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Du willst ein Buch machen und hast auch schon eine gute Buchidee? Super. Dann fragst du dich bestimmt, wie du für diese Buchidee einen Verlag findest. Keine Sorge. Am Ende dieser Podcast-Folge kennst du den Weg.
Heute sprechen wir darüber, wie du den Arbeitsprozess gestaltest, also wie du dafür sorgst, dass das Buch auch fertig wird. Und wir sprechen auch über die Frage, wie du einen passenden Verlag auswählst, wie wichtig Agent*innen dafür sind, und wann Selfpublishing eine sinnvoller Weg ist. Also, lass uns mal anfangen.
Das ist der zweite Teil einer zweiteiligen Serie zum Thema Bücher machen. Letzte Woche ging es im Portfolio-Podcast #114 um die Buchidee, das Buchgenre und die Zielgruppe deines zukünftigen Buches – und wie du mit diesen Parametern dein Buch auf dem Buchmarkt positioniert: damit es für Verlage ein attraktiver Buch-Pitch wird.
Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Ich bin Franziska Walther, selbst Illustratorin, Designerin, Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft und ich unterstütze seit über 10 Jahren Menschen dabei, sich nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
Zuallererst brauchst du eine Buchidee. Und zwar eine gute Buchidee. Hör dir dazu gern die Folge #114 der letzten Woche an – und nutze auch gern das neue Workbook »Die gute Buchidee«, das dich dabei unterstützt, und das du für 0 Euro unter www.diegutemappe.de/buchidee bekommst.
Eine gute Buchidee zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass dich diese Idee begeistert – und zwar so sehr, dass du bereit bist, mehrere Monate Lebenszeit in diese Idee zu investieren. Das ist meist erst der Fall, wenn du weißt, was du mit diesem Buch in der Welt bewirken möchtest – und wenn du gleichzeitig auch weißt, wohin dich dieses Buch langfristig auf deinem Weg bringen soll. Das sind beides Sachen, die du willst. Einmal: Was gibst du? Und dann: Was bekommst du?
Eine gute Buchidee erfüllt aber auch noch andere Aspekte – und zwar wirtschaftliche. Denn ein Buch ist ein Produkt – und Verlage wollen damit Geld verdienen. Bücher sind die Haupteinnahmequelle von Verlagen. Deshalb interessiert es Verlage, wie wirtschaftlich attraktiv diese Buchidee ist. Und indem du auch wirtschaftliche Aspekte wie Genre und Zielgruppe in deinem Buchkonzept mit bedenkst, machst du deine Buchidee für Verlage attraktiver.
Vielleicht denkst du jetzt: Halt, Stop, Franziska! Es gibt immer wieder Bücher, die Verlage ganz bestimmt nicht aus wirtschaftlichen Gründen machen. Stimmt. Aber genauso wie wir müssen Verlage am Ende des Tages im grünen Plus landen – und dementsprechend wirtschaftlich agieren. Und du kannst sie dabei unterstützen und ihnen das Leben leichter machen. Mit einer tollen Buchidee, die gleichzeitig auch wirtschaftlich attraktiv ist, wird es deshalb auch einfacher, einen Verlag dafür zu begeistern.
Hast du das Workbook »Die gute Buchidee« ausgefüllt, dann hast du damit schon einmal ein gutes Fundament gebaut, auf dem du deinen Buch-Pitch dann Schritt für Schritt weiter aufbaust.
Steht das Konzept, dann musst du grundsätzlich das Buch dann also eigentlich nur noch fertig schreiben. Eigentlich. Denn das Fertigschreiben bzw. das Durchhalten ist eine der größten Herausforderungen beim Büchermachen. Und bei allen Projekten, die über eine lange Zeit andauern.
Sich immer wieder zu motivieren, kann schwierig sein. Zu Beginn ist alles noch recht einfach, denn hier ist alles noch möglich. Aber spätestens nach ein paar Monaten und den ersten festen Entscheidungen wird es auch mal zäh werden.
Hier hilft es, dir die Dinge vor Augen zu halten, die du durch das Buch bekommst. Erinnere dich regelmäßig daran und visualisiere diese Ergebnisse so farbig und detailreich wie nur möglich. Es kann auch sinnvoll sein, sie aufzuschreiben und an eine Stelle zu hängen, an der du sie täglich siehst.
Auch die Buchidee ist für’s Durchhalten relevant. Nicht jede Idee interessiert mich persönlich so sehr, dass ich sie über Jahre mit mir herumschleppen will. Viele meiner Buchideen habe ich deshalb auch gehen lassen. Die Zeit dafür war irgendwann vorbei oder andere Ideen waren wichtiger.
Und natürlich helfen auch klassische Methoden des Projektmanagements. Setze dir kleine, schaffbare Teilziele, schaffe dir Verbindlichkeit durch zum Beispiel andere Menschen und Supportgruppen und richte dir feste zeiten für dein Buchprojekt in deinem Kalender ein. Diese müssen auch nicht lang sein. Regelmäßigkeit ist hier das Zauberwort. Lieber regelmäßig fünf Minuten anstatt einmal eine Hauruckaktion.
Vielleicht fragst du dich ja gerade, wie lange es üblicherweise dauert, ein Buch zu schreiben? Hier kann ich natürlich nur für mich selbst sprechen. Ich habe für alle meine Bücher Jahre gebraucht. Natürlich habe ich auch schon von Menschen gehört, die Bücher in wenigen Monaten geschrieben und dann kurze Zeit später an den Verlag gebracht haben. Das finde ich bewundernswert, ist aber meiner Einschätzung nach eher die Ausnahme als die Regel.
Ich selbst habe sieben eigene Bücher gemacht. Zwei davon sind eigeninitiiert. Diese zwei waren illustrierte Romane, für die ich gemeinfreie Texte benutzt habe. Sie sind also genau genommen nur von mir konzipiert, gestaltet und illustriert, aber eben nicht geschrieben. Die fünf anderen habe ich selbst konzipiert, geschrieben, illustriert und gestaltet. Für alle diese Bücher habe ich mindestens ein Jahr gebraucht. Das längste wurde 11 Jahre lang von mir ausgebrütet.
Vielleicht fragst du dich jetzt, was daran so lange dauert? Das ist ganz unterschiedlich und hängt natürlich auch davon ab, was es für eine Art von Buch ist.
Meistens dauert es schon am Anfang länger als geplant, denn es gibt oft eine unsichtbare Vorlaufzeit. In dieser Zeit findest du das Thema … oder umgekehrt: das Thema findet dich.
In dieser Vorlaufzeit schreibst du noch gar nicht, sondern du denkst nach, trägst die Idee mit dir herum, wie ein Huhn ein Ei. Ab und an setzt du dich auf dieses Ei drauf und brütest … und dann vergeht auch wieder Zeit, in der die Idee einfach nur da liegt und gefühlt nichts passiert.
Irgendwann gibt es dann einen Startschuss und das Machen beginnt. Und spätestens, wenn du einen Verlagsvertrag unterschrieben hast, gibt es auch eine fixe Deadline, zu der das Buch fertig sein muss. Und selbst da ist es recht normal, dass diese Deadlines ausgedehnt werden.
»Die gute Mappe« hat zum Beispiel insgesamt elf Jahre gebraucht, bis das Buch 2021 endlich in den Buchläden stand. Die Idee zur gute Mappe wurde 2010 auf der Buchmesse in Leipzig geboren, als mich der damalige Geschäftsführer der Illustratoren Organisation Marcus Frey fragte, ob ich nicht Lust hätte, für die IO einen Vortrag zur Mappengestaltung zu halten. Klar, hatte ich! Drei Jahre lang habe ich daraufhin auf den beiden großen deutschen Buchmessen Kolleg*innen unterstützt, ihre Portfolios professionell zu gestalten. Die Idee, dass dieses Wissen auch gut in ein Buch passen würde, wuchs damals schon wie ein kleines Pflänzchen heran.
Von 2014 bis 2020 habe ich im Rahmen eines Lehrauftrags an der HAW in Hamburg Illustrierende und Designer*innen beim Positionieren unterstützt. Da ich jedes Semester den gleichen Kurs angeboten habe, hatte ich so die Möglichkeit, meine Methoden und Strategien, die ich im Buch teile, mit den Studierenden zu erforschen und zu optimieren.
»Irgendwann mache ich aus diesem Portfolio-Thema ein Buch.« Das habe ich damals oft gedacht. Aber gemacht habe ich lange nichts, obwohl mich Menschen immer wieder darauf angesprochen haben und meinten: Das ist dein Thema. Mach was damit!
Irgendwann fiel der Startschuss: Das erste Indesign-Dokument ist aus dem Jahr 2017. Im gleichen Jahr habe ich eine Website gebaut, die vom Prinzip die erste Rohfassung des Buches war. Die ist allerdings nie online gegangen. Warum? Ich hab mich noch nicht bereit dafür gefühlt.
Im Februar 2019 entstand das erste Buchkapitel im Rahmen einer Artist Residency in Finnland. Dann hat es noch einmal sechs Monate gedauert, bis ich mich getraut habe, das Buch-Exposé an einen Verlag zu senden.
Der erste Verlag hatte großes Interesse, dann kam die Absage. Es würde gerade ein Buch im Programm entstehen, das zu ähnlich ist. Waaaas? 🙀 Die Angst, zu spät zu sein, hat mir dann noch einmal einen kräftigen Schubs gegeben, der dafür gesorgt hat, dass ich 2019 auf der Frankfurter Buchmesse aktiv auf meinen Verlag d.punkt zugegangen bin. Der Druck von Außen sorgte dann auch dafür, dass ich schnell Nägel mit Köpfen gemacht habe: Im Dezember 2019 habe ich den Vertrag unterschrieben. Im Sommer 2020 sollte das Buch fertig sein.
Nach all der Zeit und den vielen Jahren, die ich mich mit dem Thema Mappe und Positionierung beschäftigt habe, ist das Schreiben ein Klax. Dachte ich. Sechs Monate Zeit hatte ich mir gegeben. Eineinhalb Jahre später war das Buch dann endlich fertig. Komplette Selbstüberschätzung ... oder eine gewisse Blauäugigkeit, die mich beschützt hat. Hätte ich gewusst, wie schwer und zäh es sich zwischendrin anfühlen würde, wäre ich wahrscheinlich Arme rudernd weggelaufen – und hätte niemals angefangen.
Der Designprozess ist nicht linear. Dinge passieren anders als geplant. Und es tut zeitweilig auch weh, dann zum Beispiel, wenn du zum dritten Mal vom Lektorat das Feedback bekommst, dass das Kapitel immer noch nicht da ist, wo es sein soll – und dass du nochmal mal ran musst.
Im Frühling 2021 war das Buch dann endlich fertig. 11 Jahre waren seit dem ersten Schritt vergangen. Mit zwei Verlagen wurde verhandelt. In eineinhalb Jahren Schreibprozess ist das Buch durch mindestens fünf Fassungen und 39 Indesign-Dokumente gegangen. 129 Emails habe ich mit meiner Lektorin Barbara Lauer ausgetauscht, fünf Cover entworfen. Dann war es endlich geschafft! Das Buch ging hinaus in die Welt.
Bei der guten Mappe gab es also genau genommen 9 Jahre Vorlaufzeit, in der das Buchprojekt schon vor sich hinköchelte, aber noch nicht ganz klar war, wohin die Reise gehen wird.
Bei meiner Graphic Novel »Werther reloaded« war das auch so. Hier habe ich die ersten Ideen auf der Frankfurter Buchmesse 2014 beim kunstanstifter Verlag vorgestellt, zusammen mit einem zweiten Konzept für eine illustrierte Version von Ken Keseys »Einer flog über das Kuckucksnest«. Beide Ideen fand Suse Thierfelder, die Programmchefin des Kunstanstifter Verlages, gut. Nach diesem Gespräch auf der Messe war klar: Wir machen ein weiteres Buch zusammen.
Sechs Monate später, im Frühling 2015, habe ich mich entschieden: Ich mache den Werther. Bis Oktober 2015, also 1 Jahr nach dem ersten Treffen, waren die ersten 30 Seiten gezeichnet. Die restlichen 80 Seiten entstanden in einer sehr intensiven Phase ab Oktober 2015 bis Februar 2016. Im März 2016 erschien »Werther reloaded«, passend zum Start der Leipziger Buchmesse. Hier war die Ausbrütphase also nur 1,5 Jahre lang, wobei die zwei Bücher, die ich davor gemacht habe, die beiden illustrierten Romane »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« und »Der Zeitsparer«, die auch im Kunstanstifter Verlag erschienen sind, Vorläufer und Vorbereitung für »Werther reloaded« waren. Die gehören also auch irgendwie in die Vorlaufzeit mit rein.
Am Ponybuch, einem meiner zwei aktuellen Buchprojekte, arbeite ich seit 2016. Ich habe extra noch einmal nachgeschaut, weil ich mir nicht mehr sicher war. Im Dezember 2017 habe ich ein Arbeitsstipendium für das Buch bekommen, und ein Jahr davor, im Jahr 2016, kam die Idee zu mir – in einem Gespräch mit einer meiner Lektorinnen auf der Frankfurter Buchmesse.
Natürlich habe ich nicht immerzu am Ponybuch gearbeitet. Es gab intensive Phasen – und viele, viele Monate, in denen der Buchentwurf in einer Schublade verstaubte. Denn ja, parallel hab ich ja auch mein Bilderbuch »Hoch hinaus« und »Die Gute Mappe« geschrieben und in diesen Zeiten hatte das Ponybuch wenig Priorität.
So etwas passiert oft mal bei Langzeit-Projekten wie dem Büchermachen. Wenn du mehrere Jahre an diesem Buch arbeitest, werden immer mal wieder andere Dinge kurzzeitig größere Priorität haben.
Lange Rede kurzer Sinn: Bücher machen dauert oft länger als man denkt – und oftmals auch länger als man gern hätte.
Beim Durchhalten kannst du dich unterstützen – mit den Projektmanagement-Methoden, die ich vorhin schon genannt habe – und mit einer geeigneten Arbeitsweise. Ich zum Beispiel sammle zu Beginn sehr oft Fragmente, schreibe einzelne kurze Texte, die noch weit entfernt sind von Kapiteln, baue Strukturen und skizziere Bildideen.
Damit daraus irgendwann ein Buch wird – und nicht eine Kiste voller bunter Sachen ohne Zusammenhang – hilft es mir, diese Dinge in eine lineare Reihenfolge zu bringen – und an einem Ort zu sammeln.
Und das mache ich, indem ich sie entweder direkt in ein Indesign-Dokument platziere oder auf einer digitalen Pinnwand sammle. Gerade am Anfang eines Buchprojektes hilft es mir, einen Ort zu haben, an dem ich Dinge strukturieren und sortieren kann.
Zum Sortieren und erst einmal nur Sammeln nutze ich Scrivener. Das ist ein Programm, in dem du verschiedene digitale Zettel, Bilder, Skizzen und Textfragmente ablegen und ordnen kannst. So verlierst du nicht die Übersicht und kannst alles, was schon da ist, hin- und herschieben.
Alternativ könntest du auch Notion nutzen, um dir so eine Pinnwand zu schaffen. Oder die Notiz-App, die MacOS mit bringt. Oder das gute alte Skizzenbuch.
Doch irgendwann kommt bei mir der Punkt, an dem ich alles raus aus der großen Kiste rein in ein Adobe Indesign-Dokument sortiere. Denn egal ob es ein Bilderbuch, ein Sachbuch oder ein illustrierter Roman werden soll: das, was am Ende rauskommt, ist ein Buch. Und dazu brauche ich eine Software, die mir erlaubt, ein mehrseitiges Dokument mit Doppelseiten anzulegen. Indesign kann das. Alternativ geht auch Affinity Publisher.
Das mehrseitige Doppelseiten-Dokument ermöglicht mir, schon mit den ersten Skizzen und den ersten Textfragmenten in diese finale Buch-Struktur hineinzuarbeiten. So entstehen Texte, Bilder und Gestaltung gemeinsam als ein Gesamtwerk – und nicht separat. In meinem Prozess versuche ich deshalb, so schnell wie möglich raus aus der Ideenkiste rein ins Indesign-Dokument zu switchen.
Dazu beginne ich mit einem Format bzw. einem Layout, das ich erst einmal ganz passend finde – es wird mit der Zeit immer weiter angepasst werden und sich verändern. Gerade am Anfang passiert es oft noch, dass alles noch eine große Baustelle ist. Es gibt Leerstellen und Seiten im Aufbau. Irgendwann ist ein Teil des Buches dann schon so gut wie fertig, während an anderen Stellen noch große Lücken offen sind. Das Machen und Weitergehen ist kein linearer Prozess von vorne nach hinten, sondern passiert agil und dynamisch.
Sobald du in diesem Prozess merkst, dass sich deine Idee vom Buch herauskristallisiert und langsam Form annimmt, ist der Moment gekommen, in dem du auf Verlage zugehen kannst.
Denn das hast du dich bestimmt schon gefragt: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Verlage zu kontaktieren? Wenn du die Idee hast? Wenn das Buch fertig ist? Oder mittendrin?
Es ist in den wenigsten Fällen sinnvoll, das Buch komplett fertig zu schreiben und erst dann auf Verlage zuzugehen. Viel sinnvoller ist es, zu beginnen, ein Buchkonzept zu entwickeln und erste Teile des Buches zu erstellen, zum Beispiel die ersten drei Kapitel zu schreiben oder vier bis sechs Doppelseiten zu illustrieren und dann damit mit dem Verlag ins Gespräch zu gehen.
Das macht es auch leichter, durchzuhalten, weil es ein überschaubares Teilziel ist – und du durch den Austausch zum Buch auch Feedback bekommst. Und ist das Feedback gut, dann wird dich das motivieren, weiterzumachen.
Warum ist es sinnvoll, das Buch schon zu pitchen, obwohl es erst noch im Entstehen ist? Damit du das Buch an die Bedingungen des Verlages anpassen kannst. Zum Beispiel an fixe Buchformate. Stell dir mal vor, du zeichnest alles fertig und merkst dann zum Schluss, dass dein Buch einfach nur das falsche Format für deinen Wunsch-Verlag hat.
Und wie stellst du das Buchkonzept beim Verlag vor? Mit einem Buch-Exposé. Ein Buch-Exposé ist ein Dokument, zum Beispiel ein PDF oder eine ausgedruckte Broschüre. Das Exposé stellt dein Buchprojekt so vor, dass der Verlag gut einschätzen kann, um was es im Buch geht, und wie wirtschaftlich attraktiv deine Buchidee ist.
Bevor du also dein Buchprojekt bei einem passenden Verlag pitchen möchtest, dann brauchst du ein Buch-Exposé, das du per Email zum Verlag schicken und bestenfalls auch im persönlichen Gespräch präsentieren kannst.
Zu allererst per Email und am besten parallel auch noch einmal persönlich, zum Beispiel auf der Buchmesse mit einem persönlichen Gespräch.
Doch natürlich kannst du nicht alle Verlage, die es auf der Welt gibt, anschreiben. Das wäre ziemlich aufwändig und würde auch zu vielen Absagen führen. Deshalb ist es sinnvoll, die Verlage auszuwählen, die gut zu deiner Buchidee passen.
Um hier eine gute Entscheidung zu treffen, hilft es, dir verschiedene Verlagsprogramme anzusehen. Auf den Verlags-Webseiten findest du aktuelle Programme und kannst dir so einen Eindruck verschaffen, welche Schwerpunkte die potenziellen Verlage haben. Dabei gilt es, bestimmte Parameter zu beachten.
Wenn du einen Fantasy-Roman bei einem Verlag pitchst, der hauptsächlich Bilderbücher macht, dann können die Menschen im Lektorat deine Buchidee noch so toll finden: deine Idee und der Verlag passen einfach nicht zusammen.
Wähle deshalb Verlage aus, die das Genre deines Buches schon im Programm haben.
Das Gleiche gilt für die Zielgruppe, insbesondere, wenn deine Buchidee nischig ist und eine kleine, aber dafür klar definierte Zielgruppe anspricht. Überprüfe hier, ob es schon ähnliche Bücher im Programm des Verlages gibt, die trotzdem noch unterschiedlich genug zu deinem Buch sind. Ja? Das ist ein gutes Zeichen.
Hat dein Verlag zum Beispiel schon einige Graphic Novels im Programm, dann profitiert auch deine zukünftige Graphic Novel davon. Denn Graphic Novel-Fans haben deinen Wunschverlag schon auf dem Radar und wissen, dass dort spannende Graphic Novels rauskommen.
Auch Verlage haben bevorzugte Themen, einen eigenen Charakter und eine Geschichte. Passt deine Buchidee zur Philosophie deines Wunschverlages, rennst du offene Türen ein. Pitchst du allerdings ein Kinderbuch zum Thema Gender Identity bei einem konservativen Verlag, dann wird das wahrscheinlich nichts werden.
Du merkst vielleicht schon, dass bei der Verlagswahl Branchenwissen und Erfahrung sehr hilfreich sind, um gut einschätzen zu können, zu welchem Verlag eine Buchidee passt. Und auch ein starkes Netzwerk ist extrem nützlich, um ein Buch bei einem Verlag unterzubringen.
Menschen, die so ein Branchenwissen und so ein starkes Netzwerk haben und das zu ihrem Beruf gemacht haben, sind Illustrations- und Literaturagent*innen. Diese repräsentieren Bild- und Textautor*innen und unterstützen diese, den bestmöglichen Verlag für ein Buch-Projekt zu finden.
Wirst du von einer Agentur vertreten, ist es oftmals auch leichter, von den Verlagen ernst genommen zu werden, weil die Verlage wissen, dass die Agentur alle Arbeiten, die sie vorstellt, schon einmal durch einen Qualitätfilter hat durchlaufen lassen.
Trotz all dieser guten Gründe für eine Repräsentanz geht es auch ohne. Ich selbst habe keine Agentin und alle meine Bücher haben trotzdem ihr Zuhause gefunden.
Mit Agent*innen wird allerdings vieles leichter. Aber nur mit einer guten Agentur. Viele Kreative wünschen sich eine Repräsentanz, weil diese viele unangenehme Aufgaben wie Vertragsverhandlung und Buchpitch übernehmen. Aber weil der Bedarf so groß ist, gibt es eben auch ein paar schwarze Schafe unter den Repräsentanzen.
Was eine Agentur zu einer guten Agentur macht und wie die Arbeit mit einer Repräsentanz abläuft, erfährst du deshalb bald hier. Anfang Juni hörst du hier im Portfolio-Podcast ein Interview mit einer Literatur- und Illustrationsagentin. Wenn dich das interessiert, dann abonniere den Podcast (falls du das noch nicht gemacht hast) und … ja, Vorfreude. Mehr dazu bald.
Vielleicht denkst du ja gerade: Oh man, Franziska, einen Verlag zu finden klingt ganz schön kompliziert. Geht es denn nicht auch ohne? Selfpublishing ist ja in den letzten Jahren immer einfacher geworden. Und mit Print-on-Demand ist das finanzielle Risiko eines selbst publizierten Buches gleich 0 … oder so gut wie 0.
Wenn es dich glücklich machen würde, dein Buch in einer kleinen Auflage zu produzieren, um es in den Händen zu halten, dann geht das heute wirklich sehr leicht. Im Digitaldruck lassen sich Bücher in kleinen Auflagen recht günstig (im Vergleich zu früher) herstellen. Und wie gesagt: Wenn du eine Print-on-Demand-Lösung wählst, kann es sogar sein, dass du nur eine Provision auf das jeweils verkaufte Exemplar bezahlst. Du zahlst also nur, wenn du auch verkaufst und somit Geld einnimmst.
Aber. Hier kommt ein großes Aber. Wenn du mit deinem Buch Geld verdienen möchtest, also so viel, dass der Aufwand und in die Zeit, die du ins Buch steckst, am Ende auch wieder monetär rauskommt, dann brauchst du mindestens noch zwei andere Dinge, damit sich Self-Publishing lohnt.
Ohne Verlag bist du komplett selbst für das Marketing deines Buches verantwortlich. Viele Menschen unterschätzen den Aufwand für wirksames Marketing.
Als erstes solltest du checken, wie groß deine Reichweite ist: Wie viele Menschen erreichst du regelmäßig mit deinen Kanälen, also zum Beispiel deinem Newsletter, deinen Instagram-Posts oder deinem Blog? Wenn fünf Prozent dieser Menschen dein Buch kaufen würden: wie viele wären das? Würde sich das für dich lohnen? Und hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Das kannst nur du für dich entscheiden, ab wann sich das für dich lohnt.
Auch wenn dein Buch das tollste Buch der Welt ist, wird es Marketing-Aktionen brauchen, damit Menschen davon erfahren. Und erfahrungsgemäß reicht es nicht, einmal eine Email oder eine Story auf Instagram zu posten, um eine Person zum Kauf zu animieren.
Damit dein Buch mehrfach vor deiner Leser*innenschaft sichtbar wird, gilt es, eine Marketingstrategie zu stricken, die mindestens über mehrere Monate dein Buch immer wieder ins Rampenlicht stellt: zum Beispiel über Podcast-Interviews, regelmäßige Social-Media-Posts zum Buch, Rezensionen und Testimonials, Pressebeiträgen und Events zum Buch.
All diese Dinge sind auch nützlich, wenn du einen Verlag für deine Buchidee findest. Denn auch hier übernimmst du viel vom Marketing selbst.
So. Am Ende könnte ich hier noch Tage weiter erzählen, was hilft, eigene Bücher zu machen. Aber für heute steht, glaube ich, genug auf deiner Todo-Liste.
Deshalb jetzt mal die Frage an dich:
Was hält dich noch ab, mit deinem eigenen Buch zu beginnen? Was brauchst du, heute, damit du dich traust, loszulaufen oder weiterzumachen? Und wie kannst du es dir leicht machen, weiterzugehen – damit dein eigenes Buch bald in deinen eigenen Händen liegt?
Hier noch einmal die Einladung an dich, dir das neue Workbook »Die gute Buchidee« für 0 Euro zuschicken zu lassen. Das kannst du ganz einfach unter www.diegutemappe.de/buchidee.
Teile deine Gedanken dazu gern auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.
Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe, wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska
Du willst Danke sagen?
Wenn du hier im Portfolio-Podcast schon einmal etwas Nützliches mitnehmen konntest, dann freu ich mich, wenn du dem Podcast ein paar Sterne schenkst, auf Apple Podcast eine Rezension schreibst oder – am allerbesten – den Podcast weiter empfiehlst. Dann unterstützt du damit deine Freund*innen – und den Podcast. Danke dafür.
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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