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Weitere InformationenDie Folge #204 beantwortet diese 3 Fragen:
Indem du sie als Feedback betrachtest: Frage dich, was dein Gegenüber nicht verstanden hat – und optimiere dein Projekt. So entdeckst du Lücken, die du sonst übersehen hättest. Aus meinem Pony-Buch wurden durch zwei Absagen 172 Seiten mit stärkerem roten Faden.
Erlaube dir, die Enttäuschung zu spüren – und dann: Analysiere, warum dein Gegenüber dein Projekt nicht verstanden hat. So verwandelst du Zweifel in Handlungsfähigkeit.
Indem du nicht »einfach weitermachst«, sondern analysierst: Warum hat es nicht geklappt? Was kann ich ändern? So werden aus Neins Türöffner für neue Ideen – wie bei meinem Buch, das durch die Absagen erst richtig gut wurde.
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Zwei Absagen für mein Pony-Buch – und plötzlich ploppt die Frage in meinem Kopf auf: Braucht die Welt das überhaupt? Braucht die Welt mein Pony-Buch?
Das ist ja das, was oft bei Absagen passiert. Vielleicht kennst du das ja auch. Wenn die externe Bestätigung ausbleibt, dann kommen die Zweifel und du stellst auf einmal alles in Frage.
Doch bei mir und meinem Ponybuch ist dann was überraschendes passiert: Denn anstatt aufzugeben oder einfach nur weiter zu machen, habe ich eine Sache gemacht – und dadurch bin ich jetzt sogar froh über die zwei Absagen.
In der heutigen Folge verrate ich dir, was genau ich anders gemacht habe und was es braucht, damit du Rückschläge als Chance nutzen kannst.
Hier erfährst du, wie du mit deiner kreativen Arbeit gut zu dir passende Aufträge akquirierst und wie du gleichzeitig dafür sorgst, dass dein Herz weiterhin für deine kreative Arbeit brennt. Auch mit dem ganzen Brimbamborium, den der Berufsalltag einer kreativen Selbstständigkeit so mit sich bringt.
Ich bin Franziska Walther und jetzt geht’s los.
Vielleicht erinnerst du dich noch an letztes Jahr, an die Folge 163. Da habe ich berichtet, dass ich mein aktuelles Buchprojekt, das Pony-Buch, eingereicht habe für zwei Stipendien: Für den Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung und für die Projektförderung der Stiftung Kulturwerk.
Denn ja, wenn du ein Projekt zu einem Wettbewerb einreichst, dann wird es sichtbar – vor einer Jury, deren Mitglieder meist wichtige Entscheider*innen der Branche sind.
Designwettbewerbe sind also auch eine Form von Akquise – und zwar eine, die auch dann wirkt, wenn du nicht ausgewählt wirst.
Und dann, ein paar Monate später, habe ich in Folge 189 auch erzählt, dass für beide Bewerbungen genau das passiert ist: Sie wurden nicht ausgewählt.
Für beide habe ich eine Absage bekommen.
Und ja, auch wenn ich weiß, dass das natürlich trotzdem Akquise und eine Teilnahme deshalb trotzdem eine gute Sache ist, habe ich mich dadurch sehr entmutigt gefühlt.
Die Absagen kamen kurz hintereinander und diese geballte Ladung hat mich zerbeult.
Kurz darauf hin kam dann auch noch eine Nachricht vom Verlag, bei dem das Ponybuch 2027 erscheinen wird, dass der aktuelle Buchtitel so nicht geht, weil es schon ein Buch mit diesem Titel gibt. Und ich dachte so: Mäh! Das gibt’s doch nicht. Noch ne Beule.
Und dann kam auch noch bei einem meiner anderen Lieblingsverlage ein ganz tolles Pferdebuch raus, das ganz anders ist als mein Pony-Buch, und da war dann plötzlich diese Stimme in mir, die gesagt hat: Ist das hier, was du machst, überhaupt noch relevant?
In der Zeit fühlte ich mich wie so ein Luftballon, aus dem langsam und mit so nem quietschenden Geräusch die Luft rausgeht.
Es gab diesen Moment, in dem ich mich gefragt habe, ob das Buch die ganze Arbeit überhaupt wert ist. Ob die Geschichte überhaupt irgendjemanden interessieren wird.
Und ja, einen ganz kurzen Moment lang stand ich still und habe überlegt, ob ich weiter laufen will oder nicht.
Wenn du schon eine Weile mit dabei bist in der Welt der kreativen Selbstständigkeit, dann kannst du dich vielleicht auch an eine ähnliche Situation in deinem Berufsleben erinnern.
Denn Absagen gehören zum Berufsleben dazu.
Vielleicht hast du dich auch schon mal für ein Stipendium beworben – und das, was dann passierte, war eine Absage.
Oder du hast Akquise gemacht und ein Angebot gepitcht – und eine kurze und knackige Absage bekommen.
Und gegebenenfalls hast du deine Arbeit auch schon einmal für einen Designwettbewerb eingereicht – und wieder: das, was im Postfach ankam, war eine Absage.
Absagen sind also normal. Wir alle erleben sie. Aber trotzdem will sie natürlich niemand haben. Denn sie sind unangenehm – und häufig tun sie sogar ganz schön weh.
Und ja, meine zwei Absagen haben mich kurz mal ins Straucheln gebracht. Ein paar Tage lang war ich wirklich traurig.
Und da war noch etwas anderes in meinen Kopf: Ein Gefühl von Unsicherheit.
Das hatte ich schon seit ein paar Monaten mit mir herumgetragen, aber die zwei Neins haben das noch einmal verstärkt.
Nämlich: Mit all den Kriegen, die gerade stattfinden, mit Trump und den KI-Imperialisten, die gerade Godzilla-mäßig auf der Demokratie herumtrampeln und mit den ganzen überwältigenden Herausforderungen des Klimawandels, wurde die Frage in mir laut: Was braucht die Welt gerade?
Und ja, sie braucht viele Dinge. Aber ein Buch über ein kleines Pferdemädchen ist wahrscheinlich nicht die dringendste Sache auf der Liste.
In mir kam also die Angst auf, dass meine kleine Pony-Geschichte einfach nicht wichtig genug ist.
Einmal hab ich sogar ganz vorsichtig meine Lektorin gefragt, ob die Welt denn wirklich noch ein weiteres Pferdebuch braucht.
Und musste dann in ihr überraschtes Gesicht schauen, weil sie sich auf einmal in der Rolle wiederfand, mich von meiner eigenen Buchidee überzeugen zu müssen. Das ist ja eine verkehrte Welt.
Und mir war das auch total unangenehm, diese Unsicherheit.
Trotzdem war das Gefühl da und es ging nicht weg. Und die zwei Absagen haben es noch verstärkt.
Aber ich bin ja auch schon eine Weile mit dabei. Genau genommen jetzt im Mai 2026 genau 20 Jahre. Denn im Mai 2006 habe ich meine Selbstständigkeit angemeldet.
Und in diesen 20 Jahren durfte ich schon mehrfach die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, in größeren zeitlichen Abständen auf Prozesse zu schauen. Also Absagen nicht als Einzel-Ereignis zu sehen, sondern diese einzuordnen in einen größeren Prozess.
Denn oftmals entsteht aus etwas, was im Moment vielleicht aussieht wie ein Scheitern, langfristig etwas Gutes.
Tief in mir gab es also einen Teil, der optimistisch war.
Aber das Problem war: Mein Kopf wusste zwar, dass hier auch etwas Gutes entstehen könnte. Aber mein Bauch spürte aktuell nur dieses flaue Gefühl der Unsicherheit.
Deshalb hab ich mir erst einmal erlaubt, meine Beulen zu verarzten. Um dann mit etwas Abstand noch einmal drauf zu schauen.
Nachdem die Traurigkeit da sein durfte, ploppten drei Fragen in meinem Kopf auf.
Frage #1 war: Würdest du auch weitermachen, wenn sich am Ende niemand für das Buch interessieren würde?
Diese Frage zielt also ab auf die Motivation. Mache ich das, weil ich externe Bestätigung möchte oder treibt mich eine intrinsische Kraft an, also ein Wunsch, der aus mir selbst heraus kommt.
Der Wunsch nach externer Bestätigung ist menschlich und darf auch sein. Aber als alleiniger Motor für das Weitermachen reicht er oft nicht aus.
Denn jede kleine Hürde auf dem Weg wird so zu einer unüberwindbaren Barriere.
Die intrinsische Motivation dagegen, also die, die ohne externe Bestätigung auskommt, gibt Kraft in Momenten von Absagen.
Und ja, ich konnte diese erste Frage mit einem lauten Ja beantworten.
Ich möchte die Pony-Geschichte unbedingt erzählen, auch wenn sich am Ende nur drei Menschen dafür interessieren sollten.
Mich das noch einmal so konkret zu fragen, hat dann eine Tür aufgemacht. Vielleicht, weil ich mich so innerlich frei machen konnte von den Erwartungen von Außen.
Denn ja, die hatte ich ja sozusagen zweimal bei den Bewerbungen nicht erfüllt. Jetzt war also eh alles egal.
So konnte mich auf einmal auch auf eine zweite Frage schauen.
Nämlich: Wenn es ganz egal ist, was andere denken, was würdest du anders machen? Und siehe da: Da gab es Dinge.
Und während ich die gleich mal notiert habe, ploppte dann noch eine dritte Frage auf – eine, die ich ohne die Absagen nie gestellt hätte:
Nämlich: Was, wenn die beiden Jurys meine Geschichte einfach nur nicht verstanden haben?
Mit dieser Frage konnte ich also plötzlich mit Neugier auf meine Geschichte schauen und suchen: Wo könnte der Haken sein? Wo fehlt noch was? Gibt es Brüche? Gibt es Dinge, die in der Geschichte noch fehlen?
Denn ja, so eine Absage ist ja immer auch ein Hinweis.
Ich persönlich finde meine Pony-Geschichte wichtig. Aber die Jurys so wie es aussieht nicht.
Das kann jetzt einmal daran liegen, dass wir da grundsätzlich komplett unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker haben. Könnte sein.
Aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass die diversen Jury-Mitglieder einheitlich den Kern der Geschichte nicht verstanden haben. Könnte ja auch sein.
Und wenn sie sie nicht verstanden haben – woran könnte das liegen?
Mit diesem Gedanken habe ich noch einmal auf das Buch geschaut – und sozusagen versucht, die Lücke zu finden.
Und siehe da – da war auch eine Lücke. Eine riesengroße. Direkt vor meiner Nase.
Mitten in der Geschichte klaffte ein riesengroßes Loch. Da fehlte ein ganzer Teil.
Und ja klar hab ich mich auch gefragt, warum mir das vorher nicht aufgefallen ist.
Aber ich arbeite schon seit so vielen Jahren an dem Buch. Das führt ja irgendwann dazu, dass sich so Scheuklappen bilden. Dass man blind wird.
Die zwei Absagen haben dafür gesorgt, dass ich mal wieder ohne diese Scheuklappen und mit frischen Augen auf die Geschichte schauen konnte – denn ich wollte ja herausfinden, warum das erste Testpublikum das Buch nicht verstanden hat.
Und dann passierte etwas Unerwartetes: Das Buch hat sich durch diesen Prozess in den letzten Monaten noch einmal so richtig verändert. Aus den 144 Seiten sind 172 geworden. Es hat einen neuen Titel bekommen. Ein neues Cover. Und konzeptionell gibt es jetzt einen so viel stärkeren roten Faden.
Und noch was zweites Unerwartetes ist passiert: Jetzt, nachdem ich die Lücke aufgefüllt habe, ist diese Unsicherheit weg. Dieses Gefühl von »Braucht die Welt noch ein weiteres Pferdebuch?«, das ist jetzt weg.
Diese Woche habe ich das Pony-Buch wieder eingereicht zum Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung.
Als ich diese Woche durch meine Bewerbung vom letzten Jahr geklickt habe, dachte ich: Hui! Da ist echt viel passiert. Und ein Glück, dass das passiert ist. Ich mag das Buch und die Geschichte jetzt so viel mehr!
Die zwei Absagen hatten also etwas Gutes. Nicht nur das. Sie waren sogar notwendig für das, was in den letzten Monaten entstanden ist.
Ich erzähle dir das hier also, um dich dazu einzuladen, deinen Blick auf Absagen und Misserfolge zu verändern.
Misserfolge gehören zum Leben dazu und sie sind – ganz anders, als sie sich im Moment wahrscheinlich anfühlen – eben oft nicht das Ende von etwas, sondern ein Anfang.
Allerdings brauchen Absagen, damit sie Türen öffnen, mehr als ein »einfach Weitermachen«. So im Sinne von: Kurz Schütteln und weiter geht’s.
Denn damit aus einem Misserfolg ein Anfang werden kann, der zu etwas Neuem führt, braucht es die Erlaubnis zu schauen, warum etwas nicht geklappt hat.
Es braucht einen Perspektivwechsel. Denn ja, dein Gegenüber hat Nein zu deinem Projekt gesagt: Das ist ein Fakt. Aber warum?
Hier ist es sehr leicht, der kritischen Stimme im Kopf zuzuhören, die erzählt, dass dein Projekt einfach nur nicht gut genug ist.
Aber dieser Gedanke ist wirklich eine Sackgasse, also ein Ende.
Denn er reduziert die Welt auf gut oder schlecht – und lässt keinen Platz für die vielen Grautöne dazwischen. Für die Momente, in denen etwas erst unverstanden war, bevor es gut wurde.
Anstatt also über das »Gut genug« nachzudenken, versetz dich lieber in dein Gegenüber und frag dich: Was hat mein Gegenüber nicht verstanden?
Und was kann ich ändern, damit mein Gegenüber besser versteht, was ich meine?
Das gibt dir deine Handlungsfähigkeit zurück und schafft die Möglichkeit, deine Ideen und Konzepte zu optimieren.
Und ja, das gilt für alle Absagen. Also für Bewerbungen, aber natürlich genauso auch für Auftragsakquise, für Personenmarkenaufbau und für jede Phase von Unternehmensaufbau.
Und für mein Ponybuch gilt’s eben auch.
Deshalb jetzt die Frage an dich: Wo in deinem Berufsleben hast du denn eine Absage oder einen Rückschlag erlebt und erst im Nachhinein gemerkt: Das war genau das, was ich damals gebraucht habe, um weiterzukommen?
Und hier noch ein Geheim-Tipp. Schau dazu unbedingt mal auf deine Stärken, also auf die Dinge, die du heute besonders gut kannst.
Denn anders als oft gedacht, sind Stärken in vielen Fällen keine angeborenen Talente und gottgegebenen Begabungen, sondern Fähigkeiten, die wir gelernt haben, weil wir uns von Absagen nicht haben abhalten lassen.
Und wenn du hier noch etwas mehr über dich erfahren möchtest, dann analysiere deine Stärken gerne mit meiner kostenlosen Ressource »Deine Superkraft: Was kannst du besser als andere?«. Zur 0€-Ressource kommst du über den Link www.diegutemappe.de/superkraft.
Und damit wünsche ich dir für heute alles Liebe. Wir hören uns wieder nächste Woche.
Ich freu mich auf dich.
Bis dahin, tschüss!
Deine Franziska
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