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15. Februar 2024

#101 | David gegen Goliath: So schützt du dein geistiges Eigentum vor der ungefragten Einverleibung in KI-Trainingsmodelle

4 Schritte, die du heute gehen kannst, um dein geistiges Eigentum mit technischen Mitteln zu schützen

 

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Weitere Informationen

 
Überall werden ungefragt deine Daten und Werke eingesammelt, um KI-Modelle zu trainieren. Und sind deine Werke erst einmal drin, ist der Zug üblicherweise abgefahren. Werke zu entfernen ist meistens nicht möglich. Deshalb stelle ich dir heute die 4 Schritte vor, die du gehen kannst, um deine Werke mit technischen Mittel zu schützen.
 
Du erfährst:

  • wie und wo deine Bilder ungefragt in KI-Modelle integriert werden?
  • warum das Urheberrecht auf deiner Seite ist, aber dir das nichts nützt?
  • wie du einen Zaun um deine Werke ziehst?
  • wie du Nein zur Nutzung deiner Daten auf externen Plattformen sagst?
  • warum du auch bei deiner Software aufpassen musst?
  • wie es sich in den sozialen Netzwerken verhält?
  • wie Cloaking-Technologien deine Bilder schützen können und was heute schon geht?
  • was die 4 Schritte sind, die du heute gehen kannst, um deine Werke mit technischen Mittel zu schützen?
  • und so viel mehr.

 
Hej hej. Herzlich willkommen im Portfolio-Podcast.

In der Portfolio-Podcast-Folge #78 sprechen die Art Direktorin und Illustratorin Thekla Priebst und ich über KI-Tools. Und Thekla zitiert ein Lied von Käptn Peng und sagt, dass sie sich gerade von dem KI-Drachen fressen lässt – um besser zu verstehen, wie die KI-Revolution ihre Arbeit verändert.

Hör gern mal in diese Folge rein, wenn dich das KI-Thema interessiert. Sie ist eine gute Ergänzung zur heutigen Folge. Hier geht’s zur Folge #78.

Heute geht’s auch ums Gefressen werden. Aber anders. Heute fressen die KI-Drachen nicht dich – sondern deine Werke bzw. stelle ich dir heute technische Möglichkeiten vor, wie du deine urheberrechtlich geschützten Werke, vor allem deine Bilder, davor beschützt, in KI-Trainingsmodelle eingespeist und darin verwurstet zu werden.

Damit du selbstbestimmte und informierte Entscheidungen für dich und deine kreative Arbeit treffen kannst, erzähl dich dir, was ich recherchiert habe – und ich verlinke dir viele weiterführende Informationen in den Shownotes. Let’s go.
 

Masterclass KI-Kompass
Bevor es losgeht, noch eine kurze Randnotiz in eigener Sache: Die Portfolio-Akademie, mein Live-Onlineprogramm, in dem sich Illustrator*innen und Designer*innen innerhalb von 12 Monaten nachhaltig positionieren und mit wirksamer Akquise starten, hat diese Woche ihre Türen aufgemacht – aber nur für die Menschen, die auf der Warteliste stehen.

Und weil dieses Jahr die Platzanzahl begrenzt ist und schon über ein Drittel der Plätze vergeben sind, hier der Hinweis. Wenn du dieses Mal mitmachen möchtest, dann meld dich jetzt noch schnell unverbindlich für die Warteliste an – und bekomme damit die Möglichkeit, dich vor der offiziellen Anmeldezeit schon für die Portfolio-Akademie anzumelden.

Mehr dazu erfährst du unter www.diegutemappe.de/pa

Randnotiz Ende 😉

 
In der letzten Februar-Woche biete ich ja eine neue Masterclass an: Den KI-Kompass. Du bist herzlich eingeladen und kannst dich für 0,00 Euro anmelden, unter www.diegutemappe.de/masterclass. Den Link pack ich dir auch in die Shownotes.
 

Du bist herzlich eingeladen in die Masterclass »KI-Kompass«

In der Masterclass bekommst du Impulse und Strategien an die Hand, was du heute strategisch tun kannst, um auch in Zukunft im Bereich Illustration und Design erfolgreich zu arbeiten und für deine Kund*innen relevant zu bleiben ... unabhängig davon, ob du KI-Applikationen selbst benutzt oder nicht … und auch unabhängig davon, ob du technische Schutzmaßnahmen ergreifst oder nicht.

Da ich in Vorbereitung der Masterclass auch die technische Seite recherchiert habe, war meine Idee, dir in der heutigen Episode die technischen Mittel vorzustellen, die du einsetzen kannst, um dein geistiges Eigentum zu schützen. Sozusagen als Ergänzung zur Masterclass.
 

Ki ist überall

Neue KI-Funktionalitäten springen ja gerade wie Pilze aus dem Boden. Jede Woche gibt es noch größere Ankündigungen. Das Unternehmen Open AI, das den Chatbot ChatGPT und den Text-zu-Bild-Generator Dall-E entwickelt hat, hat erst vor ein paar Tagen verkündet, dass OpenAI in 2023 über 2 Milliarden Dollar Jahresumsatz generiert hat. KI-Applikationen sind ein großes Business.

Googles verkündete auch vor ein paar Tagen, dass Googles Chatbot Bard durch Google Gemini ersetzt wird, einem multimodalen Modell, das sowohl Text als auch Bild als auch Audio und Video abstrahieren, verstehen, verarbeiten und kombinieren kann. Und auch Mark Zuckerberg ist mit im Rennen und verkündete im Januar 2024, dass Meta große KI-Pläne hat – und dazu die Daten nutzen wird, die Nutzer*innen ins Meta-Universum hochladen.

Und Mark Zuckerbergs Kommentar ist der beste Einstieg ins Thema. Denn diese ganzen KI-Modelle, mit denen Milliarden Dollar von Umsatz generiert werden, brauchen große Mengen an Daten, um zu lernen. Und mit großer Wahrscheinlichkeit nutzen sie auch deine Daten.
 

Wo kommen die Daten für die KI-Trainingsmodelle her?

Einige Unternehmen können in Echtzeit auf Daten zurückgreifen. Mark Zuckerberg kann zum Beispiel all die Daten nutzen, die nativ auf Instagram, Facebook, Whatsapp und Threads von zum Beispiel dir eingegeben werden. Von mir zum Beispiel liegen Instagram Datensätze seit 2013 vor. Denn in 2013 habe ich mich bei Instagram angemeldet. Ein Jahr davor, im Jahr 2012, hatte Facebook Instagram aufgekauft.

Andere Modelle müssen gefüttert werden. Und weil es hier noch keine gesetzlichen Einschränkungen gibt, haben einige Unternehmen, wie zum Beispiel Google oder Microsoft Bing oder Open AI, Crawler ins Internet geschickt. Das sind kleine Programme, die Daten im Internet zusammen sammeln.

Suchmaschinen wie Google machen das schon seit vielen Jahren, denn Daten im Internet zu indexieren, ist ja der Job von Suchmaschinen. Aber jetzt werden diese Daten eben nicht nur indexiert, sondern ungefragt eingespeist in gigantische Datensammlungen, die zum Training von KI-Modellen verwendet werden.
 

Auch deine Bilder, Texte, Videos und Audiodateien sind betroffen

Das betrifft alles, was sich so im Internet befindet: Texte, Bilder, Videos, Audio. Also auch alle Inhalte deines Web-Portfolios, deiner Social-Media-Profile und auch deine Werke, die von Dritten im Internet veröffentlicht wurden und für die du Nutzungsrechte eingeräumt hast, zum Beispiel Verlage, die zum Beispiel die Vorschau des Buches auf Amazon veröffentlichen.
 

Warum ist es sinnvoll, deine Bilder vor den KI-Crawlern zu schützen?

Bilder, Videos, Audio und Texte werden ohne Vergütung und ohne deine Zustimmung für Trainingszwecke für KI-Modelle genutzt. Diese Einspeisung deines geistigen Eigentums in diese Trainingsmodelle widerspricht den Bestimmungen zum Schutz urheberrechtlich geschützter Werke – ist also illegal. Aber weil es geht, wird es gemacht.
 

Urheber*innen wehren sich gegen die unberechtigte Datenerfassung

Es gab ja in den letzten Monaten diverse Klagen von Kreativen, zum Beispiel hat die New York Times erst im Dezember 2023 Open AI und Microsoft verklagt, weil tausende von Artikeln der Zeitschrift unautorisiert in Trainingsmodelle eingeflossen sind.

Und im Sommer 2023 reichten prominente US-Schriftsteller*innen, unter anderem Krimi-Bestsellerautor John Grisham und der »Game of Thrones«-Autor George R.R. Martin, eine Klage gegen OpenAI ein, weil deren urheberrechtlich geschützte Bücher ungefragt und unlizenziert in die Trainingsmodelle von OpenAI eingespeist wurden. Da Open AI nicht offen legt, welche Daten genutzt werden – wie so gut wie alle KI-Unternehmen – kommen diese Klagen mit der Hürde, dass es relativ schwer ist, das zu beweisen.
 

Was kannst du dafür tun, dass deine Werke nicht verwurstet werden?

Lange Rede, kurzer Sinn. Am besten wäre es, wenn deine Daten gar nicht erst im Trainingsmodell landen. Denn eigentlich müssten dich OpenAI, Google, Meta und Co fragen … und auch bezahlen … um deine Daten zu nutzen. Und vielleicht möchtest du ja auch nicht, dass deine Bilder, Videos, Texte und alles, was du jemals im Internet veröffentlicht hast, von einem intelligenten und lernenden System verspeist und später verwurstet wird.

Die Möglichkeiten, urheberrechtliche Werke zu schützen, sind aktuell allerdings sehr begrenzt. Ich stelle dir heute die wenigen Methoden vor, die dir zur Verfügung stehen. Wie du diese im Detail umsetzt, verlinke ich dir im Transkript.
 

Die rechtlichen Möglichkeiten = in der Praxis gleich 0

Rein rechtlich sind deine Werke durch das Urheberrechtsgesetz deines Landes geschützt. Das Problem ist, dass du dieses Recht in der Praxis nicht durchsetzen kannst, weil diese global agierenden KI-Unternehmen deine Daten einfach einsammeln. Ob sie dürfen oder nicht.

Am einfachsten wäre es deshalb natürlich, wenn es gesetzliche Werkzeuge gebe, die greifen. Da die gesetzlichen Mühlen allerdings langsam mahlen, wird es noch eine Weile dauern, bis hier praktisch umsetzbare Lösungen etabliert werden.
 

Strategie #1: Ziehe einen Zaun um deine Werke – indem du Nein sagst zur Nutzung deiner Daten

Deshalb springen wir gleich mal zur Strategie #1, wie du deine Werke schützen kannst. An einigen Stellen kannst du opt-outen. Opt-out bedeutet, dass du dich gegen etwas entscheidest und das durch eine Aktion anzeigst.

Ein Opt-Out kannst du dir vorstellen wie ein metaphorisches Schild, das du vor deine Website stellst und auf dem steht: »ChatGPT-Crawler, meine Daten darfst du nicht durchsuchen!« Dabei brauchst du für jeden möglichen KI-Crawler ein Extra-Schild. Und es ist auch sinnvoll, immer mal wieder zu überprüfen, ob deine Schilder-Liste noch aktuell ist.

Dieses metaphorische Schild ist im Fall deiner eigenen Website zum Beispiel eine robots.txt-Datei, die du im Home-Verzeichnis deiner Website speicherst. Das geht eigentlich ganz einfach und flott und schützt alle Medien auf deiner Website: Bilder, Texte, Videos und Audio – allerdings nur vor dem zukünftigen Datenklau.

Alle Werke, die schon eingesammelt und verwurstet wurden, bleiben verwurstet. Diese Lösung ist keinen 100%-iger Schutz, denn die Crawler könnten dein Hinweisschild auch einfach ignorieren. Aber zumindest ist das Opt-Out auf deiner selbst gehosteten Website praktisch und schnell umsetzbar. Und es ist besser, deine Werke so gut wie möglich und ab heute zu schützen als nie.

Ich hab diese Lösung in weniger als 10 Minuten mit meinem SEO-Plugin gelöst, das ich eh auf meinen beiden WordPress-Seiten schon installiert habe (Unbezahlte Werbung: Yoast SEO ist ein kostenlos nutzbares WordPress-Plugin).

Im Transkript findest du verschiedene Vorschläge und Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du so eine robots.txt-Datei in deiner eigenen Website anlegst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
Hier eine Anleitung von Neil Clarke, wie du die robots.txt-Datei einrichtest.

Wie konfigurierst du deine robots.txt-Datei mit Yoast SEO in WordPress?
Gehe zum Menüpunkt »Werkzeuge« / Datei-Editor. Hier kannst du die robots.txt und .htaccess Datei ändern, sofern diese existieren. Du kannst auch eine neue .txt-Datei anlegen.

 

Sag Nein (Opt-Out) auf externen Plattformen

Liegen deine Werke auf einer nicht von dir gehosteten Seite, wie zum Beispiel auf den Servern von Portfolio-Plattformen, dann kann es sein, dass du dort in den Einstellungen deines Profils explizit Nein sagen (Opt-Out) musst.

Auf Squarespace zum Beispiel erlaubt die Standard-Einstellung das Abgreifen deiner Daten durch KI-Crawler. Aber du kannst in den Einstellungen den Haken setzen, der dein metaphorisches Nein-Schild aufstellt. Wie das geht, erfährst du hier.

Warum Squarespace sich entschieden hat, sich hier zu Gunsten der KI-Crawler zu verhalten anstatt seine zahlenden Kund*innen, die ja größtenteils aus der Kreativbranche kommen, zu schützen, finde ich ziemlich fragwürdig.
 

Aber: Jeder Website-Builder ist anders

Wix zum Beispiel erlaubt dir, deine robots.txt-Datei zu ändern. Hier erfährtst du, wie.

Auf Jimdo allerdings kannst du nur alle Crawler aussperren oder alle »reinlassen«. Sperrst du alle Crawler aus, wird deine Website nicht mehr indexiert und nicht mehr in Suchmaschinen gefunden – was in der Praxis unbrauchbar ist. Denn du willst ja über Suchmaschinen gefunden werden. Das ist ja dein Web-Portfolio, mit dem du Akquise machst.

Und wenn du Behance oder Adobe Portfolio für dein Web-Portfolio nutzt, kannst du gar nichts einstellen. Hier gilt: Friss oder stirb.

Apropos Adobe.
 

Sag Nein (Opt-Out) in der Software, die du nutzt

Das Thema hört nicht im Internet auf. Denn auch Software auf deinem Computer sammelt fleißig deine Daten ein.

Zum Beispiel werden, wenn du die Adobe Cloud benutzt, standardmäßig die Daten, die von dir in der Cloud liegen, zum Trainieren der Adobe-KI-Modelle genutzt. Möchtest du das nicht, musst du explizit den Haken rausnehmen. Eine Anleitung dazu findest du im Transkript.
 

Dein Opt-Out in der Adobe CC Cloud:

Unter Adobe Konto / Konto und Sicherheit / Daten- und Datenschutzeinstellungen / Inhaltsanalyse

Dort ist der Haken standardmäßig auf AN. Stelle ihn auf AUS.

 
Es gilt also bei jeder neuen Software, die du installierst und bei jeder neuen App und jeder neuen Plattform, die du nutzt, dir ganz genau die AGBs und die Informationen zum Datenschutz durchzulesen – und ggf. Opt-Out-Haken zu setzen.

Du merkst vielleicht schon, dass der Schutz deiner Daten sich schnell anfühlt wie ein Kampf gegen Windmühlen an allen Fronten. Ist er auch. Noch weniger wirksam wird es, wenn wir darauf schauen, was du tun kannst, um schon verwurstete Daten von dir aus den KI-Trainingsmodellen zu entfernen.
 

So funktioniert das Opt-Out direkt bei den KI-Unternehmen

Wurden deine Werke schon in Trainingsmodelle eingespeist, dann ist dieses Mal der Zug schon abgefahren. Nachträglich zu opt-outen und Daten wieder zu entfernen ist nicht möglich. Allerdings bieten einige Plattformen Möglichkeiten an, wie du deine Werke in zukünftigen Trainingsmodellen ausschließen kannst. Aber in der Realität sind die meisten davon Alibi-Angebote: schöner Schein, aber nichts dahinter.

Open AI bietet zum Beispiel ein Formular an, mit dem du deine Werke melden und von zukünftigen Einspeisungen ausschließen kannst. Allerdings musst du das für jedes einzelne Bild machen, das von dir existiert, inklusive einer Bildkopie, die du mit hochladen musst.

Das ist bei der Menge an Bildern, die professionelle Kreative in ihrem Leben erstellen, in den meisten Fällen komplett unrealistisch. Insbesondere, wenn wir hier mit reinrechnen, dass es schon Ewigkeiten dauert, das bei OpenAI zu machen – aber du ja dann danach gleich bei Microsoft, Midjourney, Google und Co weiter machen müsstest.

Und einige Unternehmen bieten diese Möglichkeit auch gar nicht an. Meta zum Beispiel erlaubt dir zwar, Bilder, die von Dritten hochgeladen wurden, aus den Trainingsdaten entfernen zu lassen, aber alles, was du selbst hochgeladen hast, ist für immer im Wurst-Topf.

Deshalb lass uns einen Blick auf die zweite Strategie werfen, die du hast, deine Werke zu schützen.
 

Strategie #2: Schütze deine Werke mit Hilfe von Cloaking

Die Hoffnung vieler Kreativer hing in den letzten Monaten an sogenannten Cloaking-Technologien, mit denen du Bilder mit einem Cloaking-Filter so verändern kannst, dass KI-Modelle die Inhalte deiner Werke nicht erkennen und reproduzieren können – obwohl das Bild für das menschliche Auge ganz normal aussieht.

Ich stelle dir hier zwei hoffnungsvolle Kandidat*innen vor: Gaze und Nightshade, die beide an der University of Chicago explizit zum Schutz von menschlicher künstlerischer Arbeit entwickelt wurden. Beide Varianten kannst du kostenfrei nutzen.

Mit Glaze habe ich herum getestet und wollte eigentlich meinen heutigen Instagram-Post damit cloaken. Warum das nicht funktioniert hat und was ich hier im Detail herausgefunden habe, genau erfährst du in meinem heutigen Newsletter. Meld dich bis zum 21. Februar schnell noch an, dann bekommst du auch nachträglich diese Email. Unter www.diegutemappe.de/newsletter.

Die Cloaking-Technologie von Glaze erlaubt, dass die KI-Trainingsmodelle die Inhalte deiner Werke zwar erkennen. Aber die stilistischen Besonderheiten deiner Arbeit werden verhüllt und können nicht reproduziert werden. So wird das Stil-Kopieren, vor dem sich vor allem Illustrator*innen zu Recht fürchten, verhindert.

Nightshade geht einen Schritt weiter und verändert die von der KI erkannten Inhalte. Das bedeutet, dass auch wenn auf dem Bild ein Hund zu erkennen ist, sieht die KI zum Beispiel eine Katze. Werden genug sogenannte »vergiftete« Bilder in KI-Trainingsmodelle einsortiert, dann verändert sich der Output der Text-zu-Bild-Generatoren. Das Prompt Hund erzeugt dann Katzen.
 

Cloaking schützt deine Bilder

Die grundsätzliche Idee hinter Cloaking ist gut. Aber in der Praxis wird es schnell ziemlich umständlich. Denn du musst hier alle deine Bilder im Netz händisch mit diesem Filter versehen und deine schon veröffentlichten Bilder bestenfalls ersetzen.

Aber – so argumentiert zum Beispiel das Team hinter Glaze – darum geht’s gar nicht. Die Idee ist eher, ab heute gecloakte Bilder im Internet zu nutzen und so über die Zeit die von dir in den Trainingsdaten schon verwursteten Daten zu verändern und unbrauchbar zu machen. So dass mit der Zeit, wenn deine Arbeiten als Referenz in Prompts genutzt werden, die Trainingsdaten andere Ergebnisse ausspucken, die mit deinen Bildern nichts mehr zu tun haben.

Und das ist eine interessante Idee – vor allem für die sozialen Medien. Denn dort sind deine Daten und deine Werke gerade Freiwild.
 

In den sozialen Netzwerken werden deine Werke verwurstet. Ob du willst oder nicht.

Mark Zuckerberg hat Anfang dieses Jahres groß angekündigt, dass er die auf Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads gepostete Inhalte verwendet, um seine generativen KI-Modelle zu trainieren.

Postest du also regelmäßig Inhalte auf einer dieser Platformen, dann sind deine Bilder, Reels und Texte schon in der großen Wurstmaschine.

Außerdem kündigt Meta auch an, auch öffentlich online verfügbare Informationen zu verwenden, um seine generativen KI-Modelle zu trainieren. Wie machen sie das? Auch mit Crawlern, also mit Software-Bots, die das Internet abgrasen.

Das Beste, was hier hilft, ist nichts weiter hochladen und deine Accounts löschen. Aber weil du ja mit deiner Arbeit gefunden werden möchtest, ist die zweitbeste Lösung eine Cloaking-Technologie.

In meinen Tests hat sich das als mittelmäßig praktikabel dargestellt, denn um einigemaßen brauchbare Ergebnisse zu erzielen, brauchte Glaze für ein 600 auf 600 Pixel großes PNG mindestens 40 Minuten. Aber mein Stil ist auch genau die Art von Stil, bei der das Cloacking gerade nich nicht sonderlich gut funktioniert. Wenige Details, große Farbflächen. Vielleicht ist das bei dir ja anders.
 

Was kannst du heute tun, um deine Werke zu schützen vor der Vereinnahmung durch KI-Trainingsmodelle?

Ok. Lass uns mal zusammenfassen.

  • Schritt #1: Lies die Nutzungsbestimmungen jeder Plattform, auf der du deine Arbeiten postest, ganz genau durch.
  • Schritt #2:Opt-oute, wo du opt-outen kannst. Setze in deiner Software und auf Plattformen, die du nutzt, dort einen Opt-Out-Haken, wo dir diese Möglichkeit gegeben wird. Ich weiß. Das ist eigentlich eine verkehrte Welt. Eigentlich sollten sie dich fragen, ob sie dürfen. Machen sie aber oft nicht.
  • Schritt #3: Wenn du deine Webseiten selbst hostest, stell das Schild für die Crawler auf, dass deine Daten nicht genutzt werden sollen. Integriere in deine eigene Website eine robots.txt-Datei, um dein geistiges Eigentum zumindest mit einem Warnschild zu schützen.
  • Schritt #4: Wäge ab, ob du – vor allem dort, wo du keine Kontrolle über deine Werke hast – deine Werke mit einer Cloaking-Technologie mit einem gewissen Schutz versehen möchtest.

Das sind meine 4 Impulse, was du technisch tun kannst, um deine Werke zu schützen. Die Frage, was du strategisch und mit deiner Positionierung tun kannst, um auch in Zukunft relevant für deine Kund*innen zu bleiben, öffnet noch einmal eine ganz neue und auch ganz schön große Tür zu proaktiven Möglichkeiten. Mit proaktiver Positionierung hast du so viel mehr Werkzeuge in der Hand als mit diesen technischen Lösungen.
 

Komm in die Masterclass »KI-Kompass«

Meine Gedanken dazu stelle ich dir in der Masterclass »KI-Kompass« vor, zu der ich dich jetzt noch einmal ganz herzlich einlade. Unter www.diegutemappe.de/masterclass kannst du dich für 0,00 Euro anmelden. Und nach der Masterclass gibt es auch eine Q&A, in der du mir alle deine Positionierungs- und Portfolio-Fragen stellen kannst. Ich freu mich, wenn du kommst.

Und damit jetzt noch einmal die Frage an dich: Welchen Schritt gehst du heute, um deine Werke mehr zu schützen vor der großen Wurstmaschine KI-Trainingsmodell. Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest und welchen Schritt du heute schon gehst.

Und damit wünsche ich dir alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche.

Ich freu mich auf dich!
Bis dahin, Franziska
 

Weiterführende Infos und die Quellen, die ich für die Episode genutzt habe:

 

 

Darf ich dich heute um einen Gefallen bitten?

Für den Verkauf von Büchern sind gute Bewertungen enorm wichtig. Wenn du mein Buch »Die gute Mappe« schon gelesen hast und es dir gefällt, hilfst du mir sehr mit einer Rezension auf Amazon und Co. Du kannst sogar eine Bewertung hinterlassen, wenn du das Buch in einem anderen Buchladen gekauft hast (was ich begrüße). Sharing is caring! Danke dafür! Und auch ein ❤️ und ein Danke an die, die schon eine Rezension geschrieben haben.

 
Hast du noch mehr Portfolio-Fragen? Schreib mir gern, dann nehme ich diese gern in den kommenden Blogposts auf. Liebe Grüße, Franziska

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