schon vielleicht die Anwendungsbereiche auch sehen. Habe ich jetzt auch ein bisschen überarbeitet, dann auch so ein paar in kommerzielle Projekte dazwischen gepackt. Ja, aber ich filtere da schon sehr. Weil das tatsächlich ja auch so so ist: also was man zeigt.

[00:38:48] Danach wird man gebucht.

[00:38:49] Franziska: Ich finde eine Strategie super. Ich glaube, das ist genau so, weil ansonsten hat man, so Murphy Law. Man wird halt explizit genau für das gebucht, was man nie wieder machen wollte, so.

[00:38:59] Lisa: Ja, ja. Total. Es ist ja auch normal. Man ist ja auch stolz dann auf abgeschlossene Projekte oder auch Projekte bei denen namhafte Kund*innen dahinter stehen. Aber wenn das eigentlich was ist, was man gar nicht machen möchte, keine Ahnung, Autos oder so. Ja dann vielleicht lieber nicht zeigen, weil am Ende wirst du nur für Autos beauftragt.

[00:39:24] Franziska: Ja. Vielleicht jetzt noch mal so zum Schluss als letzte Frage: Was war denn so der größte Aha-Moment für dich in den letzten Jahren in deiner Selbständigkeit.

[00:39:35] Lisa: Ja, das ist gar nicht so leicht. Weil es gab, glaub ich, ganz viele kleine. Und da jetzt so einen großen herauszustellen, finde ich schwierig. Aber ich hab mir auch Gedanken gemacht und uns schon ein paar Sachen aufgeschrieben, und ich glaube, das mein persönlicher, größter Aha Moment war ... Es ist unbeeindruckt, glaube ich, aber für mich war das irgendwie beeindruckend.

Dass mein Stil nicht nur mein Stil ist, wenn ich es auf die ein und dieselbe Art immer wieder reproduziere, sondern mein Stil ja aus meiner Hand kommt und aus meinem Selbstverständnis von der Welt. Und ich den auch auf viele andere Arten und Weisen und Techniken abbilden kann. Und ich deshalb auch mehr experimentieren möchte, also ich nicht nur diesen Vektor-Kram, sag ich, mal machen möchte, so ganz clean und glatt.

Auch natürlich, ganz clever natürlich, in Voraussicht auf den aktuellen Trend, dass es wieder mehr zum Handgemachten geht, ja, dass ich das mit einfließen lassen möchte und ein bisschen offener werden möchte.

[00:40:38] Weil ich es bei anderem schön finde, zu sehen, wenn wenn sie ihre Arbeiten und ihre Welten auf ganz unterschiedliche Weisen repräsentieren. Sei es durch, weiß ich nicht, Malerei auf Leinwand oder eben digitale Illustration. Oder Zeichnung auf Papier oder Skulpturen oder so was. Das find ich total schön und beeindruckend bei andern Künstler*innen zu sehen. Und das das das wünsche ich mir für mich selbst auch, dass ich so ein bisschen lockerer und offener werde.

[00:41:11] Franziska: Oh, das ist ein schöner Aha-Moment, weil der so ne Tür aufmacht zu mehr Lisa.

[00:41:18] Lisa: Ja.

[00:41:18] Franziska: Noch mehr Lisa!

[00:41:20] Lisa: Ja, und es ist leider so schwer, weil ich so lange in diesem Muster gearbeitet habe. Und ich ich will da raus, aber daraus so kommen, ist halt gar nicht so leicht. Weil ich setze mich da schon auch unter Druck manchmal: Ja, was ist, wenn das dann nicht gut ankommt?

[00:41:37] Ich möchte natürlich auch weiterhin erfolgreich sein und Leute erreichen und habe dann natürlich Angst, wenn ich das nicht mehr auf diese Art mache, für die ich ja gebucht wurde, oder für den Stil ich bekannt bin, dass dann möglicherweise, ja es abschreckt oder ist vielleicht übertrieben, aber die Leute nicht mehr so erreicht. Man ist ja für sich selbst und sein Glück verantwortlich. Und wenn mir das Spaß macht, denke ich auf der andern Seite wieder: Ja, dann soll ich das doch machen. Aber ja. Es ist eben so ein Balanceakt, aus diesem Raster und Muster erst mal auszukommen und sich das auch zuzugestehen.

[00:42:17] Franziska: Ja, und also ganz ehrlich jetzt. Wo du das so beschreibst. Ich finde das eine sehr menschliche Angst. Weißt du? Etwas zu verlassen, wo du weißt, dass es funktioniert

[00:42:27] und was ja auch zu dir dazu gehört. Es ist ja nicht so, dass du das nicht bist. Deswegen find ich das ... Ich finde es sehr schön, dass du das teilst, weil das, glaub ich, auch eine Aufgabe oder eine Lernaufgabe beschreibt, die, glaub ich, viele nicht erwarten, dass wenn man erfolgreich ist, sich dann noch mal zu erlauben, sich zu verändern, ist gar nicht so einfach.

[00:42:47] Weil man ja die bekannten Ufer verlässt und und sich in was Neues rein begibt und dann auch einfach nicht weiß, ob das funktioniert und das find ich total schön, dass du das teilst.

[00:42:58] Lisa: Ja, ja genau das sind auch meine Gedanken. Ja, eigentlich ist es schön, aber auch sehr schwer.

[00:43:03] Franziska: Ja. Was mich halt immer wieder so happy macht ist, wenn ich so ganz alte Arbeiten von mir sehe, die natürlich komplett anders aussehen als das, was ich heute mache, kann ich aber trotzdem mich selbst da drin erkennen. Und es gibt einfach so ganz starke rote Fäden, die immer schon bei mir waren.

[00:43:22] Sogar in meinen Kinderzeichnungen.

[00:43:23] Da versuche ich mich dran zu erinnern, wenn solche Ängste hochkommen.

[00:43:27] Zu sagen: Okay, da gibt's auch so eine konstante und das bin halt ich und die hält alles zusammen. Und das wird halt für Menschen von Außen auch sichtbar sein. Auch wenn du jetzt zum Beispiel einfach sagst: Ab heute mach ich halt nur noch Ölmalerei.

[00:43:40] Lisa: Ja, ja, es es kommt ja aus einem selber heraus, und man steht ja als Mensch mit all den Erfahrungen und ja, wie man die Welt sieht dahinter Und ich glaube, dass es auch genau das, was was, was den Stil dann authentisch macht, wenn es dann nämlich aus einem selber entsteht und man nicht irgendwas anderes nachahmt, weil man das toll findet, sondern wenn es aus einem selbst herauskommt, mit all den Einflüssen, die man erlebt hat und erlebt im Alltag. Ja genau. Dann ist es authentisch und ist genau, ja n Spiegel von sich selbst.

[00:44:16] Franziska: ja, genau. Wobei man ja sagen muss, und da wird mich auch noch mal deine Meinung zu interessieren. Das ist ja auch eine Reise. Weil ich glaube, es ist total normal, dass, wenn man anfängt, sich kreativ auszudrücken, dass man am Anfang keinen Stil hat und dass das was ist, was sozusagen, was man sich einerseits technisch handwerklich erarbeitet und gleichzeitig auch erforscht.

[00:44:37] Lisa: Ja.

[00:44:37] Franziska: und ich glaube gerade am Anfang gibt's ja ... Ich weiß, dass viele Kreative dann so das Gefühl haben, ich muss mich jetzt entscheiden. Und ich glaube auch, dass es manchmal ganz gut ist, sich einfach für bestimmte Sachen zu entscheiden und sich gleichzeitig zu erlauben. Muss ja nicht wie immer so bleiben, so, aber das ist ja so eine Stimme, die erst mit der Zeit stärker wird, und ich glaube, es ist wichtig, sich zu erlauben, dass die wachsen darf.

[00:44:57] Wie siehst das?

[00:44:58] Lisa: Ja, ja, total, aber es ist auch der ganz natürliche Fluss, glaub ich. Also es passiert ja von ganz alleine, dass es entsteht und sich verändert. alles basierend auf Entscheidungen, die man trifft. Also natürlich kann man zwei verschiedene Richtungen parallel verfolgen und die werden sich auch entwickeln, aber es geht dann immer in eine Richtung. Und wahrscheinlich kann man dann zwischen diesen Dingen auch wiederum Parallelen erkennen.

[00:45:23] Aber ja, es ist ist genau wie du sagst, es ist einfach ne Reise und n Entstehungsprozess und man man verfolgt ihn einfach oder man man sollte ihn einfach verfolgen und immer am Ball bleiben und weitermachen und das einfließen lassen, was einem selber gefällt und Spaß macht.

Und dann dann ja dann geht's auch immer weiter, also dann gibt es einfach Etappen, glaub ich, an denen man vielleicht sagen kann: Aha, also das ist jetzt mein Stil. Okay. Aber indem man immer weiter macht, was man ja voraussichtlich als Künstler*in macht, entwickelt es sich auch immer weiter.

Und ich, ich seh das bei mir selbst auch. Ich hab auch gedacht, damals, als es dann anfing und ich Aufträge bekommen habe. Ah ja, jetzt werde ich für diesen Stil gebucht, und dann arbeitet man natürlich eine gewisse Zeit in diesem Stil. Und er ist sicherlich auch immer noch erkennbar als mein Stil, aber er hat sich seitdem total entwickelt.

[00:46:15] Auch dann war es am Anfang mit Texturen. Jetzt ist es feminin und sehr farbenfroh und ausladend oder einladend, aber mit ausladenden Gesten. So. Und jetzt ja, vielleicht mach ich jetzt Outlines und jetzt kommen die Texturen vielleicht wieder, weil jetzt ja wieder Handgemacht gefragt ist und ich das auch gerne sehe.

Ja, aber man sieht ja trotzdem die Person dahinter, weil es ja aus mir herauskommt und sich einfach entwickelt hat und es ist immer noch der eine Stil. Ah. Muss ich mir selber auch mehr sagen, aber ich glaube, so ist es.

[00:46:51] Franziska: ja, vielen Dank, liebe Lisa, das war ein ganz tolles Gespräch. Jetzt haben wir hauptsächlich über Stil gesprochen, aber ich glaube es ist ja auch so eine so eine Dauer-Frage, die ganz viele Kreative konstant immer wieder beschäftigt. Und da du ja auch so einen ganz starken wiedererkennbaren Stil hast, bist du auch die perfekte Gesprächspartnerin dafür. Vielen, vielen Dank.

[00:47:13] Lisa: Ja, ich danke dir. Hat mich sehr gefreut, hier zu Besuch sein zu können, und ja, dass ich auch gewünscht wurde, das ist mir ja eine total große Freude. Richtig schön.

[00:47:24] Franziska: mhm. sehr schön, vielen Dank. Bis bald.

[00:47:28] Lisa: Danke, tschüss

 
So. Das war das Gespräch mit der Hamburger Illustratorin Lisa Tegtmeier.

Deshalb jetzt mal die Frage an dich: Was hast du mitgenommen? Und was hat dich überrascht? Wie viel Experiment und Spiel erlaubst du dir in deinem Stil? Und was ist der formale rote Faden in deinen Arbeiten?

Ich bin gespannt, mit welcher Perspektive du jetzt auf deinen Stil schaust. Apropos Stil: In der Portfolio-Akademie gibt es eine Lektion zur Stilfindung und wir machen auch einen interaktiven Workshop, in dem du über Feedback von Außen deinen Stil besser beschreiben und identifizieren kannst. Check das mal aus, wenn dich das interessiert, unter www.diegutemappe.de/pa.

Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe,

Wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
 

Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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