30. Mai 2024

#116 | Erfolgreich durch Stipendien: So wirst du gefördert! *mit Greta von Richthofen

Comic-Künstlerin Greta von Richthofen teilt wertvolle Tipps zu Förderungen und Stipendien für Kreative

 

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Weitere Informationen

 
Du erfährst:

  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Kreative?
  • Welche Chancen ergeben sich für dich durch Stipendien?
  • Wie gehst du das Bewerbung-Schreiben an, damit du erfolgreich und schnell fertig bist?
  • Was gehört zu einer Bewerbung alles üblicherweise dazu?
  • Wie ist Greta wirtschaftlich aufgestellt? Welche Standbeine hat sie?
  • Wie schafft es Greta, für Auftragscomics beauftragt zu werden?
  • Was sind Artist Residencies? Und was bringen sie dir?

 

Lass deine Kreativität fördern: mit Stipendien und Förderprogrammen

Stell dir mal vor, du bräuchtest mal für eine Zeitlang keine Auftragsarbeit mehr zu machen und könntest in der Welt herum reisen, künstlerisch neue Dinge ausprobieren und deine Kreativität finanziell frei und mit neuen Eindrücken wachsen lassen. Klingt das in deinen Ohren wie ein Märchen? Ist es nicht. Stipendien und Kunst-Förderungen ermöglichen dir genau das. Und was es braucht, um gefördert zu werden, erzählt uns meine heutige Gästin: Die großartige Comic-Künstlerin Greta von Richthofen.
 

Wer ist Greta von Richthofen?

Und Greta muss es wissen, denn ihre Liste mit Projektförderungen, Artist Residencies und Arbeitsstipendien ist wirklich lang. Greta hat als Stipendiatin die Welt bereist, sich neue künstlerische Felder erschlossen und sie hat sich ein starkes Netzwerk aufgebaut. All das erlaubt es hier, heute mit den Sachen ihr Geld zu verdienen, die ihr Freude machen: Comics, Graphic Novels und Street Art. Für Herzensprojekte auch bezahlt zu werden, ist ja das große Ziel von vielen Kreativen – und Greta hat das geschafft. Und ein wichtiger Baustein auf Gretas Weg dorthin waren Stipendien. Wie und warum erzählt dir Greta gleich selbst. Deshalb, lass uns mal keine Zeit verlieren und gleich loslegen.
 

 

Herzlich Willkommen im Portfolio-Podcast.

Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit mehr Aufträge akquirierst – aber eben auch wie du dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt – auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Ich bin Franziska Walther, selbst Illustratorin, Designerin, Autorin – und Expertin für Positionierung und Akquise in der Kreativwirtschaft und ich unterstütze seit über 10 Jahren Menschen dabei, sich nachhaltig zu positionieren und wirksame Akquise zu machen.
 

Vorher noch eine kurze Randnotiz in eigener Sache:

Wenn du lernen möchtest, wie du klare und überzeugende Portfolios erstellst – die eingebettet sind in eine ganzheitliche und wirksame Akquisestrategie, mit der du gut bezahlte Aufträge akquirierst, wenn du das willst, dann lade ich dich hier kurz und dafür umso herzlicher in die Portfolio-Akademie ein.

Die PA ist mein Onlineprogramm für Designer*innen und Illustrator*innen und darin positionierst du dich – und zwar nachhaltig – also sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich. Denn am Ende geht es ja um beides. Darum, dass du mit deiner kreativen Arbeit gut Geld verdienst – aber eben auch darum, mit deinen eigenen Interessen und Stärken etwas in der Welt zu bewirken – damit dein Herz weiterhin für die Sache brennt.

Die nächste Portfolio-Akademie öffnet im September 2024 ihre Türen. Aktuell kannst du dich ganz unverbindlich in die Warteliste eintragen, dann bekommst du alle Infos zur PA und du bekommst sogar noch ein Special-Wartelisten-Angebot, bevor die Türen sich offiziell öffnen. Eintragen kannst du dich unter www.diegutemappe.de/pa.

 
Hier noch ein Tipp, bevor das Interview losgeht. Greta und ich erwähnen im Gespräch diesmal viele Institutionen, Websites, Fördermöglichkeiten und weitere hilfreiche Ressourcen. Diese habe ich dir alle im Transkript verlinkt. Schau deshalb gern dort nach, wenn du dich für eine bestimmte Förderung oder eine Sache, die im Interview genannt wird, interessierst. Den Link zum Transkript findest du in der Episodenbeschreibung in der App, in der du den Podcast hörst. Und jetzt viel Spaß mit diesem Interview und mit der großartigen Greta von Richthofen. Let’s go!
 

[Transkript des Interviews mit Greta von Richthofen]

Gretas Website: www.gretavonrichthofen.com
Gretas auf Instagram: @hola.greta
Gretas auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/greta-von-richthofen-37ba982a4

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Franziska:
Hi Greta! Wie schön, dass du heute hier bist.

Greta:
Hallo! Ich freue mich voll. 🙂 Ich höre den Podcast ja immer beim Zeichnen.

Franziska:
Hihihi 🙂 Wir wollen ja heute über Stipendien sprechen und das ist ein Thema, was viele interessiert und du hast ja seit 2019 sechs große Stipendien bekommen. Also durchschnittlich ein wirklich großes Stipendium pro Jahr. Also ich habe mal hier so Notizen gemacht, einmal das Stipendium der Roger-Willemsen-Stiftung, dann Stiftung Kunstfonds und sehr, sehr große Stipendien. Wie hast du das denn geschafft, so viele positive Zusagen für diese großen Stipendien zu bekommen und warum hast du dich auf so viele Förderungen beworben?

Greta:
Also ich glaube, das war so ein bisschen so ein organischer Prozess. Also ich habe jetzt nie so die Entscheidung gefällt, so jetzt will ich Stipendien haben, sondern bin da mehr so ein bisschen reingetrudelt irgendwie. Meine ersten Stipendien hatte ich schon während meines Studiums und das waren dann so ganz kleine Stipendien, wo ich dann entweder gar kein Geld oder ganz bisschen Geld bekommen habe.

Ich glaube, ein sehr entscheidender Punkt war bei meinem Examen. Und zwar war das so, dass ich eben einen Comic als Abschluss gemacht habe. Und es gab damals bei meiner Kunsthochschule ein Abschlussstipendium, worauf man sich bewerben konnte. Und das hatte aber noch nie jemand bekommen, der Comic macht. macht. Und dann hieß es so: Nee, nee, du brauchst dich da nicht bewerben. Das bringt eh nichts. Dann bin ich aber zu meinem Professor und meinte, ja, ich möchte mich gerne trotzdem bewerben. Da meinte er so: Okay. Es ist sehr unwahrscheinlich, aber wenn du das möchtest. Und dann habe ich nochmal mit jemand aus der Jury gesprochen und habe gesagt: Ich möchte mich hier mit Comic bewerben. Und der meinte dann auch: Wird eigentlich nicht genommen. Brauchst du dir keine Hoffnungen machen. So. Und mein Professor hat mir dann doch eine Empfehlung geschrieben. Und ich habe mich beworben. Und ich habe das bekommen.

Und das hat mir irgendwie dann voll den Auftrieb gegeben. Und ich hatte für die Bewerbung sehr, sehr lange gebraucht, also das war zwei Wochen, bis ich dieses Portfolio da zusammengebastelt hatte und das Motivationsschreiben und alles. Und dadurch habe ich irgendwie meine Daten total geordnet. Und mit diesem Portfolio habe ich dann halt gedacht, okay, es ist ja jetzt eh alles da. Es hat einmal geklappt. Und jetzt mache ich weiter.

Und dann kam eben die anderen Zusagen. Ein großes Jahresstipendium im Künstlerhaus Meinersen. Und dort war ich eben die Einzige mit Comic. Die anderen haben Malerei gemacht. Und die sind ja viel mehr es gewohnt sich für Stipendien bewerben. Und die haben mir dann auch immer gesagt, so, hier kannst du dich bewerben. Und da. Und hier guck mal. Und seitdem habe ich mir das einfach angewöhnt, dass ich so regelmäßig Bewerbungen rausschicke, obwohl ich tatsächlich sagen muss, dass es jetzt auch weniger geworden ist. Also es war besonders nach meinem Examen wichtig für meine Arbeit.

Franziska:
Du hast gerade schon gesagt: Arbeitsstipendium oder Projektstipendium und dann ein Jahresstipendium. Was gibt es denn so für verschiedene Stipendien und Fördermöglichkeiten?

Greta:
Es gibt da wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Also du hast ja schon zwei Beispiele genannt, einmal so Projektstipendium, also wo man dann Geld für ein Projekt bekommt. Dann Aufenthaltsstipendium, wo man dann irgendwo hingeht.

Dann gibt es natürlich auch Förderung von Arbeitsräumen. Das ist für uns natürlich jetzt nicht so wichtig, weil wir ja in kleineren Formaten arbeiten. Aber für Leute, die so Malerei machen, die brauchen natürlich viel Platz.

Dann kann man auch Materialgelder beantragen, Ausstellungen fördern lassen. Es gibt auch so, wie nennt man das, so ideelle Unterstützung, also so Mentoring-Programme, wo man sich bewerben kann. Da bekommt man dann kein Geld in dem Sinne, aber jemand, der die Arbeit begleitet und einen unterstützt. Das kann auch sehr, sehr wertvoll sein, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Und so gibt es eben alles Mögliche. Was auch oft vergessen wird, weil viele Leute nehmen eben nur diese großen bundesweiten oder internationalen Stipendien wahr. Es gibt aber auch viele regionale Stipendien. Und besonders am Anfang, wenn man eben noch nicht so ein großes Portfolio hat, macht es auch total Sinn, nach regionalen Sachen zu gucken.

Oder wenn man ein Projekt macht, was regional Bezug hat, dann kann man auch speziell da bei so Kulturämtern nachfragen.

Franziska:
Du hast eben gesagt, es hat zwei Wochen gedauert, deine Bewerbung fertig zu machen und du hast gesagt, dass es ganz schön lange gedauert hat. Ich habe so in dem Moment beim Zuhören gedacht: Huch, das ging aber ganz schön flott. Aber vielleicht fragen sich jetzt einige, was gehört denn zu so einer Bewerbung dazu? Also wofür hast du da sozusagen diese zwei Wochen Zeit gebraucht?

Greta:
Ich muss doch mal dazu sagen, wenn ich jetzt eine Bewerbung schreibe, dann brauche ich nicht mehr zwei Wochen dafür. Einfach, weil ich jetzt routinierter bin und weil ich jetzt auch einfach alle meine Daten abgeheftet habe und weiß, wo ich was finde und alles dokumentiert habe. Ich habe mich auch gewundert, dass ich zwei Wochen gebraucht habe.

Ich dachte so: Ach, das mache ich mal in ein, zwei Tagen. Aber das ist tatsächlich, dass man überlegt, erst mal so einen Lebenslauf machen. Erst mal musste ich überlegen: Okay, was habe ich bisher alles gemacht und dann auch im Prozess sind mir immer mehr Sachen eingefallen. Also besonders auch am Anfang, wenn man einfach noch nicht viel hat, dann kann man auch so Sachen wie Lesungen, ehrenamtliche Projekte ... Also sowas habe ich total vergessen am Anfang reinzuschreiben.

Und dann habe ich mir auch Portfolios von anderen Leuten angekuckt – wie die das aufgebaut haben. Auch einige angefragt und mir welche schicken lassen. Das war auch sehr nett, dass Leute so nett waren und das geteilt haben.

Franziska:
Mhm, mhm.

Greta:
Dann musste ich mir auch irgendwie so ein bisschen so ein Layout überlegen. Das war auch, also ich habe am Anfang so viel zu viel Bilder rein und irgendwie war da so im Prozess immer mehr raus und immer mehr rauszunehmen. Und dann habe ich eine Freundin von mir gefragt. Die ist Grafikdesignerin, die hat mir ein bisschen gesagt: Okay, die Schrift ist gut. Die passt gut zu deinen Arbeiten.

Also ich bin nicht gut in Grafikdesign oder ich weiß da wirklich nur so die Basics. Und ich habe dann auch so im Prozess das immer schlichter und schlichter gemacht, weil es ist besser, die Bilder für sich sprechen zu lassen, und die lieber eine neutrale Schrift nehmen, die niemandem wehtut, anstatt irgendeine super-fancy Schriftart, wo dann jeder, der Ahnung davon hat, denkt: Um Gottes Willen. Weil dann überschattet das so die eigene Arbeit.

Franziska:
Definitiv. Das gilt ja bei allen Portfolios. Weniger ist mehr und wenn man sich nicht sicher ist, lieber reduzierter als zu viel.

Greta:
Absolut. Ja, ich wusste da erst mal draufkommen. Du weißt das natürlich ein bisschen besser. Genau. Und was ich auch noch gemacht habe, dass sich auch zwei Freundinnen gezeigt haben, die das dann auch immer wieder durchgelesen haben und auch bei so Formulierungen, die dann teilweise sehr schwammig oder verwirrend waren.

Genau, und das hat mir einfach total geholfen, da mal ein bisschen mehr Zeit zu investieren, das dann einfach in Zukunft ich immer wieder darauf zurückgreifen konnte.

Franziska:
Ja, ich habe das eben eher so gemeint. Ich glaube, so für die erste Bewerbung finde ich zwei Wochen wirklich ganz schön wenig Zeit. Also weil, du hast das ja gerade so gesagt: Man trifft am Anfang ja bei jedweder Art von Portfolioerstellung irgendwie so Entscheidungen und dann hat man erst mal was.

Und wenn das einmal da ist, ist es leichter, daraus was Neues zu stricken. Aber das Aufbauen vom Grundstock dauert ja Zeit. Also es ist halt auch echt viel Arbeit. So, ich finde zwei Wochen ganz schön sportlich und schnell, sich diesen Grundstock so aufzubauen.

Greta:
Stimmt. Also jetzt im Nachhinein, wenn ich mich auch so zurückerinnere: Das war schon auch sehr stressig. Also es war damals halt nicht mehr Zeit da, weil ich ja auch noch meinen Examen machen musste. Aber ich hätte auch mehr Zeit damit verbringen können. Und mein Portfolio entwickelt sich auch ständig weiter. Es gibt immer wieder diese Momente, wo ich mir einfach ein bisschen verfeinere oder auch so Sachen bei mir überdenke, die sich verändert haben, wo sich vielleicht auch Wichtigkeiten verschoben haben.

Franziska:
Ja. Kannst du so ein paar Tipps und Tricks teilen, wo du die Erfahrung gemacht hast, das hilft dabei?

Greta:
Ja voll gerne. Ich glaube, was ich jedem rate und was wirklich ... Also ich bin kein großer Fan von so absoluten Aussagen: So, du musst das so machen. Aber was ich wirklich jedem rate, ist: Macht bitte eine Liste. Bitte macht nicht irgendwelche Ordner, wo alles rumfliegt, sondern eine Liste, wo ihr eintragt: Das sind Stipendien, wo ich mich bewerben könnte und auf diese habe ich mich beworben. Weil es ist so, also eine Bewerbung ist eben nicht so, dass man zwei Bewerbungen schreibt und dann kriegt man eine Zusage, sondern das ist was, was man länger macht und man auch ganz, ganz viel Absagen bekommt. Und mit einer Liste verliert man nicht den Überblick.

Genau, so Punkte, wo man Stipendien finden kann, ist einmal das Forum Literaturport. Dann die Seite vom BBK. Es gibt viele Kunsthochschulseiten. Ich folge gewissen Institutionen, zum Beispiel Hamburger Comic Festival, Comic in Bayern, Comic Invasion. Die teilen auch solche Ausschreibungen. Die IO hat auch so eine Seite, wo man Stipendien angucken kann. Also es gibt da unfassbar viel im Internet.

Franziska:
Mhm.

Greta:
Und wenn man dann diese Zusammenstellung hat an Stipendien, die für einen in Frage kommen, kann man eben auf diese Ausschreibungen sein Portfolio maßschneidern. Mit Betonung auf maßschneidern. Also bloß nicht eine Bewerbung schreiben und überall hinschicken. Das funktioniert nicht so gut.

Und bei Ausschreibungen, also wirklich, das ist so der Ultra-Basic-Tipp, aber immer wieder nochmal neu lesen und kucken, was ist denen gerade wichtig? Auf was kommt es gerade an? Und darauf dann, also nicht lügen oder schummeln oder sich verbiegen, sondern einfach gucken, welcher Aspekt meiner Arbeit möchte ich jetzt hier gerade hervorheben.

Also auf gar keinen Fall mit so einer Einstellung reingehen: Ich will jetzt das Geld oder ich will jetzt irgendwie diesen Fame oder sowas. Das ist nicht so gut, wenn man sowas in der Bewerbung schreibt, sondern eher mehr so gucken: Okay, warum passe ich da jetzt gut? Was sind Aspekte an meinem Projekt, was nicht jetzt nur aus einem persönlichen Interesse kommt, sondern was ist vielleicht auch eine Rolle in der Gesellschaft?

Will ich vielleicht zu einem Diskurs beitragen? Sind da größere Themen dahinter versteckt? Und da bin ich mir ganz sicher, dass in jedem Projekt, auch wenn man vielleicht da sehr intuitiv und impulsiv rangeht, da sind größere Themen drin, die gesellschaftlich relevant sind. Bei einem Stipendium geht man ja einen Vertrag ein mit einer Förderung oder mit einem Verein und die sind eben gesellschaftlich getragen.

Genau. Wenn man eben dann dieses Portfolio gemacht hat, dann auf jeden Fall nochmal Datencheck. Rechtschreibprüfung ist super. Da gibt es auch diverse Internetseiten. Wenn man es dann auch abgeschickt hat, also eine kleine Vorwarnung. Man kriegt oft nicht mal eine Absage. Das ist das leider sehr frustrierend. Und man kriegt auch sehr viele oder ich habe auch sehr, sehr viele Absagen bekommen.

Und mir hilft es dann oder mir hat das früher auch immer irgendwie geholfen, wenn ich das dann auch in meiner Liste einfach so als abgesagt eintragen konnte. Dass man da auch nicht den Überblick verliert.

Franziska:
Ja, ja, total guter Hinweis. Jetzt ich so viele Fragen in meinem Kopf. Ich fange mal mit der ersten an, weil du es ja gerade schon gesagt hast, dass du auch viele Absagen bekommen hast. Nur mal so für andere, die das vielleicht noch nie gemacht haben, zum Einschätzen. Wie viele Bewerbungen schickst du denn so raus und wie viele Absagen bekommst du?

Greta:
Ich habe es extra nachgesehen. Also ich habe 2015 meine erste Bewerbung geschrieben. Und ja, jetzt ist es so 2024, also fast, noch nicht ganz, aber fast zehn Jahre. Es waren 53 Bewerbungen und davon 15 Zusagen. Also das war auch sehr unterschiedlich. Ich habe am Anfang sehr wenig Bewerbungen geschrieben.

Dann 2021, 2022 habe ich sehr, sehr viele geschrieben und jetzt wieder weniger. Und ich versuche es so für mich selber so, dass ich so ungefähr einmal im Monat, aber muss auch nicht sein und tatsächlich auch. Da kann man sich auch so ein bisschen drin verlieren. Also ich fälle auch ganz oft die Entscheidung: Klar wäre es nett, sich da zu bewerben.

Es wäre interessant, aber ich habe gerade zu viel andere Sachen auf dem Zettel und meine Projekte gehen einfach vor. Also das ist einfach wichtiger als tausend Bewerbungen zu schreiben. Deswegen. Genau.

Franziska:
Weil ich mir jetzt vorstellen kann, dass sich einige fragen, was mache ich denn, wenn ich mich auf zehn Stipendien oder Förderungen bewerbe und dann bekomme ich mehrere Zusagen. Was mache ich denn da?

Greta:
Das passiert gar nicht so selten. Das ist mir tatsächlich auch schon passiert und einer Kollegin von mir auch. Ich habe das einfach gelöst, dass ich da angerufen habe und die haben das dann einfach verschoben. Das war gar kein Problem. Das geht, glaube ich, nicht bei allen Stipendien, aber ich würde da auf jeden Fall transparent sein, weil ein Stipendium ist schon auch so ein bisschen einfach nette Leute, mit denen man auch weiterhin zu tun haben will. Und da nicht irgendwelche Spielchen spielen, sondern einfach ganz ehrlich sagen: Ich habe zwei Zusagen. Was machen wir denn jetzt? Und das verstehen die auch, das passiert auch öfters.

Franziska:
Weil wir es jetzt noch nicht gesagt haben, kannst du noch mal erzählen, was denn so zu so einer Bewerbung üblicherweise dazugehört? Du hast es vorhin schon so teilweise genannt, also du hast von einem CV gesprochen, also einem Lebenslauf, du hast von einem Portfolio gesprochen. Gibt es noch so ein paar andere Dinge, die üblicherweise da mit abgefragt werden und die man sozusagen dann so in seinem Baukastensystem schon mal vorbereiten kann?

Greta:
Das ist eine gute Frage. Ja, also es ist so, dass wirklich alle Bewerbungen sehr, sehr unterschiedliche Anforderungen haben. Es ist auch oft sehr genau, dass die wirklich schreiben: Okay, wir möchten exakt fünf Seiten. Oder das darf nur eine Seite haben. Also da auf jeden Fall gucken. Und nicht irgendwie zehn Seiten Projektbeschreibung hinschreiben, obwohl da steht, bitte nur eine Seite.

Was so Klassiker sind, also Lebenslauf braucht man immer, dazu auch gutes Foto. Ich habe da irgendwann mal bei einem befreundeten Fotografen ein gutes Foto von mir machen lassen. Das kann man immer wieder verwenden. Ist übrigens auch nicht immer gefordert. Manche Bewerbungen sind anonymisiert. Genau, dann Artist-Statement, Projektbeschreibung.

Also das macht auch Sinn, wenn man für ein spezielles Projekt Förderung sucht. Einfach da schon mal eine kurze und eine lange Beschreibung. ... ich überlege gerade. Ah, Pressestimmen. Manchmal ist das sogar explizit gefordert. Aber das kann man auf jeden Fall immer anhängen. Oder diese Blurbs, also wenn so Leute ein, zwei Sätze überein sagen.

Empfehlungsschreiben sind auch manchmal gefordert. Also ich hab zum Beispiel bei einem Stipendium, das über ein Jahr ging und für mich sehr sehr wichtig war, ein Empfehlungsschreiben erstellen lassen. Und von meinem Professor habe ich auch eins. Das ist selten, dass ich das Brauche, aber es ist nicht unpraktisch, das zu haben.

Franziska:
Ja, definitiv.

Greta:
… und Motivationsschreiben. Genau, das kann ich vielleicht noch ergänzen. Das Motivationsschreiben sollte unbedingt individuell angepasst sein, da keine Standard- Sachen. Aber wenn man sich so mal so ein bisschen überlegt, was ist einem selber eigentlich wichtig oder so ein paar Formulierungen. Dann hilft das einem auch so was dann da viel schneller zu machen, wenn man es dann braucht.

Franziska:
Weil die Frage bei mir öfters mal landet und du ja sozusagen Spezialistin, Expertin dafür bist. Was ist denn ein Artist Statement? Was steht da drin?

Greta:
Also ich kann diese Frage nicht so ganz beantworten, weil ich es auch noch nicht so ganz verstanden habe.

Franziska:
So richtig weiß das keiner, oder?

Greta:
Hihihi, absolut. Musstest du mal eins schreiben?

Franziska:
Ja. In meinem Verständnis ist das ja so eine Aussage, man schreibt darüber, was die eigene Arbeit bewirkt, aber ... Keine Ahnung.

Greta:
Ja, es ist ein großes Fragezeichen, aber ich finde es auch ganz interessant. Also ich musste glaube ich, also es ist ja eher bei den Bildenden Kunst-Bewerbungen, Also bei Literaturbewerbungen nicht so. Ich habe es ein paar mal geschrieben. Es ist jedes mal komplett anders geworden.

Ich fand es ganz interessant, mal nachzudenken: Okay, was ist so der Kern meiner Arbeit? Oder was ist so nicht das Medium, in dem ich arbeite und was ich mache, sondern was ist so dahinter. Es war auch für mich irgendwie interessant, das mal zu reflektieren. Ich habe mir dann auch so von ein paar anderen Künstlerinnen, die ich irgendwie cool finde, so Artist Statements durchgelesen. Die sind ja bei denen auf der Website. Da kann man ja einfach nachgucken. Aber ich glaube tatsächlich, dass ich es nicht so gut gemacht hab.

Also ich habe mir dafür halt so ein, zwei Tage genommen. Und ich glaube, um so ein richtig gutes Artist Statement zu schreiben, was wirklich so perfekt einen beschreibt, das dauert einfach länger.

Franziska:
Ja, mit Sicherheit. Das ist vielleicht auch Übergang, um nochmal so auf diese ganze Thematik zu schauen mit diesen verschiedenen Bereichen, weil du hast das ja gerade schon gesagt. Es gibt Stipendienförderungen für die bildende Kunst, dann für Literatur. Für Illustrationen und Comic, das fällt dir immer so ein bisschen hinten runter. Da gibt es halt gar nicht so wirklich viele spezifische, dafür ausgerichtete Fördermöglichkeiten.

Ja. Was sind denn so die Unterschiede, je nachdem in welcher Sparte man sich da bewegt? Und wie machst du denn das als Comic-Künstlerin? Wo bewirbst du dich?

Greta:
Also ich bin da so ein bisschen frech, weil ich glaube, viele sehen das nicht so gern oder sind so ein bisschen so: Okay, Comic ist keine Kunst. Ich finde es manchmal auch gerade deswegen cool, sich dann da zu bewerben. Wenn man sich unsicher ist, kann man auch davor anrufen. Mal fragen, so: Hey, ich mache Comic. Wie sieht es aus? Seht ihr mich als Künstlerin oder nicht?

Und wenn die Nein sagen, dann kann man auch sagen: Ja, aber der und der Preis, der hat schon diese Comic-Künstlerin aufgezeichnet und so. Also man kann da auch ein bisschen in die Diskussion gehen, wenn man Bock hat.
Ich finde auch den Begriff Künstlerin, ich habe da gar kein Problem mit. Ob es dann eine gute oder schlechte Künstlerin ist, das bleibt ja jemand anders überlassen. Aber ich finde, der Begriff ist ja nicht geschützt und ich sehe mich auf jeden Fall als Künstlerin und ganz viele andere Leute auch.

Ich nehme mir einfach das Recht dazu. Und ich bewerbe mich für Literatur- und Kunst-Stipendien, habe aber die Erfahrung gemacht, dass es bei Literatur einfacher ist. Und bei Comicstipendien bewerbe ich mich natürlich auch.

Franziska:
Du hast es ja vorhin schon erzählt, dass in der Situation, als du sozusagen davor standest, deine Abschlussarbeit zu machen und dich für dieses Stipendium bewerben wolltest, du das Feedback bekommen hast, dass Comics dort keine Chance haben. Man kann da auch sozusagen in den Diskurs gehen und auch mal so ein paar Gegenargumente bringen, dass Comic ja doch Kunst ist. Aber hast du da auch negative Erfahrungen, also noch andere negative Erfahrungen gemacht mit dieser Unterscheidung Kunst, angewandte Kunst, Literatur? Weißt du, was ich meine?

Greta:
Ja, also es ist schwierig, das zu sagen, weil natürlich, wenn die Leute einen ablehnen, dann sagen sie einem das jetzt nicht ins Gesicht. Aber ich habe schon das Gefühl, dass meine Arbeit in gewissen Kunstkreisen nicht für voll genommen wird und zu angewandt ist. Und ich finde das halt nicht so. Also ich finde, auf jeden Fall eine Berechtigung.

Und was was auch problematisch ist, dass man für das, was ich mache, kaum Preise bekommt. Also ich habe schon ein paar Preise bekommen. Aber es ist einfach in der bildenden Kunst sehr, sehr viel einfacher, Preise verliehen zu bekommen. Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen so ein Punkt, dass dann der Lebenslauf so ein bisschen dünner aussieht als bei anderen Leuten oder dadurch, dass ich halt auch so aufgefächert bin.

Greta:
Es wäre wahrscheinlich einfacher, wenn ich irgendwo eindeutiger zuordnenbar wäre. Also auch nicht nur jetzt im Bereich Stipendien, sondern auch in anderen Sachen meiner Arbeit. Aber das entspricht nicht meiner Persönlichkeit. Und das ist also, ich weiß nicht, für mich ist halt auch so ein wichtiger Aspekt, dass mir alles, was ich mache, ich dahinter stehe und ich Spaß daran habe.

Und das ist mir dann wichtiger. Ja, dann bekomme ich halt ein paar Absagen. Ist auch okay. Ich versuche es trotzdem weiter.

Franziska:
Ja, das finde ich voll gut. Ich glaube, weshalb ich das sage, ist, ich glaube, es ist halt hilfreich, auch so ein paar Entscheidungen besser bewerten zu können, wenn man einfach weiß, dass in vielen, weiß ich nicht, in der Wissenschaft und in der, weiß ich nicht, Kunstgeschichte und so, wird ja immer sehr stark zwischen Kunst und Illustration unterschieden.

Und ich glaube schon, dass da auch sehr oft eine Bewertung stattfindet und dass Illustrator*innen da einfach anders behandelt werden als jetzt Menschen, die im auf dem klassischen Kunstmarkt unterwegs sind. Und ich glaube, wenn man sich auf so Stipendien bewirbt und das im Hinterkopf hat, kann man vielleicht manchmal das, was du vorhin gesagt hast, einfach so das Portfolio oder die Bewerbung so ein bisschen, nicht verbiegen, aber anpassen und vielleicht einfach eine andere Begrifflichkeit verwenden, um keine roten Fahnen sozusagen auf den Plan zu rufen und auch vielleicht auch Absagen besser einschätzen.

Weil ich habe auch die Erfahrung gemacht, ich habe mich schon mehrfach bei finnischen Künstler-Residenz beworben, die ganz großartige Stipendien vergibt, aber mir ist einfach aufgefallen über die Jahre, dass die klassische Kunst fördern und da ich habe in der ganzen Reihe von Leuten, die da gefördert wurden, da war noch nie eine Person dabei, die in der Illustration gearbeitet hat oder Comics macht oder sonst irgendwas. Es hilft einfach, wenn man das weiß, weil es ist ja eine Ablehnung und die Beule muss man ja irgendwie verarzten.

Greta:
Total. Und was zum Beispiel auch problematisch ist, dass in so Jurys oft auch Leute sitzen, die nicht genau wissen, was Comic und Illustration eigentlich ist. Also die können dann gar nicht beurteilen wie innovativ das ist, was du machst oder was das auch für einen Wert hat, weil sie einfach zu wenig darüber wissen.

Also das wäre eben auch schön, wenn in so Jurys auch öfter mal Leute sitzen, die sich explizit mit solchen Themen auch beschäftigt haben.

Franziska:
Ja, das stimmt. Es fällt mir gerade ein ganz positives Beispiel ein. Es gibt ja die Stiftung Kulturwerk von der VG Bildkunst. Und in diesen Jurys von der Stiftung Kulturwerk sitzen ja Mitglieder der VG Bildkunst und das sind Fotograf*innen und Illustrator*innen für die Berufsgruppe 2. Das heißt, da sitzen wirklich die Menschen, die das auch machen, in diesen Jurys und bewerten die Projekte, die dort eingereicht werden. Aber du hast recht. Das ist eine große Ausnahme. In anderen Jurys sieht das komplett anders aus.

Greta:
Voll.

Franziska:
Du hast es vorhin erwähnt, ich würde total gerne nochmal nachfragen. Du hast vorhin gesagt, dass es ja auch so Mentoring-Programme und Förderungen gibt und dass du da selbst sozusagen auch die Erfahrung gemacht hast, dass das was total Tolles ist. In welcher Form hast du das kennengelernt?

Greta:
Ich war jetzt schon zum zweiten Mal beim IO-Mentoring. Beim ersten Mal war das über, oh Gott, ich glaube über ein halbes Jahr. Mit dem Florian Bayer. Und das zweite Mal war nur ein paar Termine mit dem Raimund Frey. Und das hatte super gematcht mit beiden. Die haben mir da super viel mitgegeben. Und ich kann das sehr, sehr empfehlen.

Das Mentoring-Programm von der IO. Ich glaube, die machen das einmal im Jahr. Das hat auch sehr langfristig nachgehallt. Also ich habe immer noch viele Punkte, die mir damals so mitgegeben wurden, auf die ich immer wieder so zurückkomme, weil das eben auch so 1-zu-1-Beratung ist. Und ja, irgendwie da mir so ein paar Sachen klar geworden sind oder die ich jetzt einfach anders mache als davor.

Franziska:
Stimmt!! Greta, hast du auch schon mal ein Stipendium abgelehnt?

Greta:
Tatsächlich. Ist mir schon zweimal passiert. Einmal, weil das einfach mit dem Kind und mit dem Zeitpunkt nicht gematcht hat. Und einmal, weil ich mich nicht bereit gefühlt habe. Zum Zeitpunkt der Bewerbung hatte ich einen Plan und wollte das. Und dann, als ich quasi die Einladung hatte, wollte ich das nicht mehr.

Und das war irgendwie sehr schwierig. Es war auch mehr so ein... so ein Bauchgefühl oder so ein, ich bin gerade nicht so weit. Ich konnte das auch gar nicht. So irgendwas in mir war so: Nee, es hilft mir gerade nicht mit meiner Arbeit. Genau. Das ist, glaube ich, auch so ein Ding: Nicht bei jedem Projekt hilft es einem, wenn man ein Stipendium dafür bekommt, weil das ist halt doch auch ein Vertrag, den man schließt.

Und natürlich hat man eine künstlerische Freiheit. So ein Projekt kann sich natürlich auch verändern, aber es ist letztendlich nicht mehr nur bei dir selbst. Und deswegen ist es auch manchmal, glaube ich, besser, sowas quer zu finanzieren oder der falsche Zeitpunkt, also ja, das muss man vielleicht auch sehen.

Hast du schon mal so eine Erfahrung gemacht?

Franziska:
Ja, ich habe 2017 oder 2018, ich weiß gar nicht mehr genau wann, aber so in dem Zeitraum eine Förderung bekommen für ein Buch und habe mich total gefreut. Hab auch angefangen, das Buch zu machen, aber habe dann, nachdem ich das Buchprojekt wirklich auch, ich glaube, vier Jahre mit mir rumgetragen habe, mich dann irgendwann entschieden, die Förderung wieder zurückzugeben.

Weil an der Förderung hing dran, dass ich das Buchprojekt beenden muss und ich habe halt gemerkt, da bin ich halt einfach weit von entfernt. Ich hätte es halt irgendwie fertig machen können, um das Geld zu bekommen. Aber das wollte ich nicht. Und habe mich dann auch wirklich entschieden, das Geld einfach oder die Zusage einfach wieder zurückzugeben.

Und das lag auch daran, dass zwar die Summe, die ich da bekommen habe ... Da ging es um 7000 Euro ... Das ist halt schon auch eine Menge Geld, aber das reicht halt auch nicht, um ein Jahr lang ein Buch zu machen. Und bei mir war das halt so, dass immer wieder andere Sachen wichtiger waren und ich nicht so wirklich mir die Zeit dafür freischaufeln konnte. Und gleichzeitig auch noch so in dem Buchprojekt selbst sich Dinge verschoben haben und das Ergebnis auf einmal anders aussah.

Also die Leute, die den Podcast schon lange hören, die wissen das ja, es war mein Ponybuch. Das hat sich halt einfach so stark verändert, dass ich dann irgendwann so gemerkt habe, das Projekt, mit dem ich mich beworben habe, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und das ist jetzt ein neues Projekt.

Und dann habe ich irgendwann auch so, auch um aus dieser Verantwortlichkeit rauszukommen, weil du hast ja recht, man geht einen Vertrag ein, man sagt bestimmte Sachen zu. Auch um da einfach wieder mehr Freiheiten zu haben. So, ja, also ich glaube schon, dass das nicht automatisch immer Hundertprozent gut sein muss, wenn man da so eine Zusage bekommt. Oder gut ist das schon, aber dass es vielleicht nicht immer passend ist.

Greta:
Da sollte man dann auch ehrlich und transparent gegenüber den Stipendiums-Gebern sein. Und ja, vielleicht hat man ja auch eine Angst und die können einem diese Angst nehmen. Aber vielleicht ist es auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Und ganz ehrlich, da bewerben sich ja auch so viele Leute. Die finden ja auch ohne Probleme jemand anderen.

Franziska:
Ja, ja und du hast recht, ich bin da auch mehrfach ins Gespräch gegangen und die waren total nett und super hilfsbereit und hatten auch ganz viel Verständnis für meine Situation. Aber irgendwann habe ich so gemerkt, der Zug ist irgendwie abgefahren. So, das hilft mir gerade nicht. Es erzeugt mehr Druck, als dass es hilft.

Und das ist ja auch so ein Ding. Hast du auch schon mal so eine Erfahrung gemacht, weil in Künstlerresidenzen oder in Artist Residencies ist das ja auch oft so, dass da so eine Aufgabenliste dranhängt. Das heißt, wenn man die Zusage bekommt, die Förderung bekommt, dann fährt man dorthin und hat dann aber eben auch so Verantwortlichkeiten. Sowas wie Vorträge halten, Workshops geben, ein Werk erstellen. Hast du da auch schon mal so negative Erfahrungen gemacht?

Greta:
Also ich glaube, Ich hatte da bisher eigentlich eher sehr positive Erfahrungen. Ich hatte da mal so ein Ministipendium, was einfach so schlecht organisiert war, dass das einfach so chaotisch war, dass mich das dann total gestresst hat. Aber das war wirklich die Ausnahme. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass man eigentlich mit allen zu dem Verein oder zu der Ansprechperson gehen kann und da fragen kann.

Also ich hatte zum Beispiel im Künstlerhaus Meinersen ein anderes Projekt eingereicht. Und dann, als ich da war, habe ich irgendwie gemerkt: Ich will das eigentlich gar nicht mehr machen. Dann bin ich einfach zum Verein gegangen und habe gesagt: Leute, irgendwie ist mir jetzt was anderes eingefallen. Ich mache was komplett anderes. Und die waren so: Ja klar, kein Problem.

Also bei den Workshops muss man ein bisschen aufpassen, weil es gibt auch so Stipendien, die ausgeschrieben werden, die dann so extrem viel Workshops, und Lesung und düdüdü verlangen, und auch gar nicht so viel dafür geben. Und da muss man auch irgendwo eine Grenze ziehen und sagen: Nee, das soll ja eine Unterstützung von mir sein und jetzt nicht Workshop für wenig Geld für euch sein.

Auch da habe die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel in Meinersen. Da war ja ein Workshop auch dran verbunden – wie nennt man das, als Vertragsgegenstand auch. Und ich hatte sehr Angst davor, weil ich damals einfach noch nicht so Workshops gemacht habe. Und der war übrigens auch vergütet. Also ich habe den auch nicht umsonst gemacht.

Und habe das dann aber trotzdem gemacht, weil ich dachte so: Okay, das steht jetzt hier im Vertrag. Ich mache das jetzt so. Und es war richtig, richtig schön. Und ich habe dadurch auch die Leute so vom Ort einfach besser kennengelernt und habe auch so Workshops für mich entdeckt. Und so kann es halt auch laufen. Aber ja, also vielleicht den ganzen auch mal eine Chance geben.

Franziska:
Ja, mal die Komfortzone verlassen. Weil du es gerade gesagt hast: Gibt es eigentlich auch schwarze Schafe unter den Stipendien und Förderungen. Weil bei Wettbewerben gibt es das ja sehr, sehr oft, dass es so Wettbewerbs-Ausschreibungen gibt, wo dann dran dasteht, wenn du gewinnst, dann tragen wir dich auf einem Silbertablett durch die Gegend, aber wenn man die AGBs durchliest, dann gibt man alle Rechte ab und bekommt ganz wenig Geld für ganz viel Arbeit. Gibt es das bei Stipendien und Förderungen auch? Muss man da auch darauf achten, bei wem man sich da eigentlich bewirbt?

Greta:
Absolut. Das sieht man eigentlich schon an der Ausschreibung. Auch wenn da so Formulierungen drin sind, die wenig wertschätzend sind. Wenn einem auch so gewisse Sachen so abgesprochen werden. Ich habe letztens bei einer Kollegin gesehen, da sollte man dann irgendwie gratis an der Ausstellung teilnehmen. Und dann hat man nicht mal mehr sein eigenes Zimmer für den Aufbau bekommen.

Man sollte eine Woche für den Aufbau da sein und so einer Gruppenunterkunft schlafen. Und dann stand nicht so: Okay. Entschuldigung. Das ist nicht optimal gelöst. Aber leider können wir das gerade nicht anders anbieten. Sondern da stand dann auch richtig so eine Formulierung drin, wie so: Das hier ist kein Luxushotel.

Und ich finde auch, so etwas muss man sich wirklich nicht bewerben. Das ist nicht wertschätzend. Ich glaube, man merkt es an der Ausschreibung, ob das Leute sind, die cool sind, ob das was ist, wo man sich bewerben möchte.

Und ich habe sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht. Also da stehen auch oft Kunstvereine dahinter mit Leuten, die sich auch ehrenamtlich engagieren. Die wirklich auch sehr, sehr offen sind und sehr viel auch für dieses Stipendium machen, dass das ermöglicht wird. Also es gibt auch sehr, sehr viele positive Beispiele.

Franziska:
Voll gut, ich total neugierig und ich kann mir vorstellen, dass die Zuhörenden auch ganz neugierig sind. Du arbeitest ja für ganz viele verschiedene Kund*innen. Zum Beispiel für den WDR oder für das niedersächsische Kulturministerium oder den hessischen Literaturrat oder für diverse Magazine und Verlage.

Und du hast aber auf deiner Webseite zeigst du auch Ausstellungen, freie Projekte und Kunst im öffentlichen Raum. Kannst du uns mal so einen Einblick geben, wie viele wirtschaftliche Standbeine du hast und was du alles machst?

Greta:
Klar, gerne. Also vielleicht beginne ich auch so. Also ich habe ja 2019 mein Examen gemacht und tatsächlich war das im ersten Jahr, meine Haupteinkunft war mein Jahresstipendium. Dazu hatte ich ein paar Workshops und ein paar Illustrationssachen, aber alles noch ... also das hat sich einfach sehr langsam aufgebaut.

Die Jahre danach, also so ein, zwei Jahre danach, hatte ich dann auch noch einige Stipendien. Das war auch noch eine wichtige Einkommensquelle, aber die Illustrationsaufträge sind immer mehr geworden und auch Auftragscomics. Und Workshops habe ich zu der Zeit noch sehr, sehr viel gemacht.

Inzwischen hat sich das total geändert. Ich lebe inzwischen hauptsächlich von Auftragscomics. Ich würd sagen, das zweitwichtigste ist Illustration. Also man sieht auch nicht alles auf meiner Website. Ich mache viel auch für interne Kommunikation, also für Firmen eben.

Franziska:
Mh-hm.

Greta:
Auf meiner Website ist ja so ein bisschen artsy-mäßig aufgebaut oder die Sachen, die ich nach außen trage.

Und Workshops mache ich jetzt kaum mehr und Stipendien sind auch sehr, sehr viel weniger geworden. Also ab 35 wird es dann auch schwieriger. Ich habe jetzt auch ein Kind bekommen, das ist jetzt auch für die Aufenthaltsbewerbung ein Problem. Stipendien sollte man auch nicht so unbedingt als dauerhafte Einkunftsquelle sehen. Genau.

Franziska:
Ja!

Greta:
Was jetzt noch neu dazugekommen ist, seit zwei Jahren, ist Street Art. Das habe ich über ein Stipendium entdeckt. Und das ist jetzt noch nicht so der größte Punkt in meinem Gesamteinkommen, aber es wächst gerade. Und es macht mir unfassbar viel Spaß.

Franziska:
Wie schön. Ich bin super neugierig. Für wen machst du denn Auftragscomics? Das gibt es nicht wie Sand am Meer. Das ist total selten, dass es solche Aufträge gibt. Für wen machst du Comics?

Greta:
Ja, ich denke mir auch jedes Mal, wenn so ein Auftrag zustande kommt, so: Wow, was ist das schon wieder für ein Wunder, was da alles für Zufälle zusammengefallen sind. Also ich bin da auch jedes Mal so: Cool. Ich mache Auftragscomic unter anderem für Firmen auch, also zum Beispiel so Erklärcomics. Dann mache ich für eine Regionalzeitung eine Comicserie einmal im Monat.

Und dann, das ist eigentlich auch mein größter Arbeitspunkt. Ich mache für Kulturinstitutionen auch so, also das ist quasi so eine Mischung aus Unterhaltung und Wissen vermitteln. Oder Unterhaltung ist ein falscher Begriff. Also es geht quasi darum, Wissen zu vermitteln, aber eben ein bisschen mit einer emotionaleren Bildsprache und dafür eignet sich Graphic Novel einfach total gut.

Franziska:
Wie finden dich deine Auftraggeber*innen? Ist das das Netzwerk oder woher kennen die dich? Warum kommen sie zu dir? Sie kommen zu dir, weil du gut Comics zeichnen kannst und weil sie deine Sache mögen, aber woher kennt ihr euch?

Greta:
Also das frage ich mich auch immer, weil das ist echt jedes Mal so, ich bin eigentlich so, wow. Also es hat auch sehr lange gedauert, weil ich habe wirklich auch zehn Jahre Comic gemacht und das hat irgendwie niemanden interessiert. Und dann gab es irgendwie einen Punkt, wo plötzlich irgendwas zusammenkam. Und jetzt, wie gesagt, seit 2019 lebe ich jetzt davon hauptberuflich.

Das ist viel über Empfehlungen. Ich habe auch viele Leute auf Stipendien quasi kennengelernt. Dadurch sind auch Projekte entstanden. Aber, also nur so als Beispiel, das ist echt wieder so ein Ding. Meine Meine Verlegerin hat mich mal empfohlen für einen Workshop. Darauf wurde ich dann für einen Workshop in Budapest gebucht.

Ich bin dorthin, habe diesen Workshop gemacht. Das ging über das Goethe-Institut. Dann hat mich die Geschäftsführerin vom Goethe-Institut eingeladen, ob ich vorbeikommen will. Dann bin ich dahin, habe mit ihr einen Tee getrunken. Dann habe ich mir danach noch so die Bibliothek angeguckt und da war irgendwie die Praktikantin noch. Und dann habe ich mit der gequatscht. Und die wollte sich gerade für eine Kunsthochschule bewerben. Und dann habe ich ihr auch so ein bisschen Tipps gegeben, wie das damals bei mir war und wir haben da so irgendwie eine halbe Stunde getratscht. So. Und die hat mich dann in Deutschland jetzt einem Auftraggeber empfohlen. Und so ist dann zum Beispiel jetzt ein Auftrag von mir dieses Jahr zustande gekommen, wo du echt denkst so, was ist das denn für ein Zufall?

Franziska:
Ja, wobei, ich glaube ja, die beste Akquise ist genau die. Und das ist auch das, was am wirksamsten ist. So ein Netzwerk ist einfach unglaublich stark und man trifft sich halt einfach immer mehrfach im Leben. Das ist halt einfach so. Wie toll, dass das bei dir funktioniert. Ich finde das total beeindruckend und auch total schön. Wie toll, wie toll, wie toll. Was sind das so für Workshops, die du machst?

Greta:
Och, alles Mögliche. Also ich mache immer so ein bisschen auch, was mir selber Bock macht, weil ich will ja auch Spaß beim Workshop haben, so. Ich habe schon Comic-Workshops gemacht, auch so visuelle Reportagen. Street Art-Workshop habe ich auch schon gemacht. Auch so Dramaturgie-Workshop, also alles Mögliche.

Ich bin nicht so routiniert im Workshop-Geben. Ich habe da nicht so ein Standardprogramm. Ich mache da auch keine Akquise. Ich mache das eigentlich nur, wenn ich gefragt werde und gerade Zeit habe. Aber ich finde das total lustig. Also ich war auch an Kunsthochschulen und so, aber ich mache auch wirklich mit Leuten, die das noch nie gemacht haben.

Also ich hatte wirklich auch schon so eine Dame, die war irgendwie 80, hatte seit ihrer Schulzeit irgendwie nicht mehr gezeichnet. Und da dann irgendwie auch so was wach zu klopfen oder auch mal gucken, was da so alles in den Köpfen steckt, also das macht mir schon Spaß.

Franziska:
Ja, geht das Hand in Hand? Also hat das was mit den Stipendien und den Orten zu tun, an denen du dadurch halt auch bist, dass du diese Stipendien und Förderungen bekommen hast? Ergibt sich das dann sozusagen so aufeinander aufbauend? Oder ist das voneinander getrennt?

Greta:
Bei den Workshops viel über Stipendien, weil, wenn man das dann sieht: Okay, die kann irgendwie Kunst vermitteln. Wir können sie dann auch noch nächstes Jahr nochmal einladen. Und so. Also das ist ja auch eine Bereicherung dann für den Ort, wenn man da dann eben nicht nur ist und vor sich selber so Kunst macht, sondern quasi auch mal den Leuten ein bisschen zeigt, so wie das funktioniert. Und genau, dass die selber auch mal mitmachen dürfen.

Also ja, das lief viel über Stipendien, wahrscheinlich habe ich deswegen nicht mehr so viele Workshops.

Franziska:
Ja, das ist ja oft so, dass irgendwie so das eine mit dem anderen mitkommt und irgendwie dann doch miteinander zusammenhängt. Genau. Weil man sich einfach in dieser Welt bewegt.

Ich hab ja schon angekündigt, dass unsere Folge zu Stipendien und Fördermöglichkeiten bald kommt. Und da kamen so ein paar Fragen bei mir an, vor allen Dingen zu Artist Residencies. Wollen wir da nochmal so einen Blick drauf werfen? Was für Erfahrungen hast du da gemacht? Wo warst du schon alles?

Und warum findest du zum Beispiel Artist Residencies eine gute Sache für dich, für deine Arbeit?

Greta:
Voll gerne. Also zum einen gibt es wirklich die Möglichkeit, man wird so aus seinem Alltag rausgelöst. Hat da so eine neue Umgebung, die in meinen Residencies einfach ultra schön war. Ich hatte so, so, so schöne Wohnungen und Räume, die waren wirklich wow. Und dann kriegt man diese finanzielle Absicherung, was mir auch ganz, ganz neue Freiheiten in meiner Arbeit gegeben hat.

Ich habe super viele Leute in diesen Residencies kennengelernt, mit denen ich immer noch Kontakt habe, mit denen ich teilweise befreundet bin. Ich habe meine Arbeit auch aus einer anderen Perspektive gesehen, weil ich in einem anderen Kontext plötzlich war. Also nicht nur unter meinen Comic-Leutchen, die ich irgendwie so vom Studium kenne.

Und wo ich schon war? Also in Deutschland in einigen... Und ich glaube, Bordeaux war richtig, richtig toll. Da denke ich heute noch echt wehmütig dran zurück. Und was auch echt krass war, war Indien. Und da war das tatsächlich auch, dass ich dadurch eigentlich einen Zugang zu den Leuten da bekommen habe.

Weil ich glaube, wenn ich da alleine so gewesen wäre, ich wäre komplett überfordert gewesen. Also in Indien habe ich dann auch Street Art für mich entdeckt. Das war auch ein sehr schöner Effekt, der immer noch nachhallt.

Franziska:
Das sind diese großen Murals oder Street-Art-Sachen, die du auf deiner Webseite zeigst, oder? Das sind doch die Sachen, die du in Indien gemacht hast. Diese gigantischen Wandillustrationen.

Greta:
Und genau, genau, das ist da eben entstanden. Da war ich einen Monat in Indien, das war eine Zusammenarbeit mit einer indischen Künstlerin. Ich hatte wirklich, wirklich Angst vor dem Stipendium. Ich war ganz kurz davor, das abzusagen, weil ich einfach überfordert war. Ich dachte: Oh Gott. Weil ich habe das irgendwie so spontan entschieden, dass ich mich da bewerbe.

Als ich dann diese Zusage bekommen habe, ich war so schockiert auch. Ich habe auch wirklich, ich habe diese Mail gelesen, habe meinen Laptop zugeklappt, habe auch niemandem davon erzählt, bin in den Supermarkt gegangen und habe irgendwelche Sachen eingekauft, weil ich erst mal nicht so innerlich irgendwie auf diese E-Mail klarkommen musste.

Und dann hatte ich davor echt, ich hatte so Angst einfach. Ich dachte so: Oh Gott. Das ist viel zu viel. Ich schaffe das nicht. Und Gott sei Dank habe ich es dann gemacht, weil das war so eine schöne Erfahrung und das waren auch so viele Eindrücke und so ein Wachstum, auch so ein künstlerisches Wachstum in diesem Monat. Das war, also ich bin sehr froh, dass ich das dann mich getraut habe.

Franziska:
Was hast du in dem Monat gemacht? Was gehörte da alles so dazu?

Greta:
Im Prinzip hat das Stipendium schon eineinhalb Monate davor angefangen, weil da habe ich remote zusammen mit der indischen Künstlerin Aashti Miller zwei Motive entwickelt. Das war super interessant, weil wir uns überhaupt nicht kannten. Und quasi wir haben zusammen gezeichnet. Also es gibt keine Handschrift mehr in beiden Motiven. Also es ist komplett in Zusammenarbeit entstanden. Genau.

Und dann bin ich erst nach New Delhi geflogen. Da haben wir dann die Wand 1 bemalt. Die war auch riesig. Ich weiß nicht genau wieviel Quadratmeter. Es gibt irgendeinen Zeitungsartikel, da steht 300. Das kommt mir ein bisschen viel vor, aber vielleicht war es auch so viel. Ich weiß es nicht. Dann waren wir zwei Wochen in New Delhi, haben diese Wand zusammen bemalt.

Und dann sind wir nach Chennai, das ist im Süden von Indien, und haben dort die nächste Wand gemalt. Und danach war ich fertig. Also wir hatten zwischendrin dann auch immer noch so Pressetermine und auch so eine Podiumsdiskussion und alles auch auf Englisch. Und ich kann nicht so gut Englisch und das indische Englisch. Das ist echt schwierig.

Und danach bin ich dann ins Mare Künstlerhaus, mein nächstes Stipendium war am Tag, glaube ich, einen Monat irgendwie, sehr entspannt vor mich sehr entspannt vor mich hin gemalt. Fanden die aber auch voll okay. Die meinten so: Ach, wenn du jetzt so gestresst bist, dann sammel dich doch ein bisschen. Das war dann so das relaxte Stipendium danach.

Franziska:
Es ist auch schön, so diese zwei Pole einfach mal jetzt so bei dir zu sehen, weil ich glaube, dass Artist Residencies eine gute Möglichkeit sind, mal so den Alltag zu verlassen und sich Situationen auszusetzen, die man normalerweise nicht hat. Und das kann einerseits halt ein großes Abenteuer sein, aber es kann eben auch bedeuten, an den Ort zu gehen, wo man einfach mal Ruhe hat.

Also ich war ja auch das erste Mal, dass ich in Finnland für vier Wochen in der Künstlerresidenz war. Da war es ja auch das Programm wie »Silence, Awareness, Existence«. Es gab so Schweigetage, wo niemand sprechen durfte. Also klar, wenn jemand gesprochen hätte, wäre die Polizei nicht gekommen, aber es war so die Regel, dass wir alle schweigen.

Und es war einfach so ein Ort, wo keine Aufgaben da waren. ALle waren da, um zu existieren und den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Das war auch eine echt interessante Erfahrung. Und ich glaube, dafür sind Residencies einfach eine ganz tolle Möglichkeit.

Wobei ich es auch ganz spannend finde, weißt du, so, allein deine indische Residency mit so einem großen Abenteuer und auch wirklich viel Aktion und so am Ende so zwei ganz konkreten Ergebnissen, die man auch so sieht an der Wand. Dann mein Beispiel, wo es vom Prinzip darum geht, gar nichts zu machen. Da ist sozusagen auch eine große Bandbreite und man kann sich auch einfach das aussuchen, was man gerade haben möchte. Ja, so. Möchte man gerade ein großes Abenteuer in Indien bestreiten oder hat man Lust, im finnischen Winter sich so wie in so ein Iglu zurückzuziehen und den Eichhörnchen zuzugucken?

Greta:
Ja genau, das ist ja auch was ich meinte, dass bevor man sich diese Ausschreibung raussucht, soll man sich mal kurz in sich gehen und überlegen, so will ich gerade ganz viel Input? Oder will ich vielleicht irgendwo einsam sein und einfach meine Sachen da vor mich hin machen? Also es gibt einfach so eine riesige, gigantische Bandbreite an Stipendien für alle möglichen Lebenssituationen und Bedürfnissen. Da muss man einfach davor ein bisschen gucken, was zu einem gerade passt. Und das ist ja auch letztendlich dann, wenn es dir was bringt und der Institution auch was bringt. Dann ist es ja ein schönes Stipendium.

Franziska:
Ja, genau! Am schönsten ist es, wenn es so eine Win-Win-Situation ist. Und das finde ich auch nochmal so, um den Kreis zurückzuschlagen zu den Bewerbungen. Ich glaube auch das, das hast du im Vorgespräch glaube ich auch schon mal so gesagt. Es hilft glaube ich immer sehr zu schauen, was möchte denn die Stiftung oder die Organisation erreichen und passt das zu dem, was ich erreichen möchte?

Und wenn das zusammenpasst, ist das halt eine Win-Win-Situation. Dann gilt es das nur noch so zu formulieren, dass das die anderen verstehen.

Greta:
Absolut, ja.

Franziska:
Gut. Ja, danke liebe Greta, dass du dein Wissen mit uns geteilt hast und für deine vielen tollen Tipps und Tricks. Gibt es denn noch was, was du gerne noch teilen möchtest oder was dir noch so auf dem Herzen liegt, was du gerne noch loswerden möchtest?

Greta:
Ja, auf jeden Fall. Also ich möchte jemanden grüßen. Und zwar, ich weiß, dass diese Person deinen Podcast hört. Und zwar: Liebe Grüße an die Stew. Und an dieser Stelle noch ganz liebe Grüße an den Rest meines Dienstags-Stammtisch. Und zwar die Charlotte, den Ulf, den Jan und die Heike. Liebe Grüße an euch. Ihr hört das sicher an.

Franziska:
Whoop, Whoop. 🙂 Sehr schön. Danke, liebe Greta. Danke, dass du heute hier warst und ja, vielen, vielen Dank.

Greta:
Ja, danke für deinen Podcast. Ich freue mich immer auf jeden Donnerstag. Ich bin immer das Erste, was ich mache, diesen Podcast anmachen. Das ist schon so ein ganz fester Punkt in meiner Woche.

Franziska:
Das freut mich sehr. 🙂 Dankeschön.

 
So, dass war das Interview. Welchen von Gretas zahlreichen Tipps hat dich überraschst? Und würdest du gern auch für das Comic-Machen beauftragt werden? Oder mit einer Artist Residency die Welt erkunden? Diskutiere gern mit auf Instagram unter @diegutemappe oder auf LinkedIn. Dort findest du mich unter Dr. Franziska Walther.

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Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe, wir hören uns wieder nächste Woche, ich freu mich auf dich,
bis dahin, Franziska

 

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