16. Mai 2024

#114 | Du willst ein Buch machen? Starte hier! (Teil 1)

Von der Idee zum Buch: So realisierst du dein eigenes Buchprojekt

 

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Weitere Informationen

 
Du erfährst:

  • 5 gute Gründe, die für ein eigenes Buch sprechen
  • Warum kannst du dich mit einem selbstinitiierten Buchprojekt noch passgenauer positionieren?
  • Warum wirst du mit einem selbstgeschriebenem Buch zu einer Person mit Expert*innen-Status?
  • Warum ist die Genre-Frage relevant für den Erfolg deines Buchprojektes?
  • Welche Rolle spielt die Zielgruppe in der wirtschaftlichen Betrachtung deines Buchprojektes?
  • Welche Rolle spielt das Marketing beim Bucherfolg?
  • Welche nächsten Schritte gehst du, wenn die Buchidee steht?

 
Stell dir vor, die Post klingelt und ein Paket kommt an. Aber es ist kein normales Paket – es ist eins, auf das du die letzten Jahre hingefiebert und hingearbeitet hast. Und jetzt ist es da. Ganz vorsichtig öffnest du den Karton und tadaaa – da ist es – dein eigenes Buch. Und da steht ganz klar und sozusagen Schwarz auf Weiß dein Name auf dem Cover. Du nimmst das Buch in die Hand, öffnest es. Die Seiten riechen nach frischer Druckfarbe. Und irgendwie ist es ganz unwirklich, dass das, was gestern noch nur in einem Indesign-Dokument existiert hat, jetzt auf einmal vor dir in deinen Händen liegt.
 

Träumst du vom eigenen Buch?

Es ist jedes Mal etwas ganz besonderes, wenn ein Buch endlich in der Welt angekommt. Ist es ein Buch, das du dir selbst ausgedacht, geschrieben, gestaltet und/oder illustriert hast, dann ist es noch einmal besonderer.

Doch wie genau kommst du von der ersten Idee zum eigenen Buch? Diese Woche und nächste Woche erfährst du hier im Portfolio-Podcast, wie du dein eigenes Buchprojekt realisierst.

Heute, in Teil 01, fokussieren wir uns auf den Schritt von der Idee hin zum marktfähigen Buchkonzept. Und nächste Woche geht es dann weiter mit der Frage, wie du dafür einen Verlag findest. Und als Oberknaller gibt’s dazu nächste Woche auch noch eine brandneue 0€-Ressource, die dich unterstützt, diese ersten Schritte zum eigenen Buch zu gehen. Wenn dich das interessiert – und du den Podcast noch nicht abonniert hast, dann mach das jetzt. Und dann lass uns auch gleich mal loslegen! Let’s go!

 

Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast.

Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer Solo-Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Ich bin Franziska Walther, selbst Illustratorin, Designerin, Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft und ich unterstütze seit über 10 Jahren Menschen dabei, sich nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
 
 

Ich liebe das Büchermachen

Heute geht es also ums Büchermachen, meiner Lieblingsbeschäftigung. Ich selbst habe schon an über 80 Büchern mitgearbeitet: als Illustratorin oder Buchgestalterin. Fünf davon habe ich selbst geschrieben: drei Sachbücher, ein Bilderbuch und eine Graphic-Novel. Und aktuell arbeite ich an zwei neuen Buchprojekten: an einer Graphic Novel und einem Sachbuch.

Vielleicht planst du ja auch gerade ein eigenes Buchprojekt oder hast insgeheim den Wunsch, mal ein eigenes Buch zu schreiben, zu gestalten und zu illustrieren.
 

Fünf gute Gründe für ein eigenes Buch

Gute Gründe für ein eigenes Buch gibt es viele: Zu allererst ist es gut fürs Herz. Zumindest, wenn du von einem eigenen Buch träumst. Und damit wärst du nicht alleine, denn viele Menschen träumen davon, ein Buch zu schreiben. Dieser emotionale Grund alleine reicht schon als Motivation.
 

Positioniere dich mit einem eigenen Buch

Allerdings gibt es auch noch ein paar strategische Gründe, die für ein eigenes Buch sprechen. Wenn du zum Beispiel als Illustrator*in nicht die Aufträge angeboten bekommst, die du gern machen möchtest, kann dir ein eigenes Buchprojekt helfen, dich anders und bewusst zu positionieren. Nämlich genau da, wo du hin möchtest. Indem du einfach selbstinitiiert das machst, was mehr werden soll – und damit die Tür öffnest für weitere solcher Aufträge.

Auch kann dir ein eigenes Buch dabei helfen, den Fuß in die Tür der Verlagswelt zu bekommen. Auch wenn es nicht unbedingt leichter ist, ein eigenes Buchprojekt bei einem Verlag unterzubringen – im Vergleich zu Auftragsakquise. Und auch wenn die Akquise und Kontaktaufnahme mit den Verlagen für eigeninitiierte Projekte anders funktioniert im Vergleich zu Auftragsarbeiten – wenn du ein eigenes Buchprojekt pitchst, gehst du damit noch einmal einen anderen Weg, der aber auch nach Rom führt: in die Verlagswelt.
 

Mach deine Buchaufträge wirtschaftlicher

Und auch wirtschaftlich kann das eigene Buch eine Überlegung wert sein. Bist du nicht nur die Person, die die Bilder macht, sondern auch die Person, die die Texte schreibt, dann erhältst du bei deinen veröffentlichten Büchern eine höhere Beteiligung.

In der Verlagswelt ist es ja üblich, dass die Text- und Bildautor*innen mit einer prozentualen Beteiligung am Netto-Ladenverkaufspreis der verkauften Buch-Exemplare beteiligt werden. Bist du beides, Text- und Bildautor*in, bekommst du beide Beteiligungen und dadurch kommt beim Büchermachen hinten mehr raus. Als Illustrator*in kann es deshalb wirtschaftlich eine kluge Entscheidung sein, auch den Text zu schreiben – insbesondere, wenn du eh gern schreibst. Dann werden die Buchaufträge wirtschaftlicher.
 

Eine starke Positionierung durch dein Buchprojekt

Und zu guter Letzt gibt es auch gute Positionierungsgründe für ein eigenes Buch. Vor kurzem habe ich einen Podcast gehört, in dem gesagt wurde, dass das eigene Buch die Visitenkarte von Heute ist.

Das hat mich ein bisschen traurig gemacht, denn es fühlt sich für mich wie eine Abwertung an. Eine Visitenkarte ist ja das, was man auch mal gern in den Untiefen der eigenen Taschen verliert oder auch mal als Lesezeichen umfunktioniert. Es ist ein Wegwerf-Gegenstand, den wir frei und ausgiebig in der Welt verteilen.

Aber ich kann diese Perspektive, dass ein Buch wie eine Visitenkarte funktioniert, schon auch nachvollziehen. Denn ein Buch ist heute eine gute Möglichkeit, dich als Expert*in zu positionieren. Gerade, wenn du dich mit einer spezifischen Expertise oder zu einem bestimmten Thema positionieren möchtest, dann hilft dir eine Buchveröffentlichung dabei, genau das zu tun.
 

Legitimiere dich als Expert*in

Denn ein veröffentlichtes Buch legitimiert dich in dieser Expert*innen-Rolle. Durch die offizielle Publikation wächst deine Glaubwürdigkeit und du erreichst mit deinem Buch auch gleichzeitig genau die Menschen, die sich für dein Thema interessieren. Und zusätzlich trittst du auch noch auf eine Bühne und wirst sichtbar und in deiner Branche gesehen – und dadurch bekannter. Das funktioniert natürlich umso besser, desto erfolgreicher das Buch ist.

Zusammengefasst können wir also sagen: Ja, ein eigenes Buch kann dich vielleicht nicht unbedingt schnell, aber definitiv schneller dorthin bringen, wo du hin möchtest.
 

Wie fängst du an, wenn du ein eigenes Buch machen willst?

Vielleicht denkst du ja jetzt: Hm, ja, Franziska. Das klingt alles total nachvollziehbar. Aber wie geht das? Wie gehe ich das an, ein eigenes Buch in die Welt zu bringen?

Und hier komme ich – mit einer Buch-Landkarte, die dir den Weg aufzeigt. Lass uns mal mit der Frage beginnen, welche Schritte notwendig sind, um von der Idee eines eigenen Buches zur Umsetzung zu gelangen. In diesem Satz steht schon das wichtige Wort für deinen Startschuss: die Buchidee. Das ist das, mit dem alles losgeht.
 

Du hast eine Buch-Idee?

Wenn du eine hast, dann schreib sie auf. Denn Ideen sind wertvoll. Zwar wird nicht aus jeder guten Idee gleich ein Buch, aber es ist sinnvoll, alle deine guten Ideen zu dokumentieren, einen Ort für diese Dokumentation zu schaffen und dann zu schauen, welche dieser Ideen Potenzial haben und welche lang genug bei dir bleiben, sodass du damit ein Buch machen kannst.

Ich nutze hier einige Tools, die es leichter machen, aus Ideen und Fragmenten Bücher zu machen. Mehr dazu erfährst du nächste Woche im zweiten Teil, in dem es auch um Arbeitsweisen und Prozesse geht.

Aber jetzt hier am Anfang reicht auch erst einmal ein Zettel zum Aufschreiben der Idee – oder ein digitales Text-Dokument. Am Anfang sind die Ideen oftmals noch sehr wattig. Große weiße Wattebälle ohne klare Form. Das ist ok. Schreiben hilft hier, mehr Klarheit zu entwickeln. Deshalb schreib erst einmal alles auf, was dir gerade zu dieser Buchidee einfällt.
 

Für wen ist das Buch?

Beschreibe dabei auch, für wen das Buch ist und was du damit mit der Welt teilen möchtest. Möchtest du eine Geschichte erzählen, die andere zum Lachen bringt? Oder reizt es dich, die Leser*innen auf eine fantastische Reise mitzunehmen? Oder willst du deine liebsten veganen Rezepte verbreiten? Oder hast du das Bedürfnis, deine Erfahrungen zu teilen oder dein Wissen weiterzugeben?

Beim Büchermachen sitzt ja auch oft unser Ego mit am Steuer – und deshalb finde ich die Frage »Was möchtest du mit der Welt teilen und in der Welt verbreiten?« hilfreich. Denn diese Frage setzt den Fokus auf das, was du gibst – und nicht das, was das Ego vielleicht bekommen möchte: Berühmt werden, Anerkennung finden und auf einem Silbertablett von Lesung zu Lesung getragen zu werden.

Diese Ego-Wünsche sind total valide und ok, aber das ist das, was du willst. Wenn du dein Buch in die Welt bringen möchtest – und einen Verlag und eine Leser*innenschaft finden möchtest, ist es wichtiger, zu wissen, was die Menschen davon haben, die dein Buch kaufen und lesen werden.
 

Wie positionierst du deine Buch-Idee?

Hast du dann deine ersten Gedanken dazu formuliert, gilt es, im zweiten Schritt mit einer strategischen Brille auf dein Buchkonzept zu schauen.

Und hier sind zu allererst drei Fragen zu klären:

  • In welche Genre-Schublade gehört dein Buch?
  • Wer ist die Zielgruppe? Also wer wird das Buch später kaufen?
  • Und wer wird das Buch später lesen? Denn die Lesegruppe ist nicht unbedingt auch die Zielgruppe.

Ich persönlich halte es für sinnvoll, diese drei Fragen gleich von Anfang an mitzudenken. Da mögen mir einige mit Sicherheit widersprechen … kreative Freiheit und so … aber warum ich es für smart halte, diese Überlegungen von Anfang an mitzudenken, erzähl ich dir jetzt. Lass uns mal mit der Genre-Frage beginnen:
 

In welche Genre-Schublade passt dein Buch?

Wenn dein Buch in eine der typischen Genre-Schubladen des Buchmarktes hinein passt, dann wird es leichter sein, einen Verlag dafür zu begeistern. Denn dann wissen die Verlage, wie sie dein Buch vermarkten können. Nämlich indem sie einfach die Kanäle nutzen, die sie eh schon für ihr bestehendes Programm benutzen.

Passt dein Buch allerdings in keine dieser typischen Schubladen, dann wird es schwerer werden, einen Verlag davon zu überzeugen – nicht, weil das Buchkonzept nicht gut ist, sondern weil die üblichen Marketing-Wege hier nicht zum Ziel führen. Und das Ziel für Verlage ist: Bücher verkaufen! Bestenfalls viele.
 

Und hier eine wichtige Randnotiz:

Bücher verkaufen sich nicht, weil sie besonders toll sind. Ja, ich weiß. Das klingt ziemlich desillusioniert und doof. Ist allerdings in meinem Erfahrungshorizont Realität. Das, was dafür sorgt, dass sich Bücher gut verkaufen, ist gutes Marketing. Denn das sorgt dafür, dass die Bücher von vielen Menschen gesehen werden – ergo: viele Menschen wissen deshalb von dem Buch. Und erst dann können sie es auch kaufen. Selbst das tollste Buch wird ein Ladenhüter sein, wenn niemand weiß, dass es das Buch gibt.
 

Und hier noch eine zweite unbequeme Wahrheit zum Büchermachen:

Heutzutage kannst du dich nicht darauf verlassen, dass der Verlag das gesamte Marketing für dich übernehmen wird. Ganz im Gegenteil. Heutzutage wird ein großer Teil des Marketings von den Autor*innen selbst übernommen.

Da magst du dich jetzt vielleicht fragen, wozu brauche ich dann noch einen Verlag? Ja, die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Und wenn du dir schon viel Sichtbarkeit und Reichweite aufgebaut hast, kann es wirklich sinnvoll sein, mal durchkalkulieren, ob du das Buch nicht einfach selbst herausbringst. Auch dazu mehr nächste Woche.

Die Tatsache, dass du für einen großen Teil des Marketings für dein Buch verantwortlich sein wirst, gibt dir aber auch ein mächtiges Werkzeug an die Hand. Denn du kannst dir überlegen, wie du dein Buch publik machst – mit überzeugendem Marketing und indem du dich mit deinem Buch strategisch klug positionierst.
 

Lerne, wie das geht: in der Portfolie-Akademie

Wie du das machst und so verpackst, dass das für Verlage nach einem attraktiven Gesamtpaket klingt, lernst du übrigens in meinem Online-Programm für Illustrator*innen und Designer*innen, der Portfolio-Akademie. Wenn dich das interessiert, dann checkt das gern mal aus unter www.diegutemappe.de/pa.
 

Was sind Buch-Genres?

Und ja, ich hab es ja eben schon gesagt: Wenn dein Buch in eine der typischen Buchmarkt-Schubladen passt, dann wird das Marketing leichter. Diese typischen Buch-Schubladen sind die Buch-Genre – zum Beispiel: Bilderbuch, erzählendes Kinderbuch, Pappbilderbuch, Sachbuch für Kinder oder Erwachsene, Ratgeber, Kochbuch, Beschäftigungsbuch, Krimi, Comic, Malbücher, Geschenkbücher, Biografien usw.

Und ja, klar! Es kann passieren, dass du jetzt hier am Anfang schon merkst, dass deine Buchidee nicht ganz in so eine Schublade passt. Aber das ist gar nicht schlimm. Denn weil dir das bewusst ist, kannst du dich jetzt entscheiden, wie du damit umgehen möchtest: Passt du deine Idee an ein Genre an oder nicht?
 

Richtest du dich aus an den Marktgegebenheiten? Oder nicht?

Denn: Es zwingt dich niemand, deine Buchidee an die Genre-Schubladen zu adaptieren. Es ist total valide, zu sagen, ich mach das Buch, das ich machen möchte und ich kümmere mich nicht um diese Marktgegebenheiten. Aber: Weil du hier ja eine selbstbestimmte Entscheidung triffst, kannst du später, wenn du das Buch bei Verlagen pitchst, dann auch Absagen besser einschätzen. Weil dir einfach klar ist, dass dieses Buch für Verlage komplizierter zu vermarkten ist.

Und es kann trotzdem sein, dass ein Verlag mit viel Hurra Ja zu deinem Buch sagt, obwohl es nicht in ein klares Genre passt. Das ist nicht ausgeschlossen. Es ist nur etwas weniger wahrscheinlich.
 

Eine Genre-Anpassung kann viel verändern

Alternativ kannst du ja vielleicht auch schauen, wie du deine Idee vielleicht ein Mü adaptieren kannst, damit es besser in ein Genre passt. Manchmal braucht es nur minimale Anpassungen, damit das Buch in eine der typischen Schubladen passt. Und hier könntest du dich fragen: Bin ich bereit dazu? Ja oder Nein. Beide Antworten sind total in Ordnung.
 

Das Genre gibt die Richtung vor

Warum reite ich so auf dem Genre rum? Das Genre gibt nämlich auch bestimmte Parameter für dein Buchprojekt vor. Ich habe es ja schon ein paar Mal hier erzählt, aber mein Pony-Buch, an dem ich schon seit längerem arbeite, war zu Beginn ein Bilderbuch. Heute ist es eher eine bildlastige Erzählung für Teenager, Mit einem deutlich größeren Umfang als ein klassisches Bilderbuch. Man könnte sagen, es ist eine Graphic Novel-Schublade. Aber wie gesagt: Als ich im Jahr 2018 mit dem Buch begonnen habe, habe ich auch ein Arbeitsstipendium bekommen: für ein Bilderbuch.

So ein Bilderbuch hat üblicherweise einen bestimmten Seitenumfang – und richtet sich üblicherweise an kleinere Kinder. Ja klar, es gibt noch diese Bilderbücher, die eigentlich für Erwachsene sind, aber grundsätzlich ist es schon so, dass die Geschichten in Bilderbüchern sich eher an kleinere Kinder richten. Das gibt das Genre vor. Dementsprechend sind die Hauptfiguren der Geschichten eben auch üblicherweise kleinere Kinder – und nicht zum Beispiel Teenager. Denn Teenager lesen keine Bilderbücher. Üblicherweise.

Du siehst, hier geht es auch ganz viel um Konventionen und Gewohnheiten. Klar kann man die hinterfragen, aber Verlage wollen selten den Buchmarkt revolutionieren. Sie wollen Bücher verkaufen. Und zwar viele. Und dabei helfen Konventionen.
 

Das Genre bestimmt inhaltliche und formale Anforderungen an das Buch

Bei meinem Pony-Buch habe ich irgendwann gemerkt, dass die Protagonistin der Geschichte einfach zu jung ist für das, was sie in der Geschichte tut. Und damals hatte ich sogar schon einen großartigen Verlag für dieses Bilderbuch gefunden: Meinen Wunsch-Verlag, bei dem ich dieses Buch sehen wollte. Und dieser Verlag schickte mir dann das Feedback zurück, dass die Geschichte nicht als Bilderbuch funktioniert und ich entweder das Genre ändern muss – oder die Geschichte.

Denn ja, durch das Genre ergeben sich eben auch die Zielgruppe, die Altersgruppe der Leser*innenschaft und andere inhaltliche Aufgabenstellungen. Deshalb hilft dir das Genre, deine Buchidee noch einmal zu schärfen und zu konkretisieren.
 

Die Zielgruppe bestimmt die Wirtschaftlichkeit des Buches

Und dann gibt es noch diese zweite strategische Überlegung: die Frage nach der Zielgruppe. Der Fokus auf die Menschen, die das Buch brauchen, lesen werden und zu guter Letzt eben auch kaufen, hilft dir, noch einmal genauer zu analysieren, wie erfolgversprechend deine Buchidee ist – vor allem wirtschaftlich.

Die Menschen, die die Bücher lesen, sind nicht unbedingt die Menschen, die die Bücher kaufen. Bei Kinderbüchern ist die Zielgruppe deshalb Eltern und Großeltern anstatt Kinder. Und bei der Zielgruppe hast du Gestaltungsmöglichkeiten. Hier mal ein Beispiel, damit es nicht so abstrakt bleibt:
 

Kalkulationsbeispiel: Die gute Mappe (d.punkt, 2021)

Mein Buch »Die gute Mappe« richtet sich zum Beispiel an Designer*innen und Illustrator*innen. Der deutschsprachige Markt für Sachbücher in diesen zwei Bereichen ist nicht sonderlich groß. Das ist auch gut ablesbar daran, dass es eigentlich nur eine Handvoll von Verlagen gibt, die in diesem Bereich Bücher publizieren.

Die Themen Portfolio, Positionierung und Akquise, um die es im Buch »Die gute Mappe« geht, sind dabei hauptsächlich für Menschen relevant, die selbstständig sind. In Deutschland gibt es zum Beispiel grob überschlagen 4.000 selbstständige Illustrator*innen. Designer*innen gibt es deutlich mehr, aber viele davon arbeiten eben auch angestellt in Agenturen. Ich kenne hierzu keine stichfesten empirischen Daten, vermute aber, dass grob überschlagen und großzügig aufgerundet es vielleicht 100.000 Personen gibt im deutschsprachigen Raum, die sich irgendwann mal in ihrem Leben mit den Gute-Mappe-Themen auseinandersetzen werden.

Das klingt im ersten Schritt nach viel, für ein Buchprojekt ist es aber schon eine sehr nischige Nische. Und warum kann ich dir ganz leicht ausrechnen.
 

Wie viele Menschen kaufen das Buch?

Sagen wir mal 5 Prozent von diesen 100.000 Menschen kaufen mein Buch »Die gute Mappe«. 5 Prozent sind eine realistische, tendenziell eher optimistische Zahl. Bei einer Zielgruppe von 100.000 Personen sind das 5.000 verkaufte Exemplare. Grob überschlagen kannst du davon ausgehen, dass die Beteiligung für die Autor*in zwischen 1 und 3 Euro liegt. Und dann sind das bei 5.000 Exemplaren optimalerweise 15.000 Euro Honorar. Aber eben auch gerechnet auf die Lebensdauer des Buches. Also zum Beispiel auf 5 Jahre. Denn die meisten Bücher verkaufen sich am Anfang am besten und nach ein paar Jahren nur noch schleppend.
 

Die Zielgruppe bestimmt: 5.000 oder 200 verkaufte Exemplare

Hätte ich »Die gute Mappe« ausschließlich für Illustrator*innen geschrieben, dann wären bei 4.000 Illustrator*innen und 5 Prozent Kaufanteil eine Auflagenhöhe von 200 Stück herausgekommen. Mit ganz viel Marketing-Anstrengung hätte ich vielleicht 20 Prozent vom Buch überzeugen können. Dann wären das 800 verkaufte Exemplare. Mit solchen Zahlen lockt man keinen Verlag hinter’m Ofen vor.
 

Wie wirtschaftlich attraktiv ist dein Buch positioniert?

Meine Entscheidung, das Buch für sowohl Illustrator*innen als auch Designer*innen zu schreiben, hat das Buch »Die gute Mappe« für Verlage attraktiver gemacht. Mit Genre- und Zielgruppen-Überlegungen kannst du also ganz unterschiedliche Szenarien für ein und die gleiche Buchidee durchdenken – und dich und dein Buch somit auch bewusst wirtschaftlicher aufstellen.
 

Mit Büchern reich werden? Nur sehr selten.

Aber: Vielleicht hörst du es auch hier schon raus. Mit Büchern wirst du nur in den seltensten Fällen reich. Nämlich nur dann, wenn sie sich millionenfach verkaufen. Dabei hilft dir die Wahl eines wirtschaftlichen Genres – und das muss hier ehrlicherweise auch ganz klar noch ergänzt werden – dabei hilft dir auch eine große Portion Glück.

Diese wirtschaftlichen Berechnungen sind keine Erfolgs-Garantien – sie helfen dir allerdings dabei, den Buchmarkt besser zu verstehen und mit diesem Wissen selbstbestimmte Entscheidungen für dich und deine Buchidee zu treffen. Und auch für die Verlagssuche ist diese wirtschaftliche Brille hilfreich. Denn deine Überlegungen zu der Positionierung deines Buches fließen später in deinen Buch-Exposé ein, mit dem du deine Buchidee bei einem Verlag pitchst.
 

Komm in die Portfolio-Akademie!

Apropos Buch-Exposé und Positionierung. Hier einmal eine Erinnerung und eine kurze Randnotiz in eigener Sache. Wenn du dir Unterstützung bei deiner Positionierung und beim Buch-Exposé wünschst, dann lade ich dich ganz herzlich in die Portfolio-Akademie ein.

Die PA ist mein Onlineprogramm für Designer*innen und Illustrator*innen und darin positionierst du dich – und zwar nachhaltig – also sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich. Denn am Ende geht es ja um beides. Darum, dass du mit deiner kreativen Arbeit gut Geld verdienst – aber eben auch darum, mit deinen eigenen Interessen und Stärken etwas in der Welt zu bewirken – damit dein Herz weiterhin für die Sache brennt.

In der Portfolio-Akademie lernst du auch, wie du ein Buch-Exposé schreibst und vor allen Dingen, du bekommst Feedback dazu. Denn in der Portfolio-Akademie gehst du deinen Positionierungsprozess nicht allein, sondern gemeinsam – mit mir und anderen gleichgesinnten Kreativen, die genauso viel vorhaben wie du.

Die nächste Portfolio-Akademie startet im September 2024. Aktuell kannst du dich ganz unverbindlich in die Warteliste eintragen, dann bekommst du alle Infos zur PA und du bekommst sogar noch ein Special-Wartelisten-Angebot, bevor die Türen sich offiziell öffnen. Eintragen kannst du dich unter www.diegutemappe.de/pa.

Randnotiz Ende.
 

Bevor es dann nächste Woche weitergeht, gilt es also heute die folgenden fünf Fragen zu beantworten:

  • Was ist deine Buchidee?
  • Was willst du damit mit der Welt bewirken und teilen?
  • In welche Genre-Schublade passt dein Buch?
  • Wer ist die Zielgruppe des Buches?
  • Und wie wirtschaftlich interessant ist diese Zielgruppe?

Vielleicht hast du ja Lust, heute mal in eine Buchhandlung oder in eine Bibliothek zu gehen und mit diesen beiden Perspektiven »Genre« und »Zielgruppe« dir ein paar Bücher genauer anzusehen.
 

Wie geht es weiter?

Nächste Woche sprechen wir über Arbeitsweisen, Prozesse und Werkzeuge, die dir helfen, dein Buchprojekt auch über eine längere Zeit zu bearbeiten. Denn Bücher brauchen meistens etwas länger, bis sie bereit sind für die Welt. Und wir sprechen auch darüber, wie du einen passenden Verlag findest für dein Buchprojekt und ob du dazu eine Agentur brauchst. Mehr dazu nächste Woche im Portfolio-Podcast #115.

So. Und damit jetzt mal die Frage an dich:
Träumst du auch vom eigenen Buch? Oder würde dir ein eigenes Buch helfen, dich selbstbestimmt als Expert*in zu positionieren? Oder würde es dir eine Tür aufmachen, die du gerne öffnen möchtest?

Diskutiere gern mit auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.

Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe, wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska

 

Du willst Danke sagen?

Wenn du hier im Portfolio-Podcast schon einmal etwas Nützliches mitnehmen konntest, dann freu ich mich, wenn du dem Podcast ein paar Sterne schenkst, auf Apple Podcast eine Rezension schreibst oder – am allerbesten – den Podcast weiter empfiehlst. Dann unterstützt du damit deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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